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Nias - Insel vor
Sumatra
Nachdem wir von Rantepao/Toraja wieder in
einer 8-stündigen Autofahrt gut zurück nach Makassar gekommen
sind, übernachten wir dort. Am anderen Morgen geht es per Linienflug
über Jakarta nach Medan auf Sumatra. Von Medan aus geht es
einen Tag später Medan zur Insel Nias, wo wir drei Tage sein
werden.
Nias erreichen wir mit einem eher kleinen Flugzeug. Auch unser
Gepäck ist beschränkt auf 10 kg pro Person, so dass wir den großen
Koffer in Medan lassen.
Nias: Diese 240
km lange und 80 km breite Insel (800.000 Bewohner) ist Sumatra
vorgelagert. Sie war direkte Zielscheibe des Tsunami Ende 2004 und
eines Erdbebens im März 2005. Schon die Zahl der Todesopfer macht
deutlich, welche der Katastrophen für Nias schlimmer war. Der
Tsunami traf "nur" die dünn besiedelte Küstenregion zum indischen
Ozean und kostete ca. 250 Menschen das Leben, das Erdbeben
erschütterte die ganze Insel und hatte ca. 1000 Todesopfer zur
Folge.
Knapp 1 ½ Jahre nach dieser letzten
Katastrophe sieht man auf Nias alles: Noch stark vom Erdbeben
gezeichnete, unbewohnbare Gebäude, Auffanglager für Obdachlose, wo
Menschen in Zelten des UNHCR und anderen Hilfsorganisationen leben;
eine rege Bautätigkeit nach den Erdbebenschäden und auch bereits
eine reihe neuer, oft durch Hilfsorganisationen errichtete
Wohngebäude.
Ein junger Familienvater ganz im Süden der
Insel, den wir beim erfolglosen Fischen beobachten, lädt uns ein,
sein vom Erdbeben geschädigtes Haus anzusehen. Es steht zwar, aber
die Schäden sind unübersehbar. Keine deutsche Behörde würde dafür
eine Nutzungsgenehmigung erteilen. Am Ende des Besuches fragen wir,
ob wir für ihn und seine Familie beten dürfen. Dies nehmen sie gern
an. Es herrscht große geistliche Offenheit im Land.
Wir besuchen ein Kinderheim für Kinder, die durch
Tsunami oder Erdbeben elternlos geworden sind. Trotzdem fröhliche
Kinder und motivierte Mitarbeiter bilden das Kontrastprogramm zu den
Auswirkungen der Katastrophe. Als MV haben wir bereits dieser
unabhängigen Initiative von Christen finanziell unter die Arme
gegriffen.
Auf Nias gibt es zwei GGP - Gemeinden. Beide
liegen recht abgelegen im Dschungel dieser Tropeninsel. Da viele
Brücken durch das Erdbeben zerstört wurden, machen die Behelfsbrücken die
Flussüberquerung zum Abenteuer für uns. Wir bewundern die
Meisterleitung unseres Fahrers!
Eine Dschungelgemeinde erwartet uns bereits.
Das vorhandene Kirchengebäude ist eng. Stolz zeigen uns die Männer
der Gemeinde den begonnenen Kirchenneubau: Jeder Stein wird selbst
gefertigt und gebrannt. Wir bekommen eine zehnminütige Einführung, wie das
praktisch geschieht. Das benötigte Holz gibt der tropische Urwald
her. Die Frauen der Gemeinde begrüßen uns mit dem
Grundnahrungsmittel der Insel: der Durian-Stinkfrucht ("Smells like
hell, tasts like heaven!" - stinkt wie die Hölle, schmeckt wie der
Himmel)
Und wieder erleben wir fröhliche
Gottesdienste, urwüchsige Menschen, jede Menge Kinder, große Armut,
herzliche Gastfreundschaft und große Freude über den Besuch aus
Deutschland. Viele Menschen auf dieser Insel benötigen dauerhafte
Hilfe zur Selbsthilfe, insbesondere Kinder, die einen Elternteil
oder beide Eltern verloren haben. Hier sind wir dabei, die im MV
gesammelten Tsunami-Hilfsgelder nach und ach einzusetzen.
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