Transit 5B-5 der wahrscheinlich älteste aktive Satellit
Flug- oder Missionszeit vom Transit 5B-5:
Als ich mich noch nicht all zu sehr mit dem empfangen von Satelliten beschäftigt habe,
viel mir in der Zeitschrift "Radio-Scanner" der Ausgabe 4/96 ein Artikel auf, in
dem es um die "Einführung in den Satelliten-Empfang mit Scannern" ging. Anbei
gab es auch eine kleine Frequenztabelle wo die aktiven Frequenzen von ein paar
Wettersatelliten, Navigationssatelliten, der Raumstation MIR und auch vom Transit 5B-5
aufgelistet waren. Von der Modulation her war der Transit 5B-5 in der Tabelle mit NFM
(schmales FM) ausgeschieben worden. Nun da ich 1996 noch keinen Computer hatte, um mir die
Überflüge über meinen Standort mit einem Bahngerechnungsprogramm berechnen zu können,
habe ich mir die Frequenz 136,650 MHz in meinen Scanner gespeichert und gelegentlich hin
und wieder über die Frequenz gedreht und reingehört. Über die Jahre weg hörte ich so
den Transit 5B-5 regelmäßig einige Male wie er einen unmodulierten Träger aussendete.
Am Anfang des Jahres 2002 hatte ich wieder einmal Lust auf die Frequenz vom Transit 5B-5
reinzuhören, ob er noch aktiv ist oder nicht. Da ich mich nun über die Jahre mit dem
Thema Satelliten-Empfang weiter auseinander gesetzt hatte, habe ich auch von manchen
Satelliten gelernt, daß so einige das sogenannte Multiplexverfahren zum aussenden ihrer
Übertragungen gerne anwenden. Eine Multiplex-Aussendung besteht aus einen
frequenzmodulierten Sender, auf dessen Trägerwelle man mehrere schmalbandige
Telemetriekanäle (Hilfsträger) aufmoduliert werden können.
Nun der Überflug kam wie versprochen vom Transit 5B-5 und ich schaltete von NFM auf SSB
um und drehte wenige Kiloherz von der eigentlichen Sendefrequenz 136,650 MHz in 1 kHz
Schritten höher. Ich traute meinen Ohren nicht als ich auf 6 kHz und 10 kHz von der
Sendefrequenz leise aber recht muntere Telemetrie-Signale hörte. Nun ich dachte es kann
ja wohl nicht sein, daß über die vielen Jahre keiner auf die Idee gekommen war, mal nach
Multiplex-Aussendungen zu suchen, den der Transit 5B-5 ist eigentlich in vielen
Internetseiten und Fachzeitschriften kein unbekannter Satellit.
Da ich jetzt im Prinzip Blut geleckt hatte, mußte ich mehr über diesen Satelliten
wissen. Im Internet und in so einigen Büchern die zum Teil älter als ich sind, gibt es
manche wissenswerte Information über die Transit-Satelliten.
Die Aufgaben des Transit-Satellitennavigationssystems
Um die Umlaufbahn eines künstlichen Satelliten zu bestimmen, bedienten man sich des
Doppler-Effekts. Die Sendefrequenz des Satelliten wird abhängig von seiner
Geschwindigkeit zur Bodenstation verschoben empfangen. Messungen dieser
Frequenzverschiebung durch mehrere Stationen erlauben die Bahnbestimmung des Satelliten.
Bald entstand die Idee, das Verfahren umzukehren und bei bekannter Satellitenbahn die
Empfängerposition durch Dopplermessungen zu ermitteln. Aus geometrischen Gründen können
so allerdings nur zwei Koordinaten des Empfängers bestimmt werden, die dritte Koordinate
(in der Regel die Höhe) muß dazu bekannt sein.
Die amerikanische Furcht vor der Raketenlücke resultierte unter anderem in der
Entwicklung U-Boot-gestützter Nuklearraketen (POLARIS). Bedingung für deren
Einsatzbereitschaft war ein globales Navigationssystem, daß mit ausreichender Genauigkeit
nur durch Satelliten realisiert werden konnte. Ein entsprechendes Konzept war bereits
vorhanden, und so begann die Navy 1958 mit der Entwicklung des
Transit-Satellitennavigationssystems, daß 1964 der POLARIS-Flotte zur Verfügung stand.
