Mittelalter | Barock | Sturm und Drang | Romantik | Expressionismus | Dadaismus | Gegenwart

Moderne Lyrik

Erst im 20. Jahrhundert entwickelte die Lyrik ihre heute gewohnte Formenfreiheit und -vielfalt. Zwar werden die herkömmlichen Gestaltungsmittel wie Rhythmus, Vers und Metrum weiterhin eingesetzt, unterliegen aber nicht mehr verbindlichen poetologischen Regeln. Stattdessen traten Metaphorik und Musikalität des Gedichts in unterschiedlichen individuellen Ausprägungen in den Vordergrund. Als prominente moderne Lyriker im anglophonen Sprachraum gelten die Amerikaner Robert Frost, Ezra Pound, T. S. Eliot, Wallace Stevens und Edward Estlin Cummings, der Ire William Butler Yeats, die Engländer W. H. Auden und Stephen Spender und der Waliser Dylan Thomas. Unter den deutschen Dichtern sind Stefan George und Rainer Maria Rilke die Wegbereiter. Einen großen Innovationsschub verzeichnete die Lyrik kurz vor und nach dem 1. Weltkrieg unter dem Einfluss des literarischen Expressionismus (Georg Heym, Georg Trakl), der Lautgedichte des Dadaismus (Kurt Schwitters, Hans Arp) und der Bilderwelten des Surrealismus. Eine Sonderstellung in der Zeit nimmt Bertolt Brecht ein. Wichtig für die Entwicklung der deutschen Dichtung auch nach dem 2. Weltkrieg ist die Lyrik Gottfried Benns. Musikalität, dichterischer Innovationsdrang und expressive Bildersprache kennzeichnen das Werk Paul Celans. Seine Todesfuge, die den Holocaust aus dem Blickwinkel eines „Davongekommenen” reflektiert, zählt zu den Höhepunkten moderner deutscher Dichtung. Zu den wichtigsten deutschen Lyrikern nach dem Krieg zählen Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger und später Reiner Kunze und Durs Grünbein.[1]

 



[1]"Lyrik."Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

Start | Erklär mir | Liebe | zum Gedicht | zum anderen Gedicht  |  zurück