Einleitung
Das Musikgeschäft steckt europaweit in einer immer weiter zunehmenden schweren Krise. Die
Tonträgerverkäufe gehen weiterhin rapide zurück - in Deutschland allein in
den letzten Jahren um mehr als 45 %.
Tourneeveranstalter beklagen stets zunehmende Besuche, deutsche Titel in den
Hitparaden verkümmern zur Seltenheit. Hierbei geht es der Volksmusik - oder das
was man so nennen darf - noch relativ gut. Glücklicherweise gibt es in
Deutschland, aber auch in Österreich, noch eine Vielzahl an Fernsehsendungen,
in denen die Volksmusik und die Interpreten zumindest noch eine gewisse Rolle
spielen.
Über die Ursachen dieser Krise gibt es mittlerweile schon fast
wissenschaftliche Abhandlungen an Erklärungsversuchen. Was aber nützen diese
Abhandlungen und Erklärungsversuche, wenn der entscheidende Punkt dabei völlig
vergessen wird : Die Krise des Musikgeschäfts ist keine Krise der Musik,
sondern eine Krise unserer Angebote.
Die Musik hat ihren Stellenwert nicht verloren, im Gegenteil sogar : Unsere
Welt ohne Musik wäre überhaupt nicht denkbar. Musik gibt es wohin man auch nur
hört. Selbst am Grab bei einer Beerdigung, spielt sie noch eine große Rolle.
Ganz offensichtlich kommen wir mit den Tonträgern nicht mehr so intensiv an
die Menschen heran, wie dies vor Jahren noch der Fall war, als in fast jedem Ort
noch ein Schallplattenhändler bereit war, seinen Kunden einen wahren Service zu
bieten, ihn zu beraten und die Tonträger ordentlich zu promoten.
Wenn dies der Handel nicht mehr kann und schafft, oder es ihn in diesem
Ausmaß wie er uns in den letzten Jahren begleitet hat nicht mehr gibt, bleibt
uns nichts anderes übrig, als nach neuen Wegen zu suchen, die Menschen zu
erreichen, frei nach dem allgemein bekannten alten Spruch : " Wenn die
Leute nicht ins Theater kommen, dann muss das Theater zu den Leuten kommen.
Dies jedoch ist nur die eine Seite der Medaille, die andere Seite wiegt viel
schwerer :
Es fehlen die großen Lieder, welche ein ganzes Volk mitreißen und
begeistern, es in fröhliche Stimmung versetzen. Denn wenn ein Lied die Herzen
und die Seele der Menschen erreicht, hat das Wort Krise, seine Berechtigung
verloren.
Welch ein Glück, das es zumindest im Bereich der Volksmusik, für den
Deutschen Schlager Möglichkeiten gibt, sich in Szene zu setzten und sich zu
präsentieren.
Unsere ganze Aufmerksamkeit, Pflege und Hege müsste in allererster Linie
insbesondere den Autoren gelten, ohne die Musik - ganz allgemein - ganz an
Bedeutung verlieren würde. Insbesondere das Fernsehen wäre gut beraten, wenn
es diesen Autoren, mehr Aufmerksamkeit zuteil werden ließe. Warum gibt es keine
Sendung mit erfolgreichen Deutschen Schlager- und Volksmusikautoren wie zum
Beispiel : Jean Frankfurter, Bernd Meinunger oder Irma Holder ?
Und warum setzten die Tonträgerfirmen nicht all ihre Möglichkeiten, ihre
Ideen und Kräfte ein, um neue Autoren zu entdecken, diesen Chancen zu geben und
diese- soweit möglich - finanziell zu fördern ?
Als im Jahre 1912, die Titanic unterging, war dies kein Fehler der Besatzung
und der Matrosen. Es war ein Fehler des Kapitäns und des Steuermanns.
Deshalb an dieser Stelle an alle Steuermänner der Tonträgerindustrie
eindringlich der Aufruf :
" Tut Euch zusammen, fördert den Nachwuchs, pflegt die Künstler und
Stars und sucht nach Möglichkeiten, wie man am besten wieder an das Publikum
herankommt."
- Dieses Editorial, soll keine Inschrift eines Grabsteines darstellen, ganz
im Gegenteil sogar ! -
Dieser Text soll insbesondere jungen Menschen Mut machen, es allen denen zu
zeigen, die sich damit schwer tun, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, diesen zu
fördern, so wie dieser es eigentlich verdient hätte.
Insbesondere gibt es gewisse namenhafte Entscheidungsträger
im Bereich des Schlagerbusiness, welche meinen, allen Fans des Deutschen
Schlagers, "Ihren Musikgeschmack" aufdrängen zu wollen. Ich möchte
hier keine Namen nennen, jedoch steht eines fest: "Soweit Musikmanagements
auch Internetportale betreiben, welche sich mit Hitparaden befassen und diese
dann auch noch als augenscheinlich unparteiisch verkaufen wollen, so sollte man sich dbzgl. über den wahren Wertungsgehalt dieser meines Erachtens parteiischen Hitparaden einmal so den ein oder anderen Gedanken machen, in wie weit der Wertungsgehalt dieser Portale, eine wahre und vor allem korrekte Aussage von
ansonsten gut platzierten Songs und deren Interpreten/-innen darstellt.
Lassen wir uns nicht für dumm verkaufen und uns die gute Stimmung verderben, denn dies ist ja
gerade die Aufgabe des Deutschen Schlagers und der Volksmusik, den Menschen, wo
und wie immer sie auch leben, mit Musik das Leben schöner zu machen und es zu
bereichern.
Und bitte eines nicht vergessen : " Wir sprechen deutsch- Wir singen
deutsch und wir haben ein Anrecht auf Lieder in unserer Sprache, ohne dabei
spießig wirken zu wollen auch wenn solche Einwände oftmals zu hören sind ! "
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