Blick auf die Burg von Westen aus gesehen, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann

Geschichte der Burg


Entstehung:
Um 1232 durch Johann von Scharfeneck-Metze als Vorwerk für die Stammburg der Scharfenecker, die Altscharfeneck bei Frankweiler, erbaut.

Jahr 1363:
Ruprecht I. von der Kurpfalz erhält in diesem Jahr als Lehnsherr das Öffnungsrecht auf der Burg.

Jahr 1416:
In diesem Jahr starb Truchsess Friedrich von Scharfeneck als letzter seines Geschlechtes. Somit fiel die Burg als erledigtes Lehen wieder an die Kurpfalz zurück. In der Folge wurde die kleine Burg von der Kurpfalz zu einer der modernsten Festungen dieser Zeit ausgebaut.

Jahr 1472:
Kurfürst Friedrich I. übergibt die Burg mit allen Zubehörden seinem unehelichen Sohn Ludwig.

Jahr 1477:
Ludwig wird der Besitz der des Lehens durch Kürfürst Philipp bestätigt.

Jahr 1494:
Ludwig wird in diesen Jahr in den Grafenstand erhoben und wird somit zum Begründer des Geschlechts der Löwenstein-Scharfeneck.

Jahr 1525:
In diesem Jahr wurde die Burg vom Nußdorfer Bauernhaufen niedergebrand, da es in der Burg kein Pulver für die Verteidigung gab. Nach dem Bauernkrieg wurde die Burg in Fronarbeit als Schlossanlage wieder aufgebaut.

Jahr 1633:
In Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg in die Luft gesprengt und ist seid dem eine Ruine.

Besonderheiten

Die mächtige, gut erhaltene und begehbare (Taschenlampe nicht vergessen!) Schildmauer der Burg.

Lage

Die Kernburg liegt auf einem Ausläufer des Kalkofenberges oberhalb des Dernbachtales, dessen Plateau sie komplett einnimmt.



Beschreibung des baulichen Zustandes

Grundriss der Burg Scharfeneck Folgt man dem unten beschriebenen Weg, so erreicht man die Burg über einen sanft ansteigenden Pfad im Nordosten. Die Ausdehnung der Anlage beträgt an ihrer weitesten Ausdehnung ca. 150 x 60 Meter und ist somit eine der größten Anlagen in unserem Raum. Der Zugang zur Burg erfolgt über den ehemaligen nördlichen äußeren Zwinger oder im Süden an der noch gut erhaltenen Mauer des südlichen äußeren Zwinger entlang.

Frühere Zugänge
Betreten wurde die Burg früher über Porten im südlichen und nördlichen Teil der Schildmauer. Von diesen spannten sich Brücken auf Steinpfeilern über den mächtigen ca. 20 Meter breiten Halsgraben. Heute sind diese Pforten alle vermauert. An der südliche Seite der Schildmauer hat sich in einem Strebepfeiler noch ein spitzbogiges Tor erhalten. Die Abarbeitungen an diesem lassen darauf schließen, dass dieses Tor durch eine Zugbrücke geschützt war und in früherer Zeit den Zugang vom äußeren Zwinger auf eine der Brücken über den Halsgraben ermöglichte. Zum Halsgraben ist noch zu erwähnen, das er in späterer Zeit vermutlich bebaut war, worauf die Balkenlöcher die man dort überall in den Felswänden findet schließen lassen.

Die Vorburg
Die Vorburg im Westen kann in einen äußeren und inneren Bereich aufgeteilt werden.
Vom äußern Teil der Vorburg mit Toranlage haben sich keine nennenswerte Reste mehr erhalten.
Die inneren Vorburg mit Toranlage hat sich dafür besser erhalten. Schreitet man auf das Tor zu so erkennt man gleich links daneben einen Rundturm der dem Tor zusätzlich Schutz gab. Links neben dem Rundturm ist die Giebelwand eines Wirtschaftsgebäudes der inneren Vorburg zu erkennen. Das Tor selbst war zusätzlich durch einen Gusserker gedeckt. Nach dem durchqueren des Tores gelangt man in die innere Vorburg . Hier haben sich noch die Grundmauern des voran erwähnten Wirtschaftsgebäudes erhalten. Des weiteren wird der Blick auf den westlichen Giebel des noch nachfolgend erwähnten Renaissancebaues freigegeben. Die Aufstiegstreppe zum dem vorher genannten Rundturm ist eine Zugabe der Neuzeit. Dieser konnte früher nur über einen Wehrgang, wovon sich noch Reste an den Mauern erhalten haben, erreicht werden. Folgt man nun der südlichen Mauer des äußeren Zwinger gelangt man durch zwei Tore, von denen sich noch ein paar Grundmauern erhalten haben, zur Kernanlage (Eingang linker Hand) oder zur Schildmauer. Folgt man der nördlichen Zwingermauer gelangt man zu einem zerfallenen Zugang an der Schildmauer, leider konnte ich hier recht wenig aufgehendendes Mauerwerk lokalisieren und kann somit nicht mit letzter Sicherheit sagen wie der Zugang in die Schildmauer gesichert war.

