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Opel Blitz 3t S Löschfahrzeug LF8

Opel Blitz 3t S LF8
Das von mir erstellte Löschfahrzeug LF8, aufgebaut auf einem Opel Blitz 3t S.


Die wichtigsten Daten zum Basis-Bausatz:

Einige Anmerkungen: Der Bausatz entspricht weitgehend dem alten Maultier Art.Nr. 221 . Unterschiedlich sind die Decalbögen. Der vom 6221 ist wesentlich erweitert und ergänzt worden. Absolut zu empfehlen. Ich erwarb von diesem Bausatz bereits im Mai 2004 drei Stück. Bei einen Stückpreis von 10,90 Euro musste man einfach zuschlagen....

Material:

Der Teilesatz
(Zum vergrössern bitte anklicken !)
Meine persönliche Bewertung:  
Schwierigkeitsgrad
Fahrzeugdetails
Paßgenauigkeit/Verarbeitung
Bauanleitung
Preis/Leistungsverhältnis

TOP

Das bewegliche hintere Kettenlaufwerk.

FLOP

Der Zusammenbau des Führerhauses und die Vinylketten.


Meine Version dieses Bausatzes

Allgemein zum Vorbild:
Ab 1943 wurde der Fahrzeugtyp LF8 für die Feuerschutzpolizei und die Luftwaffe in vereinheitlichter und vereinfachter Form geliefert. Die Wagen wurden mit einem aus Spanplatten und Pressholz gebauten Aufbau ausgestattet. Als Fahrgestell diente ein etwas verkürztes Chassis des Opel Blitz 3t S. Ein artverwandtes LF15 wurde auf dem originalen, ungekürzten Blitz 3t S aufgebaut.
Die Wagen waren z.T. auch noch lange nach dem Krieg bei verschiedenen freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Mindestens zwei der "Sperrholz"-Wagen blieben in Museen erhalten. Allerdings wurden diese Fahrzeuge z.T. umgebaut. Die Ausrüstung und die Optik entspricht also nicht mehr unbedingt dem Stand von 1943/44 .

Opel Blitz 3t S LF8

Allgemein zum Modell:
Das als Basis verwendete Maultier erscheint etwas ungewöhnlich, stammte jedoch noch aus einem Vorratseinkauf, war also schon vorhanden. Die komplette Hinterachsfederung musste im Eigenbau erstellt werden. Der Aufbau und die Ausrüstung entstanden ebenfalls weitgehend im Eigenbau. Dafür konnten nur wenige Teile von Italeri genutzt werden.
Unerlässlich waren mehrere Vorbildfotos die in den Büchern "Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz 1939 - 1945" und "Opel Jahrbuch 2003" abgedruckt sind. Nach diesen Fotos und einigen Daten die im Netz gefunden wurden, entstanden einige Zeichnungen und Skizzen die für den Bau eines Modells unabdingbar waren.
Da das Vorbild meines Wagens 1944 an die Luftwaffe geliefert wurde, kam nur die gelbe Farbgebung in Betracht. Ein Tarnanstrich wird nicht aufgebracht. Der Notek-Tarnscheinwerfer und das Kolonnenfahrgerät am Heck entsprechen dem Vorbild.
Lackiert wurde mit den Enamelfarben von Revell, mittels der Airbrush und den Pinseln. Der Wagen sollte ein etwas schmuddeliges, ungeputztes Aussehen erhalten, quasi wie nach einem heftigen Einsatz. Die Alterung wurde mit schwarzer Acrylfarbe ausgeführt. Staub, Ruß und Asche wurde aus diversen Kreiden gewonnen.

Opel Blitz 3t S LF8

Das Bild: Das Fahrgestell im Rohbau. Die hinteren Federn wurden komplett im Eigenbau erstellt. Die Räder sind bemalt, jedoch noch nicht gealtert.

Das Fahrgestell:
Der Fahrgestellrahmen wurde am Heck etwas gekürzt. Die drei Querträger für die Pritsche wurden bis auf eine Höhe von etwa 0,5 mm abgefeilt.
Die Federböcke der langen Hinterachsfedern stammen aus der Bastelkiste. Daraus stammen auch die Antriebswelle und die Hinterachse. Diese Bauteile blieben bei meinen diversen Allrad-Umbauten übrig.
Alle vier Federpakete der Hinterachse wurden vollständig im Eigenbau aus Plastiksheet, Draht und Kupferlitze gebaut. Die oberen Zusatzfedern müssen in jedem Fall selbst gebaut werden. Egal welchen Blitz- oder MB L701 Bausatz man als Basis verwendet.
Da es sich beim Vorbild um ein spätes Fahrzeug handelt, musste der Wagen komplett mit Achtlochfelgen ausgestattet werden. Die Vorderradfelgen wurden dem Basisbausatz entnommen. Die Radmuttern wurden abgeschnitten und an der korrekten Position, über den Speichen, neu aufgeleimt. Die Hinterräder wurden z.T. aus Vorderrädern umgearbeitet, z.T. aber auch aus Sechslochfelgen umgebaut. Das war eine etwas mühselige Arbeit.
Statt der vorderen Abschlepphaken wurde ein vereinfachtes Zugmaul aus Plastik und Draht angefertigt und angeklebt. Diese Ausrüstung entspricht wieder dem Vorbild aus der späten Fertigung.
Die hinteren Stoßfänger wurden aus Plastik gebaut. Daran befinden sich zwei aus Blech gebaute Brems- u. Schlußleuchten.
Lackiert wurde mittels der Airbrush mit einer Mischung aus Sand Nr.16 und Afrikabraun Nr.17 . Der vorgefertigte Motor, der Auspuff und der Kühler wurden separat bemalt und erst später eingeleimt.

