Tristan und Isolde

 

 

Tristan und Isolde

Handlung in drei Akten

 

 

Übersicht

 
 

 
 

Allgemeines

 


WWV: 90

Uraufführung: 10.06 1865, Königliches Hof-und Nationaltheater, München

Form: Durchkomponiert

Dauer (der Musik ohne Pausen): 3 St. 40 Min (Böhm) bis 4 St. 15 Min (Furtwängler)

Verlag: B. Schott's Söhne, Mainz (Richard-Wagner-Gesamtausgabe)

 

nach oben

 
 

Personen

 
Marke, König von Kornwall   Baß
Tristan, Markes Neffe   Ten
Kurwenal, Tristans Diener   Bar
Melot, ein Freund Tristans   Ten
Isolde, irische Königstochter   Sop
Brangäne, Isoldes Dienerin   Sop
Ein Hirte   Ten
Ein Steuermann   Bar
Ein junger Seemann   Ten

Abkürzungsverzeichnis

 

nach oben

 
 

Chor

 

Schiffsvolk; Ritter und Knappen: Ten, Ten, Baß, Baß

 

nach oben

 
 

Orchester

 
Holzbläser: 3 Fl ( 3. auch Picc), 2 Ob, EH, 2 Kl, BKl, 3 Fg
Blechbläser: 4 Hrn 1, 3 Trp, 3 Pos 2, BTba
Pauken / Schlagzeug: 1 Paar Pkn 3, Bck, Trgl, Tamb
Sonstige: Hrf
Streicher: "Die Streichinstrumente sind vorzüglich gut und stark zu besetzen.", d. h. 16 G1, 16 G2, 12 Br, 12 Vc, 8 Kb
Auf der Bühne: EH 5, 6 Hrn 6, 3 Trp, 3 Pos

Abkürzungsverzeichnis

 

  nach oben

 
 

Handlung

 
   

Vorgeschichte

zum 1. Akt
zum 2. Akt
zum 3. Akt

Cornwalls Held Tristan hat im Unabhängigkeitskrieg seines Landes gegen Irland dessen König Morold getötet und seinen Kopf an Morolds Verlobte Isolde geschickt.
Tristan selbst wurde tödlich verwundet an die Küste Irlands getrieben, wo er von Isolde gefunden und gesundgepflegt wird. In dem Fremden mit Namen Tantris erkennt diese anhand seiner Wunde den Mörder ihres Verlobten und beschließt, sich an dem Wehrlosen zu rächen. Ein Blick Tristans hält sie jedoch davon ab, und sie läßt ihn geheilt nach Cornwall zurückkehren.


Erster Akt

zur Vorgeschichte
zum 2. Akt
zum 3. Akt

Tristan ist erneut nach Irland gekommen, um für König Marke von Cornwall um Isolde zu werben und sie gleich mit sich in seine Heimat zu nehmen. Isolde ist tief gedemütigt, daß ausgerechnet er sie dem alten König als Friedenspfand zuführt. Sie fordert eine Unterredung mit Tristan, die dieser jedoch ablehnt. Erst als sie droht, nicht mit ihm an Land zu gehen, kommt Tristan ihrer Bitte nach. Isolde verlangt von ihm Genugtuung für den Mord an Morold, für den sie Rache zu nehmen einst nicht imstande war; sie reicht ihm einen Trank "zu sühnen alle Schuld", von dem sie glaubt, er werde ihm den Tod bringen. Tatsächlich aber hat Brangäne ihrer Herrin einen Liebestrank gereicht, und nachdem Tristan und Isolde davon getrunken haben, erglühen beide in Liebe füreinander. In diesem Moment landet das Schiff in Cornwall.



Zweiter Akt

zur Vorgeschichte
zum 1. Akt
zum 3. Akt

König Marke ist auf die Jagd gegangen, und Isolde wartet im Garten seiner Burg auf Tristan. Entgegen der Warnung Brangänes löscht sie die Fackel, womit sie Tristan das Zeichen zu kommen gibt. Tristan stürzt herbei und beide verschmelzen in der herabsinkenden "Nacht der Liebe". Voll in Ekstase vernehmen sie Brangänes Warnruf vor dem anbrechenden Tag, doch das Paar nimmt den Ruf nicht ernst, wünscht sich vielmehr die ewige Nacht, den Liebestod als Vollendung ihrer Liebe in ewiger Vereinigung.
In diesem Augenblick werden sie von Marke und seinem Hofstaat überrascht, die von dem verräterische Melot herbeigeholt wurden. Der König ist bestürzt über die Untreue seines Freundes Tristan, der verzweifelt versucht, die störenden "Tagsgespenster" zu verbannen. Dann aber stellt er sich der Realität und faßt den Entschluß, Isolde um ihres Geheimnisses willen in das "Wunderreich der Nacht", in den Tod, vorauszugehen.
Mit dem letzten Kuß für Isolde provoziert er Melot, so daß dieser gegen den Verräter das Schwert zieht. Tristan dringt auf ihn ein und sinkt verwundet in Kurwenals Arme.



