Wer sind wir ?

                           Russe in Deutschland   --   Faschist in Russland

Mein Vater ist ein Aussiedler: Ein Deutscher, der nach den Gesetzen der Bundesrepublik "ein Recht dar­auf hat, in Deutschland zu leben". Er ist ein Nachkomme von Deutschen, die vor mehr als 200 Jahren nach Russland ausgewandert sind. Mein Vater verließ Haus und Hof und gab seinen Bekanntenkreis auf, um nach Deutschland zu ziehen, trotz der Ungewissen Zukunft, die ihn hier erwartete.Aber warum verließ er Haus und Hof, um nach Deutschland zu kom­men? Auf diese Frage antwortete er: "Meine Familie fühlte sich deutsch, auch nachdem sie nach Kasachstan ausgewandert war, und sie bewahrte immer noch ihren kirchlichen Glauben und ihre kulturellen Traditionen, zum Beispiel Volkslieder, obwohl sie deswe­gen verfolgt wurde. Diese Verfolgung motivierte sie, in ihr Heimatland zurück­zukehren, weil sie als Deutsche leben wollten."Des Weiteren war für meinen Vater die Zukunft seiner Kinder wichtig. "Ich sah für sie bessere Bildungsmöglich­keiten in Deutschland. Trotz der Schwierigkeiten, die das neue Leben brachte, zog ich um meiner Kinder Willen hierher. Meine Kinder sollten es einmal besser haben." Die Schwierig­keiten, die mein Vater erfuhr: "Als wir nach Deutschland kamen, stellte ich bald fest, dass ich fast kein Deutsch mehr konnte und das, was ich noch konnte, war schon antiquiert. Daraus ergab sich, dass es mir schwer fiel, eine Arbeitsstelle zu finden. Weil die Ausbildung, die ich in Kasachstan gemacht habe, in Deutschland nicht anerkannt wird, musste ich mich umschulen lassen." "Die Heimkehr war für mich schmerzhaft, weil die Einheimischen oft sehr reserviert sind und mich als Aussiedler nicht akzeptieren. Ich leide unter Feindlichkeit, die im Wesentlichen eine Art Ausländerfeindlichkeit ist, weil viele Deutsche mich für einen Russen halten. Es scheint, dass ich keine Heimat habe. In Russland gelte ich als Faschist und in Deutschland als Russe."

Slawa KAISER Schule Leuscherstraße   (Hamburg Abendblatt  27.2.2004)

                    - Oder die Frage der Identität-

Von 1950 bis 1996 kamen rund 1.550.000 Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland- allein 1997 waren es dann knapp132.00, der Großteil davon, etwa 74.000,aus Kasachstan. Etwas über zwölf Prozent der 1997 zugezogenen Aussiedler wurden Baden-Württemberg zugewiesen.

                                              Die Vorgeschichte:

Die Russlanddeutschen haben eine bewegte, teils über 500jährige Geschichte hinter sich. Bereits im 16. Jahrhundert hatte Zar Iwan der Schreckliche deutsche Fachleute ins Land geholt. Unter Peter dem Großen (Beginn 18.Jahrhundert) erlebte Russland eine ausgeprägte Europäisierung, Deutsche bekleideten wichtige Ämter. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts kamen die ersten Siedlerströme nach Russland, mit attraktiven Privilegien von der ebenfalls deutschstämmigen Zarin Katharina II, angeworben, wo sie überwiegend an der Wolga eine neue Heimat fanden. Später entstanden zahlreiche Tochterkolonien auch in anderen Gegenden- Russland war ein großes, wenig bewohntes Land. Die Deutschen sollten es bebauen und so die Staatseinnahmen erhöhen helfen.

