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Bagger, Krane, Braunkohlenveredelung und Kaligranulierung

Technische Entwicklungen von Seilbaggern und Kranen  sowie Maschinen der Braunkohlenveredelung und Kaligranulierung im ehemaligen VEB Zemag Zeitz

Homepage Gerd Lintzmeyer

   
  Zeitz Rathaus um 1980 Eingang zum Neuwerk der Zemag RDK-Fertigung in der Endmontagehalle

 

     

                           Ansicht des Neuwerk nach 1996                                                                                 Diese Reklame in Zeitz überdauerte auch 2009

Zur Betriebsgeschichte
1855

Gründung der  Firma "Schaede und Co", Eisengießerei und Maschinenbaugeschäft (später Eisengießerei, Maschinen-und Kesselfabrik) durch Abschluß eines Sozietäts-Vertrages zwischen Stadtrat Ludwig Lange und Techniker Hermann Schaede mit anfangs 10 Beschäftigten. 1861 stieg die Zahl wegen der hohen Nachfrage infolge der wachsenden Industrialisierung bereits auf 65.

Chronisten vermuten, dass bereits 1855 eine Maschinenwerkstatt bestanden hätte. Exakte Belege darüber sind aber nicht bekannt.

31.12.1871

Übergang der Firma "Schaede und Co" in eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zeitz mit dem Namen

"Zeitzer Eisengießerei- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft"

als Eisengießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede mit 265 Beschäftigten. Als wichtigste vorgesehene Produkte für die umliegenden Braunkohlengebiete sind zu nennen: Dampfmaschinen, Wasserhaltungs-und Fördermaschinen, Maschinen der Kohlegewinnung, Maschinen und Apparate für Teerschweelerei, Mineralöl und Paraffinproduktion, Naß- und Trockenpressen von Ziegeln und Briketts.

ab 1873

Entwicklung der ersten Braunkohlenbrikettpresse der Zemag auf der Grundlage der Exterpresse für Torfbrikettierung durch den Ingenieur Robert Jacobi. Er betrieb ab diesem Jahre wesentlich die  Einführung von Konstruktion und Bau von Ausrüstungen für Brikettfabriken in der Zemag.

Diese erste Einstrang-Brikettpresse mit Dampfantrieb erhielt die Bezeichnung "Modell 73"

ab 1883

Weiterentwicklung der Brikettpresse zu den Modellen 83 und 93. Insgesamt wurden von diesen 3 Modellen 641 Stück produziert. Entwicklung zu einem Spezialindustrieunternehmen, das ausschließlich Ausrüstungen für Braunkohlenbrikettfabriken projektierte und herstellte. Zum damalige Sortiment gehörten insbesondere Brikettpressen, Röhrentrockner, Hammerbrecher, Brechwalzwerke, Förderbänder und die für den Bau von Brikettfabriken erforderlichen Stahlkonstruktionen.

1899

Gründung einer Zweigniederlassung in Köln-Ehrenfeld.

Die Zemag hatte nun 1200 Beschäftigte zusammen in beiden Firmenteilen.

1907 betrug die Zahl der Beschäftigten 1265.

Produktionsprogramm 1899

1911

Beginn der Entwicklung der Braunkohlenbrikettpressen mit elektrischen Antrieb ( Dreistrangpresse ).

1919

Produktion der ersten Einstrangpresse mit elektrischen Antrieb.

1921

Bau der ersten kompletten Brikettfabrik in Melbourne (Australien - Electricity Commission of victoria Grube Morwell )

1930 - 45

Erweiterungen des Produktionsprogramm: Maschinen für Braunkohle- und Torf-Brikettfabriken, Zerkleinerungs- und Mahl-Anlagen, Hartzerkleinerung, Siebroste, Steinspaltmaschinen, Förder- Verlade- und Trocken-Anlagen, Maschinen für die Schwelindustrie, Eisen- und Brücken-Konstruktionen, Großraumbunkeranlagen.

Nov. 1945

Die Zemag fertigt das bei Kriegsende zerstörte Mittelstück der Stahlkonstruktion der Auebrücke in Zeitz.

1946 - 53

Im Juni 1946 ging das Werk im Rahmen der nach dem 2. Weltkrieg zu leistenden Reparationen in das Eigentum der UdSSR als " SAG-Betrieb" unter sowjetischen Generaldirektorat über. Das Produktionssortiment umfaßte insbesondere Kohle- und Walzwerksausrüstungen, Verladebrücken und Portalkrane.

