www.rso4x4.de

Outdoor [W] Rheinsteig '08 [R] Lüneburger Heide '08       rso4x4
  [W] Altmühltal '09 [W] Goldsteig '09 [W] Meraner Höhenweg '09     Kontakt/Impressum
Offroad Ardèche '01 Pyrenäen '01 Nordspanien '01 Tunesien '02 Spanien '02 Seealpen '02
  NW-Spanien'03 Sardinien '03 Burgund '04 Toyota HZJ 78 Toyota KZJ 90 Jeep YJ 4.0

 

Tunesien 4x4

Reisebericht über eine 2-wöchige Geländewagen-Tour mit Dünenfahren im Sperrgebiet, zusammen mit Mitgliedern des Team Off-Road Beckum.

t39geskarte.JPG (23003 Byte)

t08panorama.JPG (12347 Byte)

t38karte2.JPG (22078 Byte)

t08erg3.JPG (17487 Byte)

 

Tag 1    Anreise nach Genua

Wir fahren um 15 Uhr los, über Lindau geht’s durch die Schweiz. Natürlich regnet es permanent. Am Rastplatz Bellinzona Nord in der Südschweiz wollen wir uns mit unseren Mitstreitern treffen: Theo und Dieter im Toyota LandCruiser HZJ 78, Hoppel und Michael im Landy Defender 110 sowie Peter im Mercedes G, alle vom Team Off-Road Beckum, das diese Tour auch in Eigenregie organisiert hat. Die Nacht in Bellinzona ist saukalt, ich lege hier den Grundstein für die folgende Erkältung.

 

Tag 2    Fähre Genua - Tunis

t01hafen.JPG (31931 Byte)Früh geht es weiter nach Genua, um ca. 12 Uhr  erreichen wir den Fährhafen und werden chaotisch in die illustere Schlange der Wartenden eingereiht. Gegen 14 Uhr fährt diet01hafen1.jpg (31319 Byte) Carthage ein und irgendwann nach Abholung des Polizeistempels fahren auch wir in den Rumpf des Schiffes ein. Nach dem Ablegen füllen wir die notwendigen "Fiches" aus und gehen –bei inzwischen recht rauer See- Essen fassen. Gerade Birgit, die sich so aufs Essen freute, bekommt fast nichts hinunter. Früh gehen wir in die Kabine. Leider trägt die kräftige Klimaanlage nicht unbedingt zum Genesen meiner Rachenschmerzen bei, sondern wirkt eher kontraproduktiv.

 

Tag 3   Tunis - Hammamet

Nachts gegen 3 Uhr ist auch der Höhepunkt der rauen See erreicht, gegen Morgen ist das Meer glatt. Das notwendige Stempelholen erledigt glücklicherweise ein Bekannter von Theo innerhalb von 15 min. Gegen 15 Uhr landet die Carthage in Tunis an, nach chaotischen 60 min. sind wir durch die seltsamen Kontrollen und treffen Fritz, einen in Tunesien lebenden Deutschen, der für uns eine Strecke durchs Sperrgebiet ausgearbeitet hat. Wir fahren noch von Tunis nach Hammamet-Nabeul, in den gut versteckten, Insidern jedoch bestens bekannten Campingplatz "le jardin".

 

Tag 4   Fahrt in den Süden

Bereits um 7 Uhr am Morgen geht’s wieder los, wir haben noch viel Strecke vor uns undt27karawane.JPG (12804 Byte) wollen noch bis knapp ans Sperrgebiet kommen. Fast wäre der Tag schon hier gegessen gewesen, denn als uns in Hammamet ganz wild ein Taxi überholt, knallt es nur Sekunden später: allerdings beim Taxi, denn diesem ist auf abenteuerliche Weise mit 180°-Drehung eine Tunesierin in die Seite gefahren. Hätte ich durch den Überholvorgang nicht Abstand halten müssen, wären wir exakt an dieser Stelle gewesen, Glück gehabt.  Der Weg zieht sich, leider ist gerade heute hier ein großes Radrennen, Stau pur.... die Tunesier fahren teils 5-spurig auf zweispuriger Strasse, total balla-balla. Trotzdem: irgendwann erreichen wir Tattaouine und holen im Hotel Mabrouk unsere vorbestellte Genehmigung fürs Sperrgebiet. Kurz danach übernachten wir idyllisch an einem Wasserhäuschen. Ich gehe früh ins Bett, aber die Erkältung verschlimmert sich.

