Ein Opel Blitz 3t S Abschleppwagen im Maßstab 1:43


Der Blitz 3t S Abschleppwagen

Der aus einem Blitz 3t S der Wehrmacht umgebaute Abschleppwagen im Maßstab 1:43.


Der Umbau: Blitz 3t S Abschleppwagen
Das Basismodell: Victoria, Opel Blitz 3t S; Art.Nr. R019
Der / Die Teilespender: -
Der Schwierigkeitsgrad:
Das Baujahr: 2009

Ein Opel Blitz 3t S Abschleppwagen im Maßstab 1:43

Allgemeines zum Vorbild und zum Modell :
Den Opel Blitz 3 Tonner Standard dürfte wohl jeder kennen. Besonders bekannt wurde der ab 1936 gefertigte leichte LKW auch durch die Verwendung in der Deutschen Wehrmacht. Ab 1944 wurde der Opel auch als erzwungener Lizenz-Bau bei Mercedes-Benz gefertigt. Der Blitz 3t S war auch noch nach dem Krieg bei vielen Fuhrunternehmen und Lieferanten im Einsatz. Der Wagen war mit verschiedenen Radständen und auch als Niederrahmenfahrgestell, z.B. für Omnibusse, zu bekommen.
Im Maßstab 1:43 wird der Blitz 3t S von Schuco in zahlreichen zivilen Farbvarianten und Ausführungen angeboten. Ein weiteres Modell wurde einst durch die Vitesse-Tochter Victoria gefertigt. Dabei handelte es sich um einen Militär-LKW der Wehrmacht in verschiedenen Ausführungen (Pritsche/Plane) und Tarnanstrichen. Zivile 3t S wurden unter dem ebenfalls zu Vitesse gehörenden Label City angeboten. Mit dem Ende der alten Vitesse-Gruppe gelangten die Militär-LKW in das Programm von Sunstar. Heute ist ein Blitz 3 Tonner in Wehrmachts-Lackierung von De Agostini recht häufig im Angebot. Das Modell ist in der Regel bei den Internet Auktionsplattformen mit den vier Buchstaben günstig erhältlich.
Mein Abschleppwagen hat kein konkretes Vorbild. Ich orientierte mich beim Bau an verschiedenen anderen Vorbildern. Das Basis-Modell war in meiner Sammlung bereits seit einigen Jahren vorhanden. Wie der Blitz vor dem Umbau ausgesehen hat, ist hier zu sehen.
Für viele Lackierarbeiten wurden die Enamel-Farben von Revell verwendet. Darauf beziehen sich die eventuell genannten Farbnummern.

Der Blitz 3t S Abschleppwagen Der Blitz 3t S Abschleppwagen

Das zerlegen :
Die Gußteile vom Führerhaus und vom Rahmen (mit den vorderen Kotflügeln) sind miteinander verschraubt. Alle anderen Teile sind aus Kunststoff gefertigt und mit den Metallteilen verleimt. Die Klebestellen halten in der Regel nicht besonders gut. Die einzelnen Bauteile ließen sich also relativ leicht lösen. Bruch gab es nicht. Die Felgen konnten einseitig problemlos von den Achsen abgezogen werden.
Da mein Wagen vollständig neu lackiert wurde, mussten alle Anbauteile auch tatsächlich komplett demontiert werden. Die beiden Gußteile wurden in Nitroverdünnung entlackt. Die Plastikteile wurden nach dem Wiedereinbau einfach überlackiert.
Die geteilte Bauweise der Gußteile ermöglichte eine schmucke Zweifarben-Lackierung ohne aufwendige Abklebe-Arbeiten.

Arbeiten am Fahrgestell :
Gerne hätte Ich die frühen Sechs-Loch Felgen gegen die später verwendeten Acht-Loch Felgen ausgetauscht. Allerdings sind derartige Räder im Maßstab 1:43 schwer oder gar nicht zu bekommen. Die alten Felgen von Victoria mussten etwas überarbeitet werden. Die Reifen wurden abgezogen und die grauen Bereiche der Felgen wurden anschließend mit Feuerrot Nr.31 lackiert. Die offenen Innenseiten der Felgen wurden mit rot lackierten Unterlegscheiben verschlossen. Die blanken Achsen wurden mit Schwarz Seidenmatt Nr.302 bemalt.
Das Rahmenheck wurde um 9 mm gekürzt. Die Pritschenquerträger am Fahrgestell wurden ebenfalls etwas verkürzt. Die Öffnung vom Notek-Tarnscheinwerfer wurde mit Stabilit-Express verfüllt und verschliffen. Die Tarnblenden der Frontscheinwerfer wurden mit einem kleinen Schraubendreher aus den Lampenkörpern herausgehebelt. Für den rechten Peilstab wurde eine neue Bohrung im Kotflügel erstellt. Die Stäbe wurden aus Draht abgelängt und eingeklebt.
Das einfache Zugmaul unter der Stoßstange wurde aus Blech gebogen, gebohrt und angeleimt. Der aus Draht gebogene Splint kann herausgezogen werden. An den Kanten der Trittbretter wurden Messing-Winkelprofile angeklebt.
Der gesamte Fahrgestellrahmen wurde anschließend per Sprühdose glänzend Schwarz lackiert. Die Ölwanne wurde später eisenfarbig angestrichen, der Boden vom Führerhaus wurde mittelgrau abgesetzt. Der kleine vordere Staukasten erhielt einen gelben Anstrich. Der auf dem rechten Trittbrett angeleimte Wagenheber wurde Dunkelgrau lackiert.
Die Lampentöpfe der Scheinwerfer wurden mit Silber Nr.90 behandelt. Die Gläser stammen aus meiner Teilekiste. Von welchem Spendermodell genau? Gute Frage! Für die vorderen Blinkleuchten wurde der Anguß der Rundumleuchte genutzt.
Der rot / weiße Warnanstrich auf der vorderen Stoßstange wurde per Decal aufgebracht.