Das Transit-Satellitennavigationssystem was auf der Grundlage des Doppler Effekts, die
Position mit einer Genauigkeit von ca.500 Metern bestimmen konnte, bestand aus ingesamt
von 1964 bis 1988 aus 27 Satelliten, bei einer bestehende Konstellation von immer fünf
bis sechs aktiven Satelliten. Jeder Satellit befand sich in einer nahe Kreisförmigen
polaren Umlaufbahnen auf ca.1000 km Flughöhe, die während ihrer 105-minütigen Umläufe
etwa 18 Minuten lang von einem Standort aus beobachtet werden konnten. Während eines
solchen Durchgangs wurde die Frequenzverschiebung gemessen und unter Verwendung vom
Satelliten gesendeter Bahndaten die Position des Empfängers bestimmt. Da die Höhe auf
See bekannt ist, stellte die Beschränkung des Verfahrens auf zwei Koordinaten kein
Problem dar.
Das Transit-Satellitennavigationssystem lieferte als erstes funktionsfähiges
Satellitensystem einen ununterbrochen Navigationsservice seit 1964, mit dem
kontinuierlichen senden von Funksignalen auf zwei Frequenzen zur Erde. Ab etwa 1973 war
das Transit-Signal auch für zivile Anwender verfügbar, wovon die Schiffsnavigation regen
Gebrauch machte, was dann aber schließlich durch die globale Navigationsanlage
"Navstar" und dem "Global Positioning Satellites" System abgelöst
wurde. Der Gebrauch des Transit-Satellitennavigationssystems nach mehr als 32 Jahren für
den Navigationsservice der Marine, wurde Ende 1996 eingestellt. Seit dem 1.Januar 1997
werden die sechs Oscar-Satelliten der End-Konstellation für das Navy Ionospheric Monitoring System (NIMS)
genutzt

Transit-Satellitennavigationssystem
Zur Geschichte der Transit-Satelliten aus dem Lexikon
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Der erste Satellit dieser Serie ("T.1B") gelang am 13.04.1960 in seine
Umlaufbahn. Er hatte eine kugelförmige Gerätezelle von einem Durchmesser von 0,91m und
einer Masse von 120,3kg, die einen mit Solarzellen besetzten Ringwulst aufwies. Die
nächsten Satelliten ("T.2A", 22.06.1960 und "T.3B", 22.02.1961) waren
im Aufbau ähnlich, jedoch doch jeweils noch mit einem zweiten kleineren militärischen
Testsatelliten ("SR 1" bzw. "Lofti 1") verbunden, der in der Bahn
abgetrennt werden sollte. Bei "T.3B" mißlang diese Trennung. "Lofti
1" enthielt einen Sender für sehr niederfrequente Signale, die auch von getauchten
U-Booten empfangen werden konnten. Mit "T.4A" (29.06.1961), dessen Gerätezelle
trommelförmig war (Durchmesser 1,09m; Höhe 0,79m; Masse 78,75kg), gelangten noch 2
weitere kleine militärische Satelliten in die Bahn ("Injun 1" und "SR
3"). Letztere hatten Trommel- bzw. Kugelform und eine Masse von 18,14 bzw. 24,75kg.
Auch hierbei mißlang die vorgesehene Trennung. "T.4B" (15.11.1961) war ähnlich
aufgebaut wie sein Vorgänger ("T.4A"), hatte mit 90,8kg allerdings eine etwas
größere Masse. Während des Aufstiegs war mit ihm ein zweiter militärischer Satellit
("Traac") verbunden, dessen Abtrennung gelang. Für den am 19.12.1962
gestarteten "T.5A"(Masse 61kg) sind Form und Abmessungen unbekannt, ebenso für
"T.5B" (28.09.1963), der mit 2 weiteren militärischen Satelliten (ohne nähere
Bezeichnung) in die Bahn gebracht wurde. Die Bahnen der "T." Satelliten waren im
einzelnen ziemlich unterschiedlich, lagen im allgemeinen aber zwischen 400 und 1200km
Höhe (Ausnahme "T.3B": Perigäumshöhe nur 170km).
