Überleben Hinrichs Site
• Grundfragen und Antworten zum Überleben der Menschheit.
Woher kommt unsere "zivilisierte" Gesellschaft?
Warum ist die Menschheit heute so? Wohin treibt die Menschheit? Was können wir tun?
Die meisten Fragen und Antworten sind angeregt durch Daniel Quinn,
und entlehnt aus den Büchern von Daniel Quinn.
Extrem weise und weitsichtige Leute haben die Basis-Geschichte schon vor mehreren tausend Jahren
sorgfältig aufgeschrieben, und gehofft, dass sie verstanden wird.
In der Genesis, den ersten und vielleicht ältesten Buch des Alten Testaments, dem 1. Buch Mose.
Es ist die Geschichte von Adams Sündenfall (Kapitel 3) und die Geschichte von Kain und Abel (Kapitel 4).
Mit wenigen Worten sind dort wesentliche Erkenntnisse niedergelegt, die
Bedeutung für die Menschheit haben, vor allem heute.
Wer es genau nachlesen will, hier ist die
Bibel in 8 deutschen und 11 anderen Übersetzungen.
(Eine andere, ökonomische Deutung dieser Geschichte kann man bei
Samirah Kenawi nachlesen.)
Der "Sündenfall" ist in 1. Mose 3 aufgezeichnet. Die meisten von uns haben das zur Kenntnis genommen, ohne je nach dem tiefen Sinn dieser Geschichte zu fragen. Allenfalls haben wir die Deutung bekommen, dass "alle Menschen sündig" seien. (Die Nebenfrage, was der Begriff Sünde eigentlich bedeutet, wird hier betrachtet.)
Wann ist der Sündenfall passiert? Erst vor etwa 10.000 Jahren, die Menschheit gab es da schon bald 3 Millionen Jahre.
Was ist da passiert? Gott hatte gesagt: " ... doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen." Warum war der Baum der Erkenntnis Gott vorbehalten? Sinn macht: Gott ist der einzige, der die Macht und das Wissen besitzt, festzulegen, was gut und was "böse" ist.
Politisch gerissen hatte die Schlange versprochen : "werdet ihr sein wie Gott", gemeint hat sie: "werdet ihr euch wie Gott fühlen". Verstanden werden sollte: "werdet ihr Gott sein", was sie listigerweise nicht gesagt hat. Die Adams sind voll darauf hereingefallen. Nur Adams Weib erkannte den Betrug, zu spät: "Die Schlange betrog mich also, dass ich aß." Anmerkung: Aus welchen Motiven heraus spielte die Schlange ihre Rolle? Das bleibt unklar. Symbol für einen inneren Antrieb des homo sapiens? Für Geisteskrankheit? Für externe Versuchung?
Was erkannten Adam und sein Weib, sobald sie von der Frucht gegessen hatten? "... sie wurden gewahr, dass sie nackt waren." Wieso sollte das ein Problem sein? Sie hatten doch schon Millionen Jahre genauso nackt zufrieden in diesem Paradies-Garten gelebt. Also muss "nackt" etwas anderes bedeuten. Wann empfinden wir heute unsere Nacktheit als negativ? Wenn wir uns dadurch als verletzlich und ausgeliefert sehen. Also wird klar: Adam und sein Weib empfanden nun, dass sie ausgeliefert waren. Der Natur ausgeliefert und Gott ausgeliefert, dem Urheber der Naturgesetze. Das empfanden sie nun plötzlich als Ohnmacht, Gleichgestelltsein mit Pflanzen und Tieren, pfui. Es mündete in die Verblendung, dass es stattdessen ihr angestammtes Recht sei, Gott zu spielen, Naturgesetze zu missachten, ihr Schicksal und das ihrer Umwelt selbst zu steuern. Selbst zu entscheiden, über lebenswertes und lebensunwertes Dasein, Nutztier und Schädling, Nutzpflanze und Unkraut, schützenswerte oder zu opfernde Umwelt.
Daraus formten sich Adams Nachkommen das Bild eines inkompetenten Gottes, das noch heute allen "offenbarten" Religionen zugrundeliegt. Daniel Quinn hat seine Gedanken zu den Gottesbildern im Buch "The Story of B" aufgeschrieben.
Die Frucht vom Baum war also offenbar nur eine Droge, die Adam bis heute berauschende gottähnliche Allmachts-Gefühle gibt. Adam (ein damals noch kleiner Teil der Menschheit) hat sich seither herausgenommen, wie Gott gut und böse festzulegen. allerdings nur aus seiner eigenen engen Sicht. Die "Erkenntnis" ist nur eine Droge, vertrieb diese Menschen aus dem Paradies Eden, und wirkt bis heute: Die naheliegenste Beschreibung für diese Droge ist "Macht-Gier".
