| Zur Militärfahrzeug-Übersicht zurück |
Der echte, späte Blitz 3t S der aus einem MB L701 von Italeri umgebaut wurde.
Die wichtigsten Daten zum Basis-Bausatz:
![]() (Zum vergrössern bitte anklicken !) |
|
| TOP |
Diverse Ausrüstungsgegenstände der beiden im Karton befindlichen Figuren. |
| FLOP |
Einige grundlegende Details fehlen oder sind falsch. |
Allgemein:
Geplant war dieser Umbau nicht. Der von Italeri angebotene MB L701 ("später Blitz": hah, hah) wurde aufgrund des relativ günstigen Preises eigentlich als Teilespender erworben. Letztlich wurde der Bausatz dann doch, allerdings in wesentlich anderer Form montiert. Die Baubeschreibung bezieht sich fast immer explizit auf das umstricken dieses Basisbausatzes und der unbedingt notwendigen Verwendung diverser Teile aus der Bastelkiste. Es könnte auch ein normaler Blitz S von Italeri umgebaut werden. Allerdings sind dann einige andere Teile zu ersetzen.
Wie bereits beim schon gebauten "Blitz" mit dem Einheitsfahrerhaus erwähnt:
Das Vorbild des Italeri-Bausatzes ist eigentlich kein "richtiger" Opel Blitz. Der Blitz 3t S mit dem aus Spanplatten und auch Presspappe gefertigten Einheitsfahrerhaus wurde nur bei Mercedes-Benz als erzwungener Lizenzbau ab August 1944 gefertigt.
Um einen bei Opel etwa im Frühjahr / Sommer 1944 gefertigten Wagen darzustellen, musste das Führerhaus völlig umgebaut werden. Das Vorbild meines Wagens ist in dem Buch "Die Lastkraftwagen der Wehrmacht" von Reinhard Frank abgebildet (siehe: Literatur).
Die Räder aus dem Bausatz wurden durch Resin-Teile von Azimut ersetzt. Diverse Bauteile für das Führerhaus und die Pritsche wurden der Bastelkiste entnommen.
Für die Lackierung wurden die Farben von Revell genutzt, ein leichtes Washing erfolgte mit schwarzen und braunen Acrylfarben. Der "Staub" wurde mit der Airbrush und mit verschiedenen Kreiden aufgebracht.
Das Bild: Links ist das Fahrgestell des späten Blitz zu sehen. Über der Hinterachse wurden die oberen Federpakete mit den zusätzlichen Böcken nachgerüstet. Das hintere Rahmenheckblech wurde verkleinert. Der grosse Staukasten auf der Fahrerseite wurde nicht montiert.
Der Boden des Führerhauses entspricht dem "normalen" Blitz S. Der Boden des Einheitsfahrerhauses wurde nicht eingebaut. Der grau markierte Bereich an den Hauben musste glatt verschliffen werden. Das Armaturenbrett wurde an der Oberkante "angespachtelt". Die bei den frühen Versionen angebrachten Trittbretter wurden durch die im Bausatz enthaltene "Rohr"konstruktion ersetzt.
Das Fahrgestell:
Der Motor, der Kühler, der Auspuff und der Reservereifen wurden separat vorlackiert und erst nach der Farbgebung des Rahmens angeklebt. Die eigentlich falsche Sechsloch-Felge des Reservereifen aus dem Bausatz kann man getrost ignorieren. Nach dem aufkleben der Pritsche ist die nicht mehr zu sehen. Der Reservereifen von Azimut kam erstmal in die Teilekiste.
Am Rahmen wurde das rechteckige Heck umgebaut. Auf dem oberen Bild ist das deutlich zu sehen. Die schon erwähnten zusätzlichen Blattfederpakete an der Hinterachse stammen von der Protze des beim Blitz Küchenwagen genutzten Feldkochherd. Die Federn wurden in der Höhe etwas heruntergefeilt.
Der Wagen auf dem Vorbildfoto hat keinen großen Staukasten auf der Fahrerseite. Dieses Teil wird auch erstmal in der Bastelkiste eingelagert.
![]() |
Das Bild: Die unlackierten Resin-Räder aus dem Bausatz von ADV/Azimut, Art.Nr.35322 . Wenn Ihr auf das Bild klickt, wird das Foto vergrössert. |
Das im Bausatz enthaltene Zugmaul für die Wagenfront wurde vorn stumpf an den Rahmen geklebt.