Quelle: transpress Lexikon "Raumfahrt Weltraumforschung"
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![]() Transit 4A bei der Montage des Atom- reaktors SNAP-3. |
Übersicht der Objekte vom Start 64-083
| NORAD | Inter. | Bezeichnung | Typ | Startdatum | Status |
| 953 | 64-083A | THOR ABLESTAR R/B | Rakete | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 956 | 64-083B | THOR ABLESTAR DEB | Raketenschrott | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 959 | 64-083C | OPS 6582 (Transit 5E-5)(SN-43) | Satellit | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 965 | 64-083D | OPS 6582 (Transit 5B-5) | Satellit | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 966 | 64-083E | THOR ABLESTAR DEB | Raketenschrott | 13.12.1964 | bis 10.06.1982 |
| 967 | 64-083F | THOR ABLESTAR DEB | Raketenschrott | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 1099 | 64-083G | THOR ABLESTAR DEB | Raketenschrott | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 1528 | 64-083H | OPS 6582 DEB | Satellitenschrott | 13.12.1964 | bis 07.01.1980 |
| 1608 | 64-083J | THOR ABLESTAR DEB | Raketenschrott | 13.12.1964 | noch im Orbit |
| 2798 | 64-083K | TRANSIT 5B-5 DEB | Satellitenschrott | 13.12.1964 | bis 24.09.1980 |
| 5444 | 64-083L | TRANSIT 5B-5 DEB | Satellitenschrott | 13.12.1964 | bis 18.01.1979 |
| 5540 | 64-083M | TRANSIT 5B-5 DEB | Satellitenschrott | 13.12.1964 | bis 20.02.1979 |
Frequenzen von Transit-Satelliten
Übersicht der Satelliten vom Start 64-083 |
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Satellit |
NORAD | Frequenz |
Bezeichnung |
Status |
| Transit 5B-5 | 965 | 149,982 MHz | Navigations Daten mit 0,75-1,00W | aus |
| Transit 5B-5 | 965 | 136,650 MHz | Telemetrie Daten | aktiv |
| Transit 5B-5 | 965 | 399,952 MHz | Tracking Beacon mit 1,25-2,00W | aus |
| Transit 5E-5 (SN-43) | 959 | 136,651 MHz | Telemetrie Daten | aus |
| Transit 5E-5 (SN-43) | 959 | 162,000 MHz | CW Beacon zusammen mit anderen harmonischen Signalen. |
aus |
Warum man für den Transit 5B-5 und Transit 5E-5 praktisch die gleiche Telemetrie Frequenz 136,650 MHz gewählt hat, ist mir ein Rätsel. Sollen sich den die Satelliten durch ihre Nähe zueinander nicht gestört haben ?
| 54 MHz | Transit-1B,-2A, -3B, -5E3 (SN-41) |
| 136,651 MHz | Transit-5B-1 (SN-39) |
| 150 MHz | Transit-4A, -4B, -5A, -5A-3, -5B N-2, -5C-1 |
| 162 MHz | Transit-1B,-2A,-3B (SN-4) |
| 216 MHz | Transit-1B, -2A, -3B |
| 324 MHz | Transit-1B, -2A, -3B, -5E3 (SN-41) |
| 400 MHz | Transit-4A, -4B, -5A, -5A-3, -5B N-2, -5C-1 |
| 421 MHz | Transit-3B |
| 448 MHz | Transit-3B |
Ich habe auch noch weitere Frequenzen auf verschiedenen Webseiten gefunden. z.B. in zwei Deutschland-Rundsprüchen des DARC von 1961.
| Transit 4A | 108,09 MHz 136,5 MHz |
| Transit 4B | 136,8 MHz 150 MHz 324 MHz 400 MHz |
| Transit 4B/TRAAC | 54 MHz 136,65 MHz 324 MHz |
| Transit 2A | 108,06 MHz 162 MHz 216 MHz |
FFT-Analysen und Mitschnitte von Transit 5B-5
Der Transit 5B-5 sendet im sogenannten FM-SSB-Multiplexverfahren. Dabei ist auf 136,650
MHz die Miite der frequenzmodulierten Trägerwelle, in welcher ihrer Bandbreite sich die
im Einseitenband aufmodulierten Hilfsträger auf 136,644 MHz; 136,656 MHz und 136,640 MHz;
136,660 MHz mit den Telemetriesignalen befinden. Wenn man sich die frequenzmodulierte
Trägerwelle auf 136,650 MHz in SSB anhört, wird man immer die Trägerfrequenz als
ständigen Pfeifton hören können. Diese Trägerfrequenz verkörpert ein
Bahnverfolgungssignal, womit man eine Bahnbestimmung mittels einer genauen Messung der
Dopplerverschiebung ermittlet werden kann.
Nun nach eingehender Beobachtung des Satelliten mußte ich feststellen, daß die
Trägerfrequenz ein sogenanntes "jaulen" bei einigen Überflügen machte. Zur
gleichen Zeit hatten dann auch die Hilfsträger dieses jaulen, oder waren auch gleich ganz
ausgeschaltet. Ich nehme einmal an, daß dieses jaulen ein sicheres Zeichen ist, daß zu
dieser Zeit nicht genügend Energie für das normale Arbeiten des Satelliten zur
Verfügung stand und so die meisten Funktionen des Satelliten zusammen gebrochen sind.
