Instrumental- und Vokalwerke - Wesendonck-Lieder |
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fünf Gedichte für eine Frauenstimme und Klavier, WWV 91 von Richard Wagner nach Texten von Mathilde Wesendonck |
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Entstehung und Fassungen |
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Die Fünf Gedichte für eine Frauenstimme und Klavierbegleitung, die man heute allgemein als Wesendonck-Lieder bezeichnet, entstanden 1857 und 1858, während der Dichtung und Komposition von Tristan und Isolde, einer Oper, mit der die Lieder teilweise eng verzahnt sind. Sie sind zugleich teilweise Vorstufe zum Tristan zwei der Lieder bezeichnet Wagner ausdrücklich als Studie zu Tristan und Isolde als auch Ausdruck der Beziehung Wagners zu Mathilde Wesendonck (1828-1902), der Gattin des Kaufmanns Otto Wesendonck, der einer der Gönner Wagners zu dieser Zeit war und Wagner mehrere Male aus finanziellen Notlagen half. Wagner und Mathilde Wesendonck verband obwohl auch Wagner verheiratet war (noch mit seiner ersten Frau, Minna) eine sehr enge Beziehung, die sich mehrmals in seinem Werk niederschlägt (Sieglinde in Die Walküre , Isolde in "Tristan und Isolde").
Wagner vertonte die Dilettanten-Gedichte, wie er sie in eigener Handschrift nannte, in mehreren Etappen: Zunächst entstand am 30.11.1857 eine erste Fassung von Der Engel, dann wurde am 4.12. Träume vollendet. Schmerzen folgten am 17.12. desselben Jahres, und Wagner nahm eine erste Instrumentierung eines dieser Lieder vor: für Mathildes Geburtstag am 23.12. instrumentierte er Träume für Solovioline und Kammerorchester. Im Februar 1858 entstand dann Stehe still! (22.2.1858), und im April vollendete er Im Treibhaus (1.5.), zu einer Zeit, als die Beziehung der beiden Ehepaare Wagner und Wesendonck wegen der Beziehung Wagners zu Mathilde schon zu brechen begann. Die Handschriften der ersten Fassung der fünf Lieder schenkte Wagner der Autorin, um sodann im Herbst 1858 die Lieder insgesamt nocheinmal zu überarbeiten es entstanden die Fassungen, die wir heute kennen. Am 9.10. bemerkt Wagner in einem Brief an Mathilde mit der ihm typischen Überschwenglichkeit: Besseres als diese Lieder habe ich nie gemacht, und nur sehr weniges von meinen Werken wird ihnen zur Seite gestellt werden können. 1862 schließlich ordnete Wagner die Lieder in einen dramaturgischen Ablauf, es entstand der heute bekannte Zyklus, der ursprünglich so gar nicht beabsichtigt gewesen war. Diese Form wurde am 30.7.1862 uraufgeführt und im selben Jahr im Schott-Verlag veröffentlicht.
Erstaunlicherweise sind die Wesendonck-Lieder heute eher selten in ihrer Originalfassung für Singstimme und Klavier zu erleben, ihre Popularität verdanken sie eher der Instrumentierung von Felix Mottl, der die Lieder für ein an der Tristan-Instrumentation angelehntes großes Orchester (zur Besetzung) bearbeitete und dabei zwar die Parallelen zu der Oper hervorhob, allerdings den intimen Charakter der Lieder weitgehend verfehlte.