Die neuen Räder mit Achtloch-Felgen stammen aus einem Umrüstsatz von ADV/Azimut. Ein Ersatz durch die Resinräder von Toro-Model oder die Felgen und Reifen von MR-Modellbau (Art.Nr. 35140) ist aber ebenfalls möglich.
Alle großen Baugruppen wurden mit der schon bekannten Mischung aus weißer Grundierung und Mattschwarz Nr.8 grundiert. Die Decklackierung erfolgte mit einer Mischung aus Sandgelb Nr.16, Afrikabraun Nr.17 und Lederbraun Nr.84 . Die Tarnflecken wurden aus aufgehelltem Schwarzgrün Nr.40 und Lederbraun Nr.84 aufgebracht. Mit diesem Mix wurden auch das Führerhaus und die Pritsche nach dem grundieren gebrusht.
Das Führerhaus und die Motorhaube:
Das Führerhaus und die Motorhaube wurden erheblich abgeändert. Die Bastelkiste spendete die Türen und das Rohbauteil für das umgestaltete Dach. Diese Teile blieben beim Bau des FlaK-Blitz A übrig.
Die Rückwand wurde aus Plastiksheet und Gussästen komplett scratch gebaut. Als Muster diente die Rückwand eines Bausatzes vom Italeri-Maultier Nr.6221 . Die gerundete Form der Seiten wurde mittels längs halbierten, angeleimten und überschliffenen Gussästen erzielt. Die Form der innen angeklebten "Profile" ist beim Afrika-Blitz A zu sehen. Statt eines Rückfensters wurde ein 2,5 mm Bullauge mittig eingearbeitet.
Die neue Rückwand und die Sitzbank aus dem Bausatz bilden eine Baugruppe. Die Sitzbank wurde mit einigen Streifen Plastik etwas erhöht, die Rückenlehne wurde etwas abgefeilt.
Im Gegensatz zu den frühen Blitzen, hatte das Führerhausdach der späteren Blech/Holz Mischbauweise eine wesentlich höhere Wölbung. Am Modell wurde dieser Effekt durch das aufkleben, verspachteln und verschleifen mehrerer Streifen und Lagen von Plastiksheet erzielt. Es hat einige Zeit gedauert bis die endgültige Form erreicht war. Zudem standen nur Fotos, jedoch keine Zeichnungen zur Verfügung. Ein gewisses "Auge" ist also schon erforderlich....
Da die Regenleisten über den Türen beim Feilen und Schleifen auf der Strecke blieben, wurden diese Leisten aus Kupferdraht neu angefertigt und mit Sekundenkleber angeleimt.
Der Führerhausboden ist im Basisbausatz enthalten, dieser musste durch leichtes überfeilen an den Motorvorbau angepasst werden.
![]() |
![]() |
Am Armaturenbrett wurde wieder eine Waffenhalterung aus 0,4 mm Kupferdraht eingeklebt. Darin befindet sich ein StuG 44 aus dem gern genutzten "Waffensatz Deutsche Infanterie", Art.Nr. 35111 von Tamiya. Der Basisbausatz lieferte die auf der Sitzbank abgelegte MPi 40 samt Magazintasche.
Etwas diffizil ist das überarbeiten der Klebestellen zwischen den Seitenteilen der Motorhauben und dem Haubendach. Über den Kiemen müssen sich die Übergänge von den Seiten zum Dach völlig glatt präsentieren. Die bei den frühen Wagen angebrachten Leisten an den Hauben gibt es bei den späten Versionen nicht mehr.
Ausserdem entfallen, sind nicht vorhanden oder werden nicht montiert:
Das vereinfachte Zugmaul für die Wagenfront ist im Basisbausatz enthalten. Die früher angebrachten, recht markanten, weit herausstehenden Abschlepphaken fehlen.
Die angespritzten Türgriffe wurden entfernt und aus 0,4 mm Kupferdraht neu angefertigt.
Die kleinen Hauptscheinwerfer entstanden aus Gußästen und wurden mit der Feile auf den Durchmesser der Tarnblenden verkleinert. Die Befestigungssockel wurden aus Plastiksheet und aus 0,4 mm Draht gebaut.
Wie üblich wurden zur besseren Detaillierung noch einige selbstgefertigte Teile montiert:
Die Pritsche und die Beladung:
Das als Vorbild dienende Bild zeigt bei der Pritsche quasi eine "Maultier"-Ausstattung. Der auf der Fahrerseite am Rahmen angebrachte Staukasten fehlt, dafür ist an dieser Stelle unter dem Pritschenboden eine kleine Kiste angebracht. Die stammt aus dem Basisbausatz, genauso wie die hinten angeklebte Kiste. Auf der Beifahrerseite wurden keine Behälter angebracht.
