...im Wutach- und Kandertal
Im tiefen Südwesten Deutschlands
finden sich einige sehr reizvolle Museums-
bahnen, deren Betreibervereine mit großem Engagement und
reizvollen Fahrzeugen
Schienenwege erhalten und somit auch einen wichtigen Faktor
im örtlichen Tourismus bilden. Gastautor Kevin Melzer
besuchte im Mai 2009
die Wutachtalbahn - auch als Sauschwänzlebahn bekannt - und die
Kandertalbahn
und dokumentierte fotografisch den Einsatz der dortigen
Museumszüge auf diesen beiden
Schienenwegen, die einen ganz eigenen und sehr unterschiedlichen
Charakter
aufweisen.
Die Wutachtalbahn, die ihre Entstehung
militär-strategischen Überlegungen gegen Ende des
19.Jahrhunderts verdankt, ist wegen
ihrer aufwändigen Trassierung eine der bekanntesten und ausser-
gewöhnlichsten Bahnstrecken
Deutschlands. Sie trägt wegen ihrer kurvenreichen
Streckenführung und wegen
Deutschlands einzigem Kehrkreistunnel auch den
Spitznamen "Sauschwänlebahn".
Die Strecke verläuft am südöstlichen Rand des
Schwarzwaldes
von Lauchringen am Hochrein über
Weizen, Fützen und Zollhaus-Blumberg bis Hintschingen und
(historisch) weiter bis Immendingen.
Die Museumsbahn, die heute vom Verein Wutachtalbahn e.V. betrieben wird,
befindet sich im spekatkulärsten
Streckenabschnitt zwischen Zollhaus-Blumberg
und Weizen. Drei Dampflokomotiven,
davon 2 betriebsfähige, sowie ein Esslinger Triebwagen
gehören zum Fahrzeugbestand der
Wutachtalbahn.

Wutachtalbahn:
Wasserfassen in Weizen (Foto: Kevin Melzer, Mai 2009)
Einen ganz anderen Charakter weist die
Kandertalbahn auf, die in Haltingen bei Basel von der Hochrhein-
bahn abzweigt und auf einer
Länge von 13 Kilometern ohne nennenswerte Kunstbauten
nach Kandern verläuft. Statt
strategischer Hauptbahn erlebt man hier auch heute noch pure
Kleinbahnromantik, die vom
Zweckverband Kandertalbahn und dem Verein Kandertalbahn e.V.
organisiert und betrieben wird. Die
auch "Chanderli" genannte Museumsbahn besitzt derzeit 3
Dampflokomotiven, von der die Lok Nr.
30 (pr. T3) betriebsfähig ist. Neben zwei Diesellokomotiven
kann auf der Kandertalbahn mit dem
VT3 zuweilen auch Europas ältester betriebsfähiger
Dieseltriebwagen (Baujahr 1928) im
Einsatz erlebt werden. Beim Besuch im Mai 2009
traf Kevin Melzer auch die heute in
der Schweiz beheimatete Gastlok 64 518 dort an.

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