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Das von mir montierte Maultier mit dem Versuchslaufwerk von Opel.
Die wichtigsten Daten zum Basis-Bausatz:
Einige Anmerkungen: Der Bausatz entspricht weitgehend dem alten Maultier Art.Nr. 221 . Unterschiedlich sind die Decalbögen. Der vom 6221 ist wesentlich erweitert und ergänzt worden. Absolut zu empfehlen.
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Das bewegliche hintere Kettenlaufwerk. |
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Der Zusammenbau des Führerhauses und die Vinylketten. |
Allgemein zum Vorbild:
Vor der allgemeinen Einführung der 2t Gleisketten-LKW wurden mehrere Laufwerkbauarten erprobt. So wurden im November 1942 bei einer Vorführung in der Aussenstelle Berka der VersKraft Kummersdorf zwei Wagen der Bauart SS (Carden-Loyd), ein Wagen der Bauart Opel und ein Wagen der Bauart Luftwaffe vorgeführt. Gebaut wurde letztlich die auf den Carden-Loyd Rollwagen basierende Bauart. Das Opel-Laufwerk wurde trotzdem weiterentwickelt, ging aber letztlich nicht in die Serienproduktion.
Die beiden Bauarten SS und Opel unterscheiden sich grundlegend voneinander. Opel baute das komplette Gleiskettenlaufwerk in einen separaten Rahmen ein. Dieser Rahmen wird lediglich an den normalen Hinterachsfedern eines Blitz 3t S angeschraubt. Vorn stützt sich der Rahmen mittels zweier Blattfedern an der ersten Quertraverse des Fahrgestells ab. Im Prinzip konnte jeder "normale" Blitz 3t S in ein "Maultier" umgerüstet werden.
Allgemein zum Modell:
Der als Basis genutzte Italeri-Bausatz enthält das bekannte, seit Jahrzehnten in verschiedenen Ausführungen im Programm befindliche Opel-Maultier mit dem Carden-Loyd Laufwerk. Für das spezielle Opel-Laufwerk mussten zahlreiche Teile des Gleiskettenlaufwerkes scratch gebaut, bzw. umgebaut werden. Die Lauf- und Leiträder sowie einige der Federn stammen von einem E-Spender. Es hat einige Zeit gedauert ein halbwegs passendes Spenderfahrzeug zu finden.
Diverse Vorbildfotos der Fahrzeuge sind in den auf der Literatur-Seite beschriebenen Büchern zu finden. Ausserdem war das bekannte Buch über die deutschen Halbkettenfahrzeuge von W.Spielberger aus dem Motorbuch-Verlag recht hilfreich.
Die in den Büchern enthaltenen Zeichnungen sind allerdings alle unbemasst. Um diverse eigene Berechnungen kommt man nicht herum. Mit einigen kleineren Kompromissen muss man auch leben können.
Die Fotos zeigen bei allen Fahrzeugen eindeutig eine dunkle, also wohl graue Lackierung. Entsprechend bekam mein Modell eine aus etwas aufgehelltem Panzergrau angemischte Farbgebung. Die Alterung wurde nur sehr dezent ausgeführt. Der Staub wurde aus diversen Kreiden gewonnen.
Das Fahrgestell:
Das reine Fahrgestell wurde zunächst weitgehend nach der Bauanleitung montiert. Die Vorderräder, der Motor, der Auspuff und der Kühler wurden wie üblich separat bemalt und erst nach der Lackierung des Rahmens angebracht.
Die Federn der Hinterachse wurden aus Plastiksheet, Kupferdraht und Litze scratch gebaut. Die Federböcke stammen aus der Teilekiste, die blieben bei einem der Allrad-Umbauten übrig.
An den auf dem Fahrgestell angeleimten hinteren Trägern der Pritsche wurden zwei Anschläge für die hintere Bordwand angebaut. Diese Teile wurden aus Plastiksheet angefertigt.
Die vorderen Kettenschutzbleche wurden am vorderen Pritschenquerträger angeleimt und etwas "begradigt". An die äusseren Seiten der Schutzbleche wurden je zwei aus Plastiksheet ausgeschnittene Leisten angeklebt.
Unter diesem Träger wurden zwei Stücke Sheet so aufgeklebt das ein nach unten offenes U-Profil entsteht. Hier stützt sich später der Rahmen vom Kettenlaufwerk mit zwei kleinen Blattfedern ab.
Das Bild rechts: Am Fahrgestell wurden die selbstgebauten Federn im Bereich der Hinterachse eingeleimt. Die Anschläge für die hintere Bordwand sind ebenfalls montiert. Die vorn angebrachten Abschlepphaken wurden in etwas anderer Form montiert. Die Kettenschutzbleche sind noch nicht mit den seitlichen Verstärkungen versehen. |
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Die Abschlepphaken wurden unter dem Rahmen, mit den Öffnungen nach unten angeleimt. Die Sicherungen über den Öffnungen wurden aus Plastik ausgeschnitten.
