Indonesienreise 2006








Rantepao/ Toraja in Süd-Sulawesi

Nach einem 2-Stunden-Flug landen wir verspätet in Makassar im Süden von Sulawesi. Geplant ist hier zunächst ein Abendgottesdienst, danach gehen wir mit der Gemeindeleitung essen und übernachten in einem Nobel-Hotel! Der Tag darauf ist überwiegend bestimmt durh unsere 8-stündige autofahrt nach Toraja, ein Gebiet weiter im Inneren des Landes. Das landschaftsbild ändert sich, insbesondere die Häuserbauweisen lassen eine andere Kultur erkennen.

Auffallend sind hier die Hausformen : Das traditionelle Toraja-Dorf besteht aus zwei parallel verlaufenden Häuserreihen in Ost-West-Richtung. Während die Wohnhäuser nach Norden stehen und auf eckigen Hölzern errichtet sind, stehen ihnen gegenüber die Reisspeicher auf runden Hölzern. Jedes Haus hat ein Dach aus übereinander gelegten Bambusschichten, die Dachspitze hat die Form eines Büffelhorns. An den vorderen Stützbalken werden die Hörner der geopferten Büffel befestigt, wobei die Anzahl der Büffelhörner hinweise auf den sozialen Stand des Eigentümers sind. Nägel werden bei dieser Bauweise nicht benutzt.

Auf dem Weg nach Rantepao schauen wir uns einige Felsengräber an (Lemo). Hiskia versucht uns zu erklären, wie die Torajer ihre Toten beerdigen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Bei einem Felsengrab werden die Toten ohne Särge in Felsen geschoben, in die sehr aufwendig Gräber geschlagen werden. Die Öffnung des Felsengrabes wird dicht verschlossen. Hölzerne Statuen in den Kleidern der Verstorbenen stehen vor den einzelnen Gräbern, oft tragen sie auch deren Wertgegenstände. (Grabräuber haben diese oft entwendet, manchmal sogar die ganze Statue)

Im Toraja-Gebiet besuchen wir drei GGP - Gemeinden. Alle drei liegen teilweise schwer zugänglich in den Bergen, im weitesten Sinne 1 - 2 Stunden um Rantepao herum. Unser Mietfahrzeug muss einiges leisten, um diese Gegenden zu erreichen. Einmal müssen wir sogar in ein an das Gelände gewohnte Auto (eher eine alte Klapperkiste!) umsteigen.

Wir haben den Eindruck, dass die Gemeinden eher arm sind gegen das, was wir bisher gesehen haben. Doch was uns hier wirklich fasziniert ist die große Kinderschar, die es in jeder dieser Gemeinden gibt und die Tatsache, dass die selbstverständlich in den Gottesdienst integriert sind. Das scheint auch in Gottediensten der Fall zu sein, wenn kein deutscher Besuch da ist, denn alle Kinder verhalten sich vollkommen natürlich und scheinen ihre Anwesenheit und Beteiligung am Gottesdienst gewöhnt zu sein.