Im späten 19.Jahrhundert entwickelte sich jedoch zunehmender Hass auf die Deutschen in Russland, die um ihrer Privilegien willen beneidet wurden. Viele Sonderrechte wurden daraufhin bald aufgehoben. So mussten die Deutschen nun auch den Wehrdienst absolvieren. Einige Emigranten zogen es vor, nach Amerika weiter zu ziehen. Im ersten Weltkrieg erreichte der Hass auf alles Deutsche seinen vorläufigen Höhepunkt und dies obwohl rund 300.000 Deutsche in der Armee des Zaren dienten. Die deutsche Sprache wurde verboten, 1915 begannen die ersten Umsiedlungen nach Sibirien, die im zweiten Weltkrieg umfassend durchgeführt wurden, allen Deutschen haftete nun das Kainsmal „Faschist" an. Diese Deportationen bedeuteten Arbeitslager, Trennung der Männer von ihren Familien und Zwangsarbeit. Eine traurig vertraute Geschichte. Dort, in Sibirien oder Kasachstan lebten die Wolga- und anderen Russlanddeutschen trotz ihrer Rehabilitierung, 1964 zum überwiegenden Teil, bis in die 90er Jahre.

Das Erbe des Krieges lastete noch lange auf der Beziehung zwischen Russen und Deutschen, der Stempel des Faschismus wollte nicht verblassen.

Erst 1990, mit der Unterzeichnung eines Abkommens über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit, zwischen dem eben frisch vereinigten Deutschland und der (noch) Sowjetunion, eröffnete eine neue Perspektive für viele Russlanddeutsche: Auswandern nach Deutschland., Zurück?

                                    „Fremde" und „Heimat"

In Russland sprach er als Deutscher kaum Deutsch – die Kinder dort verlernten es, weil die Sprache lange Zeit verboten war. Zudem war es in Zeiten des Krieges und der Verbannung notwendig, so wenig deutsch wie möglich zu erscheinen, denn Deutsche, das waren die Faschisten.

Wenn jemand meinen russischen Akzent hört, spüre ich direkt die Reserviertheit.

Viele Gemeinden klagen, dass die Russlanddeutschen oft in großen Gruppen unter sich leben und überwiegend Russisch sprechen (ihre Muttersprache?).

                                                   "Ich bin deutsch"

Wenn jemand meinen russischen Akzent hört, spüre ich direkt die Reserviertheit.

Viele Gemeinden klagen, dass die Russlanddeutschen oft in großen Gruppen unter sich leben und überwiegend Russisch sprechen (ihre Muttersprache?).

Der Russlanddeutsche, in seiner Heimat Russland als Deutscher gefühlt- hier, in seiner Heimat Deutschland, fühlt er sich wie ein Russe. Eingebürgert und auch integriert, aber immer etwas fremd, immer ein wenig als Fremder betrachtet. Man kann sagen, er hat zwei Heimaten- oder gar keine.

Die Geschichte der Russlanddeutschen ist eine sehr bewegte und bewegende, in lokaler wie auch mentaler Hinsicht. Viele Zeitgenossen wettern auf die Russen, wittern den langen Arm der „Russenmafia".

Der schnellen Einbürgerung der Spätaussiedler von Wolga und Ukraine, aus St. Petersburg und Kasachstan wird teils mit Unverständnis begegnet. Weil sie vor Hunderten von Jahren bereits ausgewandert sind, oft kaum deutsch sprechen, warum sollten sie dann jetzt auf einmal Deutsche sein? Wer die Geschichte genauer betrachtet, erkennt aber, dass diese „Russen" genau und nur aus diesem Grunde verbannt, verfolgt und erniedrigt, ihrer kulturellen und nationalen Identität beraubt worden sind: weil sie Deutsche waren!

Ungeachtet großer Erfahrungen mit den Vertriebenen aus dem Osten macht dies heute den Umgang der Öffentlichkeit mit diesem Problem nicht leichter. Trotz dieser Erfahrungen gibt es immer wieder alte und neue Vorurteile und gängige Stereotypen, die das Geschehene leichter verständlich machen sollten, können aber nicht und verleiten zu den verkehrten Wahrnehmungen und Trugschlüssen.

