Tipps zur Ahnenforschung
Gleich zu Beginn zu dem Thema "Tipps" möchte ich betonen, dass ich hier
lediglich von meinen Erfahrungen berichte und wie ich es gemacht habe und wieder
machen würde.
Also keine Garantie oder Erfolgsrezept!
Tipp 1:
Zunächst einmal ist es wichtig mit seinen eigenen Daten zu beginnen, die man
anfangs vielleicht auf Papier oder direkt in ein PC-Programm zur Ahnenforschung
eingibt. Danach erfasst man alle Daten der Eltern, Großeltern usw. Es ist
natürlich jedem selbst überlassen, ob man gleich die Geschwister der Eltern und
weitere Familienzweige mit aufnimmt, doch kann es später eine große
Erleichterung sein, wenn man neue Daten erhält und diese zuordnen möchte.
Beispiel: Was nützen mir Daten von einem Cousin, wenn ich nicht weiß, ob er
vom Bruder oder Schwester meiner Mutter bzw. meines Vaters abstammt? Je
tiefer man in der Jahreszahl kommt beim Forschen in der Familie, desto mehr
Daten kann man dann auch später mit anderen Ahnenforschern austauschen, die
evtl. nach den selben Namen oder Personen suchen. Ich bin allein durch das
Fragen im Kreis meiner Familie bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gelangt.
Wie das möglich war? Nun, die hatten Familienbücher, alte Personalausweiße,
Urkunden, Ahnenpässe und weitere alte Dokumente, über deren Besitz sie sich
teilweise nicht mehr bewusst waren. Durch die Fragen, die man stellt, suchen
die Verwandten und finden dann Dinge, über die sie dann selbst oftmals
überrascht sind.
Zum Glück habe ich viele solcher Dokumente mittlerweile
in meinem Besitz, denn Sammeln war am Anfang meine Devise. Die gefundenen
Daten in einem PC-Programm erfassen kommt dann an zweiter Stelle, wegen des
besseren Überblicks. Da kann man froh sein, dass es den PC gibt, denn auf
Papier verliert man schnell den Überblick. Im Übrigen darf man beim Fragen in
der Familie nicht so schnell aufgeben. Meldet euch auch ruhig bei entfernten
Verwandten, mit denen ihr mehrere Jahre keinen Kontakt mehr hattet. Da kommen
plötzlich Treffen zustande, man redet (natürlich auch über die Vorfahren) und
knüpft vielleicht wieder Kontakte, die man sonst nie mehr hergestellt hätte.
Wichtig! Vergesst nie eure Quellen zu notieren und auch später im
PC-Programm zu erfassen. Für diesen Tipp werden mir bestimmt noch einige dankbar
sein.
Tipp 2: Hat man erst durch die Familie die wichtigsten Daten
erhalten, so kann man weitere Quellen, wie Ortsfamilienbücher, Kirchenbücher
(natürlich Abschriften) und
verschiedene Quellen im Internet (Foren) nutzen, um weiter zu kommen.
Ortsfamilienbücher sind nicht immer leicht zu bekommen, aber man kann in
Büchereien (natürlich in dem Ort, in dem man Vorfahren sucht) danach fragen und
evtl. ausleihen. Auch wurden viele Kirchenbücher veröffentlicht und sind
teilweise in renommierten Buchhandlungen erhältlich.
Im Internet wurden
schon viele Ortsfamilienbücher veröffentlicht, die auf sicheren Quellen
aufgebaut sind. Hierzu werde ich nur sichere Links und effektive Quellen
empfehlen.
Eine weitere wichtige Quelle sind Forschungsgesellschaften und
Vereine, die sich mit Ahnenforschung beschäftigen, die es in fast jedem
Bundesland der BRD gibt. Natürlich gilt das auch für andere Länder.
