Bild des Trifels, Bild aus dem privaten Fotoarchiv von J. Wegmann

Geschichte der Burg


Entstehung:
Salische Mauerreste, die auf der Burg gefunden wurden, deuten auf einen Bauvorgang zwischen 1040 und 1060. Die erste Burg aus Stein wurde sehr wahrscheinlich vom Salierkaiser Konrad II. gegründet.

Jahr 1081:
In diesem Jahr übergibt ein Ritter namens "Diemarus de Trivels" die Burg den König, aber nicht dem Salier Heinrich V., sondern dessen Gegenkönig Hermann von Salm.

Jahr 1113:
Heinrich V. kommt wieder in den Besitz der Burg.

Jahr 1115:
Heinrich V. lässt den auf dem Trifels gefangengehaltenen Erzbischof von Mainz, seinen Kanzler, wieder frei.

Jahr 1125:
Heinrich V. bestimmt vor seinem Tod, dass die Reichskleinodien auf dem Trifels aufbewahrt werden.

Jahr 1152:
Die Glanzzeit des Trifels fällt zusammen mit der Machtergreifung der Staufer. Unter Friedrich Barbarossa wird der Trifels eine wichtige Reichsburg.

Jahr 1193:
In diesem Jahr sitzt der englische König Richard Löwenherz auf dem Trifels in deutscher Gefangenschaft.

Jahr 1194:
In diesem Jahr tritt der Stauferkaiser Heinrich VI. vom Trifels aus seinen zweiten Feldzug gegen die Normannen nach Sizilien an. Unter dem Oberbefehl von Truchsessen Markward von Annweiler eroberte das Heer das Reich der Normannen.

Jahr 1195:
Als Ergebnis des Feldzuges gegen die Normannen, wird der Normannische Kronschatz auf den Trifels überführt. Gleichzeitig kommen sizilianischer Edelleute als Geißeln auf die Burg.

Jahr 1206:
Erzbischof von Köln wird von König Philipp von Schwaben auf der Burg gefangen gehalten.

Jahr 1208:
Konrad von Scharfenberg, Bischof von Speyer und Metz sowie Kanzler von Philipp von Schwaben, flüchtet nach dessen Ermordung in Bamberg mit den Reichskleinodien nach dem Trifels.

Jahr 1215:
Der Trifels wird von Friedrich II in Besitz genommen. Es ist heute aber fraglich ob der Kaiser je auf der Burg geweilt hat.

Jahr 1219:
Annweiler bekommt durch Friedrich II die Stadtrechte. Dieser bestimmt auch, dass der Erlös von einer dort angelegte Münze dem Trifels zu gute kommen sollte. Im nächsten Schritt, läßt er den Normannenschatz nach Unteritalien überführen.

Jahr 1246:
Die Gemahlin des Truchsessen Philipp von Falkenstein, übergab König Konrad IV. die auf dem Trifels aufbewahrten Reichskleinodien.

Jahr 1274:
Seit die Reichskleinodien in der Schweiz auf die Kyburg aufbewahrt werden, sinkt die Bedeutung der Reichsfeste ab.

Jahr 1310:
Kaiser Heinrich VII. erteilt den Auftrag, an den beiden Reichsburgen Trifels und Neukastel den Betrag von 1200 Pfund Heller zu verbauen. Dies war der letzte Kaiser der sich um die Burg gekümmert hat.

Jahr 1330:
Kaiser Ludwig der Bayer verpfändet den Trifels an seine beiden Neffen, die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I.

Jahr 1410:
Trifels und Stadt Annweiler kommen an den Herzog von Zweibrücken, dort bleibt die Burg und Annweiler bis zur französischen Revolution.

Jahr 1602:
Genau am 28.3.1602 geht die Burg durch Blitzschlag in Flammen auf. Bei diesem Brand wird hauptsächlich der Palas und einige Nebengebäude beschädigt.

Jahr 1618-1648:
Die Trifels diente als Zufluchtsort im Dreißigjährigen Krieg für die umliegenden Dörfer.

Jahr 1660-1670:
Die Herzöge von Zweibrücken lassen zahlreiche Marmorplatten und vierzig Sandsteinsäulen aus den Palas und der Kapelle ausbrechen und nach Annweiler bringen.

Jahr 1684:
Aus diesem Jahr gibt es einen Bericht, der besagt, dass der Trifels noch gut im Mauerwerk stand, aber des Gebälkes verlustig gegangen sei.

18. Jahrhundert:
Der Trifels wird von den umliegenden Dörfern als Steinbruch genutzt. In dieser Zeit erlitt die Burg die größte Zerstörung.

19. Jahrhundert:
Der 1866 gegründete Trifelsverein sorgt mit staatlicher Unterstützung für den Erhalt des Trifels.

Jahr 1935-1937:
Ausgrabungen auf der Burg

Jahr 1938-1966:
In diesen Jahren wird hauptsächlich die Kernanlage wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau erfolgt aber nicht nach originalen Plänen sondern nach Vorbildern von Burgen Friedrich II in Italien.

Besonderheiten

Brunnenturm außerhalb der Burg im Norden, wieder aufgebauter Hauptturm und Palas.

Lage

Die Burg liegt auf einem dreigeteilten Felsen, der ihr vermutlich auch den Namen Trifels einbrachte.