 

Tag 5   Eintritt Sperrgebiet

t04staub.JPG (28106 Byte)Wir starten gegen 8.30 Uhr und wollen zügig bei Kambout ins Sperrgebiet einfahren. Doch da wird nichts draus, die Militärs wollen auf unserer Genehmigung unbedingt einen Stempel aus Remada sehen und lassen sich auch nicht erweichen, also fährt Fritz mit Theo nach Remada und der Rest von uns wartet in glühender Sonne an der Schranke.

t02tiaret.JPG (44974 Byte)2 Stunden später ist alles erledigt und so geht es los. Über tlw. wirklich übelste LKW-Wellblechpiste rumpeln wir in großteils landschaftlich langweiliger Gegend gen Süden, bis wir kurz vor Tiaret eine idyllische Nacht am Lagerfeuer in den ersten Dünenausläufern verbringen. Es wird saukalt (so um 5° C ) und auch für die draußen Schlafenden recht feucht.

 

Tag 6    Sperrgebietsquerung

t03duene1.JPG (18383 Byte)t07duene2.JPG (18505 Byte)Erneut starten wir um 8.30 Uhr, wir fahren nach Tiaret zur  Kontrolle und tlw. wird aufgetankt. Kurz wieder den Weg zurück und schon kommen am späten Vormittag auf unserem langen Weg nach El Borma die ersten knackigen Dünenpassagen. Natürlich habe ich mich als "Sandneuling" bereits nach wenigen Minuten hoffnungslos festgefahren.... jaja, da war doch was mit Luftablassen... und Peter zieht mich heraus. Der weitere Tagesverlauf wird bestimmt von t06erg2.JPG (13165 Byte) feinstem Sandfahren, an das man sich sehr schnell gewöhnt. Die Waypoints von Fritz geben uns immer ein sicheres Ziel und nach vielen kleinen Hängenbleibern (urplötzliches Versinken im Weichsand) kommen wir gegen 16 Uhr beim alten, verrosteten LKW an (N 31°04.820´, E 09°33.220´). Etwa 1 km davon entfernt schlagen wir unser Quartier in den Dünen auf. Unsere Tagesetappe betrug ca. 108km, Luftlinie um 70 km.

 

Tag 7   Grand Erg Oriental

Heutet09camp.JPG (29057 Byte) machen wir ganz gemütlich eine Rundtour durch die Dünen des großen t10eingesandet.JPG (14291 Byte) östlichen Erg (Grand Erg Oriental). Neben vielen Einsandern (auch Peter braucht mal die Bleche!) erleben wir bei leichtem Wind, Schleierwolken und angenehmen 25° C eine abwechslungsreiche Tour in grandioser Landschaft, stellenweise sind wir nur 3-4 km von der algerischen Grenze entfernt.

 

An t11bleche.JPG (19513 Byte) einer etwa 300m langen, harmlos aussehenden Steigung, die uns aus einem großen t05erg1.JPG (15763 Byte) Dünental herausführen soll, erwartet uns unvorhergesehene und schweißtreibende Bergearbeit: Glücklicherweise hatte Hoppel, der als erster mit seinem Landy an dem Anstieg war, diesen irgendwie durch das Weichsandfeld kurz vor der Kuppe hindurchbugsiert. Doch für die Folgenden ist der lockere Sand nun zu aufgewühlt, der Schwung ist nicht ausreichend, um diese etwa 30 Meter zu überbrücken. Und da keine Alternativstrecke vorhanden ist, werden nun nacheinander alle Fahrzeuge durch die Aneinanderreihung von 3 – 4 Bergegurten bis zum wieder tragfähigen Scheitelpunkt hochgezogen, natürlich mit jeweils mehreren Anläufen, Verkürzen der Gurte usw.. Aber solche Aktionen gehören halt eben dazu, und eine Gruppe mit 5 Fahrzeugen gibt die notwendige Sicherheit.