Dritter Akt

zur Vorgeschichte
zum 1. Akt
zum 2. Akt

Kurwenal hat seinen Herrn auf dessen Burg Kareol gebracht. Dort durchlebt Tristan im Fiebertaumel noch einmal die Stationen seines Lebens und seiner Liebe zu Isolde. Er sehnt sich nach dem erlösenden Tod, den ihm Isolde, wiederum als Heilerin, bringen soll. Mehrmals glaubt er ein Schiff zu erkennen, wird aber von Halluzinationen getäuscht und flucht dem Liebestrank und seinem Schicksal, Isolde nicht zu sehen und doch nicht sterben zu können. Da endlich wird die Ankunft von Isoldes Schiff gemeldet; Tristan reißt sich den Verband von der Wunde und stürmt vorwärts. In den Armen Isoldes stirbt er.
Ein zweites Schiff legt an: Es sind Marke mit seinem Gefolge und Brangäne. Kurwenal wirft sich ihnen mit seinen Leuten entgegen und erschlägt Melot, wird aber selbst im Kampf tödlich verletzt. Marke beklagt die Toten: Er ist gekommen, um Tristan mit Isolde zu vermählen, nachdem er von Brangäne über die Zusammenhänge und das Geheimnis des Liebespaares aufgeklärt wurde. Isolde jedoch sinkt in Verklärung über Tristans Leiche und folgt ihm in den vereinigenden Liebestod.

(KB)

 

nach oben

 
 

Text

 
1. Akt 2. Akt 3. Akt
1. Szene:
Isolde, Brangäne, Stimme eines jungen Seemanns
1. Szene:
Isolde, Brangäne
1. Szene:
Der Hirte, Kurwenal, Tristan
2. Szene:
Die Vorigen, Tristan, Kurvenal, Schiffsvolk, Ritter Knappen
2. Szene:
Tristan, Isolde, Brangänes Stimme
2. Szene:
Tristan, Isolde, Kurwenal
3. Szene:
Isolde, Brangäne
3. Szene:
Die Vorigen, Kurwenal, Brangäne, Marke, Melot, Hofleute
3. Szene:
Die Vorigen, Hirte, Steuermann, Melot, Brangäne, Marke, Ritter und Knappen
4. Szene:
Die Vorigen, Kurvenal
   
5. Szene:
Tristan, Isolde, Brangäne, später Kurvenal, Schiffsvolk, Ritter, Knappen
   

Download von Akt 1-3
 

nach oben

 
 

Quellen / Entstehung

 
Quellen

Quelle des Tristan-Stoffes ist die keltische Sage von Tristan und Isolde.
Literarische Vorbilder für Wagner waren unter anderen:

  • Der Versroman "Tristan" des Gottfried von Straßburg (13.Jh.)
  • Wiederaufnahmen des Stoffes in der Romantik:
    "Tristan" (Gedicht) von August von Platen (1796-1835)
    "Tristan" (Drama) von Karl Ritter (1830-1891)
    "König Marke und Isolde" (Gedicht) von Julius Mosen (1803-1867)

Weniger inhaltlich als von der Stimmung her wurde Wagners Tristan auch von Novalis' "Hymnen an die Nacht" beinflußt.

Abb. rechts: Gottfried von Straßburg
Die Heidelberger Handschrift (Ende 13. Jh.) mit dem Beginn des Tristan

 

     

Entstehung

1842  

W. lernt Julius Mosen und dessen Gedicht zur Tristan-Sage kennen.

1846  

Robert Schumannn trägt sich mit dem Gedanken einer Tristan-Oper. Das Libretto stammt von Robert Reinick, die Oper wurde jedoch nie realisiert. Durch regelmäßigen Kontakt mit Schumann erfährt W. von dessen Überlegungen.

1854  

W. lernt das Drama Ritters kennen, was ihm unmittelbare Anregung zum Libretto wird. Er befindet sich zu der Zeit im Schweizer Exil, wo er am "Ring" (Ring, Entstehung) arbeitet.

