Etwas ganz allgemeines zu den Großserien-Bausätzen des Opel Blitz S, bzw. des Opel Maultier im Maßstab 1:35. Die Spritzgußbausätze stammen immer aus den gleichen Formen, egal welcher Hersteller den Karton anbietet. Ob Italeri, Revell oder Heller auf dem Karton steht, egal wie alt der Bausatz ist: Die Spritzgußteile sind fast immer die gleichen.
Einzige Ausnahme sind die Felgen für die Vorderachse. Bei älteren Bausätzen befinden sich gut gemachte 6-Loch Felgen an den Spritzlingen. Bei jüngeren Teilesätzen gibt es eher schlampig gemachte 8-Loch Felgen. Schlampig aus diesem Grund: Die Radmuttern müssten über den Speichen positioniert sein, nicht über den "Löchern". Ausserdem unterscheiden sich die Bausätze in den von den Anbietern beigelegten Decalbögen. Die Qualität reicht von "Sehr gut" (Italeri-Maultier Nr. 6221) bis "Grottenschlecht" (Heller Blitz S Nr. 81128).
Bei meinen Bausatzmontagen im Maßstab 1:35 werden immer mal wieder gewisse Teile im Eigenbau hergestellt. Die angebotenen Ätzteil- und Zurüstsätze, mit oder ohne Resinteile, können zum Teil einfach nicht überzeugen, bzw. sind für das gebotene schlicht und einfach zu teuer.
Wer einen separaten (Ätzteil-)Deckel für das Blitz-Handschuhfach benötigt, wird gleich mehrfach fündig (Eduard und Verlinden). So eine Klappe fällt ja auch sofort ins Auge, ist also auch wahnsinnig wichtig (Sarkasmus....). Einen eigentlich notwendigen Rahmen für die Frontscheibe sucht man heute allerdings vergebens. Ein uralter Ätzteilsatz von The Show Modelling bot dieses Teil.
Zu folgendem könnt Ihr hier etwas nachlesen:
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Die 6-Loch Felgen der Blitz S wurden später durch 8-Loch Felgen ersetzt. Die diversen Bausätze der Grossserien-Hersteller im Massstab 1:35 bieten lediglich eine komplette 6-Loch Ausstattung (ältere Teilesätze) oder eine 8-Loch (vorn) / 6-Loch (hinten) Aufteilung.
Aus Resin gefertigte, vollständige 6-Loch bzw. 8-Loch Rädersätze wurden und werden von mehreren Kleinserien-Herstellern angeboten. In den einzelnen Baubeschreibungen gibt es entsprechende Links zu diesen Herstellern. Ein aus Spritzguß gefertigter 8-Loch-Satz wurde von dem japanischen Hersteller The Show Modelling angeboten. Die eigentlichen Reifen konnten weniger überzeugen, dafür aber die separaten Radmuttern und die Innenteile für die Vorderräder und die Innenseiten der Räder.
Meine selbst gefertigte 8-Loch Ausstattung entstand aus den Teilen diverser Hersteller die nach und nach in der Teilekiste eingelagert wurden. Durch die Allradumbauten blieben zahlreiche 6-Loch Felgen aller Ausführungen inkl. Zubehör übrig.
Die Vorderräder sind aus Resin gefertigte, ehemalige Ersatzreifen von ADV/Azimut. Diese Reservereifen gab es beim Blitz A von Ironside, bzw. bei einem separat erworbenen 8-Loch Satz von Azimut dazu. Die notwendigen Innenteile und Radmuttern lieferte ein unvollständiger Spritzgusssatz von The Show Modelling. Die Naben und die rückseitigen "Deckel" stammen von Italeri. Die gab es ebenfalls beim Blitz A von Ironside dazu.
Die Hinterräder wurden aus 8-Loch Felgen von Italeri umgearbeitet. Die Radmuttern wurden bei allen Felgen abgefeilt. Die Naben für die äusseren Räder sowie die Radmuttern stammen wieder aus dem Satz von The Show Modelling. Diese Teile mussten logischerweise auf der ehemaligen Innenseite der Felge eingeleimt werden. Die Innenseite musste dazu mit Schleifpapier etwas überschliffen werden. Die äusseren Ringe wurden aus alten 6-Loch Teilen von Italeri angefertigt.