Südlicher Teil der Kernburg
Dieser Teil der Kernanlage diente als Zwinger. An dieser Stelle lässt sich auch sehr gut noch die Buckelquaderverkleidung des Kernfelsens besichtigen.

Der nördlicher Teil der Kernburg mit Schlossbau
Der in den Jahren nach dem Bauernkrieg (um 1530) errichtete Renaissancebau ist größtenteils unter Schutt begraben und somit noch kaum erforscht. Vom äußeren Mauerwerk, das identisch ist mit der kompletten Längsseite der nördlichen Kernanlage, hat sich in einiger Höhe das Mauerwerk mit einigen schönen Erker im Westen und etwas weiter östlich erhalten. Der östlichere Erker soll dabei als Kapelle gedient haben.

Die Oberburg
Von der Schildmauer aus kann man den im rechten Winkel zur Schildmauer abstehenden Kernfelsen besichtigen, aber nicht betreten. Auf diesem Fels dürfen die Anfänge der Burg vermutet werden, da diese als kleines Vorwerk für die Altscharfeneck (leider komplett abgegangen) gedient hat. Leider ist von der Bebauung des Kernfelsens nichts mehr erhalten außer dem Brunnenschacht an der Nordseite des Kernfelsens und einem gemeißelten Durchgang mit Schießscharte und Wachkammer im Westen durch den man vom südlichen Teil der Kernanlage zum östlichen Teil gelangen kann. Am Fuße des Kernfelsens sind noch drei eingehauen Wasserbecken zu besichtigen, wobei sich an der östlichen Tränke noch eine große Kammer befindet die man leider nicht besichtigen kann und ein Pfeiler mit dem Wappen der Grafen von Löwenstein-Scharfeneck.

Die Schildmauer
Der imposanteste Bauteil der Burg ist wohl die Schildmauer. Sie hat eine Ausdehnung von 58 Meter Breite, 20 Meter Höhe und eine Tiefe von 12 Meter. Die Schildmauer ist noch hervorragend erhalten und kann jeder Zeit mit Taschenlampe besichtigt werden. Besonders zu empfehlen sind die vielen Schießstände und die Aussicht von der Plattform der Schildmauer in den Pfälzer Wald. Auch kann man von hieraus sehr gut die Erweiterung der Schildmauer besichtigen die im Jahre 1530 vorgenommen wurden und unter anderem für die vermauerten Zugangspforten verantwortlich sind.

Auch möchte ich zum Abschluss nicht versäumen Ihnen einen Besuch auf der Burg Meistersel ganz im der nähe des Parkplatzes "Drei Eichen" nahezulegen. Durch den Besuch dieser Burg können Sie dafür sorgen dass diese Anlage nicht ganz in Vergessenheit gerät und durch erhöhte Besucherzahlen wieder für Erhaltungsmaßnahmen in betracht gezogen wird.

Anfahrtsweg

Am besten folgt man von Landau der B10 in Richtung Annweiler am Trifels. Kurz vor Annweiler a. Tr. verlässt man die B10 und fährt Richtung Ramberg. Nach dem durchfahren der Ortschaft Ramberg kommt man nach ca. 1,5 Km an den Parkplatz "Drei Buchen" und parkt dort. Von dort folgen sie der Wegmarkierung weiser Balken mit schwarzem Punkt in der Mitte.

Öffnungszeiten

Das ganze Jahr hindurch.

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