Die Gußteile im Rohbau

Das Bild : Das überarbeitete Führerhaus und der Fahrgestellrahmen vor der Lackierung. Die aus Kunststoff gefertigten Federpakete und Achsen sind am Rahmen bereits wieder montiert. Der Rahmen wurde jedoch noch nicht gekürzt.


Arbeiten an der Inneneinrichtung und am Führerhaus :
Am Führerhaus wurden alle Teile vollständig entfernt. Die vier Löcher der Schanzwerkzeuge in den Motorhauben wurden mit Stabilit-Express verschlossen und verschliffen. Für die bislang fehlenden Scheibenwischer, für den rechten Außenspiegel und für die Antenne wurden neue Löcher gebohrt.
Die beiden Außenspiegel bekamen Halter aus Draht. Die runden Spiegelkörper stammen vom Basismodell. Die Blaugraue Außenlackierung der Kabine wurde mit einer Sprühdose aufgetragen. Der Innenraum wurde später per Pinsel mattgrau lackiert.
Die Sitzbank wurde mittelbraun angestrichen. Die Kühlermaske wurde mit Chromfarbe von Auto-K lackiert. Auf ein wenig "Chrom"schmuck konnte Ich einfach nicht verzichten . Die Kühlerfigur wurde mit Silber Nr.90 abgesetzt.
Die Antenne wurde aus 0,3 mm Edelstahldraht abgelängt. Die vorgefertigte Rundumleuchte wurde in der ehemaligen Bohrung des Anhängerdreiecks eingeklebt. Der zweiteilige Sockel wurde aus einer Kugelschreibermine im Eigenbau gefertigt. Der mitgelieferte Sockel der Leuchte wurde nicht verwendet. Die Scheibenwischer stammen aus einem 1:35 Ätzteilbogen von Eduard. Die Wischer blieben beim Bau meines Sd.Kfz. 10/5 übrig.
Die senkrechten Streben der Ausstellfenster wurden aus vorlackiertem Draht abgelängt und mit glänzendem Klarlack in den Öffnungen der Seitenfenster eingeklebt.
Ein Überbleibsel aus der Wehrmachtszeit ist der an der Fenstersäule beim Fahrer angebrachte Suchscheinwerfer. Ich habe die Lampe wieder montiert.

Der Blitz 3t S Abschleppwagen

Der neue Aufbau :
Fast der gesamte Aufbau wurde im Eigenbau erstellt. Einige wenige Teile konnten aus dem 1:35 Militärzubehör genutzt werden.
Für die Grundplatte wurde die alte Pritsche genutzt. Die Bordwände wurden per Trennscheibe über der ersten Bretterfuge, von unten gezählt, abgeschnitten und überschliffen. Anschließend wurde die Bodenplatte an der zum Führerhaus gerichteten Seite um 18 mm verkürzt.
Die beiden Staukästen an der Unterseite wurden entfernt. Die neue Heckplatte wurde aus einer Plastikplatte ausgeschnitten. Das hintere Zugmaul wurde wieder aus Blech angefertigt. Der Splint kann herausgezogen werden.
Die so vorbereitete Plattform wurde per Sprühdose vollständig im blaugrauen Farbton des Führerhauses lackiert. Die rot / weißen Warnanstriche am Heck wurden per Decal aufgetragen und mit Klarlack gesichert. Die Rückleuchten wurden von Gußästen abgetrennt. Diese runden Scheiben wurden dann mit diversen Revell-Farben coloriert.
Der hintere Halter für das abzuschleppende Fahrzeug wurde aus Plastikresten gebaut und per Pinsel lackiert.
Der gesamte Galgen für das Seil wurde aus Gußästen und Plastikstreifen zusammengeklebt. Das Windengehäuse stammt aus der Bastelkiste, die Handkurbel wurde aus Draht gebogen. Als Seil dient schwarzer Zwirn der eisenfarbig angestrichen wurde. Der Kranhaken wurde einem Opel Blitz Bausatz von Italeri entnommen. Nach dem auftragen der roten Lackierung wurde die so vorgefertigte Baugruppe auf der lackierten Pritsche aufgeklebt.
Am Galgen wurde noch ein Scheinwerfer montiert. Die Lampe wurde aus dem Frontscheinwerfer eines Mercedes-Benz 190 SL von Hongwell umgearbeitet. Ein Griff und ein Halter wurden aus 0,3 mm Draht gebaut, als Zuleitung wurde schwarz lackierte Kupferlitze verwendet. Der Lampenkörper wurde ebenfalls schwarz lackiert.

