Der fliegende Holländer

 

 

Der fliegende Holländer

Romantische Oper in drei Akten

 

 

Übersicht

 
       
 

Allgemeines
 
Personen Chor
Orchester  
Quellen / Entstehung Uraufführung
Handlung Text
CD-Empfehlung Diskographie
Hintergrundmaterialien
 
 
 

Allgemeines

 


WWV: 63

Text: Richard Wagner (inspiriert von Heines "Memoiren des Herrn von Schnabelewopski")

Uraufführung: 02.01.1843, Königlich Sächsisches Hoftheater, Dresden

Die Erstaufführung während der Bayreuther Festspiele fand im Jahre 1901 unter der Leitung von Felix Mottl statt.

Form: acht Musiknummern, die nahtlos ineinander übergehen

Dauer 1 : 2 St. 18 Min.

Verlag: B. Schott's Söhne, Mainz (Richard-Wagner-Gesamtausgabe)

 

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Personen

 
Daland, ein norwegischer Seefahrer Baß
Senta, Dalands Tochter Sop
Erik, ein Jäger Ten
Mary, Sentas Amme Alt
Der Steuermann Dalands Ten
Der Holländer Baß

Abkürzungsverzeichnis

 

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Chor

 

Die Matrosen Dalands; Die Mannschaft des Holländers; Mädchen

 

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Orchester

 
Holzbläser: 2 Fl, 1 Picc, 2 Ob (2. auch EH), 2 Kl, 2 Fg
Blechbläser: 2 Ventilhrn, 2 Naturhrn, 2 Trp, 3 Pos, Op 2
Pauken / Schlagzeug: 1 Paar Pkn
Sonstige: Hrf
Streicher: 16 G1; 16 G2, 12 Br, 12 Vc, 8 Kb
Auf der Bühne: 6 Hrn, TT (1. Akt); 3 Picc, TT, Windmaschine ( 3. Akt)

Abkürzungsverzeichnis

 

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Handlung

 


Erster Akt


zum 2. Akt - zum 3. Akt

Der Norwegische Kapitän Daland wurde wenige Meilen vor dem heimischen Hafen von einem heftigen Sturm überrascht und sucht Schutz in einem Fjord. Nachdem sich der Kapitän und die Matrosen unter Deck zur Ruhe begeben haben, übernimmt der Steuermann die Wache. Um sich wach zu halten singt er ein Lied über das Mädchen, das er in der Heimat zurückgelassen und jetzt bald wiedersehen wird (zur entsprechenden Textstelle). Dennoch wird er nach einiger Zeit vom Schlaf übermannt, so daß er nicht merkt, daß sich das gespenstische Schiff des Holländers nähert und neben Dalands Schiff den Anker wirft. Der Holländer geht an Land und offenbart zu den Klängen des Motives der Irrfahrt sein Schicksal: Er ist dazu verdammt ewig auf den Meeren umherirren zu müssen und nur die ewige Treue einer Frau kann ihn von diesem Fluch befreien (zur entsprechenden Textstelle).
Daland kommt an Deck, sieht das fremde Schiff und dessen Kapitän und kommt mit diesem ins Gespräch. Der Holländer berichtet von seinem Los und bietet Daland eine Kiste mit Schätzen an, wenn dieser ihn eine Nacht beherberge. Als der Holländer dann erfährt, daß Daland eine unverheiratete Tochter (Senta) hat, begehrt er diese zur Frau und bietet Daland seinen ganzen Reichtum, wenn er dieser Verbindung zustimme. Die beiden Kapitäne sind erfreut über diesen Verlauf ihrer "Verhandlungen", der Holländer, weil er jetzt auf eine baldige Erlösung hofft, Daland, weil er einen reichen Schwiegersohn bekommen wird. ("Ha, wonach alle Väter trachten, ein reicher Eidam, er ist mein!" ). Der Sturm hat sich inzwischen gänzlich gelegt und die Schiffe werden zur gemeinsamen Weiterfahrt gerüstet.