Gewöhnlich geht man davon aus, was einen “Russen” ausmachen sollte. Und hier fängt schon das Problem an: durch seine Anwesenheit in Rußland, ist ein Rußlanddeutsche in den Augen hießiger Deutschen zu einem Russen geworden, was nicht ganz der Wirklichkeit entspricht. Er wird zurecht mit Rußland identifiziert, man vergißt jedoch leicht, dass das nicht unbedingt alle Deutschen, Georgier, Ukrainer, Tataren und viele andere, die in Rußland leben, gleich zu Russen werden.

Ein Rußlanddeutscher soll sich also mit dem Problem der Ortsbezogenheit auseinandersetzten, was eigentlich nicht sein Problem ist. Ein Vorurteil, der in den Zeiten des Kalten Krieges zustande kam, nämlich dass die Sowjetunion in der Vorstellung der meisten Westeuropäer nicht nur das “Reich des Bösen” sein sollte, sondern auch die Bevölkerung dieses Reiches eine homogene Masse darstelle, wo nur “Russen” leben und das sollte heißen - gesichtslos. Zu dieser Gesichtslosigkeit leiferten dann die deutschen Medien noch asiatische Züge hinzu: einen Russen quasi immer als einen Asiaten zu zeigen. Wenn also die Rede über die Russen ist, so neigen die Medienleute einen Kasachen (nicht dass ich etwas gegen Kasachen als solche habe) oder andere Vertreter der mongoloiden Rasse zu zeigen, um dem Zuschauer zu suggerieren: Die mongolischen Horden kommen oder gehen, je nachdem, ob das die russische Armee aus dem Ostblock abgezogen wird oder die Rußlanddeutschen nach Deutschland kommen.

Doch in den Augen eines Deutschen, der zuhause blieb, wird sein Landsmann zu einem Ausländer, zu einem faktisch ausgebürgerten Bürger zweiter Klasse. Und so kommt es dazu, dass wenn sich so ein Deutscher, sei es in Südamerika, sei es im Osten von Europa, in eine deutsche Botschaft oder Vertretung veriirt, wird er als ein zweitklassiger Mensch behandelt. Ich nehme das den deutschen Beamten sogar nicht übel – das sind schließlich auch Menschen, die mit ihren Schwächen behaftet sind. Und wenn so einem Deutschen irgendwann geglückt ist, auch nach Deutschland zu kommen, so wird er zu seiner Überraschung nicht mehr als ein Deutscher behandelt, sondern wie ein Ausländer.

Das Problem der Inakzeptanz betrifft nicht nur Russlanddeutsche sondern auch eigentliche Ausländer. In Bundesrepublik Deutschland wird eine nicht deutsche Existenz im besten Fall geduldet oder auch ignoriert. Die Gastarbeiter, die seit Jahrzehnten hier leben, ihre Familien gegründet und ihre Kinder hier großgezogen haben, bleiben immer Ausländer, Aussätzige, Außenseiter und nicht Mitbürger. Das Präfix “aus” bestimmt ihr Dasein und verfolgt sie bis zu ihrem Lebensende: ausgesetzt, auserwählt zu einem Dasein außerhalb der Gemeinschaft, um durch “Ausländer raus” nach Außen verdrängt zu werden. Unsere ausländischen Mitbürger bleiben ihr lebenslang ausgegrenzt, bleiben außerhalb der Grenze des wahrnehmbaren Umfeldes und wenn sie durch die Umstände doch wahrgenommen werden, dann als “Schläfer” und gefährliche Personen “entlarvt”, die dazu verurteilt sind, als Verdächtige herumzulaufen.

Und es gibt viele Methoden, aus ihnen einen Ausländer zu machen, sei es auch mit der Bemerkung, dass sie mit einem ausländischen Akzent sprechen, indem sie sagen, dass sie deutsche Staatsangehörigkeit haben. Durch die Besonderheiten der Sprache jedoch gleich Rückschlüsse auf die Nationalität zu ziehen, wäre zu kurz gegriffen. Wenn dem so ist, verdienen die Russlanddeutschen in Nordamerika noch weniger ihren Namen zu tragen, weil sie nicht nur die deutsche sondern auch die russische Sprache nicht beherrschen. Also seien sie auch keine Deutsche. Es genügt nur, sich im Internet umzuschauen, um den Eindruck zu gewinnen, dass die Russian Germans from Amerika, die nur amerikanisch sprechen, mehr deutsch sind als wir hier in Deutschland, weil sie solche gewaltigen Aktivitäten, auch und gerade auf dem Gebiet der Familienforschung, entwickelt haben, die nur beneidenswert sind. Aus obigen Erörterungen geht hervor, dass eine Frage nach der Identität keine einseitige Antwort erlaubt, sondern man muß schon diese Materie wesentlich differenzierter angehen.

