Hector Berlioz - Symphonie Fantastique

 


Symphonie Fantastique

Episode de la vie d'un Artiste

in fünf Abteilungen op. 14

 

 

Übersicht

 
           
 

Wagners großer Vorgänger war neben Beethoven auch Hector Berlioz. Daher sei auch diesem und einem seiner Hauptwerke, die Symphonie Fantastique, eine Seite im WAGNER WEB gewidmet.



Allgemeines
 
Orchester
Aufbau / Form Programm
Die Symphonie Fantastique und Richard Wagner CD Empfehlung
 
 
 
 


Fotografie von Louis Pierson, 1855

 
         
 

Allgemeines

 


opus: 14

Uraufführung: 05.12.1830 unter Francois Habeneck am Conservatoire de Musique in Paris

Widmungsträger: Zar Nikolaus I. von Rußland

Aufführungsdauer: ca. 50 Min.

Verlag: Breitkopf & Härtel

 

nach oben

 
 

Orchester

 
Holzbläser: 2 Fl (2. auch Picc), 2 Ob (2. Auch EH) 4, 2 Kl, 4 Fg
Blechbläser: 4 Hrn, 2 Cornets à pistons, 2 Trp, 3 Pos, 2 Op
Pauken / Schlagzeug: 2 Paar Pkn 1, GrTr 2, Bck, KlTr, 2 Gl in G und C 3
Sonstige: 2 Hrf
Streicher: 15 G1, 15 G2, 10 Br, 11 Vc, 9 Kb

Abkürzungsverzeichnis

Anmerkungen:

1

Im 3. Satz 4 Spieler; "Im Finale nehmen der 3. und 4. Paukenschläger die große Trommel, das zweite Paar Pauken wird vom 2. Schläger allein gespielt" (H.B.)

2

Zum 5. Satz: "Aufrecht gestellt und wie eine Pauke vom 3. und 4. Paukenschläger mit Schwammschlägeln gespielt" (H.B.)

3

"Kann man nicht 2 Glocken finden, welche groß genug sind, eines der drei C und eines der drei G, die vorgeschrieben sind, erklingen zu lassen, ist es besser, die Klaviere zu verwenden. Man spielt dann die Glockenpartie in doppelter Oktave, so wie sie geschrieben ist." (H.B.)

4

Im 3. Satz spielt der 1. Oboist zT "hinter der Szene"

5

Zum 4. Satz: "In diesem Satz können die Blasinstrumente verdoppelt werden" (H.B.)
   

 

 

nach oben

 
 

Aufbau / Form

 
1. Abt.:   Reveries. Passions (Träume. Leidenschaften)
    Largo - Allegro agitato e appassionato assai - Religiosamente
    Sonatensatzform
     
2. Abt.:   Un bal (Ein Ball)
    Valse: Allegro non troppo
    Dreiteilige Liedform
     
3. Abt.:   Scène au champs (Szene auf dem Lande)
    Adagio
    Rondoform
     
4. Abt.:   Marche au supplice (Gang zum Richtplatz)
    Allegretto non troppo
    Zweiteilige Liedform
     
5. Abt.:   Songe d'une nuit du Sabbat (Traum eines Hexen-Sabbats)
    Larghetto - Allegro - Dies Irae - Ronde du Sabbat (Un peu retenu) - Dies Irae et Ronde du Sabat (ensemble)
    Mehrteilige, dem programmatischen Inhalt angepaßte Form
     
 

nach oben

 
 

Programm

 

Berlioz' Programm für die Symphonie Fantastique in der Fassung von 1855

Ein junger Musiker von krankhafter Phantasie hat sich in einem Anfalle verliebter Verzweiflung mit Opium vergiftet. Zu schwach, den Tod herbeizuführen, versenkt ihn die narkotische Dosis in einen langen Schlaf, den die seltsamsten Visionen begleiten. In diesem Zustand geben sich seine Empfindungen, seine Gefühle und Erinnerungen durch musikalische Bilder in seinem kranken Gehirne kund. Die Geliebte selbst wird für ihn zur Melodie, gleichsam zu einer fixen Idee, die er überall wiederfindet, überall hört.

 

nach oben

 
 

Die Symphonie Fantatique und Richard Wagner

 

Die musikalische Nachwelt und insbesondere Richard Wagner wurde von Berlioz epochalem Werk in mehrerlei Hinsicht beeinflußt:

Leitmotivik: Berlioz führte in seiner Programmsinfonie ein sogenanntes Leitmotiv ein, welchem in allen Abteilungen des Werkes die gleiche assoziative Bedeutung zugemessen wird. So erscheint diese "Idée fixe" zB kurz vor Ende (T 164) des vierten Satzes: Ein letzter Gedanke des Protagonisten an seine Geliebte bevor dessen Leben scheinbar ein Ende gesetzt wird. Wagner griff das Prinzip der Idée fixe zunächst im Holländer auf und entwickelte diese Technik im Ring des Nibelungen zu einem ganzen System von sich zT auch entwickelnden Motiven weiter. Durch diese Verknüpfungen von Motiven mit dramatischen Vorgängen wurde es möglich, die Vergangenheit und die Zukunft in die gegenwärtige Bühnenhandlung mit einzubeziehen.

Orchesterbehandlung / Instrumentation: Berlioz gilt als der "Erfinder" des modernen Sinfonieorchesters. Er setzte die von Beethoven begonnene Emanzipation der Bläser vom Harmonie- zum Melodieinstrument fort. Das Spiel mit den Klangfarben wurde zu einem eigenständigen Teil der kompositorischen Arbeit. Zur Erreichung neuer Klangfarben und Effekte vergrößerte er insbesondere die Blechbläser (zu denen je zwei Cornets à pistons, und Ophikleiden [Baßtuben] hinzutraten) und das Schlagwerk  (in dem bekannte Instrumente wie die Pauken oder die große Trommel vielfach besetzt wurden, aber auch neue wie Glocken hinzukamen). Zusammen mit einer starken Besetzung der Kontrabässe (9 Stück!) führte dies zu einem bis dahin nicht gekannten, dunklen Klangbild, mit dem Berlioz die "dämonischen" Vorgaben seines Programmes umsetzen konnte. Eine weitere Besonderheit ist auch die Genauigkeit, mit der er seine Klangvorstellungen in der Partitur fixierte. Eine Vorstellung hiervon geben die von uns zum Teil oben wiedergegebenen Hinweise des Komponisten.

 

 

nach oben

 
 

CD-Empfehlung

 


Zubin Mehta, The London Philharmonic
Aufnahme: Mai 1993, Abbey Road Studio, London; Spieldauer: 51'47''
Außerdem auf dieser CD: "Le carnaval romain", op. 9 & "Béatrice et Bénédict"
Teldec Nr. 4509-90855-2, DDD

 

John Eliot Gardiner, Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Auf Originalinstrumenten
Auszeichnungen: Diapason d'Or 1993; Echo Preis 1993
Philips Nr. 434 402-2, DDD

 

 

nach oben

 
 

.Starten Sie das WagnerWeb hier neu, falls auf der linken Seite kein Menü zu erkennen ist.