Zweiter Akt


zum 1. Akt - zum 3. Akt

In Dalands Haus haben sich die Mädchen des Dorfes zum Spinnen versammelt (Spinnerinnenlied). Einzig Senta ist nicht bei der Arbeit: Sie blickt verträumt auf ein Bild an der Wand, das den Fliegenden Holländer zeigt. Da Mary, Sentas Amme, ihrer Aufforderung die Ballade vom Fliegenden Holländer zu singen nicht nachkommt, tut sie dies selbst (zur entsprechenden Textstelle). Während des Singens verstärkt sich ihr Mitgefühl für den Herumirrenden immer mehr bis sie sich schließlich in höchster emotionaler Erregung in der Rolle seiner Erlöserin sieht. Gerade rechtzeitig vor der Ankunft Eriks, Sentas Verehrer, entfernt Mary das Bild von der Wand. Erik kündigt die Rückkehr Dalands an, worauf die Mädchen und Mary das Haus Richtung Hafen verlassen. Erik hält Senta zurück, da er sich sorgt, daß Daland ihm als armen Jäger seine Tochter nicht zur Frau geben wird. Außerdem ist er wegen Sentas Schwärmereien für den Holländer besorgt; in einem Traum sah er nämlich Senta mit dem Holländer im Meer versinken. Der Traum verstärkt jedoch nur Sentas Gewißheit, den fremden Seemann durch ihren Tod erlösen zu können und Erik verläßt entsetzt das Haus.
Daland und der Holländer betreten das Haus. Nachdem Daland Senta und den Gast miteinander bekannt gemacht und das Zimmer verlassen hat, erkennt der Holländer in Senta seine Erlöserin. Sie ist sich dieser Rolle bewußt und schwört dem Seemann Treue bis in den Tod (zur entsprechenden Textstelle). Später besiegelt Daland die Verbindung indem er die beiden für verlobt erklärt.



Dritter Akt


zum 1. Akt - zum 2. Akt

In der Bucht feiern Dalands Seeleute zusammen mit den Mädchen ihre Heimkehr, während auf dem Schiff des Holländers eine gespenstische Stille herrscht. Da die Matrosen des Holländers der Aufforderung mitzufeiern nicht nachkommen, wird Dalands Mannschaft übermütig und beginnen über die Fremden zu spotten (Matrosenchor-Motiv). "Das Meer, das sonst überall ruhig bleibt, hat sich im Umkreise des holländischen Schiffes zu heben begonnen; eine düstere, bläuliche Flamme lodert in diesem als Wachtfeuer auf. Sturmwind erhebt sich in dessen Tauen. - Die Mannschaft, von der man zuvor nichts sah, belebt sich" und beginnt das Holländer Motiv zu singen; eine Vorahnung davon , daß ihr Kapitän doch nicht erlöst wird und sie bald wieder in See stechen werden. Der Sturm und der Gesang steigern sich immer mehr, bis die Einheimischen ihr Schiff in Panik verlassen. Danach kehrt langsam wieder Ruhe ein.
Senta tritt gefolgt von Erik auf, der sich, entsetzt über das Geschehene, ihrer Liebe versichern will. Er erinnert sie an die Zeit, in der sie zusammen glücklich waren ("Willst jenes Tages Du nicht mehr Dich entsinnen?"), doch Senta weicht ihm aus. "Der Holländer hat den Auftritt belauscht; in furchtbarer Aufregung bricht er jetzt hervor" und bezichtigt Senta, ihn betrogen zu haben (zur entsprechenden Textstelle). Senta bittet ihn ihr zu vertrauen, aber er gibt seiner Mannschaft den Befehl das Schiff für die Abreise zu richten. Im Fortgehen offenbart er sein Schicksal. Senta will ihm auf sein Schiff folgen, wird aber von Erik und dem dazugerufenen Daland zurückgehalten. " Senta hat sich mit wütender Kraft losgerissen und erreicht ein vorstehendes Felsenriff ... Sie stürzt sich in das Meer; in demselben Augenblicke versinkt das Schiff des Holländers und verschwindet schnell in Trümmern. In weiter Ferne (zum Klang des Erlösungsmotivs) entsteigen dem Wasser der Holländer und Senta, beide in verklärter Gestalt; er hält sie umschlungen."