Die deutsche Geschichte west überall dort, wo die deutsche Zunge erschallt. Die Deutschen wurden durch ihre Ausreise nicht zu den Nichtdeutschen. Durch den Ortswechsel wandelte ihr Wesen nicht dermaßen, dass sie zu einem Nichts wurden, zu einem inhaltslosen Subjekt. Sie haben ihr deutsches Leben weiter gelebt. Sie blieben nicht aus der deutschen Geschichte für länger als zwei Jahrhunderte ausgeschlossen, in ihrer Geschichte besteht kein schwarzes Loch, das ihre Zukunft aufsaugt und sie nie mehr losläßt. Sie blieben ein Teil deutscher Geschichte, deren Existenz in Deutschland selbst nicht oder wenig wahrgenommen wurde. Das heißt jedoch nicht, dass diese deutsche Geschichte außerhalb der deutschen Grenzen nicht vorhanden ist. Sie läßt sich nicht nur Raum- und Ortsbezogen, nämlich in den Reichsgränzen von 1871, interprätieren.

Zwar wurden die Rußlanddeutschen auch ein Teil der russischen Geschichte, blieben jedoch auch ein Teil der deutschen. Es besteht keinen prinzipiellen Unterschied zwischen den Zeiträumen von zwei Tagen, zwei Jahren oder zwei Jahrhunderten ihrer "Abwesenheit", die dieser Gegebenheit widersprechen  könnte. Wenn es nicht so wäre, dürften sich deutsche Wissenschaftler und Literaten wie Johann Gottfried von Herder, der viele Jahre in Riga lebte, Jakob Michael Reinhold Lenz in Moskau oder Maximilian Klinger in St. Petersburg nicht  Deutsche nennen. Ihr Tun und Leben haben sogar mehr Bezug auf die deutsche Geschichte und Kultur als das geschichtslose Dasein eines deutschen Bauern irgendwo in Mitteldeutschland, der bodenständig blieb, in seinem Leben aber nicht einmal die Frage nach seinem deutschen Wesen stellte.

Die Rußlanddeutschen blieben nicht für zwei Jahrhunderte von der deutschen Geschichte ausgeschlossen, sie lebten ihr deutsches Leben weiter, sie hörten nicht auf zu existieren, weil sie nicht mehr da, auf dem deutschen Urboden, waren. Dieser Logik folgend, könnten wir genauso behaupten: die deutsche Geschichte hörte auf zu existieren, weil die Rußlanddeutschen nicht mehr hier in Deutschland wahren und folglich sie nicht miterlebt und wahrgenommen haben.

Also wir kommen immer wieder auf die Frage zurück: Was ist das eigentlich, was ich immer mit einem Attribut, wie das "deutsche" bezeichne. Was macht einen Deutschen zu einem Deutschen? Was heißt das – deutsch zu sein?

Das kann im Grunde genommen keiner sagen, weil "deutsch" immer im Werden begriffen ist. Deutsch zu sein, hat nichts mit dem "Sein" zu tun, weil das nichts Substantielles ist, was seinen Ausdruck in einem für alle Ewigkeit konstanten Prädikat sein selbst findet, sondern Deutsch zu sein hat vor allem mit dem "Werden" zu tun. Die deutsche nationale Identität ist immer in Bewegung, ist immer mit dem Versuch beschäftigt, sich selbst zu definieren. Das vordergründige Erscheinen der Rußlanddeutschen auf der Bühne der deutschen Geschichte ist nur eine der vielen historischen Perioden der Selbstdefinition des Deutschseins. Die Rußlanddeutschen – das ist, wenn Sie so wollen, eine Chance für einen neuen Anfang, der nicht von ungefähr mit dem Zerfall der Sowjetunion und mit der deutschen Vereinigung einherging.

