Bosque seco
Kakteen, Akazien, ein paar Palmen...

Im Gewirr von Kakteen und dichtverfilztem Unterholz kommt niemand auf die Idee, die Wanderwege im Naturpark zu verlassen, und das ist gut so: 48 seltene Pflanzenarten werden hier gepflegt, die ihren Lebensraum auf der dicht bevölkerten Insel zu verlieren drohen. Die Hälfte der heimischen Vogelarten findet sich hier, Landkrabben bevölkern das Unterholz, denn der Wald reicht an einigen Stellen bis zum Strand.

Geführte Touren werden angeboten, die nicht nur Vogelkundler begeistern. Hier kann man die Landschaft der Karibischen Inseln sehen, wie sie die Conquistadores vorgefunden haben. Die seit Jahrhunderten hier lebenden Taino, ein hochentwickelter indianischer Volksstamm, zogen sich in diese unwegsamen Wälder zurück, als die Eroberer die Insel für Spanien in Besitz nahmen. Doch blieb dem sanften Volk, das mit den Venezolanischen Arawak verwandt war, das Los der Besiegten nicht erspart. Zur Fronarbeit gezwungen, ihrer Sprache und Kultur beraubt, dauerte es nur wenige Jahrzehnte, und die einstigen Herren Borínquens, waren von der Insel des tapferen Gottes verschwunden -
nicht ganz allerdings, denn wer aufmerksam durch die Straßen geht, entdeckt auch heute noch eine Menge Menschen mit hohen Backenknochen und feingebogenem Profil...

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