Sicht aus dem Westen, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann

Geschichte der Burg


Entstehung:
Wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert durch Heinrich Mursel von Tan errichtet.

Jahr 1327:
In diesem Jahr starb die von Heinrich Mursel gegründete Linie der Neudahner aus und die Burg fiel an die Altdahner Linie unter Johannes II.

Jahr 1356:
Johannes IV. schloß mit den Zweibrücker Grafen Walfram den Blumensteiner Vertrag.

Jahr 1372:
Heinrich von Neudahn stirbt und hinterläßt zwei unmündige Söhne, Johannes V. und Heinrich.

Jahr 1378:
Heinrich von Fleckenstein, Vormund der Kinder des Heinrich von Neudahn, räumt der Kurpfalz das Öffnungsrecht ein.

Jahr 1403:
Wird das Lehen an Heinrich den Älteren übertragen.

Jahr 1406:
In diesem Jahr trägt die Burg im Vierherrenkrieg größere Beschädigungen davon.

Jahr 1432:
Heinrich der Ältere stirbt, Erben sind die Söhne von Johannes V. und seine Brüder Friedrich und Heinrich der Jüngere.

Jahr 1438:
Heinrich der Jüngere schließt einen Vertrag mit Heinrich von Geroldseck um dessen Ansprüche auf die Burg zu erledigen. In diesem Vertrag wird von einem durch Unglück verbranntes Schloß von Tan gesprochen, womit sehr wahrscheinlich Neudahn gemeint war.

Jahr 1446:
Heinrich der Jüngere stirbt.

Jahr 1455:
Erscheint Nikolaus, der älteste Sohn von Heinrich dem Jüngeren, als Helfer des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz in einer Fehde gegen die von Hohenburg.

Jahr 1480:
Nikolaus wird Herr über alle Dahner Herrschaften, nach dem Ludwig von Altdahn gestorben war.

Jahr 1489:
Nikolaus stirbt ohne leibliche Nachkommen.

Jahr 1512:
Christoph, ein Neffe von Nikolaus wird Herr von Neudahn.

Jahr 1525:
Wurde die Burg im Bauernkrieg anscheinend nur leicht Beschädigt.

Jahr 1528:
Durch Vermittlung von Kaiser Karl V. werden Streitigkeiten zwischen Christoph von Neudahn und Christoph von Trotha (Sohn von "Hans Trapp") beigelegt.

Jahr 1534:
Christoph stirbt in diesem Jahr.

Jahr 1552:
Heinrich II. König von Frankreich übernachtet bei Christoph von Neudahn (dem Jüngeren) bei seinem Zug von Weißenburg das Wieslauterer Tal hinauf.

Jahr 1560
Christoph der Jüngere von Neudahn stirbt und hinterlässt vier unmündige Kinder. Das Vormundschaftsgericht bestellt den Vogt von Bruchsal und den Amtmann von Gräfenstein als Vormund der Kinder.

Jahr 1570:
Hans Christoph der älteste Sohn von Christoph dem Jüngeren heiratet in diesem Jahr. Durch Teilung mit seinem noch lebenden Bruder Ludwig kommt er nun, als der Ältere, in den Besitzt der Burg Neudahn.

Jahr 1589:
Hans Christoph stirbt in diesem Jahr, und bereits acht Jahre später stirbt sein einziger Sohn Johann Friedrich.

Jahr 1603:
In diesem Jahr stirbt Ludwig von Neudahn. Mit ihm stirbt das Geschlecht der Dahner im Mannesstamm aus. Das Lehen wird vom Hochstift Speyer eingezogen.

Jahr 1622:
Die Burg wird von mansfeldischen Truppen eingenommen.

Jahr 1689:
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Burg dann endgültig zerstört.

Besonderheiten

Die Burg besitzt zwei sehr gut erhaltene Geschütztürme die in der Pfalz als einmalig gelten und im Osten eine sehr interressante Schiffsbug-Bastion (Schildmauer).

Lage

Die Burg liegt auf einem langgestreckten Bergrücken.



Beschreibung des baulichen Zustandes

Grundriss der Burg Neudahn Der bauliche Zustand der Burg entspricht im wesentlichen dem der Jahre nach 1525 als die Burg mit den beiden Batterietürmen verstärkt wurde.


