Das Liebesverbot

 

 

Das Liebesverbot

Große komische Oper in zwei Akten

 

 

Übersicht

 
       
 

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Personen / Chor Orchester
Quellen / Entstehung Uraufführung
Handlung Text
Diskographie
   
 
 

Allgemeines

 


WWV: 38

Text: Richard Wagner, nach Shakespeares "Maß für Maß"

Uraufführung: 29 März 1836 im Stadttheater Magdeburg (als Die Novize von Palermo) unter der Leitung des Komponisten

Besetzung der Uraufführung:

  • Friedrich : Herr Gräfe
  • Luzio : Herr Freimüller
  • Claudio : Herr Schreiber
  • Antonio : ?
  • Angelo : Friedrich Krug
  • Isabella : Caroline Pollert
  • Mariana : Frau Limbach (oder Schindler?)
  • Brighella : Wilhelm Kneisel
  • Danieli : ?
  • Dorella : Frau Schindler (oder Limbach?)
  • Pontio Pilato : ?

In seiner Autobiographie "Mein Leben" erinnerte sich Wagner an die Uraufführung als "ein musikalisches Schattenspiel auf der Szene, zu welchem das Orchester mit oft übertriebenem Geräusch seine unerklärlichen Ergüsse zum besten gab".

 

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Personen

 
Friedrich, ein Deutscher, in Abwesenheit des Königs Stadthalter von Sizilien Bar
Luzio und Claudio, zwei junge Edelleute Ten
Antonio und Angelo, ihre Freunde Ten, Baß
Isabella, Claudios Schwester Sop
Mariana, einst Friedrichs Frau Sop
Brighella, Chef der Sbirren Baßbuffo
Danielli, Wirt eines Weinhauses Bar
Dorella, früher Isabellas Kammermädchen, jetzt Schankmädchen bei Danielli Sop
Pontio Pilato Ten

Abkürzungsverzeichnis

 

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Chor

 

Gerichtsherren, Sbirren, Einwohner von Palermo, Volk, Masken

 

 

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Orchester

 


Holzbläser KlFl, 2 Fl, 2 Ob, 2 Kl, 3 Fg
Blechbläser 4 Hrn, 4 Trp, 3 Pos, Op  
Pauken / Schlagzeug Pkn, Schl.
Sonstige -
Streicher 16 G1; 16 G2, 12 Br, 12 Vc, 8 Kb
Auf der Bühne 2 KlFl, 5 Kl, 4 Fg, 4 Hrn, 6 Trp, 3 Pos, Op, Schl.

Abkürzungsverzeichnis

 

 

 

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Handlung

 
   

Erster Akt

zum 2. Akt

Palermo im 16. Jahrhundert. Friedrich, der Stadthalter des Königs, erläßt in Palermo strenge Regelungen, die ausschweifendes Verhalten und besonders den bevorstehenden Karneval untersagen. Die neuen Verordnungen richten sich insbesondere auch gegen die freie Liebe. Das Volk, dem diese Anordnungen verkündet werden, hält sie für einen groben Scherz, es sieht sich jedoch konfrontiert mit harten Maßnahmen durch den Polizeichef Brighella, der mit seinen Sbirren die Einhaltung der Gebote überwacht.
Als erster bekommt dies Claudio zu spüren, ein junger Edelmann, der von Brighella bei einer Liebelei erwischt und deshalb am folgenden Tag zum Tode verurteilt werden soll. Sein Freund Luzio sucht auf Bitten des Festgenommenen dessen Schwester auf, die als Novizin in einem Kloster lebt und beim Statthalter für ihren Bruder bitten soll.
Im Kloster der heiligen Elisabeth lebt Isabella mit anderen Novizinnen, darunter Mariana, die frühere Frau des Stadthalters, die dieser jedoch aus politischem Machtstreben verstoßen hat. Als Luzio zu den Frauen stößt und diesen vom Schicksal seines Freundes berichtet, sind diese entsetzt über die harte Strafe, die Claudio wegen einer Liebschaft treffen soll und über den Sinneswandel des ehemals in der Liebe so ausschweifenden Stadthalters. Isabella, in die sich Luzio vom ersten Augenblick an verliebt hat, ist bereit, für ihren Bruder Fürsprache einzulegen.
Im Gerichtssaal, in dem zunächst Brighella mit harten Maßnahmen das aufgebrachte Volk zurückdrängt, verkündet Friedrich alsbald das Todesurteil gegen Claudio, nachdem er den vom Volk geforderten Rückruf seiner Gesetze abgelehnt hat. Da schreitet jedoch Isabella ein und bittet für ihren Bruder. Es gelingt ihr, den Statthalter, der sich gleichfalls in sie verliebt hat, umzustimmen: Er wird Claudio die Freiheit schenken, wenn Isabella sich ihm hingibt. Um diesen eigenen Widerspruch Friedrichs zu seinen Gesetzen auf zudecken, wendet sich Isabella heftig gegen den Stadthalter. Dann läßt sich aber zum Schein von ihm beschwichtigen und geht auf den Handel ein, um Claudio die Freiheit zu sichern.



