Tannhäuser

 

 

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg

Große romantische Oper in drei Akten

 

 

Übersicht

 
         
 
Allgemeines  
Personen Chor und Ballett
Orchester  
Handlung Text
Quellen / Entstehung Uraufführung / Fassungen
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Allgemeines

 


WWV: 70

Text: Richard Wagner

Uraufführung: 19. März 1845, Königlich Sächsisches Hoftheater, Dresden (Dirigent: Richard Wagner)

Die Erstaufführung während der Bayreuther Festspiele fand im Jahre 1891 unter der Leitung von Felix Mottl statt.

Form: Durchkomponiert

Aufführungsdauer: ca. 3 ¾ Stunden

Verlag: B. Schott's Söhne, Mainz (Richard-Wagner-Gesamtausgabe)

 

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Personen

 
Herrmann   Landgraf von Thüringen Baß
Tannhäuser (Heinrich von Ofterdingen) \

Ritter und Sänger

Ten
Wolfram von Eschenbach

|

Bar

Walther von der Vogelweide

|

Ten

Biterolf

|

Baß

Heinrich der Schreiber

|

Ten

Reinmar von Zweter /

Baß

Elisabeth   Nichte des Landgrafen Sop
Venus     Sop
Ein junger Hirt     Sop
Vier Edelknaben     Sop/Alt

Abkürzungsverzeichnis

 

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Chor und Ballett

 

 

Thüringische Grafen; Ritter und Edelleute; Edelfrauen; Ältere und jüngere Pilger; Sirenen; Najaden; Nymphen; Bacchantinnen

Pariser Fassung: Die drei Grazien; Jünglinge; Amoretten; Satyre und Faune

 

 

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Orchester

 
Holzbläser: 3 Fl ( 2. auch Picc), 2 Ob, 2 Kl, BKl, 2 Fg
Blechbläser: 2 Ventilhrn, 2 Waldhrn, 3 Trp, 3 Pos, BTba
Pauken / Schlagzeug: 1 Paar Pkn, GrTr, Bck, Trgl, Tamb
Sonstige: Hrf
Streicher: 16 G1; 16 G2, 12 Br, 12 Vc, 8 Kb
Auf der Bühne: EH, 4 Ob, 6 Kl, 4 Fg, 12 Waldhrn, 12 Trp, 4 Pos, Tr, Bck, Tamb
zusätzlich in der Pariser Fassung: Kastagnetten, Hrf

Abkürzungsverzeichnis

 

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Handlung

 
     

Erster Akt

zum 2. Akt - zum 3. Akt

Tannhäuser, von der Welt abgewandt, gibt sich im Venusberg den Freuden der Liebe hin. Von der Fülle dessen, was Die Liebesgöttin ihm bietet, berauscht,sieht er sich einem Gott gleich, sehnt sich jedoch auch nach dem Leben in der Welt unter Seinesgleichen, Der Klang der Glocken weckt ihn aus dem Taumel, und er beschließt, seine Geliebte zu verlassen. Diese will ihn abhalten, doch all ihre Verführungskünste reichen nicht aus, den Entschluß Tannhäusers zu wenden. Selbst die Drohung, er werde das Reich der Venus nie wiederfinden, kann ihn zu keiner Umkehr bewegen. Mit der Anrufung der Gottesmutter als Erlöserin und Heilbringerin versinkt das Reich der Venus.

Wir finden Tannhäuser wieder in einer Gegend nahe der Wartburg. Betroffen genießt er die lange gemiedene Natur und den einfachen Gesang eines Hirten.

Als ein Pilgerzug sich mit Bußgesängen von der Burg her nähert, wird sich Tannhäuser seines Sündenfalles durch die Hingabe an Venus bewußt. Im selben Augenblick erscheint eine Jagdgesellschaft, es sind der Landgraf und sein Gefolge. Sie erkennen in dem vermeintlichen Pilger den lange vermißten Sänger aus ihrer Mitte und beschwören ihn, mit ihnen auf die Burg zu kommen. Doch Tannhäuser lehnt ab, er sieht sich seiner Verfehlung wegen einer Wiederaufnahme in die höfische Gesellschaft unwürdig. Nur durch die Erinnerung an Elisabeth, die Nichte des Landgrafen, die Wolfram von Eschenbach in ihm wachruft, läßt er sich umstimmen und zieht mit den anderen nun euphorisch zur Burg.


     

Zweiter Akt

zum 1. Akt - zum 3. Akt

Elisabeth ist in freudiger Erwartung Tannhäusers Ankunft. Seit seinem Ausscheiden aus der Hofgesellschaft hat sie die sogenannte Sängerhalle gemieden, in der Tannhäuser aus den Sängerwettstreiten so oft als Sieger hervorging. Nun aber erwartet sie ihn hier. Als er eintritt, erwachen die gegenseitigen Gefühle von neuem, Tannhäuser und Elisabeth bekennen sich ihre Liebe; der im Hintergrund bleibende Wolfram sieht seine Hoffnungen auf Elisabeth zerstört. Auf die Fragen des Landgrafen nach ihrer Gemütslage kann Elisabeth nicht antworten.

