8. Tag: Coornagillagh b Kenmare v Killarney
Direkt nach dem Frühstück geht es zum nächsten Steinkreis. In dieser Ecke haben's die Kelten wohl doll getrieben. Dieser liegt in einer Hochebene. - Sumpfig, modrig, mit Nebel und Bergsee. Aber durch die aufreißenden Wolken scheint schon wieder die Sonne. Plötzlich kommt eine ganze Horde Engländer angefahren, die denen aus dem Pub von gestern Abend seeehr ähnlich sehen. Natürlich werden wir direkt in ein Gespräch verwickelt. Die Oma will ihre gestrige Vermutung wohl bestätigt haben. "Are you Germans?" Nö, wir haben nur so'n blöden Akzent, weil wir nicht wirklich in GB aufgewachsen sind. Sie sind aus Leeds und betonen, dass sie nur einige 100 Meter vom Stadion weg wohnen und natürlich Leeds United Fans sind. Borussia Dortmund kennen sie auch. Aus dem Europa Pokal. Muss ja. Ich kenne die Tetley's Brewery in Leeds und den Lake District nebenan. Beautyful. Dann sind sie auch schon wieder weg und wir machen uns allmählich auf in Richtung Kenmare. Dabei fängt Renés Fahrrad an zu quietschen. Zeit für eine kleine Überholung?
In Kenmare gibt's erst mal Lunchbreak aus der Bordküche. Zwischendurch läuft noch ein Ami-Radler-Pärchen vorbei, die ganz angetan von unseren Ortlieb-Fahrradtaschen sind. Obwohl sie ihre Jobs gekündigt haben und sieben Monate (!) unterwegs sein wollen, sind sie wohl mit nicht ganz wasserdichten Taschen unterwegs.
Wir fänden es schön, heute noch in Killarney anzukommen und beschließen, bis dort mit dem Bus zu fahren. Bis der Bus abfährt, bleibt noch Zeit, den direkt in Kenmare gelegenen Steinkreis näher anzuschauen. Ihn finden wir nicht so toll, weil er von englischem Golfrasen und kleinen Zäunen umgeben ist. Also nicht gerade "naturbelassen". Da bevorzugen wir doch eher das nächste Café und schauen in die Sonne. - Und auf die Familienbande aus Leeds, die an uns vorüber watschelt. Irland ist halt doch ein Dorf.
Außergewöhnlich viele Biker treffen wir. Zum Glück nimmt keiner von ihnen den selben Bus. Dafür wäre der Kofferraum von Bus Eirienn dann wohl doch etwas zu klein. Zufrieden fahren wir durch die Landschaft. 
In Killarney angekommen nisten wir uns im Railway Hostel ein. War naheliegend, direkt neben der Bahn- und Busstation. Da wir ja ausgeruht genug sind, fahren wir noch mit den Rädern zur St. Mary's Cathedral und weiter durch einen weitläufigen Park zum Ross Castle, malerisch am See gelegen und teilweise wieder restauriert. Hier ist auch der Anleger für die beliebten Bootsfahrten.
Abends ist der O'Conners Pub natürlich Pflicht.
Es folgen drei Tolle Tage in Killareny - nicht weil die Stadt so toll wäre oder weil wir Ansammlungen von pauschalen Bustouristen so mögen, sondern weil die Gegend einiges zu bieten hat.
H
Railway Hostel JJJJ