Zweiter Akt


zum 1. Akt

Im Gefängnis berichtet Isabella ihrem Bruder von dem Handel mit Friedrich, worauf Claudio zunächst empört über die Rolle ist, die seine Schwester dabei spielen will. Schließlich lenkt er aber ein, und Isabella vertraut ihren Plan Luzio an, der gleichfalls zunächst entsetzt reagiert, dann jedoch in alles einwilligt.
Isabella bestellt Friedrich, er möge maskiert zur Verabredung erscheinen, wodurch der Statthalter selbst gegen das von ihm erlassene Vermummungsverbot verstoßen muß. Durch die Maskierung soll es Mariana möglich sein, an Isabellas Statt ihren Mann zu empfangen und hinters Licht zu führen.
Als der Stadthalter die Nachricht erhält, ist er außer sich vor Freude. In der Stadt wird unterdessen dem Verbot zum Trotz der Karneval gefeiert. In diesem bunten Treiben tauchen nun Isabella und Mariana, identisch gekleidet, auf. Mariana begibt sich zum verabredeten Punkt, wo der Stadthalter glaubt, Isabella erwarte ihn. Auch Luzio fällt auf die Verkleidung der beiden Frauen herein und folgt Mariana, die er für Isabella hält. Isabella erhält unterdessen von Pontio ein Pergament, auf dem sich die versprochene Begnadigung für ihren Bruder befinden soll. Als sie jedoch das Siegel erbricht, muß sie die Bestätigung des Todesurteils gegen Claudio lesen. Empört ruft sie das Volk zusammen und entlarvt hinter den Masken unter anderem Friedrich, der sich mit Mariana den Freuden und Freiheiten des Karnevals hingibt.
Friedrich gesteht seinen eigenen Gesetzesbruch ein und will sich der von ihm selbst dafür geforderten Strafe unterwerfen; das Volk jedoch verzeiht und läßt ihn gehen. Das Urteil gegen Claudio wird aufgehoben, Luzio gewinnt Isabella für sich. Im Jubel auf den Karneval und die Liebe wird die Ankunft des Königs gemeldet.

(KB)

   

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Text

 

 

1. Akt 2. Akt
1. Szene 1. Szene
2. Szene 2. Szene
3. Szene 3. Szene
4. Szene 4. Szene
5. Szene 5. Szene
  Finale

Download von Akt 1-5

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Quellen /  Entstehung

 


Quellen

  • William Shakespeare: "Maß für Maß" ("Measure for Measure", Komödie)
  • Wilhelm Heinse: "Ardinghello" (satirischer Roman, 1787)
  • Heinrich Laube:  "Das junge Europa" (Briefroman, 1833)




Entstehung

  • Sommer 1834: während einer Sommerreise durch die böhmischen Bäder entwirft Wagner den Plan einer neuen Oper; sie entstand im Zuge einen neuen Lebensgefühls, das Wagner in seiner autobiographischen Skizze so beschreibt:

Damals war ich einundzwanzig Jahre alt, zu Lebensgenuss und freudiger Weltanschauung aufgelegt; "Ardinghello" und "Das junge Europa" spukten mir durch alle Glieder: Deutschland schien mir nur ein sehr kleiner Teil der Welt. Aus dem abstrakten Mystizismus war ich herausgekommen, und ich lernte die Materie lieben. Schönheit des Stoffes, Witz und Geist waren mir herrliche Dinge: was meine Musik betraf, fand ich beides bei den Italienern und Franzosen. Ich gab mein Vorbild, Beethoven, auf; seine letzte Symphonie erschien mit als der Schlussstein einer großen Kunstepoche, über welchen hinaus keiner zu dringen vermöge und innerhalb dessen keiner zur Selbständigkeit gelangen könne. ... Alles um mich herum kam mir wie in Gärung begriffen vor; der Gärung sich zu überlassen, dünkte mich das Natürlichste.

  • Wagner wird Musikdirektor bei der Bethmann'schen Theatertruppe in Magdeburg; Beginn der Komposition
  • Erfolgreiche Aufführungen eigener Werke (Feen-Ouvertüre, Gelegenheitswerke); 
  • Winter 1835/36: Weiterführung der Komposition, die Wagner wie folgt beschrieb:

Dergleichen leichtgewonnene Erfolge bestärkten mich sehr in der Ansicht, daß, um zu gefallen, man die Mittel durchaus nicht zu skrupulös erwägen müsse. In diesem Sinne komponierte ich an meinem "Liebesverbot" fort; französische und italienische Anklänge zu vermeiden gab ich mir nicht die geringste Mühe.

  • 29. März 1836: Wagner leitet die Premiere (und einzige Aufführung) des Liebesverbots, nachdem auf Grund der bevorstehenden Auflösung der Theatertruppe die Proben auf nur zehn Tage beschränkt wurden. 

Mit mehr Leichtsinn als Überlegung ließ ich nach zehntägigem Studium die Oper, welche sehr starke Partien hatte, in Szene gehen, ich vertraute dem Souffleur und meinem Dirigentenstabe. Trotzdem konnte ich aber doch nicht verhindern, daß die Sänger ihre Partien kaum halb auswendig wußten. Die Vorstellung war allen wie ein Traum, kein Mensch konnte einen Begriff von der Sache bekommen; dennoch wurde, was halbwegs gut ging, gehörig applaudiert.

(GD)

 

 

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Diskographie

 

 

Wolfgang Sawallisch, Orchester der Bayerischen Staatsoper

Pamela Coburn, Sabine Haas, Marianne Seibel, Wolfgang Fassler, Friedrich Lenz, Hermann Sapell, Robert Schunk, Hermann Prey, Kieth Engen, Raimund Grumbach, Alfred Kuhn, Chor d. Bayer. Staatsoper

Orfeo, 3 CDs, ADD

 

 

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