Der Blitz 3t S Abschleppwagen

Den gelb lackierten großen Werkzeugkasten spendete die Kiste für das 1:35 Militärzubehör. Die beiden unterhalb der Ladefläche angebrachten Staukästen gehörten mal zu einem 3 Tonner 1:35 Militär-Blitz von Italeri. Beide Staukästen wurden ebenfalls gelb lackiert, die Schlösser wurden Eisen- und Messingfarbig abgesetzt.
Der einst unter der Pritsche auf dem Rahmen befindliche Reservereifen wird jetzt am großen Werkzeugkasten auf der Pritsche gelagert. Als "Halter" dient ein Stück gelb lackiertes Blech. In der Felge des Reservereifens wurden noch die Radmuttern durchbohrt.
Ein Feuerlöscher wurde aus einem Stück Gußast und etwas Draht angefertigt. Die Plexiglashaube zur Abdeckung des Löschers wurde auf dünnem Cellon aufgezeichnet, ausgeschnitten, gebogen und über dem Löscher aufgeleimt.
Die beiden Abschleppstangen wurden aus zwei Drahtstücken abgelängt. Der rot / weiße Anstrich wurde per Pinsel aufgebracht. Als Halterungen auf der Arbeitsfläche dienen je zwei im Boden passend eingeleimte Drahtstücke.

Sonstiges:
Die Nummernschilder stammen aus einem Decalbogen von TL-Decals. Ich wählte zwei der schwarzen Kennzeichen aus der Besatzungszeit aus. Die Schiebebilder wurden auf kleine Bleche aufgebracht und mit etwas glänzendem Klarlack Nr.1 gesichert. Der Bogen mit den Schiebebildern, Art.Nr. 6402 "Deutsche Nummernschilder", beinhaltet auch einige Sätze der weißen Schilder. Einige der neuen Euro "H"-Nummern sind auch enthalten. Der Satz ist also universell für verschiedene Epochen nutzbar. Als Zugabe sind auch "D"-Schilder im Preis inbegriffen.
Die Firmenschilder an den Türen wurden auf dem PC erstellt.

Der Blitz 3t S Abschleppwagen

Das Fazit und die Kosten :
Ein eher etwas ungewöhnlicher Umbau der sehr viel Bastelspaß bereitete und der nicht teuer ist. Ob es so ein Auto tatsächlich mal gab? Keine Ahnung. Wohl eher nicht. Auf Vorbildfotos konnte also nicht zurückgegriffen werden. Zumindest nicht auf Bilder die einen derartigen Abschlepper auf der Basis eines Opel 3t S zeigen. Einige Fotos von diversen anderen Abschleppwagen sind im Netz zu finden.
Bei der Auswahl des Basismodells könnte man auch auf den Blitz 3t S von Schuco zurückgreifen. Allerdings sind die Modelle von Schuco i.d.R. erheblich teurer als die Wagen von Victoria, City, Sunstar oder De Agostini.
Das Basismodell von Victoria wurde bereits 2001 über eine Internet-Auktion bei ebay erworben. Wieviel Ich damals dafür bezahlt habe? Da lässt mich das Gedächtnis im Stich! Für die heute von De Agostini angebotenen Blitz 3t S müsste man etwa 10 - 14 Euro einplanen.
Die Farben und die Klebstoffe (Stabilit-Express, Sekundenkleber, Revell Contacta Plastikkleber) schlagen mit rund 25 - 30 Euro zu Buche. Wie immer gilt : sofern nicht sowieso schon vorhanden und wie weit man den Aufwand beim lackieren treiben will. Die paar noch zusätzlich benötigten Plastik-, Blech- und Drahtreste dürfte wohl jeder in seiner Bastelkiste finden.
Die zweiteilige Rundumleuchte kostete im April 2009 im Doppelpack 3,49 Euro zzgl. 0,60 Euro Versand. Erworben wurden die Leuchten im ebay-Shop von Kleinserienkits-Decals.
Der Decalbogen mit den Nummernschildern wurde direkt im Online-Shop des Herstellers TL-Decals für 9 Euro plus 2 Euro VK eingekauft. Dieser Bogen ist wirklich sehr empfehlenswert und für das gebotene auch relativ günstig erhältlich. Die Qualität ist sehr gut, die Verarbeitung war völlig problemlos.

Die Blitz 1,75 t und 3t S Abschleppwagen

Das Bild : Zwei Fahrzeuge meiner fiktiven Fa. Berger aus Hamburg. Links der Opel Blitz 1,75 t Abschleppwagen der aus einem Basis-Bausatz von Gollwitzer montiert wurde, rechts der auf dem Blitz 3t S Fahrgestell aufgebaute Wagen.



In der Fotogalerie gibt es noch zwei Fotos vom Blitz 3t S Abschleppwagen.


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