9. Tag: Killarney
Schon morgens ist keine Wolke am Himmel. Die Sonne scheint. Wir fahren mit den Fahrrädern zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, die zum "Devil's Punch Bowl", einem Bergsee, führt. Das sind schon mal 10km hin und 10km zurück. 
Wir wandern durch hohes Gras und Heidekraut, teilweise wegloses Gelände. Je höher wir kommen, umso schöner wird die Aussicht. Später sind wir von Nebel umgeben, es wird kälter und feucht. Nur die weit verstreut grasenden Schafe hört man jetzt sehr deutlich blöken. Bei einer kurzen Rast am Rande des klaren Bergsees werden wir von Minimücken überfallen. Das halbe Pausenbrot noch in der Hand gehen wir den steilen Anstieg rund um den Bergsee hoch. Als wir oben sind, werden wir noch mal mit einem super Ausblick belohnt. Der Nebel hat sich verzogen und der Bergsee strahlt unter uns blau und es gibt eine Panoramasicht bis weit über Killarney hinaus. Gut gelaunt stapfen wir wieder abwärts. Wir witzeln und begegnen einem Schweizer, der auch mit diesen ekelhaften Mücken übersät ist. Nach kurzem small talk flüchten wir schnell vor diesem Bienenkorb. Der Abstieg geht recht schnell und wir fahren mit den Rädern weiter zur Muckross Abbey, einem mittelalterlichem Kloster, das zwar gebrandschatzt wurde, aber noch recht gut erhalten ist. Ein interessanter Ort. Krähen umkreisen die Ruinen, schaurig-schöne Stimmung. Man kann sogar in das erste Stockwerk steigen und die Umgebung oder den Innenhof von dort aus ansehen.
Abends im Hostel treffen wir auch wieder "unseren" Schweizer. Um 21.00h geht's noch ins Kino. "The Thomas Crown Affair" mit Pierce Brosnan. Der wird wohl in Deutschland erst in einigen Wochen anlaufen.
H
Railway Hostel JJJJ

10. Tag: Killarney
Immernoch in Killarney. Diesmal bewölkter Himmel. Der Lonely Planet sagt, dass man eine tolle Radtour durch das Gap of Dunloe - einem tief in die Felsen eingeschnittenen Tal und zurück mit dem Boot über alle drei in der nähe gelegenen Seen machen kann. Genau das tun wir auch. Allerdings statt über den See geht es durch den Wald über Stock und Stein zurück. - Eine eher für Mountainbikes geeignete Strecke.
Doch erst mal zum Gap of Dunloe. Am Anfang steht Kate Kearney's Cottage. Dort soll es leckeres Essen und Snacks geben. Aber bei den Auto- und Busmassen davor vergeht jeglicher Hunger ziemlich schnell wieder... Wir fahren direkt ins Gap rein und werden überrascht von einigen Pferdewagen, Touri-Autos und Fußgängern. - Gut, dass schon Nachsaison ist! Wir fahren vorbei an hohen Bergen, grünen Wiesen, z.T. verlassenen Häusern und immer am Bach entlang.
Zum Schluss wird es noch richtig steil und wir sind froh, ohne Gepäck gefahren zu sein. Die Mühe wird belohnt, als uns oben auf dem Hügel eine Wandergruppe frenetisch zujubelt und wir über eine längere Strecke wieder talabwärts fahren können.
Am Lord Brandon Cottage legen wir erst mal eine Pause ein. Hey, hier sind auch wieder die wandernden Holländer, die wir schon vom Hostel in Castletownbere kennen.
Dann fahren wir auf dem Wanderpfad weiter, auf dem sie hierher gelaufen sind. Gleich am Anfang verfahren wir uns und der Pfad endet in einer buckeligen Feuchtwiese. Zurück auf dem richtigen Weg stellt sich dieser als sehr steinig heraus. Zum Teil führt er über schmale Bretterbrücken über Feuchtwiesen und das Rad muss auch schon mal getragen werden. Im Schritttempo geht es weiter. Absteigen, aufsteigen, Angst haben um sämtliche Schrauben und Schläuche. Noch ein letztes Stück durch Waldgebiet und wir treffen auf die Hauptstraße Richtung Killarney. Es beginnt zu nieseln und wir merken recht schnell, dass die Strecke ein Teil des Ring of Kerry ist, da wir ständig von Reisebussen überholt werden.
Abends im Hostel treffen wir wieder auf den Schweizer (heißt übrigens Nicolin), den wir einladen, uns auf unserer für morgen geplanten Bergtour zu begleiten. Den Abend verbringen wir wieder mal im Pub.
H
Railway Hostel JJJJ

