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Das Opel Blitz 3t A Tanklöschfahrzeug TLF15/43 der Luftwaffe.
Die wichtigsten Daten zum Basis-Bausatz:
Einige Anmerkungen: Der Bausatz wurde als "Schrott" (O-Ton Verkäufer) zusammen mit einem vollständigen, originalverpackten Blitz 3t S Nr.216 von Italeri für die genannte Summe im Doppelpack erworben. Beim Heller-Blitz war jedoch lediglich der Fahrgestellrahmen etwas gespachtelt und der Fensterrahmen der Fahrertür war leicht beschädigt. Also ein optimales Opfer für einen Allrad-Umbau. Beide Teilesätze zusammen gesehen, waren für knapp 18 Euro schon ein echtes Schnäppchen.
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Die Ausrüstungsgegenstände der beiden Figuren. |
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Die Montage vom Führerhaus und der Decalbogen. |
Allgemeines zum Vorbild:
Das Tanklöschfahrzeug TLF 15 wurde ab 1943 in einer weitgehend vereinheitlichten Form hergestellt. Als Basis diente das Fahrgestell des Opel Blitz 3t Allrad. Der Aufbau der feuerwehrtechnischen Ausrüstung erfolgte bei Magirus-Deutz im Werk Ulm. Die Wagen sollen hauptsächlich an die Luftwaffe geliefert worden sein. Dort dienten sie u.a. als Löschfahrzeuge für den Schnellangriff auf Feldflugplätzen.
Nach dem Krieg wurden die überlebenden TLF 15/43 bei zivilen Feuerwehren in der BRD, der DDR und Österreich weiterhin eingesetzt. Allerdings wurden die meisten Wagen umgebaut und an die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Wehren angepasst. Mehrere dieser LKW blieben erhalten, ein zuletzt in Salzburg genutztes Fahrzeug befindet sich heute im Feuerwehrmuseum in Hattingen/Ruhr.
Das Fahrgestell:
Am Rahmen des Basisbausatzes wurden die Antriebsteile, die Achsen und die Räder durch die Teile des Umbausatzes von Plusmodel ersetzt. Die schon öfter von mir genutzten Resin-Teile passten nach dem Entgraten problemlos an das Heller-Fahrgestell. Der Bausatz von Calibre bietet keinerlei Teile für die Allrad-Version. Hier muss man also noch zusätzliches Geld investieren.
Die neuen, recht voluminösen Staukästen stammen aus dem Umbausatz von Calibre 35. Geklebt wurde mit Sekundenkleber und mit Stabilit-Express. Zusätzlich wurden die Kästen noch im Rahmen verstiftet.
Wie immer zu beachten: Beim Allrad-Blitz wurde die Vorderachse etwas weiter nach hinten, zur Wagenmitte hin versetzt. Am Heller-Rahmen wurden die vorderen Federböcke der Vorderachse mit einem scharfen Messer abgeschnitten und neu angeleimt. Die Resin-Teile von Plusmodel wurden diesmal nicht verwendet. Die neue Einbau-Position: Die Böcke müssen sich genau auf der Höhe der vorderen Halter für den Motorblock befinden. Ansonsten gibt es beim Einbau der Antriebswelle vom Verteilergetriebe zur Vorderachse eine unangenehme Überraschung: "Die ist ja viel zu kurz". Ist sie nicht....
Die im Umbausatz enthaltenen Zusatzfedern für die Hinterachse wurden mit Drahtstiften mit den Bausatzfedern verbunden und verklebt. Beide Achsen wurden ebenfalls mit Drahtstiften in den Federpaketen eingeklebt.
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Die Bilderserie: Einige Fotos aus der Bauphase. Wenn Ihr die Vorschaubilder anklickt, werden die Aufnahmen vergrössert und weitere Informationen angezeigt. Alle drei Bilder befinden sich in einer Datei.
