Meine Erfahrungen mit dem ETX90RA-AstroScope
und dem ETX90PE von Meade
Das
ETX90RA:
Das ETX90 PE:
Für
einen Gelegenheitsbeobachter (oder Hobbyastronomen?) wie mich, der jederzeit
blitzschnell ein Teleskop in Position bringen möchte, ist das ETX genau das
richtige.
Aufbau und Transport
Das ETX90RA st einfach und leicht zu
transportieren. Es ist zwar in fünf Minuten aufgebaut und man kann gleich mit
dem Beobachten beginnen, aber das Einrichten dauert doch recht lange um die
Teilkreise einzustellen. Abgebaut und verstaut ist es wieder schnell..
Dadurch ist es auch ein prima Reiseteleskop. Leider gibt es am ETX auch einiges zu bemängeln:
Da wäre zunächst der doch recht deftige Preis in Deutschland! In den USA ist er erheblich günstiger! Bestellen kann man das ETX allerdings nicht in den USA bei einem Händler! Kauft man es privat über einen Freund oder Verwandten, gilt die Garantie nicht in der BRD!
Der Hochglanzprospekt täuscht einem
astronomisch völlig Unbedarften Beobachtungserlebnisse vor, die der Realität
nicht gerecht werden! Die Bilder im Prospekt, die bestimmt nicht mit dem ETX
gemacht wurden, erwecken Beobachtungshoffnungen, die sich nicht erfüllen
lassen! Die
Focusjustierung
Die
Fokussierung ist sehr "hakelig" und deshalb nicht sehr feinfühlig einzustellen. Die Justage hat man mit fortschreitender Betriebsdauer dann zwar schon im Griff, könnte aber wesentlich weicher und damit genauer sein. Die Ganggenauigkeit konnte ich zwar nicht verbessern, aber eine bessere Einstellungmöglichkeit konnte ich durch eine Verlängerung des Fokusknopfes erreichen.
Siehe: 
Die automatische Nachführung
Die
Nachführung setzt leider erst mit einer gewissen Verzögerung ein.
Meist ist dann das Objekt aus dem Gesichtsfeld verschwunden. Man muss also das Objekt am äußersten rechten Rand einstellen, damit es dann, nach der "Driftzeit", in der Mitte des Okulars zur Ruhe kommt.
Einschaltkontrolle Leider gibt es keine Möglichkeit zu erkennen, ob der Motor eingeschaltet ist oder nicht und damit den Ladezustand der eingesetzten Batterien festzustellen.
Dass die Batterien erschöpft sind, merkt man es erst, wenn der Motor sich nicht bewegt oder nicht mehr richtig nachführt.
Vergisst man den Motor auszuschalten (was sehr oft passiert) wenn man das ETX wegräumt, dann sind garantiert die Batterien (oder Akkus) leer und bei der nächsten Inbetriebnahme ärgert man sich deswegen schwarz. Aus diesen Grunde habe ich mir eine Kontroll-LED selber eingebaut.
Die oben eingebaute LED signalisiert mir nun ob das ETX eingeschaltet ist oder nicht und zeigt zusätzlich durch eine verringerte Leuchtkraft auch schwache Batterien an!
Vorsicht bei den Akkuhalteklammern! Ist eine Akkuzelle mit einem abgenutzten Isoliermantel versehen, besteht Kurzschlussgefahr! Abhilfe: Umwickeln der Akkuzellen im Bereich der Halteklammern mit Tesafilm.
Lästig ist auch der umständliche Batterie (Akku)-Wechsel. Die Bodenplatte lässt sich nur nach dem Lösen dreier Schrauben entfernen. Es war jedes Mal ein Gefummel, die Platte, ohne Hilfsmittel, nur mit den Fingern herauszunehmen.
Mein Tipp: Eine passende Schraube die sich in das Mittelloch der Bodenplatte einschrauben lässt. Mit diesem "Hilfsgriff" ist die Platte nun wesentlich leichter zu entfernen!
Der mitgelieferte Sucher lässt sich nur sehr mühsam einjustieren. Da das Einblickverhalten im Geradeaussucher bei höheren Beobachtungsgraden sehr mühsam ist, empfiehlt sich der 90°-Umrüstsatz. Allerdings wird dadurch eine schnelle Objektanpeilung erschwert. Aus diesen Grund habe ich einen
Adapter für den Rigel-Quickfinder als zusätzliche Geradeauspeilung auf den ETX-Tubus aufgebracht. Die Aufsuchprozedur sieht dann so aus:
Suchen des Leitsternes am Himmel per Auge und Grobausrichtung, mit dem
Rigel-Quickfinder über den ETX-Tubus. Anschließend die genaue Fadenkreuzjustierung durch den ETX-Sucher. Das funktioniert immer und vor allen Dingen sehr schnell!
In der Gesamtleistung - was optische Leistung und Flexibilität betrifft, ist das ETX
- meiner Meinung nach - jedoch unschlagbar Was ich bisher beobachten konnte, habe ich hier dokumentiert:
Meine bisherigen Beobachtungen und
Bilder der gesehenen Objekte Selbstgebautes Zubehör und Verbesserungen Okulare
Ausgediente Videokameraobjekive (FL ca.32 - 40mm) eignen sich sehr gut als gering vergrößernde Okulare. Einfach ausbauen und dann mit einer Fotodosenhülse verkleben!

Nach oben
Filterschublade
Je nach Beobachtungsbedingungen verwende ich manchmal verschiedene Farbfilter aus Fotozubehör, die in eine Eigenbaufilterschublade passen. Diese Filterschublade wurde von Andy Hengst konstruiert und gebaut. Dafür möchte ich mich hier nochmals bei ihm bedanken. Die Schublade wird in den Okulareinschub des ETX gesteckt. Das jeweilige Okular wird dann in das Oberteil der Schublade eingeschoben.