11. Tag: Killarney
Heute heißt es wieder früh aufstehen, denn es geht auf den mit 1041m höchsten Berg Irlands, auf den Carrantuohill Mountain. Das gälische Wort lasse ich jetzt lieber weg. *grins*
Da Nicolin kein Fahrrad dabei hat, fahren wir erst mal zum Fahrradverleih, wo sich der Verleiher wundert, dass sonntags morgens schon so viele Leute (wir sind nicht die Einzigen) vor seiner Tür warten. Wir trampeln also gemütlich die 20km bis zum Ausgangspunkt der Tour. Die Einfahrt zum Gap of Dunloe, wo wir ja gestern schon waren, lassen wir links liegen und prompt überholen uns wesentlich weniger Touri-Mietwagen. Wie auch bei der letzten Wanderung schaffen wir die ersten Höhenmeter mit dem Fahrrad. Aber es bleiben immer noch 870m übrig. Wir parken die Räder am Ausgangspunkt.
Eine weile geht es durch Schafweiden hügelaufwärts. Dann langezeit geradeaus auf einem breiten, teilweise mit Schotter bedeckten Weg. Die Sonne scheint wieder. Der Weg wird schmaler und wandelt sich in einen nun kaum noch zu erkennenden Pfad. Links von uns liegen zwei kleinere Bergseen, die blau in der Sonne glitzern. Zum Ende des Tals hin treten die steilen Berghänge eng aneinander und es wird eine mit Felsgestein übersäte Rinne erkennbar. Durch diese Rinne müssen wir steil aufwärts kraxeln und es ist gut vorstellbar, dass hier nach starken Regenfällen wohl eher ein Wasserfall denn ein Weg ist. Nach der Anstrengung stehen wir auf einem Hochplateau, auf dem - wie immer - Schafe grasen. Wir wenden uns nach rechts, weiter hangaufwärts. Der Weg, der immer mehr von Gras in Steine übergeht, ist durch Steinmännchen markiert. Die meiste Zeit sind wir nun von Nebel eingehüllt und es ist merklich kälter geworden. Endlich ist der Gipfel erreicht und wir machen erst mal eine ausgiebige Pause und genießen die Aussicht über, wie wir meinen, halb Irland. Bevor es an den Rückweg geht noch das obligatorische Erinnerungsfoto vor dem Gipfelkreuz. Abends fahren wir dann noch mal am See entlang und kaufen für ein gutes Abendessen ein. Das hatten wir uns heute richtig verdient. Die Verkäuferin freut sich darüber, das ich passend bezahle und sagt: "Oh! Lovely!" Da merke ich wieder, dass die Mentalitäten doch verschieden sind.

H Railway Hostel JJJJ

12. Tag: Killarney b Castlemaine b Anascaul
Heute wollen wir eigentlich Killarney verlassen, aber es regnet und wir haben überhaupt keinen Trieb, in die Pedale zu treten. Deshalb suchen wir zuerst einmal ein Internetcafé auf, um die anstehende Post zu erledigen. Aber leider wird auch nach aggressivem Zuwarten das Wetter nicht besser. Das irische Wetter lässt uns im Stich. Gegen Mittag fassen wir den Entschluss: jetzt oder nie. Auf geht's! Voll eingepackt in Regenzeug fahren wir gegen Milltown. Stumm trampeln wir eisern hintereinander her. Der Regen lässt nicht nach. Das Wasser steht trotz Regenschutz in den Schuhen. In Castlemaine springen wir noch schnell in den Supermarkt, um die Abendmahlzeit zu sichern. Beim Bezahlen ernten wir einen mitleidigen Blick, zu mal wir auch eine Pfütze hinterlassen. Eigentlich wollten wir 6km nach Castlemaine in ein vegetarisches Hostel einkehren, aber irgendwie liefen die Räder dann doch ganz gut und der Regen lässt auch nach. Also weiter, weiter, weiter! In Anascaul fahren wir die Fuchsia Lodge an. Sie liegt 3km außerhalb. Noch einmal mit aller Kraft in die Pedale den Berg rauf und dann angekommen.
Wir sind total nass, durchgefroren und hungrig. Nach einer heißen Dusche sieht alles schon wieder ganz anders aus. Unser Zimmer ist super. Als wir in die Küche kommen, fühlen wir uns ein bisschen einsam. Wir sind ganz allein. Später kommen noch einige wenige Gäste dazu. Es wird kalt abends, und der Hausherr heizt das Wohnzimmer ein. Wir entschließen uns, doch noch mal bergab zu rollen, um ein Guiness zu trinken. ... und das war goldrichtig! Im South-Pole Inn gab es nämlich irische live-Musik und ganz spontan setzte sich eine Besucherin dazu und gemeinsam haben sie irische Melankolie verbreitet. Übrigens heißt die Kneipe South-Pole Inn, weil Tom Crean, Bürger von Anascaul, mit Scott den Südpool als Erster erreichen wollte. In zahlreichen Bildern wird die Expedition beschrieben. Den Berg wieder rauf war übrigens kein  Problem. Man mag vermuten, dass dies an dem guten Bier lag. 
H
Fuchsia Lodge Hostel JJJ