Die inneren Hinterräder sind normal montierte 8-Loch Bauteile. Statt der Nabe wurde ein Stück von einem Gussast eingeleimt. Damit können die inneren und äusseren Räder einfach miteinander verklebt werden.
Der Bausatz vom Italeri-Maultier Art.Nr.6221 wurde im Aptil und Mai 2004 vor Ort, also keine Versandkosten, für 10,90 Euro quasi verramscht. Da schlägt man natürlich zu.
Um aus einem Maultier einen Blitz 3t S mit normaler Hinterachse zu bauen, sind eigentlich nur wenige Teile erforderlich. Die Bastelkiste und verschiedene Basisbausätze lieferten die folgenden Teile:
Die Haupt- und Zusatzfedern wurden aus Plastiksheet, Kupferlitze und Kupferdraht gebaut. Die Böcke für die Zusatzfedern entstanden ebenfalls aus Plastikmaterial. Für die Kotflügel wurden noch vier kleine, rechteckige Haltebleche ausgeschnitten.
Der Werkzeughalter wird für die Spitzhacke benötigt (vorn auf dem Kotflügel). Der zweite Halter für dieses Werkzeug wird sowieso immer im Eigenbau angefertigt. Beim Maultier-Bausatz fehlt die Spitzhacke unverständlicher Weise. Die Halter sollten aber auf alle Fälle montiert werden.
Die hier gezeigten Teile werden bei fast jedem meiner Blitze eingebaut. Die Herstellung ist relativ unkompliziert, verbessert die Optik aber doch etwas. Ausser etwas Arbeit und Mühe kosten die Teile quasi wenig bis nichts.
Sofern kein Plastikkleber benutzt werden kann, wird Stabilit-Express Zwei-Komponentenkleber verwendet.
Die Scheibenrahmen
Die Rahmen für die Frontscheibe und die Rahmen für die angedeuteten Ausstellfenster in den Seitenscheiben werden aus 0,4 mm Kupfer-, Neusilber oder Messingdraht gebogen und verlötet. Als Maß zum Biegen dienen die jeweiligen Klarsichtteile für Front- und Seiten. Nach dem verlöten werden die Rahmen beidseitig mit 400er und 600er Schleifpapier flachgeschliffen. Das geht ziemlich auf die Fingerkuppen. Danach folgt eine einseitige Lackierung mit dem Pinsel, die spätere Klebeseite bleibt quasi blank.
Die Verklebung an den Modellen erfolgt mit Stabilit. Bei der Frontscheibe nach dem einleimen des "Glas"-Teils, bei den Seitenscheiben vor dem Einbau in die Türen. Die Seitenfenster werden also komplett vormontiert und schon vervollständigt in den Türen eingeklebt.
Die Scheibenwischer
Die Scheibenwischer entstehen aus dünner Kupferlitze. Die Litze wurde einfach aus dem 220V Anschlusskabel eines defekten Elektrogerätes gewonnen. Pro Wischer werden zwei der Drähte schräg miteinander verlötet und auf die richtige Länge geschnitten. Das einkleben dieser zierlichen, mattschwarz lackierten Teile erfolgt erst ganz zum Schluss in je einer Bohrung direkt vor dem Scheibenrahmen. Als Maß dienen die angespritzten Wischer auf der Scheibe. Die müssen nach dem anzeichnen der Bohrlöcher noch abgeschabt werden.
Die Peilstäbe
Die Peilstäbe werden aus reinen Stabilitätsgründen ersetzt. Die Bausatzteile sind extrem bruchgefährdet. Von den Bausatzteilen werden nur die unteren, dreieckförmigen Halter an den Kotflügeln angeklebt. Nach dem aushärten der Klebestelle wird ein 0,4 mm Loch von oben in den Übergang Halter / Kotflügel gebohrt.