Die zum Sängerfest geladenen Gäste ziehen in die Halle ein, um zur Feier der Rückkehr Tannhäusers dem Sängerwettstreit beizuwohnen. Aufgabe ist es, das Wesen der Liebe im Gesang zu ergründen, der Sieger soll den Preis nach seinem Belieben fordern und von Elisabeth in Empfang nehmen.
Als erster Beitrag erfolgt ein Lied Wolframs, der die reine, geistige Liebe besingt, gleichzeitig aber eine Verbindung zu Venus hestellt. Tannhäuser antwortet ihm mit einem Gruß an eben diesen Stern, den er aber als die Göttin der Liebe in der von ihm erlebten Gestalt preist.
Auch der nächste Beitrag von Walther besingt wieder das platonische Wesen der Liebe, worauf sich Tannhäuser nicht mehr zurückhalten kann und feurig von körperlicher Liebe schwärmt. Einen solchen Angriff auf die höfischen Moralvorstellungen der Zeit will Biterolf nicht ungesühnt lassen. Er fordert Tannhäuser zum Zweikampf, um Frauenehre und hohe Tugenden zu verteidigen.
Im allgemeinen Tumult ergreift Wolfram das Wort und versucht die erhitzten Gemüter durch einen Appell an die hohe Liebe zu beruhigen. Tannhäuser jedoch ist von dieser Vorstellung von Liebe nicht angetan. Seine Erfahrungen stehen im Gegensatz zu den ängstlichen Ansichten der höfischen Gesellschaft, die er mit seiner Schilderung aus ihren Traditionen herausreißen will, ohne sich bewußt zu sein, daß der provozierte Skandal seinen Ausstoß aus dieser Gesellschaft bedeuten wird: Er bekennt sich zu seinen Abenteuern im Venusberg und empfiehlt jedermann diese Erfahrung.
Nachdem die Frauen vor dem nun Folgenden in Sicherheit gebracht wurden, will die männliche Hälfte der Gesellschaft Vergeltung für diesen Sitenverstoß. Allein das Eingreifen Elisabeths kann Tannhäuser vor dem Schlimmsten bewahren. Als einzige Sühne für das Fehlen Tannhäusers wird ihm die Vergebung des Papstes zugestanden; Tannhäuser soll sich einem Pilgerzug anschließen und in Rom um Gnade flehen.


     

Dritter Akt

zum 1. Akt - zum 2. Akt

Im Tal unterhalb der Wartburg harrt Elisabeth auf die Rückkehr der Pilger. Sie hofft für sich und für Tannhäuser, daß er Vergebung durch den Papst erhalten hat.
Als die Pilger sich nähern, müssen Elisabeth und der ebenfalls in der Nähe weilende Wolfram feststellen, daß Tannhäuser nicht dabei ist. Elisabeth fleht zu Maria um ihren Tod, um für Tannhäuser vor Gott um Gnade bitten zu können. Nach ihrer Rückkehr in die Burg bleibt Wolfram allein zurück. Er singt zum Abendstern und bittet ihn um Gruß an Elisabeth, wenn sie an ihm vorbeiziehen werde.

Plötzlich steht Tannhäuser vor ihm, der nicht mit den anderen gemeinsam aus Rom zurückgekehrt ist. Er berichtet von der Pilgerreise und von der Vergebung, die der Papst ihm verweigert hat: So wie der Stab in seiner Hand nie wieder ergrünen werde, so sein Tannhäuser der Weg zur Vergebung auf immer verschlossen. Im Bewußtsein, daß eine Rückkehr in die menschliche Gemeinschaft nicht mehr möglich ist, will er in den Venusberg zurückkehren, wo er wirklich angenommen war. Wolfram versucht verzweifelt, ihn von diesem neuerlichen Sündenfall abzuhalten, doch schon erscheint das Reich der Liebesgöttin, um den verlorenen Sohn aufzunehmen.
Es ist wieder der Name Elisabeths, der Tannhäuser zu sich ruft; von der Burg kommt der Totenchor für die Verstorbene, der Tannhäuser versichert, daß sie für ihn gestorben ist, um nun für ihn zu beten. Das Reich der Venus versinkt, und mit der Anrufung der heiligen Elisabeth verstirbt auch Tannhäuser.
Im selben Augenblick kommt eine Gruppe von Pilgern, die vom Wunder in Rom berichtet: Der Stab des Papstes sein ergrünt, Gott hat Tannhäuser gegen das Ermessen des Papstes verziehen.

