Rienzi, der Letzte der Tribunen - Text - 2. Akt |
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| Erster Akt | Zweiter Akt | Dritter Akt | Vierter Akt | Fünfter Akt |
| Nr. 1 Introduktion: Hier ist's, hier ist's! Frisch auf |
Nr. 5 Introduktion: Jauchzet, ihr Täler! |
Nr. 8 Introduktion
und Ensemble: Vernahmt ihr all die Kunde schon? |
Nr.
11 Introduktion, Terzett und Chor: Wer war's, der euch hierher beschied? |
Nr.
13 Introduktion und Gebet: Allmächt'ger Vater, blick herab! |
| Nr. 2 Terzett: O Schwester, sprich, was dir geschah |
Nr. 6 Szene,
Terzett und Chor: Colonna, hörtest du das freche Wort? |
Nr. 9 Szene
und Arie: Gerechter Gott! So ist's entschieden schon! |
Nr.
12 Finale: Ihr nicht beim Feste? |
Nr.
14 Duo: Verläßt die Kirche mich |
| Nr. 3
Duett: Er geht und läßt dich meinem Schutz |
Nr. 7 Finale: Erschallet, Feierklänge |
Nr.
10 Finale: Der Tag ist da, die Stunde naht |
Nr.
15 Szene und Duo: Du hier, Irene? Treff' ich dich noch |
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| Nr. 4 Finale: Gegrüßt, gegrüßt sei, hoher Tag! |
Nr.
16 Finale: Herbei! Herbei! Auf, eilt zu uns! |
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Zweiter AktNR. 5: INTRODUKTION Chor der Friedensboten, Rienzi, Baroncelli, Cecco, Senatoren CHOR DER FRIEDENSBOTEN (auf dem Theater, sehr entfernt) Jauchzet, ihr Täler! (Der Vorhang geht auf.) (Die Bühne bleibt noch eine Zeitlang leer. Den folgenden Gesang der Friedensboten hört man wie aus den Straßen näherkommend, bis diese selbst mit dem ersten Friedensboten an der Spitze gegen die Mitte des Gesanges durch das große Portal in einem langsamen Zuge auftreten. Sie sind festlich antik in Weiß gekleidet und tragen silberne Stäbe.) CHOR DER FRIEDENSBOTEN Ihr Römer, hört die
Kunde (Rienzi tritt auf mit Cecco, Baroncelli und den Senatoren.) RIENZI Du, Friedensbote, sage an, ERSTER FRIEDENSBOTE Ich sah die Städte, sah
das Land, CHOR DER FRIEDENSBOTEN, ERSTER FRIEDENSBOTE So weit das Land der Römer
reicht, RIENZI { Dir Preis und deiner hohen Macht! BARONCELLI, CECCO, SENATOREN Dir alles Glück verdanken wir, RIENZI Geht, Friedensboten,
ziehet denn (Die Friedensboten verlassen unter Anstimmung der Hymne langsam durch das Portal die Bühne. Der Gesang verhallt zum Schluß in den Straßen.) CHOR DER FRIEDENSBOTEN Ihr Römer, hört die
Kunde (Rienzi ist in stummes Gebet versunken.) (Steffano Colonna, Orsini und die Nobili, alle in Friedensgewändern, treten auf und grüßen Rienzi mit stolzer Unterwürfigkeit.) COLONNA Rienzi, nimm des Friedens Gruß! RIENZI Heil euch! - Was fehlt
noch Rom zu seinem Glücke, COLONNA Rienzi, ich bewundre dich; RIENZI Des Friedens, des
Gesetzes Größe nur, (Mit freundlicher Herablassung.) Ihr Herrn und Edlen, ich (Er geht ab mit Cecco, Baroncelli und den Senatoren.)