Kurios ist, daß diese Überflüge auch tagsüber im Sonnenlicht statt fanden, wo es ja
keine Probleme geben sollte. Ich könnte mir vorstellen, daß der Transit 5B-5 keine
richtige Lagekontrolle mehr zur Erde hat und sich so um möglicherweise alle seine drei
Achsen drehen könnte. In dem Fall würde immer nur für wenige Augenblicke Sonne auf die
Solarflächen gelangen, so das die gewonnen Enerie vielmals nicht ausreicht, um die
Funktionen aufrecht zu halten. Bei Nachtüberflüge des Transit 5B-5 kann man sehr gut
beobachten, daß er bei den Eintreten in den Erdschatten innerhalb von vier Sekunden vom
normalen aussenden der Telemetrie auf vollständig aus schaltet.
Mitschnitt
vom Transit 5B-5 auf 136,650 MHz USB der
"jaulenden" Trägerfrequenz

FFT-Analyse von 136,650 MHz USB der "jaulenden" Trägerfrequenz
Mitschnitt vom Transit 5B-5 auf 136,650 MHz USB Telemetrie
Multiplex-Aussendung auf ±6kHz

FFT-Analyse der Telemetrie Multiplex-Aussendung auf ±6 kHz USB
Mitschnitt vom Transit 5B-5 auf 136,650 MHz USB Telemetrie
Multiplex-Aussendung auf ±10kHz

FFT-Analyse der Telemetrie Multiplex-Aussendung auf ±10kHz USB

FFT-Analyse der Telemetrie Multiplex-Aussendung auf +10kHz USB
Eintritt in den Erdschatten wo das Signal abstürzte und verstummte.
Übersicht der Prototypen von Transit-Satelliten für die Erprobung
Startdatum |
NORAD | Experiment | Name |
| 1962 Dez 19 | 509 | Transit 5A | |
| 1963 Jun 16 | 594 | Transit 5A-3 | |
| 1963 Sep 28 | 670 | Transit 5B-1 | |
| 1963 Dez 5 | 704 | RTG | Transit 5B-2 |
| 1963 Dez 5 | 705 | SNAP-9A | Transit 5E-3 |
| 1964 Jun 4 | 809 | OPS 4412 (Transit 9) |
Übersicht der genutzten Satelliten für das Transit-Satellitennavigationssystem
Startdatum |
NORAD | Name |
|
| O-1 | 1964 Okt 6 | 897 | OPS 5798 (Transit 5B-4) |
| O-2 | 1964 Dez 13 | 965 | OPS 6582 (Transit 5B-5) |
| O-3 | 1965 Mar 11 | 1303 | OPS 7087 Start gescheitert ! |
| O-4 | 1965 Jun 24 | 1420 | OPS 8480 (Transit 5B-6) |
| O-5 | 1965 Aug 13 | 1514 | OPS 8464 (Transit 5B-7) |
| O-6 | 1965 Dez 22 | 1864 | OPS 1509 (Transit 10) |
| O-7 | 1966 Jan 28 | 1952 | OPS 1593 (Transit 11) |
| O-8 | 1966 Mar 26 | 2119 | OPS 1117 (Transit 12) |
| O-9 | 1966 Mai 19 | 2176 | OPS 0082 (Transit 13) |
| O-10 | 1966 Aug 18 | 2401 | OPS 2366 (Transit 14) |
| O-12 | 1967 Apr 14 | 2754 | OPS 0100 (Transit 15) |
| O-13 | 1967 Mai 18 | 2807 | OPS 7218 (Transit 16) |
| O-14 | 1967 Sep 25 | 2965 | OPS 4947 (Transit 17) |
| O-18 | 1968 Mar 2 | 3133 | OPS 7034 (Transit 18) |
| O-19 | 1970 Aug 27 | 4507 | NNSS 19 (Transit 19) |
| O-20 | 1973 Okt 30 | 6909 | NNSS 20 (Transit 20) |
| O-11 | 1977 Okt 28 | 10457 | Transat |
| O-16 | 1983 Jun 27 | 14154 | Hilat |
| O-24 | 1985 Aug 3 | 15936 | Oscar 24 |
| O-30 | 1985 Aug 3 | 15935 | Oscar 30 |
| O-17 | 1986 Nov 14 | 17070 | Polar Bear |
| O-27 | 1987 Sep 16 | 18361 | Oscar 27 |
| O-29 | 1987 Sep 16 | 18362 | Oscar 29 |
| O-23 | 1988 Apr 26 | 19070 | Oscar 23 |
| O-32 | 1988 Apr 26 | 19071 | Oscar 32 |
| O-25 | 1988 Aug 25 | 19419 | Oscar 25 |
| O-31 | 1988 Aug 25 | 19420 | Oscar 31 |
Die Satelliten "O-16" und "O-17" wurden nicht für die Navigation genutzt.