Eine
weitere Quelle, die aber teilweise mit hohen Kosten verbunden sein kann, sind
die Bistumsarchive, die mittlerweile aus den Pfarrgemeinden, für die das
entsprechende Bistum zuständig ist, Kirchenbücher einsammelt und dort zur
Einsicht zentral bereitstellt.
Forscht man in einem Bistumsarchiv selbst,
wird normalerweise nur eine kleine Gebühr verlangt. Hierbei wird aber oft
darauf hingewiesen, dass keine Kopien von den Eintragungen angefertigt werden
dürfen und man Fotografien nur ohne Blitzlicht von den Dokumenten machen darf.
Ist eigentlich zum Schutz dieser Dokumente gedacht, was ich persönlich auch gut
finde, doch könnte man meiner Meinung nach Leute dort beschäftigen, die diese
Daten digitalisieren. Auszahlen würde sich das definitiv, da das Hobby
Ahnenforschung sehr beliebt ist. Lässt man aber forschen, so kann man sich je
nach Zeitaufwand eines dortigen Mitarbeiters (gehobener Dienst nennt sich das
dort) auf eine etwas höhere Rechnung gefasst machen. Man wird aber
selbstverständlich vorher darüber informiert, was es in etwa kosten kann und
entscheidet dann natürlich selbst. Jeder muss wissen, was ihm so eine Recherche
wert ist, wenn man nicht selbst den Weg in ein Bistumsarchiv antreten will und
die entsprechende Zeit opfern möchte. Nicht zu vergessen sind hier auch
Gemeindeverwaltungen (einige verkaufen Ortschroniken und Ortsfamilienbücher),
sowie Standesämter. Fragt aber vorher immer telefonisch an, ob die was
haben. Kann sein, dass man da gleich an andere Stellen verwiesen wird. Viele
Orte wurden irgendwann mal in einen größeren Ort eingemeindet.
Tipp 3:
Verifiziert in gewissen Abständen eure Daten, z.B. mit Verwandten, oder
mittlerweile neugierigen Familienmitgliedern. Es schleichen sich immer mal
kleine Fehler ein. Berichtet euren Familienmitgliedern (auch entfernten
Verwandten) regelmäßig von euren bisherigen Ergebnissen. Einige wollen das
bestimmt mal sehen und dabei fällt denen schon mal der ein oder andere Fehler
auf. Vor allem wenn man diese Forschungen alleine betreibt (wie ich leider),
sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, um es sprichwörtlich
auszudrücken.
Tipp 4: Macht euch mit der Geschichte vertraut (in
meinem Fall der von deutschen Bundesländern, aber auch diversen anderen
Ländern). Es hat nicht immer Frieden geherrscht und ich spreche hierbei nicht
nur vom 1. oder 2. Weltkrieg. Kriege spielen in der Ahnenforschung eine große
Rolle. Besonders hervorheben möchte ich hierbei den Dreißigjährigen Krieg, durch
den komplette Dörfer zerstört wurden und Menschen orientierungslos die Flucht
ergriffen, um zu überleben. So ist es auch zu erklären, warum Nachnamen, nach
denen ihr sucht, plötzlich in Regionen oder Ländern auftauchen, die ihr nicht
vermutet hättet bzw. keine Verbindungen gesehen habt. Allerdings muss ich
hierzu anfügen, dass oftmals erst Kirchenbücher nach dem Dreißigjährigen Krieg
geführt wurden, da ja viele Ländereien neu besiedelt werden mussten. In
einigen wenigen Ausnahmen überstanden Kirchenbücher diesen Krieg oder fleißige
Kirchendiener versuchten mühevoll solche Bücher wieder zu vervollständigen.
Buchtipps hierzu werden nach und nach unter LINKS zu finden sein.
Für den
Anfang war es das mal, wenn auch etwas kompakt.
Wer mich aber noch etwas
fragen möchte hierzu, kann mir gerne eine E-Mail zusenden und ich bin bemüht,
diese schnellstmöglich zu beantworten.
info@stephan-wiegert.de
Stephan Wiegert
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