NR. 6: SZENE, TERZETT UND CHOR (Orsini, Colonna, Nobili. Später Adriano.) ORSINI Colonna, hörtest du das
freche Wort? COLONNA Ha, wie ich knirsche! Der
Plebejer, er, ORSINI Was ist zu tun? Wir sind
besiegt. COLONNA Der Pöbel - ha! (Die Nobili schließen einen engeren Kreis um Orsini und Colonna. Adriano tritt ungesehen auf, beobachtet die Gruppe und mischt sich unbemerkt unter sie.) ORSINI So wäre denn auf ihn
allein COLONNA Er ist der Götze dieses
Volks, ORSINI Doch für Gewalt und
offne Tat COLONNA Was bleibt uns übrig? Tötet
ihn ORSINI Ha, du sprichst wahr! Und
diesen Stoß, COLONNA Vierhundert Lanzen, denen
er ORSINI, NOBILI (wild auffahrend) So sei's! ADRIANO (tritt hervor und steht vor Orsini und Colonna) Ha, Meuchelmörder!
Sprecht, ORSINI Colonna, sprich, sind wir verraten? COLONNA (mißt Adriano mit scharfem Blicke) Wer bist du? Sag, bist du
mein Sohn? ADRIANO Des ritterlichen Vaters
Sohn, ORSINI Verräter, frecher Knabe du! COLONNA Lehrt solches Wort dich
der Tribun? ADRIANO Bist du noch immer blind, mein Vater? COLONNA Ha, schweig! Du bist in
seinen Händen, ADRIANO O Gott, so hört' ich
wirklich recht? ORSINI Hört den Treulosen!
- Wie, Colonna, COLONNA (hart an Adriano) So wisse! Heut, in diesen
Sälen, ADRIANO Entsetzlich! Ha, mein Schreckenslos! Sieh meine Angst, erhör mein Flehen! COLONNA Verräter bist du, nicht mein Sohn! ORSINI Komm fort, nicht sicher sind wir hier! ADRIANO Mein Vater, bleib und hör mich an! COLONNA Vergebens, Bube, ich bin fest! ADRIANO Sei gnädig und erbarm dich mein! { Mein Vater! DIE NOBILI Hör ihn nicht an! Auf, folge uns! ADRIANO (auf den Knien) Zu deinen Füßen fleht
dein Sohn! COLONNA Rienzi stirbt von unsrer
Hand, ADRIANO { O hör der Ehre Hochgebot! ORSINI, NOBILI So sei's! Geschworen ist ihm Tod! COLONNA So sei's! Geschworen ist ihm Tod; (Colonna stößt Adriano von sich zu Boden. Alle außer Adriano entfernen sich unter drohenden Gebärden.) ADRIANO (richtet sich leichenblaß vom Boden auf.) Ich will denn ein Verräter
sein: (Er will abgehen, plötzlich schaudert er aber zurück.) Verräter! Ha, was willst
du tun? (in Verzweiflung) Ihr Heil'gen, schützt vor Wahnsinn mich! (Er geht ab.)
