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Norton AntiVirus 2003 -- 
1. Aus der Werbung (www.norton.com)
"Symantec's Norton AntiVirus 2003 is the world's most trusted antivirus solution."
...
"ENHANCED! Automatically removes viruses, worms, and Trojan horses."
2. Version und Konfiguration



Weitere Tests wurden am 2.12.2002 sowie 9.12.2002 durchgeführt (jeweils
mit aktuellen Signaturen).

3. On-Demand-Scanner

Es wurden 12 von 97 Schädlingen erkannt. Mit Ausnahme von Asylum013WWPack32,
für den offenbar eine spezielle Signatur erstellt wurde, konnten keine
laufzeitkomprimierten oder verschlüsselten Schädlinge identifiziert
werden. Ausserdem fehlten Trojaner wie Sparta 1.1 und sogar der bekannte Bionet
4 Server im Signaturenbestand. Dieses schlechte Ergebnis waren wir inzwischen
schon von einigen anderen Virenscannern gewohnt.
Uns fiel jedoch bei einem vorherigen Test noch eine weitere Merkwürdigkeit
auf, die uns dazu veranlasste, die Qualität der von NAV verwendeten Signaturen
genauer zu überprüfen. Bei dem vorherigen Test konnte Optix Pro
1.2 nur erkannt werden, wenn der Server völlig unverändert (d.h.
in der Form, in der man ihn auf der Webseite des Entwicklers downloaden kann)
gescannt wurde. Sobald man den Server aber mit dem dazugehörigen Editor
konfigurierte (dies gehört zum "normalen" Prozedere, das dem
Einsatz eines jeden Trojaners zwingend vorausgeht), wurde er nicht mehr erkannt.
Siehe nachfolgender Screenshot:

Daraus folgerten wir, dass sich Symantec offenbar nicht die Mühe gemacht
hatte, eine qualitativ hochwertige Signatur für diesen Trojaner zu erstellen.
Inzwischen hat Symantec hier nachgebessert, wie die aktuellen Testergebnisse
zeigen (sowohl OptixPro12ServerKonfiguriert als auch OptixPro12ServerStandard
werden erkannt).
Da wir aber inzwischen misstrauisch geworden waren, haben wir NAV einigen weiteren Experimenten unterzogen:
a)
Der Server Optix Pro 1.2 wurde mit einem Hexeditor verändert. Dabei wurde
nichts weiter getan, als automatisch den String "Optix" mittels
der Suchen-und-Ersetzen-Funktion des Hexeditors durch den String "Xitop"
zu ersetzen. Prompt wurde der Trojaner nicht mehr erkannt. Daraus folgt, dass
Symantec offenbar einfach den Namen des Trojaners als Signatur gewählt
hat. Dies wäre so ziemlich die ungeeignetste Signatur überhaupt
...
Da wir es kaum glauben konnten, editierten wir auch einen Bionet 3.18 Server
und ersetzten das Wort "Bionet" durch den Ausdruck "Teniob".
Auch dieser Server wurde anschliessend nicht mehr erkannt (und war weiterhin
funktionsfähig). Andere Hersteller (wie etwa Kaspersky) verwenden dagegen
wesentlich hochwertigere Signaturen, die sich jedenfalls nicht einfach durch
beliebige andere Zeichen ersetzen lassen ohne dadurch den Server zu zerstören
(siehe dazu auch --> "The Art of Patching").
b)
Einige gepackte Server wurden von uns manuell entpackt und anschliessend gescannt.
NAV konnte solche Server teilweise nicht erkennen (so blieb etwa BionetPetite22un-packed
unentdeckt und konnte ungehindert gestartet werden). Dies spricht ebenfalls
gegen die Qualtität der von Symantec verwendeten Signaturen. Andere Scanner
lassen sich unabhängig davon, ob eine Unpacking Engine vorhanden ist
oder nicht, durch solche simplen Methoden nicht notwendigerweise aufs Glatteis
führen (siehe etwa NOD32).
Ausserdem fiel uns auf, dass der On-Demand-Scanner das Testarchiv nur sehr
langsam durchsuchte.
4. On-Access-Scanner