Der Basisbausatz beinhaltet nur die Bauteile um eine Hochbordpritsche zu bauen. Die bei meinem Wagen verwendeten Teile für die niederen Bordwände stammen vom Werkstatt-Maultier von Revell. In den Maultier-Bausätzen von Italeri und Revell sind immer Teile für beide Pritschen-Varianten enthalten.
Das Vorbildfoto zeigt auf der Fahrerseite einen zumindest einfachen Kanisterhalter. Allerdings wurde darin scheinbar der Wagenheber angerödelt. Mein Modell verfügt über einen Doppelhalter der aus Ätzteilen von Verlinden angefertigt wurde. Der mit "Stricken" (Zwirn) befestigte Wagenheber und der im zweiten Fach eingeklebte Kanister stammen ebenfalls aus dem Verlinden-Set. Am Wagenheber wurde noch eine Kurbel aus 0,4 mm Kupferdraht ergänzt.
Die vier senkrechten Halter für die Kotflügel mussten vollständig entfernt werden. Am hinteren Kennzeichenhalter wurde das untere Rücklicht abgeschnitten und das obere durch ein aus Plastiksheet gefertigtes Tarnrücklicht ersetzt.
Die angeklebten, schon recht durchgedrückten Spriegel wurden aus dem Bausatzteil zugeschnitten.
![]() |
Das Bild: Die unlackierten Spritzlinge aus dem Fässer- und Kanisterbausatz von Tamiya, Art.Nr.35186 . Wenn Ihr auf das Bild klickt, wird das Foto vergrössert. |
Auf der Ladefläche wurden noch einiges an grossem Leergut untergebracht.
Die 12 Schmierölfässer wurden aus zwei Fässer- und Kanisterbausätzen von Tamiya zusammengeleimt. Je eine Azetylen- und eine Sauerstoffflasche spendete die schon beim Blitz A Pritschenwagen verwendete Feldwerkstatt von Italeri.
Die Bretter der Sitzbänke dienen z.T. als Abstandshalter und zum fixieren der grossen Gasflaschen (liegend, da leer). Alle Teile wurden mit dem Pinsel mit diversen Revell-Farben angestrichen.
Sonstiges:
Die Kennzeichen wurden aus dem Rest des Decalsatzes vom Werkstatt-Maultier zusammengestückelt. Da man mit einem einzigen Foto keine 100% exakte Kopie des Vorbildes im Modell nachstellen kann, habe ich die Wagennummer selbst gewählt.
Fazit:
Der Umbau des Basisbausatzes fällt schon recht umfangreich aus. Ein gutes Auge für die neue Dachform, sowie etwas Geschick beim spachten und schleifen sind schon erforderlich.
Allerdings ist das tatsächlich der einzige Weg einen wirklich späten Blitz im Massstab 1:35 zu erstellen. Umbausätze die eine auch nur annähernd korrekte Form des Führerhauses ermöglichen, gibt es m.W. in diesem Massstab nicht.
Preislich bewegt sich die ganze Geschichte auf der untersten Ebene. Sofern man schon einige Ersatzteile für die Türen in der Kiste hat. Ansonsten kommt man wohl nicht um die Methode "aus zwei oder drei (Bordwände) mach eins" herum.
Der Halter für den Kanister und den Wagenheber sollte ursprünglich aus Draht im Eigenbau erstellt werden. Die Verlinden-Teile wurden letztlich nur verwendet weil die im Mai 2004 relativ günstig, für Verlinden-Verhältnisse, zu bekommen waren.
Die Kosten im April / Mai 2004:
Alle verwendeten Bausätze wurden bereits im April und Mai 2004 erworben. Bei SGK-Modellbau in Braunschweig gab es den Basisbausatz für 13,99 Euro, die Fässer von Tamiya waren dort für 5,23 Euro (pro Satz) erhältlich.
Die eingebauten 8-Loch Felgen von Azimut wurden für 12 Euro (inkl. Vers.) über ebay erworben. Der Update-Satz von Verlinden wurde für 24 Euro (inkl. Vers.) ebenfalls über ebay eingekauft.
Das Bild: Ein früher Blitz 3t S und das umgebaute Modell der späten Baujahre.
| Zur Militärfahrzeug-Übersicht zurück |
Copyright © in 2004 - 2007 by Rik *Berti* Hartl