Etwas ärgerlich waren wieder die großen Angüsse an den neuen Rädern. Diese Angüsse umfassen fast ein Drittel der Lauffläche und die sind auch noch ziemlich dick geraten. Es war kaum möglich die "Batzen" ohne Beschädigung der Lauffläche sauber zu entfernen. Die Profile wurden zum Teil nachgeschnitten und rundherum etwas angefeilt.
Die hinteren Kotflügel blieben beim Bau des Koffer-Maultieres übrig. Die im Querschnitt L-förmigen Halterungen wurden aus Plastikstreifen gebaut. Die hinteren Verlängerungen wurden aus dünnem Blech ausgeschnitten.
Das neue Heckteil des Rahmens stammt aus dem Satz von Calibre. Auch hier wurden Drahtstifte zur Befestigung am Hauptrahmen genutzt. Das gekürzte und etwas überfeilte Zugmaul mit seiner Grundplatte ist wieder von Heller.
Das vereinfachte Zugmaul an der Wagenfront wurde aus Plastik und Draht scratch gebaut und am Rahmen angeleimt.
Die Beleuchtung am Heck musste ebenfalls weitgehend im Eigenbau erstellt werden. Das Kolonnenfahrgerät wurde aus Plastiksheet und Blech zusammengesetzt. Die untere Leuchte wurde aus einem Metallstreifen und einer dünnen "Scheibe" von einem Gußast gebaut. Als Zuleitung wurde Kupferlitze eingesetzt.
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Das Führerhaus und die Motorhaube:
Die Vorbildfahrzeuge verfügten über die späte, in Holz- und Blechmischbauweise erstellte Kabine. Ausserdem sind die Seitendeckel der Motorhaube einteilig ausgeführt. Die Bauteile von Heller und Plusmodel mussten also etwas überarbeitet werden.
Die beiden Türen am Führerhaus wurden in geöffneter Stellung fest verleimt. An der Innenseite der Führerhausrückwand wurden noch einige "Profile" aus Plastiksheet angebracht.
Die Sitzbank wurde mit einigen Streifen Plastiksheet etwas erhöht und unten herum verschlossen.
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Das Bild: Die Fotoätzteile für den Mercedes-Benz L701 von Eduard, Art.Nr.35235 . Wenn Ihr auf das Bild klickt, wird das Foto vergrössert. |
Die Bodenbleche unter den Pedalen stammen aus dem Eduard-Ätzteilsatz für den Mercedes-Benz L701. Die an der Fahrerseite angedeutete Pedalerie wurde mit der Kleinbohrmaschine abgeschliffen. Die neuen Pedale wurden im Eigenbau aus Kupferdraht und Blech nach Vorbildfotos erstellt.
Ein neues Armaturenbrett wurde auch aus dem L701 Ätzteilbogen ausgeschnitten. Für das Einheitsfahrerhaus des L701 ist dieses vom Blitz stammende Teil ohnehin falsch. Da baue Ich das lieber in einen richtigen Blitz ein.
Neben der Handbremse wurde noch der Hebel für die Zuschaltung des Allradantriebes eingeklebt. Dafür wurde etwas 0,3 mm Draht genutzt.
Die neuen Trittstufen wurden aus Plastiksheet gebaut. Die Verstärkungsleiste auf der Außenseite der Kabinenrückwand wurde entfernt. Das große Fenster in der Rückwand wurde eingeklebt, verspachtelt und verschliffen. Anschließend wurde darin ein kleines Bullauge eingearbeitet.
Die Dachform wurde etwas erhöht. Dafür wurden aufgeklebte Plastikstreifen, etwas Spachtel und viel Schleifpapier verwendet. Die Regenleisten über den Türen wurden aus Draht gebaut.
