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Die oberschlesischen Nebenflüße der Oder

Die oberschlesischen Nebenflüsse der Oder

in Kurzbiografien

Stober

Der Stober, polnisch Stobrawa, entspringt 4 Km südwestlich Rosenberg in 260 m Höhe und mündet nach 85 km bei Stoberau (137 m) in die Oder. Das ergibt ein Gefälle von 1,45 m pro Kilometer oder 1: 689. An Städten werden berührt Rosenberg, Kreuzburg und Karlsmarkt.

Verlauf: Nordwest – West – Südwest, durch Bodland-, Eichendorfforst, sowie Poppelauer- und Stoberauer Forst. Ab Dammer etwa fließt der Stober in Mittel-bzw. Niederschlesien. Zuflüsse: Bodländer- und Baudendorfer-/Budkowitzer Flößbach, Brünne.

Stober und Bäche dienten zum Holztransport mittels Flößen aus den ausgedehnten Wäldern. Nach Bau der drei Eisenbahnlinien übernahm die Eisenbahn den Holztransport.

Wegen der nahen Erzvorkommen hatte schon Friedrich der Große den Bau von An- lagen zur Eisenerzeugung angeregt und bald entstanden wegen des vorhandenen Brennmaterials überall im Stoberland „Frischfeuer“ und Hochöfen. Viel investierten auch die meist adligen Großgrundbesitzer, wie die Colonna, Hochberg, Reden. Aber mit dem Aufblühen des Bergbaus und der Hüttenwerke im südöstlichen Oberschlesien wurden die meisten Werke im Stober - und Malapanewald im Laufe des 19. Jahrhunderts aufgegeben, übrig blieben nur wenige Hüttenwerke und metallverarbeitende Betriebe.

 

Die Malapane.

Die Malapane, siehe umseitiger Kartenausschnitt, entspringt in der Nähe des Städtchens Woischnik in etwa 350 m Höhe und bald fließen ihr im ehemaligen Grenzgebiet Stollenwasser/Stola von Süden und Leschnitza von Norden zu.  Die Malapane, polnisch Mala Panew, ein Waldfluß mit doch beachtlicher Strömung, 2016 qkm werden ihr als Flußgebiet zugeordnet, mündet bei Klosterbrück 6 km nördlich von Oppeln in die Oder, in etwa 146 m Höhe. Daraus ergibt sich für die Malapane auf ihrem 110 bis 120 km langen Weg ein Gefälle von 1,80 m pro Kilometer oder 1: 555. (Zum Vergleich: Stober 1:689, Bartsch 1:2747) Sie durchfließt  das von Groß Strelitz bis Kreuzburg reichende 2000 qkm große riesige Waldgebiet, schon ab ihrer Quelle fast ständig durch Wälder begleitet.

Für die Bemühungen um die Ansiedlungen von Industrie, in erster Linie Eisenerzeugung unter Nutzung des Toneisensteins und des reichlich vorhandenen Brennstoffs Holz, gilt dasselbe wie für den Bereich des Stober. Die Magnaten legten Straßen an und gründeten Dörfer, z.B. Vossowska, Colonnowska/Grafenweiler im Malapanetal, denen sie ihren Namen gaben oder den ihrer Verwalter.

An Nebenzuflüssen kommen von Norden der Erzweilerbach und die Mischlina, von Süden das Himmelwitzer Wasser und die Swarnitze. Die Eisenhütte in der Stadt Malapane erlangte einige Berühmtheit als Waffenschmiede der preußischen Armee. Goethe besuchte sie 1790. Fünf Kilometer flußabwärts beginnt der 1934 angelegte, über 6 Kilometer lange Turawa-Stausee.mit einem Fassungsvermögen von 90 Mio cbm. (Zum Vergleich: Ottmachau 143, Mauer 50, Edertal 202)

 

Hier unten das Schloß Turawa, bis 1945 im Besitze des Grafen von Garnier.

Nach letzten 15 Kilometern ist die Oder erreicht.

 

 

Qellenangaben:

Partsch, Schlesien, eine Landeskunde