Die Felgen der Vorderräder wurden auch noch etwas überarbeitet. Die falsch platzierten Radmuttern wurden mit einem sehr scharfen Messer abgeschnitten und an der korrekten Position, über den Speichen, wieder aufgeklebt.
Die Kabine:
Die Sitzbank in der Kabine wurde auf einem Rahmen aus einigen Streifen Plastiksheet etwas höher montiert. Die Lehne wurde in der Höhe etwas verkürzt. Die Profile an der Innenseite der Führerhausrückwand wurden aus Plastiksheet ausgeschnitten und aufgeleimt.
Am Armaturenbrett wurde eine Waffenhalterung aus Kupferlitze angebracht. Eine Waffe wurde jedoch nicht eingebaut.
Die am Boden"blech" angespritzte Pedalerie wurde aus Kupferdraht und Blech neu angefertigt.
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Auf allen zur Verfügung stehenden Vorbildfotos ist deutlich zu sehen das an den Basis-LKW bereits einige Entfeinerungen vorgenommen wurden. Die Leiste an der Kabinenrückwand und die beiden Leisten an den Motorhauben über den Lufteinlässen fehlen. Folgende Anbauteile sind entfallen und wurden nicht montiert:
Der "Opel Blitz"-Schriftzug auf dem Kühler wurde beibehalten.
An der Führerhaus/Haubenbaugruppe wurden ausserdem wieder die üblichen selbstgefertigten Teile aus Draht und Blech angebracht:
Die Schanzwerkzeuge (Spaten und Spitzhacke) werden übrigens nicht in die Halter gesteckt. Auf den Vorbildfotos fehlen die bei allen Wagen.
Das Kettenlaufwerk:
Um den Bau des Kettenlaufwerkes etwas zu vereinfachen, wurden zunächst einige Skizzen mit den Hauptabmessungen erstellt. Die seitlichen Rahmenteile wurden aus Plastiksheet ausgeschnitten. Diese Streifen wurden anschliessend zu U-Profilen zusammengeleimt.
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Das Bild links: Der Rahmen für das Kettenlaufwerk in einem frühen Rohbaustadium. Die Antriebsachse ist bereits eingebaut. Die Stützrollen wurden auch schon eingeleimt. Deutlich sind die gebogenen Halter für die Aufnahme der Laufräder zu sehen. Die Lage der Halter der Leiträder wurde später noch einmal verändert. |
Die quer verlaufenden "Achsen" wurden aus Gussästen angefertigt und mit je einer Distanzplatte aus Plastik in die Rahmenseitenteile eingeleimt. Die gebogenen Halter für die Stützrollen und die Rollwagen der Laufräder wurden ebenfalls aus Gussästen abgelängt, über einer Kerze gebogen und an den Rahmen geklebt.
Die reine Antriebsachse stammt von einem normalen Blitz 3t S. Daran wurden die kompletten Antriebsräder aus dem Basisbausatz angeklebt. Die Antriebsräder der Carden-Loyd Maultiere und die der Opel-Bauart unterscheiden sich nicht. Die kleinen Blattfedern über der Antriebsachse entstanden wieder aus Plastik, Kupferdraht und Litze.
Die Leiträder lieferte der als Ersatzteilspender genutzte T-20 von AER. Zwei dieser Speichenräder wurden mit Plastikscheiben (Gussäste) in Scheibenräder umgearbeitet. Die aufgeleimte Nabe stammt wieder von der Hinterachse eines Blitz 3t S. Die jeweils acht Schraubenköpfe auf den Rädern, nicht der Nabe, stammen aus einem Satz von Legend (Resin-Teile).
Die Halter für die Leiträder stammen aus dem Basisbausatz. Die Achsen zur Aufnahme der Räder mussten mit Gussästen etwas verlängert werden.
Für den Bau der Rollwagen mit den Laufrädern wurde wieder der T-20 missbraucht. Die in diesem Bausatz enthaltenen Federn mussten in der Länge etwas gekürzt werden. Sprich: Ein Stück vom Mittelteil wurde herausgetrennt. Die Achsen für die Räder wurden wieder aus Gussästen gebaut. Für die Radlager an den Spitzen der Federpakete wurden ebenfalls Gussäste und etwas Stabilit-Express Kleber benutzt.