Der Start des ungepackten Bionet-Servers kann verhindert werden. Der Start
des mit UPX gepackten Bionet Servers kann dagegen nicht verhindert werden.
Er befindet sich auf nachfolgendem Screenshot bereits im RAM. Ebenfalls gestartet
werden konnte der "xitop"-hexeditierte Optix Pro 1.2 Server (siehe
oben), der Norton AutoProtect daraufhin auch noch komplett deaktivierte: Wir
meinen, dass dies einfach nur peinlich ist für Symantec ... und ärgerlich
für den zahlenden Kunden, der "the world's most trusted antivirus
solution" sein Vertrauen geschenkt hat.
Wir können uns dies nur so erklären, dass Dr. Norton möglicherweise nicht mehr persönlich an der Weiterentwicklung dieses Scanners beteiligt ist.
Where are you?
We miss you!
5. Testarchiv (97 Malwaresamples)
6. Nachtests
Bei unseren Nachtests vom 2.12. und 9.12. wurde das 113 Malwaresamples beinhaltende Standardarchiv verwendet. Es wurden an beiden Testtagen lediglich 13 Schädlinge erkannt:
theefLe111unpacked.exe is infected with the Backdoor.Theef virus."
optixpro12standard.exe is infected with the Backdoor.OptixPro.12 virus."
optixpro12konfiguriert.exe is infected with the Backdoor.Optix virus."
optixlite04unpacked.exe is infected with the Backdoor.Optix virus."
Netdevil12ungepackt.exe is infected with the Backdoor.NetDevil virus."
Netdevil12petite22un-packed.exe is infected with the Backdoor.NetDevil virus."
Lithium103standard.exe is infected with the Backdoor.Lithium virus."
Bionet318ungepackt.exe is infected with the Trojan Horse virus."
asylum013wwpack32V120comp9.exe is infected with the Backdoor.Asylum virus."
asylum013wwpack32V120comp4.exe is infected with the Backdoor.Asylum virus."
asylum013wwpack32V120.exe is infected with the Backdoor.Asylum virus."
asylum013unpacked.exe is infected with the Backdoor.Trojan virus."
sowie optixlite04nKAVsignaturepatched."


Obwohl alle mit WWPack32 laufzeitkomprimierten Asylum-Server erkannt wurden,
ist NAV nicht in der Lage, diesen Packer durchgängig zu durchleuchten.
Ansonsten hätte beispielsweise auch Netdevil12WWPack32V120 identifiziert
werden müssen. NAV erkennt die mit WWPack32 gepackten Asylum-Server vielmehr
deshalb, da nach "butterweichen", leicht veränderlichen Signaturen
innerhalb der ungepackten .data Section (anstatt nach "harten" Signaturen
innerhalb der .code Section) gescannt wird. Konkret: NAV scannt nach dem Wort
"Asylum", welches im Rahmen der Notify-Funktion dieses Trojaners
Verwendung findet. Ändert man den String "Asylum" in "Asulum",
versagt NAV kläglich. Alle halbwegs "ausgeschlafenen" Hacker
wissen leider ganz genau um solche Schwächen eines AV Scanners und freuen
sich daher über jeden Anwender, der sein Vertrauen in Norton AntiVirus
setzt ...
Positiv ist uns bei den Nachtests aufgefallen, dass der On-Access-Scanner
den Start der mit Armadillo 201 sowie 220 gepackten Optix Pro 1.2 Server verhindern
konnte. Bei Bionet 3.18 Armadillo 220 versagte der On-Access-Scanner dagegen.
Auch insoweit kann also nicht von einer durchgängigen Erkennung gesprochen
werden.
7. Fazit
