Instrumental- und Vokalwerke - Siegfried-Idyll

 
     



Siegfried-Idyll

Symphonische Dichtung, WWV 103

 



 

       
 

Allgemeines

 


WWV: 103

Widmungsträger: Cosima Wagner

Kompletter Titel: "Tribschener Idylle mit Fidi-Vogelgesang 1 und Orange-Sonnenaufgang, als symphonischer Geburtstagsgruß seiner Cosima dargebracht von Richard Wagner"

Uraufführung: 25.12.1870, Tribschener Villa (bei Luzern)

Form: einsätzige Sinfonische Dichtung (unter Andeutung einer Sonatenhauptsatzform)

Dauer: ca. 20 min.

Verlag: B. Schott's Söhne, Mainz (Richard-Wagner-Gesamtausgabe)

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Besetzung

 
Holzbläser: Fl, Ob, 2 Kl, Fg
Blechbläser: 2 Hr, Trp
Streicher: 14 G1, 12 G2, 10 Br, 8 Vc, 6 Kb (oder auch kleinere Besetzung) 

Abkürzungsverzeichnis

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Entstehungsgeschichte

 

11/12.1870

  Richard Wagner schreibt den "Symphonischen Geburtstagsgruß" "in aller Heimlichkeit" nieder.

04.12.1870

  Vollendung der Partitur

25.12.1870

  Uraufführung (in kleiner Besetzung)

20.12.1871

  In Mannheim Aufführung in sinfonischer Besetzung in geschlossener Vorstellung

10.03.1877

  In Meiningen Aufführung in sinfonischer Besetzung in geschlossener Vorstellung

1878

  Druck und Herausgabe des Werkes durch Schott
     

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Uraufführung

 

Die Uraufführung fand frühmorgens am Sonntag, dem 25. Dezember 1871 (Cosimas Geburtstag), in Wagners Tribschener Villa bei Luzern statt.

Ausführende der von Wagner geleiteten Darbietung waren Mitgliedern des Orchesters der Züricher Tonhalle. Aus Platzgründen (die Musiker nahmen im Treppenhaus Aufstellung) handelte es sich um eine kleine Streicher-Besetzung. Auf Grund dieses ungewöhnlichen Uraufführungsortes wurde das Siegfried-Idyll von Wagners Kindern einfach nur "Treppenmusik" genannt.

Nachdem das Werk uraufgeführt wurde, schritt Richard Wagner mit den Kindern an Cosimas Bett und überreichte ihr das Manuskript des Siegfried-Idyll als Geburtstagsgeschenk.

Mit "Fidi" (siehe Originaltitel) ist Cosimas und Richards gemeinsamer Sohn Siegfried gemeint, der am 6. Juni 1869 im Tribschen geboren wurde.

Diese sehr persönliche Note verbot zunächst eine öffentliche Aufführung und Drucklegung. Die Aufführungen in denen das Werk in voller Klangschönheit- und Besetzung zu hören war, waren geschlossene Vorstellungen. Letztendlich zwangen Wagner finanzielle Gründe zur Vermarktung seiner "Liebeserklärung". Um Wagners Schulden zu kürzen, besorgte schließlich 1878 der Verlag Schott den Erstdruck, weiterhin erschienen im gleichen Jahr Klavier-Bearbeitungen von J. Rubinstein (zu 2 und 4 Händen).

 

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Über das Werk

 

Das Hauptthema des Werkes besteht aus dem "Reinheit-Motiv" (die sog. Friedensmelodie Brünhildes) aus dem 3. Akt des Siegfried:

Ruhig bewegt

Eine auf dem an Sylvester 1868 entworfen Lied "Schlaf, Kindchen, Schlafe" beruhende Melodie bildet das Seitenthema; beide werden durch weitere Motive aus Siegfried ergänzt.

Das Siegfried-Idyll kann man als Modell für weitere in Wagners letzten Lebensjahren geplante Sinfonische Dichtungen ansehen, von denen jedoch keine über das Skizzenstadium hinauskam.

 

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