In Vers 17 taucht (im Gegensatz zum Garten) zum erstenmal Ackerbau auf: "... verflucht sei der Acker .... mit Kummer sollst du dich darauf nähren" hört Adam. Gab es Ackerbau im Garten Eden? Eher nicht, denn Adam wurde hinausgewiesen, der Acker entstand ausserhalb. War es anstrengend, im Garten zu leben? Überhaupt nicht. Die Urvölker wandten ca. 3 Stunden am Tag auf, um Nahrung (im Garten!) zu beschaffen. Expansiver Ackerbau ist die wesentlich mühsamere Lebensweise. Und er wird am Ende alle Flächen der Welt verbrauchen.
Im folgenden Kapitel (1. Mose 4) haben die weisen Bibelschreiber den nächsten Hinweis gegeben: Gott lehnt das Opfer des Ackerbauers Kain ab, im Gegensatz zum Opfer des Schäfers Abel. Warum? Man übersieht es leicht: Weil der Stamm des Kain (Kain bedeutet "Besitz") begonnen hatte, sesshaft zu werden, Land in Besitz zu nehmen und expansiven Ackerbau zu betreiben. Das war keine nachhaltige Lebensweise. Und eine verflucht mühsame dazu. Abel dagegen (Abel heisst "fliessender Atem des Windes") lebte nomadisch auf den Steppen und im Wald, überlebensfähig (nachhhaltig). Das Volk des Kain hat dieses eindeutige Zeichen nicht kapiert, sondern rodet immer mehr Wald für immer neue Äcker und Plantagen. Und rottet dazu die Abel-Völker aus, noch heute.
Adam bildet sich seitdem ein, die Welt erobern, beherrschen, bebauen und steuern zu müssen. Scheinbar besser, als Gott es tut? Wir behaupten sogar, das sei der Wille Gottes. Wir sehen uns nicht mehr als Teil der Natur. Stattdessen wird die Natur mit ihren Gewalten unsere Bedrohung. Mit Recht: "Natur" sind ja auch die Naturgesetze, die wir missachten. Der zivilisierte Mensch lebt im Krieg mit dem Rest der Schöpfung. Was ihn bedroht oder nur stört, muss er unterdrücken, bekämpfen, vernichten, ausrotten. Dieser Adam muss auch die anderen Menschen beherrschen und ihnen vorschreiben, was gut für sie ist. Menschen, die ihm nicht folgen, tötet er. Er brandmarkt sie vorher mit: "der Extremismus", "das Ungeziefer", "der Widerstand", "das Böse", "die Primitiven".
Was sind die Folgen? Auch die Folgen stehen schon im Buch Mose: "sobald du davon isst, wirst du sterben"? Nicht: "wird Gott dich töten", das ja sofort passieren können, und wir hätten die heutigen Adam-Probleme nicht. Sinn macht: Wenn ihr zu handeln versucht, als seiet ihr Gott, dann werdet ihr aussterben. Weil ihr das Lebensgesetz (ein Naturgesetz) verletzt. Aussterben? Wenn die Menschheit und ihr Resourcenverbrauch immer noch unbegrenzt und explosionsartig wachsen? Die Anzeichen sind heute schon tausend mal eindeutiger, als sie die weisen Bibelschreiber damals sehen konnten. Wollen wir die Folgen auszusitzen versuchen? Und hoffen, dass Gott das irgendwie bereinigen wird?
Es gibt so viel Krieg, Hass, Gewalt, Drogensucht, Armut, Hunger, Unterdrückung, Unzufriedenheit, Verzweiflung auf der ganzen Welt. Die gibt es, allerdings nicht überall, denn diese Mißstände sind spezifisch nur für unsere "zivilisierte" Menschheit. Sie heissen deshalb nicht von ungefähr Zivilisationskrankheiten. In anderen menschlichen Populationen kennt man diese Auswirkungen der Machtgier nicht, sowenig wie bei anderen Lebewesen. Aber wir kämpfen doch dagegen, wir verbieten und bestrafen das! Man sieht: Verbieten und Bestrafen hat bisher nicht geholfen und kann es auch in Zukunft nicht. Schon Mose erkennt: Die Schlange wird dich immer wieder "in die Ferse stechen". Heilen kann nur das Beachten des Lebensgesetzes.
Das Lebensgesetz ist in keinem Gesetzbuch aufgeschrieben, man erkennt es,
wenn man die natürlichen Abläufe und Langzeit-Entwicklungen auf der Erde beobachtet und analysiert.