NR. 7: FINALE Der Zug der römischen Bürgerschaften naht sich durch das große Portal. Voran die Senatoren, ihnen folgen die Nobili und das Volk. Alle sind festlich geschmückt. VOLK Erschallet Feierklänge! (Rienzi tritt auf; mit ihm Irene, Baroncelli und Cecco del Vecchio. - Allgemeine Begrüßungen.) RIENZI Seid mir gegrüßt, ihr Römer
all! VOLK Der Friede hoch! Lang blühe Rom! BARONCELLI Es nahen die Gesandten
sich, (Der Gesandte Mailands tritt auf mit einem glänzenden Gefolge.) DER GESANDTE MAILANDS Heil dir, und ewiges
Gedeihn (Die Gesandten der Lombardei mit Gefolge.) DIE GESANDTEN DER LOMBARDEI Gruß jeder Stadt der
Lombardei (Der Gesandte Neapels mit Gefolge.) DER GESANDTE NEAPELS Ruhm dir, und hohe Ehre
Rom (Die Gesandten Böhmens und Bayerns mit Gefolge.) DIE GESANDTEN BÖHMENS UND BAYERNS Von Deutschland her kommt
dir der Gruß: RIENZI Im Namen Roms nehmt
vollen Dank! (in wachsender Begeisterung) Ja, Gott, der Wunder
schuf durch mich, VOLK, BARONCELLI, CECCO, DIE GESANDTEN ITALIENS Heil dem ital'schen Bunde! RIENZI Und weiter noch treibt
Gott mich an! - (Außerordentliche Sensation; betroffene Bewegung der Gesandten Böhmens und Bayerns.) ORSINI (heimlich zu Colonna) Der Übermüt'ge! Ist er toll? COLONNA Ha, fast erspart er dir den Stoß! RIENZI Herold, beginnen mag das Fest! (Vorbereitungen zur Pantomime.) ADRIANO (unbemerkt und heimlich zu Rienzi) Rienzi, sei auf deiner Hut! RIENZI Droht mir Verrat? ADRIANO Schütz dich! Nichts weiter! RIENZI Verrat? Von wem als diesen Edlen? ADRIANO Nur meine Ahnung! RIENZI Fürchte nichts! (Er entfernt Baroncelli mit einem heimlichen Auftrage.) (Nachdem alles zur Pantomime geordnet ist, tritt der Herold vor.) DER HEROLD Ihr Römer, es beginnt
das Fest. Pantomime Lucretia gefolgt von
ihren Frauen; Collatinus, ihr Gatte, und mehrere angesehene Römer,
unter ihnen Brutus. Collatinus: er müsse sie verlassen, der
Tyrann Tarquinius habe ihn zu einem Feste geladen, zu dem ihn
seine Freunde begleiten würden. Lucretia: - er solle sie nicht
verlassen, ihr sei so bang in seiner Abwesenheit. Collatinus: er
müsse der Einladung Folge leisten, damit er den Tyrannen
einlulle, um ihn desto sicherer zu verderben! Lucretia: Sie
beschwöre ihn von neuem, sie nur heute nicht zu verlassen; sie
quälten die fürchterlichsten Ahnungen, zu denen sie gräßliche
Träume der vorigen Nacht trieben. Collatinus: sie sei wohl krank?
Er befiehlt Virginia und den Jungfrauen, während seiner
Abwesenheit Lucretia treu zu bewachen und ihre Augen durch
muntere Spiele zu erfreuen. Er nimmt zärtlich Abschied von
Lucretia. Sie umarmt ihn heftig; - er geht mit seinen Freunden.
Lucretia sinkt auf ein Ruhebett und verbleibt in schwermütiges
Hinbrüten versunken zurück. Virginia naht sich Lucretia mit
Teilnahme und richtet an sie die Frage, ob sie nicht erlauben
wolle, daß die Jungfrauen sie mit Spiel und Tanz aufzuheitern
suchen dürften? Lucretia willigt ein. Einige der Jungfrauen
ergreifen Harfen, die anderen ordnen sich zu einem Tanze. (Orsini hat sich während des Schlusses der Tänze immer dichter an Rienzi gedrängt und führt jetzt einen Dolchstoß nach dessen Brust. Adriano, der ihn fest beobachtet hat, fährt dazwischen, ohne jedoch den Stoß zurückhalten zu können. Die Säle sind plötzlich durch Rienzis Trabanten besetzt und die Nobili in einem Moment überwältigt.) VOLK Rienzi! Auf! Schützt den Tribun! RIENZI (zu den Nobili) Ihr staunt? Begreift