Der 1926 geborene Komponist Hans-Werner Henze, von dem inzwischen mehrere Orchestrationen von Wagner-Liedern vorliegen, schuf eine Fassung für Mezzosopran und Kammerorchester, die am 25. März 1977 unter seiner Leitung mit Ortrun Wenkel als Solist in Köln uraufgeführt wurde. Im Kontrast zu der Fassung Mottels fällt hier der kammermusikalische Charakter auf, der aber durch den solistische Einsatz eher selten gebrauchter Instrumente wie Baßklarinette und Altflöte nicht weniger farbenreich ist (zur Besetzung). Der Dirigent Wolfgang Sawallisch, der die Lieder in dieser Fassung auch aufgenommen hat, meint, Henze legt [...] ganz offensichtlich und geradezu plastisch hörbar viel größeren Wert [als Felix Mottl, CH] auf die Intimität der Gedichte der Mathilde Wesendonck. [...] Es scheint mir, als seien in dieser Fassung die Worte wirklich nur an Richard Wagner gerichtet und die Musik wiederum nur zurückgegeben an Mathilde Wesendonck....
(CH)
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Besetzungen der Instrumentationen |
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Richard Wagner:
Träume für Solovioline und Kammerorchester (1857)
Solo G Holzbläser 2 Kl, 2 Fg Blechbläser 2 Hrn Streicher 4 G, 2 Br, Vc
Felix Mottl:
Wesendonck-Lieder für Singstimme (Sopran) und Orchester
Holzbläser 2 Fl, 2 Ob, 2 Kl, 2 Fg Blechbläser 4 Hrn, Trp Pauken / Schlagzeug 1 Paar Pauken Streicher 14 G1, 12 G2, 10 Br, 8 Vc, 6 Kb
Hans Werner Henze:
Wesendonck-Lieder für Singstimme (Mezzosopran) und Kammerorchester
Holzbläser Fl, AltFl, Ob, EH, Kl in A, BKl in B, Fg, KFg Blechbläser 2 Hrn in F Sonstige Hrf Streicher 6 G1, 4 G2, 4 Br, 4 Vc, 2 Kb Die Partitur ist in C notiert; die Aufführungsdauer beträgt ca. 23 Minuten.
Dichtungen |
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Eine Version der Gedichte im pdf-Format zum Ausdrucken finden Sie hier.
- Der Engel ( 1. Fassung: "In der Kindheit frühen Tagen")
- Stehe still! ( 1. Fassung: "Sauseneds, brausendes Rad der Zeit")
- Im Treibhaus
- Schmerzen
- Träume ( 1. Fassung: "Sag' welch wunderbare Träume")
| 1.
Der Engel In
der Kindheit frühen Tagen |
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Sausendes, brausendes Rad
der Zeit, |
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Hochgewölbte Blätterkronen, |
||
Sonne, weinest jeden Abend |
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Sag, welch wunderbare Träume |
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CD-Empfehlung |
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Originale Fassung:
Tamara Takacs (Mezzo), Jenö Jandó (Klavier)
mit R.Schumann: Frauenliebe und -Leben, J.Brahms: Vier ernste Gesänge;
Naxos 8,550400, DDD
Richard Wagner:
Träume für Solovioline und Kammerorchester (1857)
Richard Hickox, Nothern Sinfonia
s.u., bei Henze, 2. Aufnahme
Felix Mottl:
Wesendonck-Lieder für Singstimme (Sopran) und OrchesterCheryl Studer (Sop), Staatskapelle Dresden, Giuseppe Sinopoli (Dir)
mit R. Strauss: Vier letzte Lieder, R.Wagner: Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde
Grammophon 439-865-2, DDD
Hans Werner Henze:
Wesendonck-Lieder für Singstimme (Mezzosopran) und KammerorchesterMarjana Lipovsek (Mezzo), Philadelphia Orchestra, Wolfgang Sawallisch (Dir)
mit R.Wagner: Ouvertüren "Faust", "Rienzi", "Das Liebesverbot", Sinfonie E-Dur (Fragment; 1.Satz)
EMI 5 56165 2, DDDJard van Nes (Mezzo), Nothern Sinfonia, Richard Hickox (Dir.)
mit: R.Wagner: Siegfried-Idyll, "Träume" für Violine und Kammerorchester; R.Strauss: Duett-Concertino, Ouvertüre und Tanzszene aus "Ariadne auf Naxos"
Chandos, DDD