Ausserdem wurden an der Außenseite der Heller-/Plusmodel-Kabine die auch bei vielen bislang montierten Blitz-Bausätzen zusätzlichen, bzw. veränderten Teile angebracht:
Vom Kühlergrill an der Wagenfront wurden alle Rippen vollständig entfernt. Der neue Vorbauölkühler wurde aus dem Heller-Kühler (Teil 86) umgearbeitet. Die Befestigung erfolgte mit dünnen Plastikstreifen. Das noch zusätzlich aufgeklebte Gitter blieb beim Bau des Sd.Kfz. 7/1 von Tamiya übrig. Zwei Zuleitungen wurden aus Litze angefertigt.
Die Scheinwerfer von Heller wurden mit den Tarnblenden versehen, mit Haltern aus 0,3 mm Draht ausgerüstet und mit der Feile erheblich verkleinert.
Deutlich zu sehen: Am Motorvorbau und auf den Kotflügeln fehlen die sonst dort angebrachten Schanzwerkzeuge. Bei den Feuerwehrfahrzeugen wurde darauf verzichtet.
Der Lichtmast wurde dem Bausatz von Calibre 35 entnommen. Die Halterungen wurden aus Blech und aus Gußästen angefertigt, für das Anschlußkabel wurde dünne Kupferlitze genutzt. Die eingesetzte Glühlampe wurde aus einem Tropfen UHU-Alleskleber "gebaut".
Der Aufbau:
Beim Entgraten der zahlreichen Resin-Teile ist Vorsicht angebracht. Einige Bauteile sind wirklich sehr dünn und zerbrechlich. Das gilt besonders für den großen, aber sehr filigranen A-förmigen Halter an dem die Schlauchhaspel befestigt ist. Hier wären Metall-, sprich Ätzteile, die definitiv bessere Wahl gewesen.
Den langen Schlauch für die Haspel muß man übrigens aus eigenem Material anfertigen. Der Bausatz bietet dafür keinerlei Schlauch, Kabel o.ä. an. Ich verwendete für den Schlauch mit Kunststoff ummantelte Kupferlitze aus dem Elektronikbedarf (Lautsprecherkabel). Die beiden Halterungen für die Schlauchspritze wurden aus Blech angefertigt.
Die Lage der unteren Anschlüsse an der Pumpe wurde verändert. Die Schlauchanschlüsse zeigen nicht rechts und links nach hinten, sondern je zwei Anschlüsse pro Pumpenseite werden gerade herausgeführt. Die Bausatzteile (Teile 21) wurden entsprechend umgearbeitet. Da insgesamt nur zwei Anschlüsse im Bausatz enthalten waren, mussten die anderen beiden wieder scratch erstellt werden. Die Haltewinkel (Teile 22) wurden etwas gekürzt.
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Das Bild: Die unlackierten Resin- und Fotoätzteile aus dem Bausatz für ein Heerestanklöschfahrzeug TLF 15 von Calibre 35, Art.Nr.35020 . Wenn Ihr auf das Bild klickt, wird das Foto vergrössert. |
Zwei unter den Anschlüssen befindliche Schutz- u. Halte"bleche" wurde aus Plastiksheet gefertigt. Beide Teile befinden sich in Fahrzeuglängsrichtung unter den Rahmenlangträgern. Die geätzten Trittstufen wurden mit je einem selbst gebogenen Blechwinkel am Rahmen angebracht.
Der große, aus dem beiliegenden Draht anzufertigende Handlauf am Heck wurde bei mir nicht montiert. Der Laufsteg auf dem Kessel wurde ebenfalls nicht angebaut. Das entspricht den Vorbildfotos. An der Bühnenseite, an der Rückwand des Fahrerhauses, wurde noch ein Handlöscher angebracht. Dieses Teil stammt von einem Sd.Kfz.251 von AFV-Club.
Auf der Bühne befinden sich noch zwei kleine Druckgasflaschen. Was da beim Vorbild drin ist? Keine Ahnung. Beide Flaschen wurden aus Gußästen und mit umgearbeiteten Teilen der Gasflaschen aus dem "Field Tool Shop" Art.Nr.419 von Italeri erstellt.