nicht das Mißlingen (Er entblößt das Gewand auf seiner Brust, die mit einem hellen Panzer bedeckt ist.) So seht denn, wie ich
mich gewahrt (Erschüttert und schweigend entfernt sich alles; nur Rienzi, die Senatoren, Cecco, Baroncelli und sämtliche Nobili, von den Trabanten bewacht, bleiben zurück.) RIENZI (zu den Senatoren) Ihr saht, Signori, das
Verbrechen, BARONCELLI Noch mehr! Colonnas
Lanzenvolk RIENZI Ihr Edlen, leugnet ihr? COLONNA Wer leugnet? RIENZI (erschüttert) Was willst du, düstre Mahnung, mir? (Er ermannt sich schnell.) So richtet sie nach dem Gesetz! CECCO Und das Gesetz spricht: CECCO, SENATOREN Tod durchs Beil! RIENZI Nun denn, bereitet sie zum Tod! (Die Nobili werden von den Senatoren und den Trabanten in den hinteren Saal geführt, vor welchem ein roter Vorhang herabgelassen wird. Man hört das dumpfe Geläute der Kapitol-Glocke. Rienzi allein.) Mein armer Bruder, nicht
durch mich, (Adriano und Irene stürzen herein.) ADRIANO Den Heil'gen Dank! Er ist
allein... IRENE Sein Vater! Sprich, was ist sein Los? RIENZI Des Hochverräters Los, der Tod! ADRIANO Ha, nimmermehr! Bedenk,
Tribun, RIENZI Bedenke, daß du Römer
bist ADRIANO Willst du die Bande der
Natur RIENZI Betörter! Ward nicht die
Natur, ADRIANO Ha, wag es, blut'ger Freiheitsknecht! (mit Bedeutung) Gib mir verwandtes Blut
zu rächen, RIENZI Unsel'ger! Woran mahnst du mich? (Man hört aus dem verhängten Saale den dumpfen Gesang der Mönche, welche die Nobili zum Tode vorbereiten.) DIE MÖNCHE (hinter der Szene) Misereat Dominum ADRIANO Entsetzlich! Welche dumpfe Töne! Errege Mordlust nicht in mir. IRENE O blick zu Gott, sei gnädig,
Bruder, (Vom großen Portal her hört man das Volk.) VOLK Tod der Verräterbrut! RIENZI Hört diesen Ruf! Er
spricht zu mir! (Irene und Adriano beschwören Rienzi auf den Knien.) ADRIANO, IRENE Zu deinen Füßen flehen
wir: RIENZI Wohlan! Vernehmt denn Rienzis Entschluß! (Auf Rienzis Zeichen hebt sich der Vorhang. Man sieht die Nobili in Todesangst beten, vor jedem steht ein Mönch. Der Ruf des Volkes schallt von außen durch das große Portal her. Die Nobili werden in den Vordergrund geführt.) VOLK (von außen) Tod den Nobili! (Die Masse des Volkes bricht durch das Portal herein.) Tod treffe sie! Tod
treffe die Verräter! RIENZI (dem Volke entgegentretend) Höret mich! Verschworen
hatten sich VOLK Sie sterben drum! RIENZI Hört, Römer, mich! CECCO Tribun, du rasest! VOLK Nie, Rienzi! RIENZI Muß ich euch BARONCELLI Er raset! Hört ihn nicht an! RIENZI Ihr Römer! VOLK Dich, unsren Retter,
unsren Befreier, RIENZI Begnadigt sie und laßt
von neuem COLONNA, ORSINI, NOBILI (in Zerknirschung) Wir schwören! CECCO Du wirst's bereun! RIENZI { O laßt der Gnade Himmelslicht ADRIANO, IRENE Wie Sonne schön durch Wolken bricht, BARONCELLI, CECCO Unzeit'ge Gnade, die er übt! COLONNA, ORSINI Ha, stolze Gnade, die er übt! VOLK In deine Hände, o Tribun, RIENZI Euch Edlen dieses Volk
verzeiht, ADRIANO, IRENE (Rienzi zu Füßen fallend.) { Rienzi, dir sei Preis, BARONCELLI, CECCO Bald schwört Verrat aufs neu COLONNA, ORSINI, NOBILI Ha, dieser Gnade Schmach VOLK Rienzi, dir sei Preis,
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