Die Oberburg

Die Oberburg kann nur über einen Treppenturm im Norden erreicht werden. Die Oberburg selbst liegt auf einem an allen Seiten steil abfallenden Felsen. Auf ihm sind noch die ältesten Burgteile (spätstaufisch)zu sehen. Gemeint ist damit die südliche Mauer des kleinen Palas der Burg mit einer Fensteröffnung (von der Unterburg aus auch gut zu erkennen durch die Buckelquader mit Randschlag). Weiterhin ist eine an der westlichen Seite des Kernfelsens eingehauene Zisterne zu sehen. Erhalten haben sich an der Nordseite noch zwei Sitznischen in Hüfthöhe. Ungefähr in der Mitte des Plateau ist noch ein in Fels gehauener Raum (nicht zu besichtigen) zu sehen. Direkt daneben kann man über eine restaurierte Wendeltreppe in die verschiedenen Geschosse der Geschütztürme gelangen. An der südlichen Seite sind noch die Außenwände mit Fenstern der vierten Stockwerke der Geschütztürme zu besichtigen. Ansonsten ist von der Oberburg recht wenig erhalten.


Die Unterburg

Wenn man die Unterburg betritt kann man linker Hand einen Flankierungsturm mit vier Schießscharten besichtigen. Sein Durchmesser beträgt sieben Meter und er ist mit Buckelquadern verkleidet. Rechter Hand sind die beiden Geschütztürme zu sehen, die weiter unten noch genauer beschrieben werden. Folgt man dem Weg weiter kann man auf der rechten Seite die Umfassungsmauer der Unterburg sehen, die sich Richtung Westen und dann Richtung Norden abknickend erhalten hat. Leider ist der Teil der Umfassungsmauer im Norden und Nordosten völlig abgegangen. Am anderen Ende der nicht mehr vorhanden Umfassungsmauer seht im Norden ein zweiter Flankierungsturm. Die Ostseite der Burg muß noch durch eine weitere Umfassungsmauer gedeckt gewesen sein, von der aber jede Spur fehlt. Zwischen Umfassungsmauer und Kernanlage im Norden, deuten Mauerreste auf einen vorhandenen Zwinger hin. Ebenfalls sind an der Nordseite des Kernfelsens noch Reste eines spätmittelalterlichen Wohngebäudes zu sehen. Gleich neben diesem Gebäude seht noch ein Treppenturm der heute den Zutritt zur Oberburg ermöglicht. An der Westseite des Kernfelsen muß nach den Abarbeitungen am Fels ein weiteres Wohnhaus gestanden haben, von dem sich aber nur sehr wenige Reste erhalten haben. An diese Seite ist auch der Brunnen zu finden, der früher bestimmt einmal mit einem Gebäude überbaut war.


Die Geschütztürme

Die in der Pfalz wohl einzigartigen Geschütztürme mit ihrem Verbindungebau dazwischen sind die faszinierendsten Bauteile der Burg und zudem noch gut erhalten. Der Turm im Norden hat einen Durchmesser von ca. zehn Meter, der im Westen einen von sieben Meter. Die Türme und ihr Verbindungsbau ragen über 20 Meter, in vier Stockwerken, in die Höhe. Die drei unteren Stockwerke dienten zur Aufnahme von Geschützen. Die einzelnen Geschützstände konnten Kanonen von 2-bis 24-Pfünder in Stufenscharten aufnehmen. In Erdgeschoss waren die Scharten zu Löwenfratzen ausgebildet, die Heute immer noch gut sichtbar sind. Das 4. Stockwerk war ebenerdig mit der Oberburg angelegt und diente als Wohngebäude um so etwas Wohnraum zu gewinnen, da der Platz auf der Oberburg sehr begrenzt war. Die Geschütztürme können Heute, dank einer umfassenden Restauration in den 70er Jahren, komplett besichtigt werden.


Schiffsbug-Bastion

Die Schiffsbug-Bastion ist im Osten der Burg zu finden. Diese einzigartige Gestaltung einer Schildmauer, die es in der Pfalz meines Wissens nicht noch einmal gibt, sollte durch ihren spitzen Winkel die Kanonenkugeln von der Burg ablenken. In der Spitze der Schildmauer konnte, wie auch links und rechts davon, ein kleines Geschütze aufgestellt werden. Diese Geschütze konnten z.B. Hackblei verschießen. Im Felsen auf dem die Schildmauer steht sind weitere Geschützstände für kleine Kaliber vorhanden.


Anfahrtsweg

Auf der B 10 Fahren bis Hinterweidental und dort einbiegen Richtung Dahn auf die B 427. Nun fahren bis zur Abfahrt Dahner Weiher. Die nun folgende schmale Straße bis zum Waldhaus folgen und dort den PKW abstellen. Der weitere Weg ist am besten im Waldhaus zu erfragen, da eine Ausschilderung nach einer meiner letzten Besichtigungen nicht vorhanden war. Von Waldhaus aus sind es noch ca. 30 Minuten zu Fuß hinauf zur Burg.


Öffnungszeiten

Das ganze Jahr hindurch.

[zurück zu der Burgenübersicht]