Opel Blitz 3t S LF8 Opel Blitz 3t S LF8

Der Aufbau (ohne Dach):
Vom Opel Blitz wurde nur die komplette Haube mit Stoßstange und Armaturenbrett verwendet. Das hintere Bodenteil ist der ehemalige Pritschenboden des Maultier.
Das vordere Bodenstück und die Vorderwand stammen von einem Einheitsfahrerhaus des Mercedes-Benz L701 (Italeri 6386: Opel Blitz Late Version). Die hinten eingebauten Radkästen sind ehemalige Kotflügel von einem Blitz-Pritschenwagen. Die verwendeten Bauteile blieben bei meinem echten späten Blitz 3t S übrig.
Bei einem Fahrzeug aus der späten Fertigung sieht die Motorhaube etwas anders aus. Die Leisten an den Motorhauben, seitlich am Teil 15, wurden schon vor dem verleimen mit den Seitenteilen abgefeilt und später verspachtelt und verschliffen. Oben auf der Haube wurde eine lange Leiste mittig aufgeklebt
Ausserdem wurden zwei "frühe" Bauteile und Ausrüstungen nicht montiert. D.h.: Der Kühlerverschluß fehlt und die Peilstäbe sind entfallen. Der "Opel Blitz"-Schriftzug auf dem Kühlergrill wurde übrigens beibehalten.
Der gesamte Aufbau wurde aus Plastikplatten ausgeschnitten. Die vorderen Türen wurden als separate Einzelteile gebaut.
Alle Türgriffe wurden aus Draht gefertigt, sämtliche Scharniere stammen aus dem Satz 35A39 von Aber (Ätzteile).
Die langen Trittbretter, darauf wurden später diverse Schläuche und Rohre untergebracht, wurden aus Plastiksheet erstellt. Die kleinen Staukästen stammen wieder vom Maultier.
Der an der Beifahrerseite befindliche Licht- und Signalmast wurde vollständig scratch gebaut. Zur Anwendung kamen Gußäste, eine alte 1:43 Radkappe für die Glocke und etwas dünne Kupferlitze für die Kabel. Das Glas des Scheinwerfers stammt von einem VW Käfer von CMK. Mehrere Schraubenköpfe wurden dem Satz LF1040 von Legend entnommen.

Opel Blitz 3t S LF8 im Rohbau Opel Blitz 3t S LF8 im Rohbau Opel Blitz 3t S LF8 im Rohbau

Die Bilderserie: Einige Fotos aus der Bauphase. Wenn Ihr die Vorschaubilder anklickt, werden die Aufnahmen vergrössert und weitere Informationen angezeigt. Alle drei Bilder befinden sich in einer Datei.

Der an der Heckseite angebrachte Griff stammt aus der Teilekiste. Der Tritt unterhalb des hinteren Kennzeichens wurde aus Plastikresten gebaut. Darauf befindet sich etwas Riffelblech von Extratech.
Die großen Hauptscheinwerfer vom Maultier wurden mit den Tarnblenden versehen und dann per Feile verkleinert. Die Lampen wurden mit 0,4 mm Kupferdraht in den Kotflügeln verstiftet.
Der Aussenspiegel wurde aus Kupferdraht und etwas Blech, der Scheibenwischer aus dünner Kupferlitze gelötet.
Das Kolonnenfahrgerät wurde scratch aus Plastik und Blech gebaut. Als Anschlußkabel dient etwas Kupferlitze.
Die Scheiben wurden aus sehr dünnem Plastiksheet ausgeschnitten und passgenau eingeklebt. Das war eine sehr diffizile und anstrengende Arbeit.
Die innen am Boden"blech" angespritzte Pedalerie wurde aus Kupferdraht und Blech neu angefertigt.
Die vordere Sitzbank stammt aus dem Basisbausatz. Allerdings wurde dieses Teil mit Plastikstreifen etwas erhöht. Zwei hinten eingebaute, kastenförmige Sitzbänke wurden im Eigenbau hergestellt. Die Sitzflächen wurden mit Holzstreifen belegt. Die Rückenlehnen entstanden aus Plastik und etwas Stabilit-Express.
Der Innenanstrich erfolgte in einem hellen Braunton. Die Instrumente am Armaturenbrett und die inneren Türgriffe wurden farblich abgesetzt. Der Schalthebel, die Handbremse und das Lenkrad wurden vor dem Einbau bemalt.

