Literatur - Aktuelle Buchbesprechungen - 2002 |
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Einhard Luther: Helden an geweihtem Ort - Biographie eines Stimmfaches (Teil 2) In Tradition erstarrt und unzugänglich gegenüber jeder Reform – so stellte man in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die vorangegangene Wagnerinterpretation im Allgemeinen und Alt-Bayreuths im Besonderen dar. Als entsprechend überaltert schilderte man die Sängerdarsteller jener Zeit. Doch das ist eine Geschichtsfälschung. Die jüngsten Tenöre der Festspielgeschichte finden sich in den ersten dreißig Jahren Bayreuths. Dieses und noch viel mehr beschreibt der studierte Theater- und Musikwissenschaftler Einhard Luther in zwei großformatigen Bänden, von denen der zweite jetzt erschienen ist. Alles um das Thema „Heldentenor“ findet man darin ausführlich beschrieben. Mit dem Tod Wagners 1883 ging auch die Geschichte des Heldentenors zu Ende. Er, dessen Lieblingskinder die „echten“ und meist doch so wenig „heldischen“ Helden waren wie Rienzi, Tannhäuser, Lohengrin, Tristan, Siegmund, Siegfried und Erik, der „einsame Wilde“, hat in elf Meisterwerken einzigartige Opernpartien geschaffen, vorwiegend für das Heldentenorfach, aber nicht nur. Oft nahe verwandt sind die Partien des David, Steuermann oder Mime. Es gab auch nach Wagners Tod noch Heldentenöre. Der Begriff des „Heldentenors“ ist für die heutige Sängergeneration allerdings eher ein Schimpfwort. Der erste Band des vorliegenden Werkes umfasst den Zeitraum von 1842 bis 1883 (Teil 1, Titel: „So singe, Held!“). Die Bände, die u.a. viele Abbildungen und Faksimiles enthalten, sind zu beziehen bei: Edition Omega, Hohnerstr. 12, D-78647 Trossingen, Tel. 07425-21210, e.-mail: Wolfgang.Layer@t-online.de Gaby Helbig |
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