(KB)

 

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Text

 

 

1. Akt 2. Akt 3. Akt
1. Szene
Sirenen
1. Szene
Elisabeth
1. Szene
Wolfram, Elisabeth
2. Szene
Venus, Tannhäuser
2. Szene
Wolfram, Tannhäuser, Elisabeth
2. Szene
Wolfram
3. Szene
Hirte, Pilger
3. Szene
Landgraf, Elisabeth
3. Szene
Tannhäuser, Wolfram, Venus, Jüngere Pilger
4. Szene
Tannhäuser, Landgraf, Sänger
4. Szene
Landgraf, Elisabeth, Tannhäuser, Sänger, Edelknaben, Ritter, Grafen, Edelfrauen
 

Download von Akt 1-3 zum Ausdrucken

 

 

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Quellen / Entstehung

 
Quellen

um 1200

  Der historische Tannhäuser wird geboren

1515

 

Die erste erhaltene Fassung des Tannhäuser-Liedes; es folgen mehrere regional verschiedene Fassungen.

1799

 

Die Dichter der Romantik entdecken das Tannhäuser-Lied neu; Ludwig Tiecks Erzählung "Der getreue Eckart und der Tannhäuser" erscheint.

1806

 

Ein Neudruck des Tannhäuserliedes erscheint im ersten Band von Arnim und Brentanos Volksliedersammlung "Des Knaben Wunderhorn".

1816

 

Die erste Prosafassung des Tannhäuser-Liedes erscheint im ersten Band der "Deutschen Sagen" der Brüder Grimm.

1819

 

E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Der Kampf der Sänger" hat den Sängerkrieg auf der Wartburg zum Inhalt; im Zentrum steht jedoch nicht Tannhäuser, sondern Heinrich von Ofterdingen.
Der Sängerkrieg wurde zunächst unabhängig vom Tannhäuser-Lied in einer mittelhochdeutschen Gedichtesammlung beschrieben.

1836

 

Heinrich Heine veröffentlicht im dritten Band des "Salons" das Tannhäuser-Lied in einer eigenen, kritischen Fassung.

1838

 

In einem Jahresheft der Königsberger deutschen Gesellschaft stellt der Philologe C.T. Lucas die These auf, Tannhäuser und Heinrich von Ofterdingen aus dem Sängerkrieg seinen identisch.




Entstehung

1842

 

April: Wagner kehrt mit Minna von Paris nach Dresden zurück. In "Mein Leben" beschreibt Wagner diese Reise als "ein Abenteuer von fast ähnlicher Gattung, wie unsere frühere Seereise (von Riga nach London, GD)". Ähnlich wie die diese Seereise die Inspiration zum Holländer gebracht haben soll, führt Wagner die Inspiration zum Tannhäuser auf diese Reise und vor allem auf den Anblick der Wartburg zurück.

Ende Juni/Anfang Juli entwirft Wagner das Szenarium zum Venusberg

1843

  04.07: Vollendung der Tannhäuser Dichtung
Ende Juli: Beginn der Komposition

1845

 

April: Abschluß der Partitur; Wagner ändert den Titel von "Der Venusberg" in "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg".

1845

 

19.10: Uraufführung des Tannhäusers an der Dresdener Hofoper unter Wagners Leitung; Die Beurteilung durch das Publikum ist gespalten.

1847

 

Für die Wiederaufnahme des Werkes an der Hofoper ändert Wagner den Schluß; sog. "Dresdener Fassung" im Gegensatz zur "Urfassung" der Premiere

 

 

In der Folgezeit setzt sich der Tannhäuser auf allen deutschen Bühnen durch. Erwähnenswert sind vor allem die Aufführungen in Weimar unter Franz Liszt (16.02.1849) und in Berlin (07.01.1856).

1861

 

16.03: Erstaufführung an der Pariser Oper. Für diese Aufführung hat Wagner das Werk umfassend umgearbeitet ("Pariser Fassung").

1891

 

Erstaufführung des Tannhäusers während der Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Felix Mottl.
Informationen über weitere Bayreuther Aufführungen finden Sie hier.

 

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CD Empfehlung

 

 

Sir Georg Solti, Wiener Philharmoniker

Grand Prix du Disque, Premio della Critica

"Ein dank ihrer Spannungsintensität, choralen, orchestralen und sängerischen Pracht und ihrer hochbrillanten Klangtechnik maßstabsetzende Aufnahme." (stereoplay 3/86)

Aufnahme von 1970

Kollo, Ludwig, Dernesch, Braun, Hollweg, Equiluz, Sotin, Bailey, Wiener Staatsopernchor
EMI, 3CDs, ADD

 

Wolfgang Sawallisch, Orchester der Bayreuther Festspiele

Aufnahme von 1962

Eberhard Wächter, Anja Silja, Grace Bumbry, Georg Paskuda, Gerhard Stolze, Chor der Bayreuther Festspiele 1962
Phillips, 3CDs, ADD

 



Weitere Aufnahmen finden Sie in der Diskographie.

Hinweise zur Auswahl unserer CD-Empfehlungen finden Sie hier.

 

 

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Hintergrundmaterialien

 


Quellen, denen sich Wagner bei der Konzeption der Tannhäuser-Dichtung bedient hat:

Der historische Wolfram von Eschenbach

Die verschiedenen Fassungen des Tannhäuser

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