Seitenansicht der Filterschublade
 Eingeschobener Filter
 Schublade ausgefahren Nach oben
Nivellierungskeile Zur einfacheren Ausrichtung habe ich mir drei Nivellierungskeile gebaut. Die Bauanleitung fand ich auf der URL von Dirk Walther. Sie haben sich besonders bei weichem Boden bewährt.

Den Artikel, zusammen mit der Bauanleitung, finden sie hier:
Dirk Walther´s Nivellierungskeile
Nach oben
Nivellierung
und Objektivhalter Zum einfacheren Ausrichten des Tripods habe ich ganz einfach eine Libelle auf die Auflageplatte geklebt. Der Objektivhalter wurde aus einer 3mm starken Kunststoffplatte ausgesägt.

Der Objektivhalter und die Nivellierungslibelle Nach oben
Motorkontrolle Der Nachführmotor des ETX ist eine Erleichterung und erspart bei längerer Beobachtung das ständige Nachdrehen des Teleskops mit der Hand. Leider hatte Meade vergessen dem ETX eine optische Kontrolle des eingeschalteten Motors zu spendieren. Vergisst man nämlich den Motor auszuschalten, sind garantiert die Batterien beim nächsten Einsatz leer. Meine Abhilfe: Ich habe eine rote Niedrigstrom-Led (ca. 1mA) in Reihe mit einem Vorwiderstand parallel zu den Motoranschlüssen gelötet. In der Bodenplatte des ETX (oberhalb des Ein-Aus-Schalters) ist ein Loch frei. Dort habe ich die Led mit Heißkleber befestigt. Nun genügt ein kurzer Blick um zu überprüfen, ob der Motor eingeschaltet ist oder nicht. Nach oben
Fokusknopf Verbessert habe ich den Focusknopf, der serienmäßig recht klein ausgefallen und nicht gerade handlich ist. Bei steilem Betrachtungswinkel verbiegt man sich fast die Finger beim Fokussieren. Meine Lösung: Eine Achsverlängerung mit einem größerem und griffigerem Knopf. Jetzt ist die Einstellung ganz feinfühlig vorzunehmen. Der verlängerte Focusknopf als Teil -
 und hier montiert am ETX

Das
ETX90 PE
Nach 11 Jahren Beobachtung mit dem Klassiker RA
habe ich mir das neue ETX90 PE gekauft.
Kaufgrund wiederum: Das kompakte Maksutov
System - ideal für die Reise und schnell aufgebaut!
Die Datenbasis von über 30.000 Objekten ist allerdings für die 90mm-Öffnung
stark überdimensioniert.
Ganz große Klasse ist das EasyAlign mit dem SmartFinder
Ich muss jetzt nur noch meinen Standort auswählen und Uhrzeit und Datum eingeben.
Die neue LNT (Level North Technology), mit einem elektronischen
Waagerechtsensor und einem elektronischen Kompass, richtet das Teleskop
automatisch waagerecht aus und schwenkt es zum wahren Norden.
Nachdem das ETX
die LNT-Ausrichtprozedur beendet hat, fährt das Gerät zum ersten
Initialisierungsstern. Mit dem neuen SmartFinder (das ist ein
Leuchtpunktsucher) fahre ich einen roten Punkt über den
Initialisierungsstern, und einer genauen Positionierung steht nichts
mehr im Weg. So einfach ist das!
So macht das Spechteln wirklich Spaß!
Wie immer gibt es auch was zu
kritisieren:
Die Batterieversorgung erfolgt mit acht (8)
Mignonzellen! Ganz schönes Gefummel die alle einzulegen, bzw. nach deren
Erschöpfung sie wieder heraus zu puhlen.
Besser ist eine externe
Stromversorgung, entweder über einen 220V/12V-Adapter oder direkt aus
einer 12V-Batterie.
Der Leuchtpunktsucher, in dem ja das LNT-Modul untergebracht
ist, besteht leider nur aus einem Kunststoffteil, das mit einem recht
dünnen Fuß am Teleskop befestigt ist.
Hier besteht höchste Gefahr eines Abbruchs bei unsachgemäßem Transport.
Aus diesem Grund habe ich mir eine spezielle Transportkiste gebaut, in dem das
ETX passgenau transportiert werden kann. (Spezieller Schutz des LNT.)
Mein "altes" ETX90 RA hatte noch einen Sucher aus Metall. Da gab es beim
Transport keine Probleme.
Der von Meade angebotene Transportkoffer sieht mit Sicherheit besser aus, aber
er ist mir einfach zu teuer. Die Euronen die er kostet, stecke ich lieber in
den Erwerb hochwertiger Okulare.
Das war es auch schon mit der Kritik.
Halt, da war noch was:
Ich lese öfter mal negative Kritiken, die sich mit dem
Meade-Service beschäftigen.
Ich kann dazu nur folgendes Beispiel geben:
Mein LNT-Modul war defekt und ich hatte das komplette ETX an
den Service geschickt mit der Bitte um Reparatur. Nach ca. 2 Wochen bekam ich
mein ETX wieder zurück.
Auf einer beiliegenden Nachricht konnte ich lesen, dass das LNT durch
den Service ausgetauscht worden war.
.
Und dann die Überraschung:
Alles kostenfrei! Obwohl die Garantie für das Gerät schon lange abgelaufen
war!
Ist das ein Service? Oder nicht?
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