Darin wird der neu angefertigte Stab mit Stabilit eingeleimt. Der Stab besteht lediglich aus einem Stück 0,4 mm Draht und einer Kugel die durch das eintauchen in Stabilit-Express quasi von selbst entsteht. Beim Vorbild wurden an der Spitze sowohl runde Metallscheiben als auch Kugeln verwendet.
Der Außenspiegel
Der Außenspiegel wird aus einem Stück 0,4 mm Draht und einem 1,5 mm breiten Blechstreifen gelötet. Die runde Form des Spiegels wird durch das Schleifen an einer Schleif- oder Trennscheibe der Minibohrmaschine erzielt.
An der Fahrertür wird ein winziges Stück Plastiksheet als Grundplatte angeklebt. Dieses Plastikstück und die Tür werden durchbohrt. In dieser Bohrung wird der neu gefertigte Spiegel eingeleimt.
Die Halter für Spaten und Spitzhacke
Die an der jeweiligen Führerhausseite gelegenen Halterungen für die beiden Werkzeuge werden duch Blechteile ersetzt.
Der Spatenhalter ist ein simpler, ca. 0,8 mm breiter Blechstreifen der der Blattbreite des Spatens entsprechend gebogen wird. Die Verklebung erfolgt mit Sekundenkleber. Die früheren Halter waren z.T. noch mit einem zusätzlichen waagerechten Blech ausgeführt. Das sieht dann aus wie ein liegendes T. Der am Spaten angespritzte Halter wird vollständig flach gefeilt und verschliffen.
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Der Halter für die Spitzhacke ist etwas aufwendiger. Ein zickzack-förmig gebogenes Blech, darauf ist eine Schlinge aus Kupferlitze in Form einer Acht aufgelötet. Die der seitlichen Motorklappe zugewandte Öse wird verdillt und durch die offene Öse gezogen. Ein unten eingelöteter Drahtstift dient lediglich zur sicheren Befestigung in einer Bohrung auf dem Kotflügel. |
Ein z.B. bei späten Maultieren angebrachter, vereinfachter Halter besteht lediglich aus einer nach oben und unten offenen Blechöse die unterhalb der Fenstersäule angebracht wurde. In diese Öse konnte die Hacke ganz einfach eingesteckt werden. |
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Die Türgriffe
Die angespritzten Türgriffe werden auf beiden Seiten mit einem scharfen Messer entfernt. Die neuen Griffe werden aus 0,3 mm Draht gebogen und in eine entsprechende Bohrung eingeleimt. Die Griffe beim Vorbild waren von rundlicher Form. Ätzteile sind dafür einfach zu flach, die muss man nicht haben. Da sind die Griffe aus Draht die bessere Wahl.
Die Sitzbank
Die Sitzbank ist viel zu niedrig und zudem auch noch unten, zum Tank hin, offen dargestellt. Die Beine der Bank werden so angefeilt das drei 5 mm breite Streifen Plastiksheet vorn und an den Seiten angeleimt werden können. Die Lehne wird in der Höhe um gute 1,5 mm gekürzt.
Die Pedalerie
Die im Fußraum des Fahrers angedeutete Pedalerie wird mit einem Fräser der Minibohrmaschine vorsichtig entfernt. Die neuen Pedale werden aus 0,3 mm Draht und etwas Blech angefertigt. Der Draht wird stumpf den ca. 1,5 - 1,8 mm breiten Blechstreifen aufgelötet. Die Pedale für Bremse und Kupplung werden nach dem löten auf etwa 2,5 mm Länge geschnitten, das Gaspedal ist ca. 3 - 3,5 mm lang. Alle Ecken werden mit einigen Feilstrichen etwas abgerundet.
Im Bodenblech werden neue Löcher gebohrt und die Pedale durchgesteckt. Auf der Motorraumseite werden die Teile verleimt.
Was fehlt: Die Kachelförmige Profilstruktur in den Fußräumen von Fahrer und Beifahrer. Dafür ist mir bislang noch nichts vernünftiges eingefallen....
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