(GD)

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Text

 

 

1. Akt
Nr. 1: Introduktion, Lied Matrosen, Daland, Steuermann
Nr. 2: Arie Holländer
Nr. 3: Szene, Duett und Chor Daland, Steuermann, Holländer, Matrosen
 

2. Akt
Nr. 4: Szene, Lied und Ballade Mädchen, Mary, Senta
Nr. 5: Duett Erik, Senta
Nr. 6: Duett, Terzett, Arie Daland, Holländer, Senta
 

3. Akt
Nr. 7: Szene und Chor Norwegische Matrosen, Mädchen, Steuermann, Mannschaft des Holländers
Nr. 8: Finale, Kavatine Erik, Senta, Holländer, Daland, Mary, Chor
 

Download von Akt 1-3

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Quellen / Entstehung

 
       
 
1834

Veröffentlichung von Heines "Memoiren des Herrn von Schnabelewopski"
 
 
1839

Auf der Flucht von Riga nach London auf dem Segelschiff "Thetis" wird Wagner von einem Sturm überrascht; man sucht in einer Bucht in Norwegen Zuflucht
In Wagners Geist vermischen sich die Bilder des Sturmes, die Gesänge der Matrosen und die zuvor in Riga gelesene Erzählung Heines.
Nach einem achttägigem Aufenthalt in London reist Wagner weiter nach Paris
 
 
1840-1841


Wagners Zeit in Paris

Hier entsteht zunächst der französische Prosaentwurf, den Wagner dem Pariser Operndirektor Léon Piller unter dem inneren Vorbehalt, das Werk in deutscher Versgestalt später selbst zu vertonen, verkauft.

 
 
09.01.1841

Uraufführung des von Pierre Louis Dietsch (dem Dirigenten der Uraufführung der Pariser Fassung des Tannhäuser) vertonten Entwurfs unter dem Titel "Le vaisseau fantôme, ou Le maudit des meres, opéra fantastiqe en deux actes" an der Grand Opéra.
 
   
Wagner beginnt den Prosaentwurf mit deutschen Versen zu versehen und komponiert im Anschluß daran die Musik binnen sieben Wochen.
 
 
Frühjahr 1842

Wagner kehrt nach Deutschland zurück
 
 
02.01.1843

Wagner leitet in Dresden die Uraufführung des Fliegenden Holländers
 
 
1846, 1852

Überarbeitungen der Instrumentation
 
 
1860

Wagner erweitert die Ouvertüre für eine Konzertaufführung in Paris um einen Erlösungsschluß, der am Ende der Oper wiederholt wird.
 
 
1901


Die Bayreuter Erstaufführung des Fliegenden Holländers unter Felix Mottl stellt die erste pausenlose Aufführung des Stückes dar.

Informationen über weitere Bayreuther Aufführungen finden Sie hier.

 
 

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CD Empfehlung

 
Woldemar Nelsson, Orchester der Bayreuther Festspiele

"Die Wahl der Urfassung ist musikalisch ein Gewinn: Da stürmt und drängt alles, da ist Wagner wirklich der revolutionäre Außenseiter. ..Simon Estes in der Titelfigur ist der optimale Interpret. ..Klangbild: Präsent, unverfärbt im authentischen Bayreuther Mischklang." (P.Pachl in FonoForum 6/86)

Aufnahme von 1985

Lisbeth Balslev (Se), Anny Schlemm (Ma), Simon Estes (Ho), Matti Salminen (Da), Robert Schunk (Er), Graham Clark (St), Chor der Bayreuther Festspiele

Philips, 2 CDs, DDD

 

Pinchas Steinberg, Sinfonieorchester des ORF

"Das übertrifft alle derzeit erhältlichen Aufnahmen und sollte zu diesem Preis von keinem angehenden Wagnerianer übersehen werden. Editor's choice!" (Gramophone).

"Daß diese Produktion auch hohe künstlerische Argumente für sich geltend machen kann, ist vor allem das Verdienst von Pinchas Steinberg und Peter Seiffert" (Fono Forum).

Aufnahme von 1992

Ingrid Haubold (Se), Marga Schiml (Ma), Alfred Muff (Ho), Erich Knodt (Da), Peter Seiffert (Er), Jörg Hering (St), Budapester Radio Chor

Naxos, 2 CDs, DDD



Hinweise zur Auswahl unserer CD-Empfehlungen finden Sie hier.

Weitere Aufnahmen des Fliegenden Holländers finden Sie in der Diskographie.

 

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Hintergrundinformationen

 

 

Die Leitmotivik im Holländer.

Plakat zur Uraufführung.

 

 

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