Daniel Quinn hat viele Aspekte des Lebensgesetzes beschrieben, z.B.:
• Jedes Lebewesen ist Teil der Natur, keines ihr Beherrscher oder Eigentümer.
• Alle Lebewesen gehören zum System des Lebens auf der Erde. Alle sind aufeinander angewiesen.
• Exponentielles Wachstum einer Art und Verbrauch von Resourcen führen zur Auslöschung.
• Grosse Artenvielfalt lässt das Leben überdaueren, auch über Katastrophen hinweg.
(Weitere Aspekte finden sich in der Liste der Paradigmen. )
Der Garten Eden. Was war er? Wo war er? Wo ist er? Er war auf der Erde, nicht im Himmel. Das Paradies auf Erden. Was stand in diesem Garten an zentraler Stelle, neben dem verbotenen Drogenbaum? Kaum jemand erinnert sich, obwohl es doch deutlich geschrieben ist: Dort stand und steht der Baum des ewigen Lebens, der Schutz vor dem Aussterben. Mit seinen Früchten verfügbar für alle Geschöpfe, auch für den Menschen, aber nur den im Garten.
Adam und sein Weib wurden ausgewiesen, nachdem Gott ihnen ein paar Felle gegen die "Nacktheit" gegeben hatte. Die "Cherubim mit dem flammenden Schwert", die verhindern, dass "Adam" zurück zum Baum des ewigen Lebens kommen kann, stehen für das Lebensgesetz. Es verhindert, dass eine unbegrenzt wachsende, verbrauchende und unterdrückende Population überlebt. Kann Adam zurück? Nicht, solange er nicht erkennt, dass er die tödliche Sucht nach Macht in seinen Grundüberzeugungen trägt.
Immer mehr Menschen erkennen in diesen Zeiten die fatalen Paradigmen, die gefährlichen Glaubenssätze. Dazu dient auch diese Website. Hier ist eine Paradigmen-Liste. Der "zivilisierten" Menschheit kann die Wende zum Überleben gelingen, wenn die Aussterbe-Glaubenssätze durch Überlebens-Glaubenssätze ersetzt sind, und diese die Basis unserer Taten geworden sind. Das wird sicherlich ein grosses, aber Not-wendiges Abenteuer der Zivilisation: Bildlich: Der Sprung über die Mauer am Ende unseres bisherigen Weges, der Sackgasse.
Voraussetzung für eine Wende ist also, die Glaubenssätze in unseren Köpfen auszumisten.
Noch ein Schritt ist demnächst fällig:
Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Es wird den Sprung über die Mauer zumindest erleichtern.
Daniel Quinn beobachtet: "Eins ist allen zivilisierten
Gesellschaften gemein, egal wie sie sich nennen:
Alle halten die Mittel zum Überleben unter Verschluss."
Zwei Klassen Mensch sind dabei sichtbar:
Die, denen die Mittel gehören und die über sie verfügen. Und die, die nicht
hingehen können und nehmen, was sie brauchen, sondern sich zum Überleben
erst Geld beschaffen müssen. Durch Arbeit, die andere anordnen. Ob diese Arbeit für den
einzelnen, für die Menscheit oder für die Erde Sinn macht, ist dort nicht gefragt.
Wer keine Arbeit bekommt, muss sein Überleben beantragen und strenge Bedingungen erfüllen.
Zurück zur Selbstversorgung der Urvölker? Das können wir nicht mehr. Die entsprechenden positiven Rahmenbedingungen für die heutige Meschheit kann aber ein bedingungsloses Grundeinkommen bieten. Es wird den meisten Menschen Selbstbestimmung ermöglichen. Sinnvolles wird angepackt, Schädliches gehindert. Sicher ist, dass das Grundeinkommen einen riesengrossen Strauß an weiteren positiven Wirkungen haben wird, unter vielen anderen auch auf die Zivilisationskrankeiten, auf den Normalbürger, auf die Firmen und die Wirtschaft. Hier ist eine Liste der Auswirkungen.
Je eher das Grundeinkommen kommt, desto weniger zusätzlichen, wachsenden Schaden kann die "Zivilation" angerichten. Deshalb ist es wichtig, dass es bekannt, diskutiert, von uns allen verstanden und gefordert wird. Die Politik wird dann den Systemwechsel vollziehen.
Grundeinkommens-Gruppen haben sich auf der ganzen Welt zusammengefunden. Im nördlichen Oberfranken sind es die Grundeinkommens-Gruppen Coburg und Kronach. Auf deren Website findet man eine Sammlung der wichtigsten Einstiegs-Informationen zum bedingungslosen Grundeinkommen.