Beschreibung des baulichen Zustandes

Grundriss des Trifels

Aufstieg zur Burg

Vom Parkplatz "Schloßäckern" führt ein bequemer Fußweg zur Burg. Soweit man das heute noch beurteilen kann war dies auch im Mittelalter schon der Aufgang zur Burg, der im Norden der Burg beim Brunnenturm ankommt.

Brunnenturm

Der Brunnenturm wurde zur Stauferzeit erbaut. Die Bogenbrücke, die von der nördlichen Unterburg mit dem Brunnenturm verbindet ist aus dem Jahre 1882. Die mittelalterliche Brücke lag auf zwei Kragsteinen, die aus der südlichen Mauer des Turmes herausragen auf. Der heutige Zinnenkranz ist wiederum eine Zutat des 19.Jahrhunderts. Die vermauerte Tür im unteren Bereich wurden 1880 eingebrochen, als der Brunnenschacht (Tiefe 80 Meter) wieder freigeräumt wurde.

Torweg

Vom Brunnenturm aus auf dem Weg zur Unterburg können unter anderem noch folgende bauliche Reste besichtigt werden, z.b. das untere- und obere Burgtor, einen spätmittelalterlichen halbrunden Geschützturm, zwei Viehtränken und die Reste der salierzeitlichen Burganlage (zur Zeit aber unter Dickicht verschwunden)des 11. Jahrhundert.

Südliche Unterburg

Tritt man aus den oberen Burgtor, befindet man sich in der südlichen Unterburg. Der Blick nach Süden wird durch das erste Kastellanhaus (erbaut 1954/55) beherrscht. Die Hauswand die dem Hang zugewandt ist, besteht bis zum Keller aus der stauferzeitlichen Ringmauer, die sich dort noch in einiger Höhe erhalten hat.
Ist man am Kastellanhaus vorbei, kann man sehen das der Burghof gegen Süden spitz zuläuft. Die Mauereinfassungen in diesem Bereich sind den sechziger Jahren des 20. Jahrhundert zuzuschreiben. Das gleiche Datum hat auch die kleine Steinbrücke die ganz im Süden zu einer Felsspitze führt. Eine vorhandene Felsnase ist leider nicht mehr zugänglich. Dieser zuletzt beschriebene Teil dürfte mit Fachwerk- und Steinhäusern bestanden gewesen sein, da Balkenlöcher und Abarbeitungen am Fels darauf schließen lassen. Von dieser südlichsten Stelle der Burg kann man auch schön den Burgfels des Anebos und den Bergfried der Burg Scharfenberg sehen, die zusammen mit dem Trifels eine Burgengruppe gebildet haben sollen.

Nördliche Unterburg

Im Nordwesten dieses Bereiches wurde 1960 und 1988/89 ein zweites Kastellanhaus erbaut. 1960 wurde während des Baus eine romanische Felsentreppe festgestellt, die aber damals aus technischen Gründen überbaut wurde und somit nicht mehr sichtbar ist. Für diese Treppe, die nach dem Westen führte, wird angenommen, dass sie in der Stauferzeit als Haupteingang (sie war 3 Meter breit und gebaut wie ein repräsentative Anlage) für die Burg gedacht war. Erst später im 13./14. Jahrhundert wurde sie am unteren Ende durch einen neuere Ringmauer abgeschnitten.
In der nördlichen Burgmauer sind Bauplastiken eingelassen die bei verschiedenen Grabungen auf der Burg gefunden wurden. Weiterhin führt eine schmale Bogenbrücke am nördlichsten Teil des Hofes zu dem bereits erwähnten Brunnenturm.

Die Kernanlage besteht aus den Hauptturm, dem oberen Burghof, dem Palas und einem Wachgebäude. Alle Gebäude der Oberburg wurden wieder restauriert, außer dem Wachhaus von dem nur noch die Außenmauern stehen.

Der Hauptturm der Kernanlage besitzt im Erdgeschoss zwei Wachräume. Vom hinteren Wachraum wurde ein Durchbruch zum neuen Palas gebrochen. Auch gab es in jedem der beiden Räumen einen Gang in der Wand des Hautturmes zum ersten Obergeschoss. Im ersten Obergeschoss ist die sogenannte Königskapelle mit beheizbarem Vorraum zu finden. Im zweiten Obergeschoss darüber ist der Tresorraum zu finden. Beide Räume dienten ehemals zur Aufbewahrung der Reichskleinodien. Das 3. Obergeschoss mit Zinnenkranz ist einer Zutat des 20. Jahrhunderts.

Der Palas der Heute in drei Geschossen aufragt, war in früherer Zeit nur Zweigeschossig und nachträglich an den Hauptturm angebaut. Dieser Bau aus der Stauferzeit ersetzte einen älteren Bau aus der Salierzeit.

Anfahrtsweg

Die Anfahrt erfolgt über die B10 bei der Stadt Annweiler an Trifels. In der Stadt angekommen ist der Weg zur Burg gut ausgeschildert. Der Parkplatz ist direkt an Fuße des Burgberges zu finden. Vom Parkplatz aus ist die Burg in ca. 20 Minuten zu Fuß zu erreichen.

Öffnungszeiten

Geöffnet ab der Karwoche - 30. September von 9.00 - 18.00 Uhr und vom 1. Oktober - 30. November, 1. Januar - Sonntag vor Ostern von 9.00 -17.00 Uhr. Führungen nur nach vorheriger Anmeldung.

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