Die Frage nach der Nationalität bzw. Selbstidentität ist immer erlaubt oder möglich. Nur, sie kommt einem Menschen in den Sinn, der in einer gemischten Familie aufgewachsen ist, wo verschiedene Kulturen zusammenkommen, eher als einem, der in einer Monokultur in einem homogenkulturellen Kreis groß wurde.

Die Ruslanddeutschen haben zugleich an der deutschen und an der russischen Kultur partizipiert bzw. ihre innere Welt von den beiden Kulturen bereichert.

Diese Weise des Lebens in mehreren Kulturen ist für uns zukunftsweisend, weil die Tendenz, die Mischehen einzugehen, auch in Deutschland immer deutlicher wird. Die Nationen, wie sie im 19. Jahrhundert entstanden und definiert wurden, lösen sich im Prozess der allmählichen Vermischung langsam auf. Die Menschheit befindet sich im Werden zu einer Gemeinschaft, wo eine Nationalität so wenig Beachtung finden wird, wie die Farbe ihrer Jacke, die Sie heute morgen früh angezogen haben. Ihre Persönlichkeit wird einzig und alleine aufgrund ihrer menschlichen Qualitäten, u.a. Begabung, Kreativität und Leistungsfähigkeit geschätzt.

Die Frage nach der Nationalität, die zum Teil die Selbstidentität prägt, hängt vollkommen und alleine von der Person selbst, weil diese Person ihr eigenes Dasein bestimmt. Der Mensch läßt sich nicht auf die materiellen und idellen Gegenstände reduzieren: das heiß, auf das Kleidertracht, Bräuche, Traditionen und sogar die Sprache, weil alle genannten Gegenstände mit der Zeit modifizierbar bzw. veränderbar sind. Also der Begriff der Identität ist viel komplexer, hat viele Variablen und läßt sich nur aus eigentlichem Selbst, aus eigentlicher Identität heraus definieren.(5)

Die jeweilige Identität ist in dem Maße mit unterschiedlichen Qualitäten vermengt, in dem sie die Person selbst vermögt zu vermengen. Die Auflösungserschneinungen der nationalen Zugehörigkeit durch die Mischehen aber auch nicht im geringeren Maße durch die globale Informations- und Humankapitaltransfer sind einige wichtige Begleiterscheinungen der heutigen Entwicklung der Identität, sie sind allerdings nicht fatal. Letzendlich litten die Deutschen im 18. Jahrhundert wenig darunter, es war ihnen kaum bewußt, dass sie keine einheitliche Nation bildeten, sondern stolz darauf waren, Hamburger, Lübecker, Badener, Schwaben, Bayer oder Österreicher zu sein.

Es stellt sich die Frage, wie soll sich eine Person bestimmen, deren Eltern z.B. russischer und deutscher, Großeltern österreichischer, italienischer und dänischer Herkunft sind oder waren? Auf welche Weise bestimmt bzw. definiert sich die Person, bleibt ihrer eigenen Entscheidung überlassen. Was wir jedoch schon jetzt feststellen können, ist, dass die Gefahr eines extremen Nationalismus bei solcher Person viel geringer ist, als bei jener, die in einer homogenen national-kulturellen Umgebung aufgewachsen ist: Wird es damit jedoch nicht gesagt, dass die Gesellschaft von anationalen, namen- und identitätslosen Personen unsere Zukunft ist? Auf keinen Fall. Das nationale ist nur ein Teil unserer Identität und wenn diese nationale auf den Hintergrund tritt, kommen andere identitätsstiftende Merkmale, wie sozialer, kultureller oder geistiger Zugehörigkeit. Das Bewußtsein einer Zugehörigkeit zu der Menschheit.

                                                                                     

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