Die Gegend scheint beliebt zu sein, wir treffen am Nachmittag 2 verschiedene Gruppen vont14badewanne.JPG (39749 Byte)t13lkw.JPG (29663 Byte) französischen Veranstaltern. Endpunkt des Tages ist – nach dem Wiedersehen  mit dem alten LKW - eine Düne in der Nähe des artesischen Brunnens bei N 31°15.450´, E 09°29.900´. Diese Quelle mit stark schwefel- und mineralhaltigem Wasser (ca. 40° C warm) nutzen wir natürlich sofort zur ausgiebigen Körperpflege und Entspannung. Wenig später im Camp, nach Kontrolle von Öl (ok) und Luftfilter (kaum verschmutzt, im Zyklon ca. 2 Schnapsgläser Staub) wird der erste Globetrotter-Lunch verspeist: sehr wohlschmeckend ... allerdings ist auf unserer Tour Expeditionsnahrung beim t15erg5.JPG (13893 Byte) besten Willen nicht nötig, aber wir wollten das Zeug ja mal testen, wenn nicht hier, wo dann?

Ach ja, Fliegen gibt es hier ohne Ende und der Verbrauch unseres Toyota LandCruiser beträgt auf die 95 gefahrenen km ca. 40 Liter..... ein kompletter Tag mit hohen Drehzahlen in Geländeuntersetzung eben..... was solls..... ohne Input kein Output.

 

Tag 8   El Borma und alte Pipe-Piste

t17aPP1.JPG (20575 Byte)Nach Abbau unseres Camps kommen wir nochmal zur Morgenwäsche beim Brunnen vorbei und nehmen direkten Kurs auf El Borma, ganz nah an der algerischen Grenze. Kurz vor Erreichen der Erdöl-Station sehen wir noch die weissen Gips-Steinbrüche, ihr feinster Staub dringt überall durch. In El Borma dann wieder dann wieder das gewohnte Ritual bestehend aus Polizei- und Militärkontrolle sowie Auftanken der Fahrzeuge. t18aPP2a.JPG (6253 Byte) Der Preis verschlägt uns die Sprache: fast 3 mal so hoch als normal, 40 Liter für 36 Dinar, Wahnsinn .... und das direkt an der Quelle! Nix wie weg hier.

t18aPP3.JPG (23060 Byte)Wir verlassen das hässliche Kaff auf der Pipe-Piste Richtung Remada, doch biegen wir schon kurz später in westlicher Richtung ab: wir begeben uns auf die alte Pipe-Piste, von der nur rudimentäre Reste erkennbar sind. Oft fährt hier bestimmt niemand .... Schnell stellt sich nach einer Abfahrt heraus, daß es für uns nur ein vorwärts, aber kein zurück geben wird. Im extrem weichen Sand kämpfen wir uns über die Dünen und Auffahrten in unser sogenanntes "Tal der Tränen". Schleppaktion an Schleppaktion, sehr schweisstreibend. Irgendwo nach WP 53 (N 31°46.783´, E 09°28.997´) kann ich als letztes Fahrzeug vor einem Dünenanstieg im zerwühlten Weichsand keinen Schwung mehr aufbauen, bei jedem Versuch grabe ich mich tiefer ein, ums neue ist Freischaufeln angesagt, bei dem alle mithelfen. Trotzdem wird der zurückgelegte Weg immer kürzer, die Luft ist bereits auf 1,2 bar abgelassen .... auf diese Art ist der Anstieg nicht zu schaffen! Ich stelle den HZJ einigermaßen gerade und wir t23aPP4.JPG (17138 Byte) legen einseitig 2 Sandbleche unter. Voll gesperrt reichen diese 3 m Anlauf, um im 2ten Gang Untersetzung Schwung aufzubauen: Pedal to the metal, aber die Auffahrt verläuft anders als geplant und überraschend .... ich will nach oben, nehme kein Gas weg, hebe am ersten Dünenvorkamm voll ab, steche vorn in den Sand,  hinten knallt das Heck .... weiter zum zweiten ... das selbe Spiel ..... und ich bin oben. t22aPP3.JPG (12816 Byte) Der Preis für diesen zwar geglückten, aber ansonsten kamikaze-artigen Versuch: Kopfweh (am Wagendach angestoßen, da nicht angeschnallt), ne verbeulte Frontstoßstange sowie das Abdeckblech unterhalb des Kühlers eingedrückt. Innen im Fahrzeug sieht`s aus wie nach einem Bombeneinschlag, aber nichts wesentliches kaputt .... Glück gehabt. Andererseits bestätigt diese Aktion natürlich auch (ungewollt) die Qualität meines selbstgefertigten Innenausbaus.