Der Lichtmast wurde nicht auf der Bühne angeleimt, sondern, wie schon beschrieben, am Führerhaus montiert. Diese Montage entspricht auch wieder den verwendeten Vorbildfotos.
Der Reservereifen wurde aus einer Achtloch-Felge von Italeri gebaut. Die Radmuttern wurden abgefeilt und die Löcher wurden neu gebohrt. Der Halter PE 5 von Calibre 35 wurde noch mit einer mittig aufgeklebten Flügelmutter ergänzt. Die Mutter stammt aus dem Satz LF1040 von Legend.
Die am Kessel befindliche Leiter wurde wieder dem Bausatz "Field Tool Shop" von Italeri entnommen. Die Leiter wurde noch um ca. 3 mm verschmälert. Das Teil ist mit nur zwei Haltern am Tank befestigt. Auf den mittleren kann man verzichten. Die senkrechten Streben der Halter wurden etwas gekürzt.
Etwas knauserig ist Calibre auch mit den beigelegten Schläuchen. Lediglich vier Stück sind im Teilesatz enthalten. Das dürften ruhig doppelt so viele sein. Die vorderen und die hinteren Verschlüsse an den langen Rohrhaltern seitlich vom Kessel wurden aus überflüssigen Resinteilen Nr.46 zugeschnitten.
Was sonst noch fehlt:
Wie schon beim Löschfahrzeug LF8 : Die Nummernschilder. Bislang habe Ich noch keine authentische Luftwaffennummer finden können. Hat jemand mal ein Foto auf dem eine Wagennummer zu erkennen ist??
Fazit:
Ein Modell das sehr viel Bastelspaß bereitet hat und das auch eine tolle Optik bietet. Allerdings benötigt man für den Bau auch eine gewisse Erfahrung. Für den Anfänger oder für die "Ich trau mich nicht"-Angsthasen ist das definitiv nichts.
Die Resin-Teile waren von guter Gußqualität. Einzige Ausnahme war eine der Hinterachs-Zusatzfedern von Plusmodel. Dieses Teil enthielt mehrere Blasen. Hier musste mit etwas Stabilit-Express repariert und geflickt werden. Über die Angüsse der Räder wurde ja schon alles gesagt....
Der Teilesatz von Calibre 35 bietet etwas wenig für das Geld. Enttäuschend ist der fehlende Schlauch für die große Haspel. Dafür muss man sich mal wieder selbst etwas einfallen lassen. Die Nachbildung des Pumpenantriebes wäre auch schön gewesen. Einen Decalbogen gibt es ebenfalls nicht. Wenigstens ein paar Nummernschilder müssten doch möglich sein.
Der auch noch verwendete Ätzteilsatz von Eduard ist nicht unbedingt notwendig. Ich hatte den PE-Satz sehr günstig einfach auf Vorrat eingekauft.
Die Kosten sind wirklich erheblich. Wenn die ausgerufenen Listenpreise der Hersteller gezahlt werden müssten, kommen locker über 100 Euro zusammen. Für ein so kleines Modell im Maßstab 1:35 dürfte bei vielen Interessenten die Schmerzgrenze mehr als deutlich überschritten sein.
Die Kosten Ende Mai / Anfang Juni 2006:
Der Basisbausatz von Heller und die Ätzteile von Eduard wurden oben schon erwähnt. Der Umbausatz von Calibre 35 kostete Anfang Juni 2006 bei SGK-Modellbau in Braunschweig exakt 60,01 Euro. Das war geradezu ein Sonderangebot. Ansonsten sind etwa 70 - 75 Euro dafür zu bezahlen.
Die Allrad-Teile von Plusmodel wurden ebenfalls bei SGK für 14,19 Euro eingekauft.
Das Bild: Zwei Feuerwehrfahrzeuge der Luftwaffe. Rechts das auf dem Opel Blitz 3t A basierende Tanklöschfahrzeug TLF 15/43 und links das auf einem Opel Blitz 3t S aufgebaute Löschfahrzeug LF 8.
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