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Oppa, Zinna, Hotzenplotz

Oppa, Zinna, Hotzenplotz

 

Alle drei Flüsse, Oppa, Zinna und Hotzenplotz kommen aus dem Altvater-Raum und durchqueren das „Lößland“.

 

1.) Die Oppa.

Sie ist eigentlich, politisch gesehen, kein schlesischer Fluß, denn nur auf 12 Kilometer, von Jägerndorf bis Troppau ist sie Grenzfluß zwischen Schlesien und Tschechien. Aber sie ist ein wichtiger Wasserzubringer der Oder. Drei Quellflüsse, zwei kommen direkt vom Atvater (1490m), einer, die Schwarze Oppa von Norden aus den Bergen östlich von Freiwaldau. Sie vereinigen sich im 550 m hoch liegenden Würbenthal und fließen als Oppa zunächst 20 Kilometer nach Südosten, um dann rechtwinklig nach Nordosten bis Jägerndorf (316m Höhe) abzubiegen. Nach 24 km, nunmehr in südöstlicher Richtung wird Troppau (257) und nach weiteren 26 km  die Oder in Mährisch Ostrau (235) erreicht.

Bei Troppau nimmt sie noch ihren Hauptzufluß auf, die auch vom Altvater, bzw. von der Hohen Heide kommende Mohra. Sie verfolgt einen Zickzack-Kurs wie die Oppa.

Die Flußlänge der Oppa beträgt ab Würbenthal 90 km, nimmt man die Schwarze Oppa dazu ergeben sich 102 km.

Das Gefälle ist beachtlich: ab Würbenthal beträgt es 3,56 m oder anders ausgedrückt 1 : 280. Die Oppa rauscht also ganz flott daher. Nimmt man die Quellflüsse dazu, die aus mindestens 700m Höhe kommen, ergeben sich sogar 4,7m oder

1: 212. Am letzten großen Oderhochwasser 1997 waren die Wasser der Oppa erheblich beteiligt.

 

 

2.) Die Zinna,

ein Kind des welligen Lößhügellandes, entspringt westlich von Leobschütz in etwa 280 m Höhe und mündet nach 50 Kilometern zwischen Oderberg und Ratibor in die Oder bei etwa 189 m Meereshöhe. Das ergibt ein Gefälle von 1,82 m pro Kilometer oder 1 : 549. Von einem Gebirgsfluß kann hier also keine Rede sein. Der Flußlauf, im Unterlauf verstärkt durch die über Katscher herankommende Troja, ist ähnlich der Oppa, entgegen der Oder nach Südsüdost gerichtet. 10 Kilometer nach dem größeren und einst wohlhabenden Leobschütz wird das Landstädtchen Bauerwitz passiert.

 

3.) Die Hotzenplotz.

Die Quellbäche Prudnik und Ossa bringen sie drei Kilometer westlich Deutsch Rasselwitz zuwege. Die Ossa kommt aus dem dichtbesiedelten nach Osten vorspringenden Zipfel des Ostsudetenlandes mit der hart jenseits der schlesischen Grenze liegenden Stadt Hotzenplotz,. Die Prudnik entspringt nur wenig weiter nördlich auch in den Ausläufern oder Vorbergen des Altvaters, an der 890 m hohen Bischofskoppe und nimmt bald mit ihrem tief eingeschnittenen Bett die Kreisstadt Neustadt O/S von drei Seiten schützend in die Arme. Die Hotzenplotz verfolgt dann auf dem verbleibenden kurzen Lauf einen nordöstlichen Kurs und erreicht nach 30 Kilometern die Oder bei Krappitz. Ab Oberglogau, der wichtigsten Stadt an der Hotzenplotz, bildet sie auf 10 km Länge zwei Arme. 5 Kilometer vor der Mündung in die Oder fließt noch die Zülz zu.

 

Quellen:

Karte Schlesien 1:800000 Paul List Verlag KG
Karte von Schlesien 1.300000 Institut f. Angewandte Geodäsie
K. Ullmann, Schlesien-Lexikon
Labus, Oberschlesien in 144 Bildern
Kraft/Niekrawietz, Schlesien
Dr.Josef Partsch,  Schlesien (Landeskunde)
Denkschrift über die Ströme Memel bis Rhein, Berlin 1888
Fotos: Sieber, Schlösser und Herrensitze in Schlesien (1)

 

Hellmut Seidel, im März 2000