t19brot.JPG (25771 Byte)Wir kämpfen uns noch einige Kilometer und manch durchaus schwere Passage weiter, aber mich kann heute nichts mehr schocken, notfalls wird brutal Gas gegeben und am Lenkrad gekurbelt. Dafür finden wir einen sehr schönen Lagerplatz für die Nacht, wir sammeln Holz fürs obligatorische Lagerfeuer und Fritz bäckt frisches, leckeres Fladenbrot im Sand bzw. der Glut des Feuers.

 

Tag 9   Alte Pipe-Piste und Ksar Ghilane

Die t20luft.JPG (17862 Byte) Dünen werden niedriger, erste Steine mischen sich darunter. t24steine.JPG (22443 Byte) Der niedrige Luftdruck in unseren Reifen sorgt bei Fritz für den ersten Platten, wir erhöhen alle wieder auf 2 bar. Sehr vernünftig, denn neben sandigen Anstiegen sind kurz darauf auch deftige steinig-felsige Anstiege zu meistern, was unserer schweren Kiste und meiner Erfahrung durchaus entgegenkommt. In der Ferne drohen schwarze Wolken: Gewitter oder Sandsturm?

Gegen Mittagt21unwetter2.JPG (14866 Byte) treffen wir wieder auf die normale Pipe-Piste, die jedoch t21unwetter.JPG (26243 Byte) aufgrund vieler Sandverwehungen kein hohes Tempo zulässt. Am frühen Nachmittag verlassen  wir bei Kamour das Sperrgebiet, es fängt an zu schütten und zu hageln, wir sind mitten in einer großen Gewitterfront, die dunklen Wolken hatten uns bereits längere Zeit begleitet. Gut 50 km weiter treffen wir in Ksar Ghilane ein, trinken Kaffee und liegen im berühmten Tümpel. Wir übernachten im Camping Le Paradis und gönnen uns abends das gar nicht so üble Menü mit tunesischem Rotwein im "Restaurant" (10 Dinar p.P.).

 

Tag 10    Ksar Ghilane

t26ksarghilane.JPG (43451 Byte)Ruhetag in Ksar Ghilane, die Beckumer unternehmen eine kleine Dünentour, wir dagegen faulenzen, liegen im "Pool".... der berühmte Tümpel mit warmen Wasser (jedoch lange nicht so warm wie unsere artesische Quelle) und vielen Algen. Weiterhin flicken wir den kaputten Reifen mittels Gummipfropfen und schauen uns abends das schöne Panorama vom Turm des Hotels aus an (m.E. das einzig wirklich empfehlenswerte an Ksar Ghilane, ansonsten ist ein Aufenthalt dort doch eher erschreckend, wenn man vorher so viele schöne und einsame Stellen genießen konnte).

