Wagner und Humor

 
     

Richard Wagner und Humor?

Das erscheint zunächst etwas ungewöhnlich, hat der Zuschauer bei Wagners Musikdramen doch in der Regel wenig Anlaß dazu, an ein humoristisches Talent des Komponisten zu denken.

Doch auch "der Meister" konnte lachen - wenn es sein mußte auch über sich selbst, wie nebenstehende Selbstkarikatur aus der Pariser Zeit oder das folgende zum 42. Geburtstag geschriebene Gedicht beweist:

Im wunderschönen Monat Mai
kroch Richard Wagner aus dem Ei:
ihm wünschen, die zumeist ihn lieben,
er wäre besser dringeblieben.

Einige weitere Beispiele zum Thema Wagner und Humor möchten wir Ihnen auf dieser Seite vorstellen:

 


Selbstkarikatur

 




 



     
 

Zeitgenössische Karikaturen

 


 

Von manchen Kritikern wurde Wagners Musik einfach nur als eine Beleidigung für ihre Ohren angesehen ...

Karikatur von Gill in der "Eclipse"

   
 

... während sich andere über die von König Ludwig II. gestützte Verschwendungssucht Wagners ...

"Nur ein vorübergehender Besuch" Titelseite des Münchner "Punsch" aus dem Jahre 1867

   
 

... oder seinen Inszenierungsstil lustig machten.

Zeitgenössische italienische Karikatur von Parera    


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Bildergeschichte: Wie Wagners finsterer Plan vereitelt wurde

 


Ernst Lumpe:

     
     
 


Wieder einmal hatte König Ludwig II. von Bayern Richard Wagner zu sich eingeladen, um mit diesem über allerlei zu plaudern. Der ungewöhnliche Treffpunkt - einer Laune des Herrschers entsprungen - sollte am Ufer des Starnberger Sees sein, unweit von Schloß Berg. Auf diese Gelegenheit hatte Wagner schon lange gewartet; denn allzu unentschlossen hatte ...

     
 


... der junge König bisher auf Wagners Vorstellungen für den Bau eines Festspielhauses reagiert, während er anderseits die Staatsfinanzen mit dem Bau seiner Schlösser dem Ruin näher brachte. Schon wälzte Ludwig neue Baupläne! So konnte es nicht weitergehen!! Wagner beschloß, die Gelegenheit zu nutzen, den König ins Wasser zu stoßen und mit einer Spezialstange hinreichend lange am Auftauchen zu hindern.

     
 


Wagner selbst wollte dann als Richard III. von Bayern den Thron besteigen: ein etwas verstiegenes Ansinnen allerdings! Schon hörte Wagner ein Plätschern. Das mußte König Ludwig sein! Wagner packte die Stange fester, er fühlte sich wie weiland Hagen. Jetzt hörte er auch Ludwigs Stimme: der König sang! "Nicht mehr lange", dachte Richard. Er sah jetzt die Spitze eines Bootes. Der König im Nachen? Das würde die Sache erleichtern!

     
 


Da erstarrte Wagner plötzlich mitten in der Bewegung, die Stange fiel ihm aus den Händen, er kniete nieder und faltete die Hände: hatte der Gral Lohengrin gesandt, die frevelnde Tat zu hindern? Wagner war bleich und zitterte. König Ludwig war ganz aus dem Häuschen über seinen gelungenen Auftritt. Von Wagners perfider Absicht hatte er nichts bemerkt.

     

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Ernst Lumpe. Weitere seiner Bildergeschichten finden Sie auf seiner Homepage, dem "Wohltemperierten Brevier".

 

 

 

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