13. Tag: Anascaul b Dingle
Nach einem gutem Frühstück geht es wieder auf die Räder. Wir radeln schnurstracks weiter nach Dingle. Die Tour hat mir nicht so gut gefallen. Landschaftlich war sie nicht besonders schön und uns haben viele LKW´s überholt. Wer die Straßen in Irland kennt (schmal und holperig), weiß, dass man als Radfahrer dann nichts mehr zu lachen hat. Um so besser, als wir am Ziel angekommen sind. Wir schauen uns erst mal in der Stadt um. Sie gefällt uns sehr gut. Wir holen uns direkt Karten für eine Theatervorstellung am Abend. Um die Delphinattraktion (Funghie the delphin) haben wir uns nicht so sehr gekümmert - aber das bevorstehende Musikfestival hätte uns schon sehr interessiert, nur hätte das den Aufenthalt in Dingle um ein paar Tage verlängert und wir haben uns halt dagegen entschieden, teure Konzertkarten zu erstehen (wie z.B. von Altan). Dann suchen wir ein Quartier für die Nacht. Im Lonely Planet ist eine super "Bleibe"  beschrieben (Grapevine Hostel) - aber leider- keine Chance. Alles belegt! Schließlich kommen wir im Rainbowhostel unter. Dieses macht rein optisch auch einen sehr guten Eindruck. Freakig - aber leider auch freakig dreckig, wie sich später herausstellt. Zelten ist auf dem hauseigenem Rasen auch möglich und billiger - wir entscheiden uns aber trotzdem für das Bett - und das war im nachhinein auch genau richtig. aber dazu später! Nachdem wir uns also ein wenig eingerichtet haben (die Fahrradtaschen im ganzen Zimmer verteilt und die noch z.T. feuchten Kleidungsstücke in den Wind gehängt haben), sind wir wieder in Richtung Stadt gefahren und haben unser Abendbrotpicknik in einem Klostergarten abgehalten. Nach dem Theaterstück, von dem ich nur die Hälfte verstanden habe, haben wir den Weg in die Gastronomie gesucht. Der empfohlene Pup aus dem Reiseführer entpuppte sich als schon herumgesprochener Touri-Tipp ("O´Flaherty´s near the roundabout"). Deshalb sind wir schon recht früh wieder zurück in unserem hostel.  In der Nacht ziehen Wolken auf, es wir windig und regnet ganz einfach cats and dogs. 
Rainbow Hostel JJJJ