 

Tag 11    Douz - Chott el Fejaj

t25kamel.JPG (16202 Byte)Fritz gabelt eine Anhalterin auf und wir nehmen die Dünenpiste nordwestlich Richtung Douz.  Nach wenigen Kilometern treffen wir auf ein "Cafe" mitten in den Dünen ..... ob der Geschäft macht? Auch wir fahren an der eher unwirtlich wirkenden Lokalität trotz heftigem Zuwinkens des Inhabers vorbei. Erst im größeren Cafe einige km weiter an einer Pistengabelung machen auch wir Rast, die Piste ist nun stärker befahren, Enduros sowie Ausflügler aus Douz erfordern unsere Aufmerksamkeit.

t28bergcamp.JPG (29599 Byte)Eine Stunde später erreichen wir Douz, wir tanken und passen die Luft den Strassenverhältnissen an.  Über Kibili erreichen wir t29bergcamp1.JPG (35395 Byte) bei Steftimi den Salzsee Chott el Fejaj. Von hier Weiterfahrt zu einem kleinen ehemaligen Fort und anschließend Übernachtung in den Bergen, wo Birgit haufenweise kristallartige Steine sammelt. Das Wetter hat sich deutlich verschlechtert, ständig droht Regen, die Temperaturen sind deutlich unter 20° C gefallen, richtig ungemütlich im Vergleich zu den vorherigen Tagen.

 

Tag 12    Djerba

t30teppich.JPG (29559 Byte)Fritz trennt sich von uns, wir fahren über Gabes Richtung Djerba und nehmen bei El Jorf die Fähre (ca. 3 Dinar mittlerer Preis, jeder zahlt komischerweise was anderes). In Houmt Souk machen wir Einkaufsbummel und besuchen einen Teppichhändler (die Kontakte stammen von der Fähre), ausgiebig wird uns alles erklärt und die folgende Einladung zum Tee entpuppt sich als ein akquisitorisch hervorragend aufgebautes Verkaufsgespräch, ein Glück, daß Theo tatsächlich einen Teppich braucht ... er ersteht ein schönes Stück zu wirklich guten Konditionen.

t31djerba.JPG (31988 Byte)Unser Nachtlager richten wir außerhalb  auf einer kleinen Landzunge direkt am Strand ein, der stark verdreckte Weichsand bereitet uns einige Mühen. Der Sturm in der folgenden Nacht ist so heftig, daß sich selbst Dieter erstmalig auf der Tour veranlaßt sieht, zu Theo ins wärmere Auto zu kriechen ... Peter, Michael und Hoppel hatten diese Entscheidung aufgrund der kühlen Temperaturen schon früher getroffen.

 

Tag 13    Bizerte

Beginn des Ramadan.

Eine ätzend lange Verbindungsetappe über Gabes – Kairouan – Enfida – Tunis – Bizerte bringt uns zu Fritz, der uns in seinem Haus beherbergt. Endlich wieder ein normales Bett, eine Dusche und hervorragende Beköstigung ohne eigenes Zutun.

 

Tag 14    Bizerte

t40boote.jpg (25613 Byte)Interessanter Marktbesuch in Bezirte, bereits am zweiten Tag des Ramadan sind die Tunesier voll bluna. Natürlich ist der Preis bei aller unausgezeichneten Ware Verhandlungssache, viele Angebote ungewohnt und Geschmacksache .... z.B. die Warenpräsentation auf dem Fleischmarkt ... man könnte glatt Vegetarier werden.

Nachmittags machen wir einen kleinen Off-Road-Ausflug zum Cap Blanc, bei schönem Wetter ist es hier bestimmt genial (alte Forts und schöne, einsame Strände). Leider verschlechtert sich das Wetter jedoch ständig mehr.

 

Tag 15   Fähre Tunis-Genua

Wir wollen früh bei der Fähre in Tunis – La Goulette sein. Um 14 Uhr soll die Carthage ablegen. Doch hier nimmt das Chaos seinen Gang: Bei miserablen Wetter mit kräftigem Sturm erfahren wir, daß die Carthage am Vortag in Marseille einen Unfall hatte und durch die fast schon abgewrackte Habib (ein asbach-uralter Seelenverkäufer) ersetzt wird. Gegen 18 Uhr läuft die Habib aus, "beruhigenderweise" dreht der Käptn Proberunden im Hafen. Die Kabinen der 1. Klasse sind Mangelware, die uns zugewiesenen in der Économique sind beim besten Willen unzumutbar. Wegen des Sturms fällt für die meisten das Essen aus (F,M,A für 24 €), innerhalb kürzester Zeit ist alles vollgekotzt, Reinigung ein Fremdwort.