1856  

W. berichtet Liszt in einem Brief von der vollständigen gedanklichen, aber schriftlich noch nicht fixierten Konzeption.

1857  

Am 28.4. bezieht W. das Gartenhaus der Wesendoncks in Zürich. Getragen von einem leidenschaftlichen Verhältnis zu Mathilde Wesendonck (s. auch Wesendonck-Lieder, Entstehung) unterbricht er die Arbeit am "Siegfried" (zur Verknüpfung der Entstehung von Tristan, Meistersingern und Ring siehe auch diese Graphik), um sich ganz dem "Tristan" zu widmen, der unter den gegebenen Umständen seine persönliche Situation widerzugeben scheint: W. sieht sich selbst als Tristan, Mathilde als Isolde und den zwischen ihnen stehenden Otto Wesendonck in der undankbaren Rolle des König Marke.

Am 18.9. überreicht W. die vollendete Urschrift der "Tristan"-Dichtung an Mathilde Wesendonck. In engem Freundeskreis trägt er den Text vor.

Im Dezember ist bereits die Kompositionsskizze des Ersten Aktes beendet.

1858  

Im Frühjahr liegt die vollständige Partitur des Ersten Aktes vor. W. begibt sich für ein Jahr nach Venedig, wo der Zweite Akt vollendet wird.

1859  

Im März kehrt W. nach Luzern zurück, wo er bis zum Juni auch den Dritten Akt fertigstellt.

Im August liegt dann der "Tristan" komplett vor.

     
   

Die Uraufführung des Stückes gestaltet sich als schwierig, da das Werk als unaufführbar gilt.

Über diese Probleme berichtet W. in einem offenen Brief vom 18. April 1865 an Friedrich Uhl

     
1860  

Das "Tristan"-Vorspiel kommt zu einer ersten konzertanten Aufführung, wo es beim Publikum jedoch abgelehnt wird.

1862  

Es beginnen in Wien nach schwierigen Verhandlungen die Proben für die Uraufführung - nach unzähligen Problemen und 77 Proben wird diese jedoch 1863 abgesagt.

1865  

Am 10.06 kommt es nach Intervention des Gönners Ludwig II von Bayern zur Uraufführung des Werkes in München.

1886

Erstaufführung des Tristan während der Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Felix Mottl.
Informationen über weitere Bayreuther Aufführungen finden Sie hier.

 

 

nach oben

 
 

CD Empfehlung

 
Karl Böhm - Orchester der Bayreuther Festspiele

"... ein einzigartiges Dokument des in der Wagner-Darstellung Möglichen" Die Zeit

Edison 1967 - Grand Prix des Discophiles 1967 - Grand Prix National du Disque 1967 - Record Academy Prize, Tokyo 1968 - Prize of the Japan Festival of Arts 1968 - Disco de Plata (Argentinien) 1968

Aufnahme von 1966

Birgit Nilsson (Is), Christa Ludwig (Br), Wolfgang Windgassen (Tr), Eberhard Waechter (Ku), Marti Talvela (Ma), Claude Heater (Me), Erwin Wohlfahrt (Hi), Gerd Nienstedt (St), Peter Schreier (Se), Chor der Bayreuther Festspiele  

Deutsche Grammophon, 3 CDs, ADD

 

Daniel Barenboim - Berliner Philharmoniker

"Eine der überragendsten Leistungen auf Schallplatte. Dieser Tristan gehört neben Böhms, Furtwänglers und Goodalls ins Pantheon. Waltraud Meier ist eine ideale Isolde. Die Akustik erzeugt einen wahren Klangrausch" (BBC Music)

Aufnahme von 1995

Waltraud Meier (Is), Marjana Lipovsek (Br), Siegfried Jerusalem (Tr), Falk Struckmann (Ku), Matti Salminen (Ma), Johan Botha (Me), Peter Maus (Hi), Roman Trekel (St), Uwe Heilmann (Se), Chor der Berliner Staatsoper

Teldec, 4 CDs, DDD



Weitere Aufnahmen finden Sie in der Diskographie.

Hinweise zur Auswahl unserer CD-Empfehlungen finden Sie hier.

 

 

nach oben

 
 

Hintergrundmaterialien

 

 

Wagners Erläuterung zum Tristan-Vorspiel

Zur Verknüpfung der Entstehung von Tristan, Meistersingern und Ring siehe auch diese Graphik und die Entstehung des Rings.

Offener Brief vom 18. April 1865 an Friedrich Uhl, in dem Wagner von den Schwierigkeiten vor der Uraufführung des Tristan berichtet

Wagners Ansprache vor der Münchner Generalprobe

Novalis' "Hymnen an die Nacht"

"Tristan" (Gedicht) von August von Platen

Externe Seiten zum Tristan (bitte beachten Sie den Haftungsausschluß)

 

 

nach oben

 
 

Starten Sie das WagnerWeb hier neu, falls auf der linken Seite kein Menü zu erkennen ist.