Die neuen Räder sind zwingend notwendig. Die Lauf- und Leiträder aus dem Basisbausatz sind im Durchmesser etwas zu gross. Ausserdem wurden für das Opel-Laufwerk scheinbar keine Scheibenräder verwendet. Alle Vorbildfotos zeigen Speichenräder. Die Form der Speichen, nicht die Anzahl und die Aufteilung, stimmt bei den T-20 Rädern zwar nicht ganz exakt, das habe ich aber bewusst in Kauf genommen.
Die Gummibandagen der Laufräder, der Leiträder und der Stützrollen wurden mit Mattschwarz Nr.8 bemalt. Ansonsten wurde das auch bei den anderen Baugruppen verwendete Grau benutzt.
Die Ketten:
Die einzelnen Kettenglieder wurden nach dem austrennen aus den beiden Spritzlingen zunächst zu jeweils drei grösseren Segmenten (pro Wagenseite) zusammengeleimt. Zum austrennen sollte unbedingt ein sehr scharfes Messer verwendet werden. Das erspart einem später einiges an Feilarbeit an den "Angüssen".
Nach der Lackierung der Segmente erfolgte der Einbau, sprich das einleimen im vollständig fertiggestellten Kettenlaufwerk. Die Segmente wurden mit Sekundenkleber sowohl untereinander, als auch an den Rädern massiv verklebt. Alle Klebestellen wurden nach dem aushärten noch einmal farblich etwas nachbehandelt.
Eigentlich hätte Ich lieber eine Friul-Kette eingebaut. Dafür fehlte aber schlicht und einfach das nötige Kleingeld. Die verarbeitung der Kettenglieder von Master Box ist nicht so problemlos wie es auf den ersten Blick scheint. Das zusammenleimen der Einzelglieder zu grösseren Segmenten mit dem Plastikkleber ist schon eine ziemliche Sauerei. Teilweise mussten die winzigen Teile vor dem verkleben noch etwas überfeilt werden. In der gleichen Zeit hätte Ich auch eine Friul-Kette montieren können....
Die Pritsche:
Die Niederbord-Pritsche wurde fast vollständig aus der Schachtel heraus gebaut. An der Beifahrerseite, auf der Höhe des vorderen Staukastens der Fahrerseite, wurde am Pritschenboden ein Halter für den Wagenheber angebracht. Dieser Halter wurde aus einem Stück Plastik und zwei Messingblechstreifen gebaut. Der Wagenheber wurde noch mit einer Kurbel vervollständigt, separat bemalt und in den Halter gesteckt.
An der hinteren Bordwand wurden noch zwei Anschläge angeklebt. Diese Teile blieben beim Bau des FlaK-Maultier übrig.
Von den Brettern der Sitzbänke abgesehen, wurde keine weitere Beladung o.ä. auf der Pritsche untergebracht.
Am Kennzeichenhalter wurde noch ein aus Plastiksheet gebautes Kolonnenfahrgerät angeklebt.
Auf den Bildern ist deutlich zu sehen das das Modell keine Nummernschilder trägt. Es war tatsächlich kein Vorbildfoto zu finden auf dem eine Nummerntafel zu sehen ist.
Fazit:
Ein etwas ungewöhnliches Maultier das in dieser Form wohl noch nicht allzu häufig als Modell gebaut wurde. Durch die fehlenden Massangaben bei den Zeichnungen muss man etwas improvisieren, selber messen und anpassen.
Um die Verwendung eines Radspenders kommt man nicht herum. Die Beschaffung des AER-Bausatzes war nicht ganz einfach. Der Teilesatz stand zwar in den Listen der Händler, war aber meistens nicht am Lager und / oder nicht lieferbar. Und einen weiteren möglichen Kandidaten der als Spender hätte herhalten können, habe Ich nicht gefunden.
Letztlich hat der Bau des Modells viel Bastelspass bereitet. Diesen Fahrzeugtyp dürfte es wohl weder als Klein- oder gar Grossserienmodell, in anderen Massstäben, von irgendeinem Hersteller geben. Selbst für einen Umbausatz für das Italeri-Maultier dürfte das Interesse der Modellbauer wohl nicht ausreichen.
Die Kosten im Mai / November 2004 :
Der Bausatz von Italeri war im Mai 2004 vor Ort für 10,90 Euro erhältlich. Ein echtes Sonderangebot, eingekauft bei Modellbau Kölbel in Braunschweig.
Der Komsomoletz wurde im November 2004 über ebay für 9,99 Euro (zzgl. 2,50 Euro Versand) eingekauft. Die Einzelgliederketten wurden ebenfalls in jenem Monat eingekauft. Bei Kölbel waren dafür 5,90 Euro zu berappen.
Das Bild: Links das Maultier mit dem Opel-Laufwerk, rechts der Gleisketten-Lkw mit dem Unterbau nach Carden-Loyd Vorbild.
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