 

Tag 16    Heimreise

Wir verbringen die katastrophale Nacht (Windstärke 12) im Schlafsack in einer Bar. Gegen Mittag beruhigt sich die See etwas. Naja, wir sind jedenfalls froh, nicht untergegangen zu sein.

Die Ankunft in Genua ist für 18.30 prognostiziert, das sind 5 Stunden mehr als mit der Carthage. Erstaunlicherweise erreichen wir Genua lebend, die Autos sind (trotz tlw. Fremdkontakt während des Sturms) im wesentlichen unbeschädigt und so können wir ab ca. 20 Uhr die Rückreise antreten.

Bei Bellinzona trennen sich wieder unsere Wege und Sonntag früh um halb vier sind wir wieder daheim......

 

Fazit:

1) zur Sahara

Wie heißt es so schön: wer einmal in der Sahara war, kommt immer wieder!

Nun, ich glaube das für uns nicht bestätigen zu können.

Den einzigartigen Erlebnissen in einsamer Dünenlandschaft stand eine überproportional aufwendige Anreise durch teilweise öde Landschaft entgegen, begleitet von einer Mentalität, mit der ich mir persönlich schwer tue. 5 fantastische und lohnende Tage entschädigen also m.E. nicht für den Rest.

Dieses Verhältnis läßt sich natürlich durch längeres Verweilen in der echten Sahara verbessern.... also irgendwann folgt bestimmt eine längere Libyen- oder Algerien-Tour...... nur DEN Kick hat es mir nicht gegeben ...... keine Anzeichen von Sucht ...... dafür kenne ich in Europa zuviele ebenso lohnenswerte Ziele.

2) zum Toyota LandCruiser

HZJ 78 und Ausbau haben sich bewährt.

Die Tankkapazität von ca. 240 Litern Diesel wäre bei dieser Tour nicht erforderlich gewesen, hat aber beruhigt. Straßenverbrauch ab 13 l aufwärts, im Gelände (fast) keine Grenze nach oben.

Durch sparsamen Umgang mit Wasser war unser Vorrat von 45 l im Unterflurtank und 2 x 12 l in Kanistern voll ausreichend, diese Kombination hat sich als toller Kompromiß für Brauchwasser (Tank) und Kochwasser (Kanister) herausgestellt. Duschwasser haben wir nach Möglichkeit immer aus externen Möglichkeiten (teils mit fragwürdiger Qualität) bezogen (Wassersack). Und zum Trinken waren ja noch 36 l Mineralwasser zusätzlich dabei (sowie zuwenig Bier, viel zuwenig Wein und erst recht lebensbedrohlich zu wenig Hochprozentiges).

Das alles macht so ein Auto nicht gerade zum Leichtgewicht.

Kaputtgegangen ist – außer einem Bruch (Material-/Konstruktionsfehler) unseres Carletta-Wasserhahns – nichts, abgesehen von den Folgen meiner Sprung-Aktion, was auf diesen Rüttelpisten schon verwundert.

Selbstverständlich verlieren fast alle unsere Reifen jetzt schleichend Luft (Sand zwischen Felge und Reifen), aber das war bei Sandfahrten mit niedrigem Luftdruck kaum anders zu erwarten.

Über die Reichweite unseres CB-Funkes in den Dünen war ich maßlos enttäuscht, tlw. riß die Verbindung bereits nach wenigen hundert Metern ab. Dies betraf alle CB-Anlagen, selbst mit Nachbrenner wurde keine überwältigende Reichweite erreicht.

3) zu den Mitreisenden

Einzigartig toll war die Kameradschaft mit den Jungs vom Team Off-Road Beckum und mit Fritz in Tunesien ..... sowas findet man selten, wir haben uns gefreut mit euch diese 2 Wochen so harmonisch unterwegs sein zu können. Danke!

 

t16badewanne1.JPG (21302 Byte)Und für alle, die eine neue Diät suchen: Ich habe ungewollt und unbewußt  fast 3 kg abgenommen.... die 2-Wochen-Sahara-Diät  .... vielleicht schreibe ich darüber ein Buch und werde endlich reich....