Opel Blitz 3t S LF8

Das Dach:
Das Dach wurde auf einer etwas dickeren Plastikplatte angezeichnet und ausgeschnitten. Alle Anbauteile wurden aus Plastikstreifen, Gußästen und dünnem Blech gebaut. Vier Werkzeughalterungen stammen aus den Opel Blitz Bausätzen von Italeri.
Das Reserverad ist ein Resin-Teil von Azimut. Der Reifen ruht auf zwei Distanzstücken und ist mit zwei Drahtstücken im Dach gesichert. Auf den Drähten befinden sich noch zwei Befestigungsmuttern aus dem Satz LF1040 von Legend.

Die Ausrüstung:
Die Schläuche und Rohre die in den Trittbrettern untergebracht sind, wurden aus schwarzer Kabelisolierung und Gußästen gebaut. Die Verbindungsstücke an den Enden wurden von aufgebohrten Gußästen abgetrennt und angeleimt. Die Befestigungsbänder wurden aus Blech (Ätzteilreste) gewonnen.
Auf dem Dach: Die beiden langen Leitern stammen von einem Italeri-Funkkoffer. Diese Teile blieben beim Bau des Koffer-Maultieres übrig. Allerdings sind diese Leitern immer noch ein wenig zu kurz. Ich kann damit aber leben....
Die kleine Leiter fand sich in einer alten Kiste mit Ersatzteilen für die Modellbahn an. Keine Ahnung woher die stammt.
Eine zusammengerollte Trage wurde aus zwei dicken Drahtstücken und etwas eingefärbtem Papiertaschentuch gebaut. Die "Füße" wurden aus dünnem Blech ausgeschnitten, gebogen und angeklebt. Die Trage wurde mit Zwirn zusammengerödelt.
Zwei Einreißhaken wurden aus Draht und Kupferlitze gelötet. Eine Axt stammt vom schon erwähnten Koffer-Maultier.
Alle Teile wurden mit den Revell-Farben in verschiedenen Tönen per Pinsel lackiert.

Opel Blitz 3t S LF8

Was fehlt:
Was noch fehlt : eine Nummer für das Kennzeichen. Auf den verfügbaren Vorbildfotos der Luftwaffenfahrzeuge ist keine Nummer ablesbar. Kennt jemand, oder hat jemand noch weitere Bilder dieses Spanplatten-LF8 ? Natürlich sind nur Nummern der Luftwaffe im Zeitraum bis 1945 interessant. Ich würde schon ganz gern ein vollständiges Nummernschild anbringen....

Fazit:
Ein auf den ersten Blick eher einfach wirkendes Fahrzeug. Bei der Umsetzung ins Modell, merkt man jedoch sehr schnell, wieviel Arbeit wirklich erforderlich ist.
An der Karosserie können nur wenige Bausatz-Teile verwendet werden. Und die müssen auch noch überarbeitet werden. Das anfertigen der dünnen Fensterrahmen an den Fahrertüren war eine etwas fummelige Arbeit.
Da Ich kein passendes Zubehör gefunden habe, musste Ich mir die diversen Feuerwehrtypischen Gegenstände ebenfalls selbst bauen. Zwar sind von Wespe und Calibre Feuerwehrfahrzeuge im Maßstab 1:35 mit entsprechenden Gegenständen erhältlich, m.W. sind diese Teile jedoch nicht einzeln zu erwerben.
Neue Achtloch-Felgen sind zwingend erforderlich. Mit den 6er-Rädern aus den Opel Blitz-Bausätzen von Revell, Italeri und Heller kommt man nicht weit.
Insgesamt benötigte Ich für die Vorbereitungen und für den Bau des Modells knapp neun Monate. Allerdings wurde nicht immer intensiv daran gearbeitet. Schliesslich entstanden nebenbei noch neun weitere Modelle.

Die Kosten:
Wie ganz oben schon erwähnt : Der Basis-Bausatz 6221 von Italeri wurde bereits im Mai 2004 vor Ort für 10,90 Euro erworben. Ein echtes Sonderangebot, eingekauft bei Modellbau Kölbel in Braunschweig. Ansonsten sind für einen 1:35 Opel Blitz oder ein Opel Maultier zwischen 15 und 21 Euro zu berappen.
Die restlichen Teile stammen halt aus der bestens sortierten, sich langsam aber leerenden Bastelkiste. Wer die Räder der Basisbausätze auf etwas einfachere Weise ersetzen möchte, muss für entsprechende Resin-Teile rund 10 - 15 Euro investieren.

Opel Blitz 3t S LF8


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