2000 Jahre Folter im Namen Gottes
Der christliche Gottesbegriff ist einer der korruptesten Gottesbegriffe, die auf Erden erreicht worden sind.
Friedrich Nietzsche
Religionsdelikt Folter

Heutzutage halten es viele für unfair,die Kirche als folternahes Unternehmen zu charakterisieren.Völlig unmöglich wäre es auch,den Vatikan als einen folternden Staat unter anderen zu bezeichnen.Da gegenwärtig nach herrschender Meinung auf der Erde überhaupt nicht mehr gefoltert wird,unterliegen gegenteilige Behauptungen einem Tabu.Im Falle der Christenheit ist es noch moralisch verschärft.Kirche und Folter?Unmöglich.Christen als Folterknechte?Undenkbar.Doch aufgepasst!Zum einen gibt es noch immer auf der Welt Tausende von praktizierenden Christen,die sich als Folterer betätigen.Andererseits kannten der ehemalige Kirchenstaat und seine Herren,die souveränen Päpste,durchaus Folter,Todesstrafe,Mord.Zum dritten sprechen handfeste Gründe für die Annahme,daß dies keine Ausnahmefälle,keine bedauerlichen Fehlleistungen einzelner Sadisten sind,sondern Ausflüsse einer bestimmten Theologie,einer sorgfältig zurechtgeschnittenen Gottestheorie.Als ein religiös legitimiertes Verbrechen an Menschen gehörte die Folter.Das bedeute,Jahrhundertelang hoben sich Päpste,Bischöfe,Kleriker,Christen nicht nur im geringsten von der allgemeinen Praxis ab,sondern stützen und legitimierten diese theoretisch wie praktisch.Noch mehr:Christen überboten die ansonsten übliche Praxis in etlichen Fällen,verschlimmerten statt verbesserten in ihrer eigenen Justiz die lage der Opfer,führten zu deren Lasten Begriffe und Methoden in die europäische Rechtsprechung und Vollstreckung ein,die bis heute nachwirken.Kirchengerichte gingen zum Beispiel härter vor als weltliche und das Verfahren der anonymen Anzeige ist ebenso kirchenspezifisch wie die Lehre von der Infamie eines Menschen oder einer Gruppe,die Definition eines neuen,offenbar noch folterwürdigeren Tatbestandes und die ausweitung der Folter auf andersdenkende und andersgläubige Menschen.Die Inquisition schließlich ist als genuiner Beitrag der Kirche zum europäischen Rechtsempfinden und Strafvollzug schon sprichwörtlich.
Gefoltert werden konnten die Ankläger eines Bischofs,Personen aus den niedrigsten Schichten und Sklaven.Alle Menschen gleich zu achten und aus dieser Achtung entsprechende Folgerungen zu ziehen,dazu war die kirchliche Praxis nicht in der Lage.
Das Christentum unterscheidet sich von anderen Religionen durch seine größere Bereitschaft zu Verfolgungen... Die Behauptung, das Christentum habe einen erhebenden Einfluß auf die Moral, kann nur aufrecht erhalten werden, wenn man sämtliche historischen Beweise ignoriert oder fälscht.
Bertrand Russel
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