14. Tag: b Slea Head Drive 
Schon vor dem Aufstehen vernehmen wir das Trommeln des Regens. Nach einem Blick durchs Fenster ziehen wir uns noch mal die Decke über den Kopf. Auf dem Flur herrscht Chaos. Sämtliche Camper sind vor Sturm und Regen ins Haus geflüchtet und versuchen ihre Sachen so gut wie möglich wieder zu trocknen. Die riesengroße Küche (Achtung keine Ironie!) ist voll gestopft mit Schülern aus einem deutschen Abiturjahrgang. Dementsprechend laut ist der Geräuschpegel. Nachdem wir stumm unser Müsli gefuttert, einen Waldfruchttee geschlürft (Waldfruchttee gehört übrigens zu einer jeden Irlandreise) und in einige verklärte Gesichter, aus denen Love- Peace- Happyness-Gequatsche kam, gesehen hatten, fällt uns nichts besseres ein, als noch mal ein "Schläferstündchen" einzulegen. Gegen Mittag klart das Wetter auf. Es ist zwar sehr windig, aber sonnig. Der Grund für uns, doch noch mal aus dem Bett zu steigen. Kleiner Imbiss und auf die Räder los.  
Wir fahren fahren den Slea Head Drive im Uhrzeigersinn. Da müssen wir ganz schön strampeln. Diesmal haben wir zwar kein Gepäck, aber Gegenwind. Der erste Anlaufpunkt ist das das Dunbeg Fort, eine prähistorische Burgruine.
Gleich dahinter liegen ein paar Beehive Huts: Bienenkorbförmige Steinhäuser aus uralten Zeiten (Stony oder so - hat unser Reiseführer nicht hergegeben). Das war sehr interessant. Aber weiter geht's, es gibt noch mehr zu sehen.
Als wir dem Slea Head entgegen fahren bietet sich eine super Aussicht auf die Blasket Islands. Wenn es nicht so windig gewesen wäre, und die Fähre ihre Tätigkeit  nicht eingestellt hätte, wäre ich noch auf die Idee gekommen, eine Nacht dort zu verbringen. Schade!  
Weiter geht's an schroffer und steiniger Küste entlang, bis wir wieder landeinwärts fahren: Zur Kilmalkedar Church, einer Ansammlung von Gebäuden einer religiösen Gemeinschaft des 12. Jahrhunderts. Gebäude sind etwas übertrieben, es handelt sich wohl eher um Steinformationen oder -haufen.
Langsam wird's Zeit, dass wir das Gallarus Oratory erreichen. Es wird schon dunkel und vor allem kalt. Wir haben das Glück, die letzte Filmvorstellung des Tages mitzubekommen. 
Hügel rauf, Hügel runter und Dingle ist wieder in Sicht.  
H
Rainbow Hostel J

15. Tag: Dingle b Connor Pass b Ballyduff b Tralee
Direkt nach dem Frühstück geht es an die steilste Etappe des Tages. Gleich nach dem nordöstlichen Ortsausgang von Dingle beginnt die Connor-Pass-Straße, die sich bis in 456m Höhe windet und damit die höchste Irlands ist. Wir trampeln mehr oder weniger gemütlich eine Stunde lang bergauf. Wenn man sich zwischendurch umsieht, entdeckt man Dingle und Dingle Harbour immer wieder aus einer anderen Perspektive. Zur Nordseite türmen sich die Höhen des Mt. Brandon auf.
Wir werden zwischendurch von einem rennradfahrenden Ir(r)en überholt, der, so scheint es, diese Strecke jeden Tag vor dem Frühstück fährt. Er grüßt freundlich und ist wenig später hinter der nächsten Wegbiegung verschwunden. Nach zwanzig Minuten, wir haben gerade mal die halbe Strecke geschafft, taucht er laut schreiend und winkend auf der anderen Straßenseite wieder auf und rauscht an uns vorbei Richtung Dingle. - Er hätte wenigstens schon mal eine Radtasche mitnehmen und sie auf dem Parkplatz des Aussichtspunktes an der höchsten Stelle des Passes deponieren können. Aber irgendwann kommen wir auch an dem Aussichtspunkt an und genehmigen uns erst mal ein zweites Frühstück. Mitleidig schaut uns eine Frau an und fragt: "What was it like?" Und wir zitieren wie aus einem Munde den Werbespruch von unserer Müslipackung: "Not to heavy, not to light, JUST RIGHT!" Da müssen wir alle Lachen. Von nun an werden wir diesen Spruch auf unserer Reise nicht mehr los.  Recht zügig steigen wir wieder auf die Räder. Es ist kalt und windig. Wir nehmen die Abfahrt Richtung Ballyduff. Aber wenn schon, denn schon, so schnell wie unser radelnder Gegenverkehr auf dem Hinweg sind wir allemal. Bei 70km/h fangen die Lowrider jedenfalls irgendwann an zu flattern. Vorsicht ist geboten, die Straßen sind schlecht (Schlaglöcher, Unebenheiten, Steine). Der Fahrradhelm ist hier Pflicht.
Wir lassen Ballyduff links liegen und die Fahrt geht jetzt weniger schnell immer auf der Küstenstraße weiter nach Tralee. Einen Kilometer südwestlich vor Tralee sind auch schon die sightseeing-Höhepunkte der Stadt erreicht. Die kleine Dampflok-Schmalspurbahn sehen wir gerade noch von hinten aus dem Bahnhof heraus Richtung Tralee dampfen, so dass wir uns direkt der historischen Blennerville-Windmühle zuwenden. Blennerville war einst die Hafenstadt von Tralee. Die Mühle ist wieder aufgebaut worden und kann besichtigt werden. Das eingebaute Museum gibt nicht nur Auskunft über die Mühle selbst, sondern auch über die Auswanderungswelle während der Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Wir fahren weiter in die City. Eigentlich hatten wir eine größere Stadt erwartet, mit pulsierendem Leben. Tralee ist schließlich die Bezirkshauptstadt und hier wird die Rose of Tralee gewählt. Wir haben Tralee aber eher als eine schläfrige Kleinstadt erlebt und keinen Grund gesehen unseren Aufenthalt zu verlängern. 
Hostel JJ