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Zusammenfassende Erläuterung zum Transit 5B-5
Ich habe alle Transit 5B Satelliten auf Funkaktivität überprüft, aber leider war
kein anderer als Transit 5B-5 aktiv. Warum Transit 5B-5 der einzige ist der bis heute zwar
keine Navigationsdaten mehr auf 149 MHz und auch keine Tracking Beacon mehr auf 399 MHz
sendet, aber immer noch Telemetrie auf 136 MHz von sich gibt, ist mir leider bis heute
noch ein großes Rätsel. Vielleicht hat sich die Telemetrie Übermittlung einfach Ende
1996 nicht abschalten lassen, als man das gesamte Transit-Satellitennavigationssystem in
den Ruhestand geschickt hatte.
Die befindlichen Sekundärspeicherbatterien (Akkumulatoren) in den Satelliten hatten am
Anfang der 60er Jahre noch nicht die Qualität um über 40 Jahre den ständigen
ermüdenden Lade- und Entladezyklen zu überstehen. So hat er jetzt nur noch die eine
Möglichkeit seine Energie von den Solarzellen direkt zu bekommen, wo regelmäßig beim
Eintritt in den Erdschatten all seine Systeme abstürzen. Es ist doch sehr verwunderlich,
daß er sich nach 41 Jahren Betrieb immer wieder von den Abstürzen erholt hat. Laut
einigen Quellen hatten einige Satelliten der Transit 5B Serie eine durch Kernenergie
erzeugte Stromversorgung. In einigen Listen benennt man ihm so auch als Transit 5B-N5,
wobei das "N" im Namen vielleicht auch für Nuklear stehen könnte. Im oben
stehenden Bild vom Transit 5B-N1 kann man gut sehen, daß dieser nicht wie bei den anderen
Transit-Satelliten, keine vier Solarflächen besitzt.
Der andere Satellit Transit 5E-5 (SN-43) der mit dem Transit 5B-5 gestartet worden war (siehe:
Übersicht der Objekte vom Start 64-083), wurde
gar nicht für die Navigation, sondern nur als Experimentalsatellit genutzt. Er trug auch
noch weitere Bezeichnungen wie "Radiation und Radose" die wahrscheinlich für
die Benennung der Experimente an Bord waren. Die beiden Buchstaben "SN" der in
Klammern stehenden Bezeichnung SN-43 könnte die Kurzbezeichnung für SNAP sein, was
wiederum für "Systems for Nuclear Auxiliary Power" steht. Laut dem Lexikon ist
SNAP ein Hilfsstromaggregat was auf Kernenergiebasis für die Bordenergieversorgung in
Raumflugkörpern diente.
Es ist sehr schwierig speziell für die Transit 5B Serie Informationen zu bekommen, da
alle Transit-Satelliten ab der 5.Generation als militärisch eingegliedert wurden. Der
Transit 5B-5 taucht z.B. Abseits der anderen Transit-Satelliten über die einiges
beschrieben steht, im Buch: "Raumschiffe, Raumsonden, Erdsatelliten - Typenbuch der
Raumflugkörper" von 1970, als anonymer militärischer Satellit auf. Wie es ausschaut
könnte es darauf hindeuten, daß er auch noch einen anderen militärischen Zweck als nur
zur Navigation hatte und vielleicht man bei ihm noch so einiges verschwiegen werden
sollte. Wie z.B. Radioaktives Material im Erdorbit.
Sehr verwirrend ist, daß es mehrere unterschiedliche Bezeichnungen für ein und den
selben Transit-Satelliten gibt. Am Beispiel vom Transit 5B-5 wird dieser auch noch
bezeichnet als OPS 6582 "Orbit Positioning Satellites" als wahrscheinlich
klassische militärische Navy Bezeichnung, Transit O-2 als genutzter und dazugehöriger
Satellit des Transit-Satellitennavigationssystems und NNSS 30020 was die Abkürzung für
"Navy Navigational Satellite System" heißt.
Da die Transit-Satelliten in einen sehr konstanten Erdorbit gekommen sind, wie man es mit
allen Satelliten gemacht hat die gefährliche Güter an Bord haben, rechnet man mit etwa
700 Jahre wo sie noch im Erdorbit bleiben werden, bis sie in ein paar weiteren
Generationen der Menschenheit auf den Kopf fallen.
136 to 138
MHz Band Satellites von Michael D.Kenny aus Melbourn, Australien
Satelliten-Navigation:
Transit
letzte Änderung: 18.06.2006