01.01.1954 Volkseigener Betrieb VEB Zemag Zeitz

Im Rahmen der Länderabstimmung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe RGW erhielt die DDR die Aufgabe, für das gesamte sozialistisch Wirtschaftsgebiet  alle Braunkohlenbrikettfabriken zu projektieren, die technologischen Ausrüstungen zu produzieren, zu montieren und in Betrieb zu nehmen. Diese Aufgabe wurde dem VEB Zemag Zeitz übertragen. Durch die Verfügung der staatlichen Plankommission vom 20. April 1961 wurde der VEB Zemag Zeitz als Hauptauftragnehmer für die Fertigung, Montage und Inbetriebnahme kompletter Braunkohlenbrikettfabriken eingesetzt.

ab 1951

Bau von kompletten Brikettfabriken in der DDR, Ungarn, Tschechoslowakei und Bulgarien, Teilanlagen in der UdSSR, Polen, Rumänien wie

BF "John Scheer" Laubusch

BF "Sonne" 1971 Großräschen

BF "West" 1959, "Mitte" 1964, "Ost" 1975 im Kombinat "Schwarze Pumpe"

BF Größzössen, Regis, Böhlen, Stedten, Thräna, Witznitz, Deutzen, Meurostolln, Fortschritt Senftenberg, Meuro, Deuben, Kausche Knappenrode, Zeißholz, Phönix, Rositz, Bitterfeld

BF "Hidas" 1951 VR Ungarn

BF "Tisova" 1964, "Vresova" 1968 CSSR

BF "Mariza Ost" 1958 VR Bulgarien

BF Kumertau UdSSR

Bau von Brikettbündelanlagen in den BF Meuro und Laubag (ehem. Schwarze Pumpe)

Bau von Bekohlungsanlagen in den Großkraftwerken Schwarze Pumpe, Hagenwerder, Lübbenau, Hirschfelde, Boxberg, Jänschwalde, Leipzig-Connewitz, Dresden, Mumsdorf, Großgaserei Berlin

Bau von Kaligranulieranlagen in der UdSSR von 1972 -1993 in Soligorsk, Solikamsk, Beresniki, Kalusch, Stebnik, Dschambul.

ab 1960

Übernahme des Universalbagger UB 162 vom VEB Nobas Nordhausen nach abgeschlossener Konstruktion des Gerätes. Umstellung des Betriebes von vorherrschender Einzelfertigung auf eine rationelle Serienfertigung unter gleichzeitiger Bereinigung des Produktionsprogrammes. Schaffung eines neuen Werkteil. Produktion des 1. Universalbaggers UB 162.

1962

Beginn der Serienfertigung des UB 162

1967 Beginn der Raupendrehkranproduktion RDK 25
1969 Schließung der Gießerei
01.06.1990 Gründung der Zemag - GmbH
31.12.2004 Nach insgesamt 10 Besitzerwechsel stellt das letzte Nachfolgeunternehmen Zemag 01 GmbH nach erfolglosen Versuchen des Insolvenzverwalter, ab Frühjahr 2004 einen neuen Investor zu finden, seine Tätigkeit ein. Von den in den 80iger Jahren beschäftigten ca. 2500 Mitarbeitern waren 85 verblieben, die damit ihren Arbeitsplatz verloren.
Der VEB Eisengießerei und Maschinenfabrik Zemag Zeitz als Betrieb des Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF
In der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik oblag dem VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF Leipzig die Entwicklung und Lieferung von freizügig-ortsveränderlichen Kranen und Universalbaggern der 2,5-m3-Klasse.

Der ehemalige VEB Eisengießerei und Maschinenfabrik Zemag Zeitz, ein Betrieb des VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF, Leipzig, war einer der größten Exportbetriebe der ehemaligen DDR. Außer der Projektierung, Konstruktion, Fertigung, Lieferung und Montage von kompletten Braunkohlenbrikettfabriken und Kaligranulieranlagen hatte sich der VEB Zemag Zeitz auf die Fertigung von Universalbaggern der 2,5-m3-Klasse und Raupendrehkrane spezialisiert. Umfassende internationale Verbindungen, ein hohes Angebotsniveau, weitreichende kommerzielle Kontakte, erfolgreiche Geschäftsabschlüsse, einen umfangreichen Servicedienst und prompte Ersatzteillieferungen haben Zemag-Universalbagger und Raupendrehkrane erfolgreich auf dem Weltmarkt eingeführt. Der VEB Zemag Zeitz hatte sich mit der Fertigung von Universalbaggern der 2,5-m3-Klasse und Raupendrehkrane von 25 t bis 63 t Tragfähigkeit zu einem der größten Produzenten im Weltmaßstab entwickelt.

Insgesamt wurden von Zemag Zeitz produziert

  • ca. 3900 Universalbagger der 2,5 m³-Klasse
  • ca. 15800 Raupendrehkrane 25 bis 63 t Tragfähigkeit
  • 2 Funktionsmuster vollhydraulische Autokrane mit Gittermastausrüstung 25t Tragfähigkeit
  • 1 Funktionsmuster vollhydraulischer Autokran mit Teleskopausleger 20t Tragfähigkeit
  • 455 Schnellmontage-Turmdrehkrane Movilift100 bis 400 mit Tragfähigkeiten 1 bis 3,5 t
  • 15 kpl. Braunkohlenbrikettfabriken
  • ca.1700 Braunkohlenbrikettpressen verschiedener Baugrößen und Antriebsarten
  • 717 Röhrentrockner, 874 Hammermühlen, 76 Flügelbrecher, 719 Walzenrostsiebe, 1372 Schwingsiebmaschinen, 952 Zweiwalzenbrecher, div. Formzeugwechselmaschinen
  • 27 kpl. Kaligranulieranlagen
  • 174 Walzenpressen
  • 435 Bunkerentleerungswagen
  • weitere diverse Aufbereitungsmaschinen und Anlagen