16. Tag: Tralee b Rattoo Round Tower b Tarbert o Money Point v Milltown Malbay v Liscannor 
Bereits recht früh brechen wir wieder auf. Wir fahren über unspektakuläre Nebenstraßen, die meist durch Kuhwiesen führen. Zwischendurch schauen wir noch eine Kirchenruine an, die vom obligatorischen Friedhof umsäumt wird. Vormittags erreichen wir dann mein (Renés) Lieblings-Gebäude der Tour: Den Rattoo Round Tower. - Der einzig komplett erhaltene Rundturm im County Kerry. Aber außer dem Turm sind darum herum nur Kirchenruinen aus dem 15. Jahrhundert übrig.
Wir radeln weiter, bis wir am frühren Nachmittag die Tarbert-Fähre erreichen. Von hier kreuzt eine Fähre über den Shannon. - Eine gute Möglichkeit, den Umweg über Limerick zu vermeiden, falls man sich nicht gerade dort ins Großstadtgetümmel stürzen will. Erst mal tun wir uns die Ruhe an und essen noch ein Tütensüppchen zum Mittagessen, bevor wir auf die Fähre rollen. Wir parken die Räder und steigen auf das kleine Oberdeck. Dort kommt komischerweise kein Ticketverkäufer vorbei. Also halten wir es ganz nach Chris de Burgh: "Don't pay the ferryman!" Während der Überfahrt schauen wir im Hostel-Guide nach und bemerken, dass es in oder um Money Point, dem Ziel der Fährfahrt am anderen Ufer, keine passende, günstige Unterkunft gibt. Also fällen wir den Entschluss, noch mit dem Bus bis kurz vor das südliche Ende der Cliffs of Moher weiterzufahren, nämlich nach Liscannor. Da wir schon lange geradelt sind, haben wir uns das auch verdient. 
In dem kleinen Fischerstädtchen quartieren wir uns im Liscannor Village Hostel ein, einem zwar großen aber nicht sehr gemütlichem Hostel. Und Abends geht's noch, na, wohin wohl?, klar, in den Pub.
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Liscannor Village Hostel JJ

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St. Mary's Cathedral, von 1842-55 gebaut, diente sie während der Hungersnot als Zufluchtsstätte für die Verzweifelten.

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Devil's Punch Bowl

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Muckross Abbey - Umgeben von hohen Bäumen und dem obligatorischen Friedhof mit den alten Steinkreuzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schräg über uns können wir den Gipfel des Carrantuohill erkennen, wenn er nicht gerade von Nebelschwaden eingehüllt ist. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Einer von unzähligen Pubs in Dingle.

 

 

 

 

 

 

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Der Slea Head Drive erwartet uns.

 

 

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Das 1800 Jahre alte Gebetshaus "Gallarus Oratory"  ist gut erhalten.

 

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Was für "Horse Caravans" schon unsafe ist, ist für Radler auch nicht weniger steil. Immerhin ist der Connor-Paß die höchste Paßstraße Irlands.

 

 

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Zwischen 1891 und 1953 verkehrte diese Bahn zwischen Tralee und Dingle.Windmühle Tralee.jpg (57699 Byte)
Die alte Weizenmühle wurde 1800 gebaut und bereits 1880 nicht mehr genutzt.

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Die einzigen Fenster des Rundturms zeigen exat in die vier Himmelsrichtungen. Im 9. und 10. Jahrhundert befand sich hier eine wichtige Klosteranlage. 

Fähre Tarbert.jpg (71065 Byte)
Don't pay the ferryman!

 

3. September
County Clare