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Der Bober mit dem Queis.
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Mit Ausnahme dieser beiden männlichen Vertreter der mittel- und niederschlesischen Odernebenflüsse sind alle andern
weiblich wie die Mutter Oder auch. Es ist also etwas Besonderes um dieses Gespann. Auch die andern Nebenflüsse haben
beachtliche Zuflüsse, aber die gehören nicht so zum allgemein üblichen Namensbegriff wie hier. Und noch etwas ist
anders: Der Bober mündet nicht mehr innerhalb Schlesiens in die Oder, sondern in Brandenburg, wenigstens bis 1945 war
es so. Und schließlich ist er mit seinen 255 Kilometern auch der längste, wenn auch die letzten 25 Ki-lometer nicht mehr
auf ehemalig schlesischem Boden verlaufen. Eine Lexirom gibt die Flußlänge sogar mit 272 km an. Aber jetzt nach diesen
Vorbemerkungen zur Sache. Beginnen wir mit dem Kartenausschnitt. Neben dem Queis hat der Bober noch die Sprotte
und den Gr.Hammerbach als nennenswerte Zuflüsse. Die Polen nennen ihn Bobr. Er entspringt bei Schatzlar unmittelbar
an der tschechischen Grenze beim Dorf, das seinen Namen trägt, oder ist es umgekehrt ? Seine Nachbarn wenden sich
nach Westen und gelangen über die Elbe in die Nordsee. Er aber wählt die Ostsee. Die Boberquelle liegt am Südrand des
Riesengebirges in 743 m Höhe, die Mündung in die Oder weist nur noch 36 m aus, woraus sich ein durchschnittliches Gefälle von 2,77 m pro Kilometer ergibt. ( 1: 360) Das Einzugsgebiet beträgt 5900 qkm.
Im Oberlauf ist das natürlich um ein Vielfaches höher. Man hat deshalb schon zeitig begonnen das schnelle Gewässer
durch Talsperren zu bremsen. Die erste Stadt, die der Bober nach 12 km passiert, ist Liebau. Ende des 13. Jahrhunderts
mit Magdeburger Recht gegründet, gehörte die Stadt über 500 Jahre dem nahen Kloster Grüssau. 1970 6 600 Einwohner. Hier fließen das Schwarzwasser und andere Bäche zu.
Über Blasdorf, Johnsdorf und Leppersdorf erreicht der Bober nach weiteren 10 km die Kreis- und Industriestadt Landeshut
auf der Grenze zwischen Waldenburger Bergland und dem Riesengebirge. Leinenerzeugung, Schuhfabriken, Maschinenbau
werden betrieben. Dank der im März 1945 bei Striegau, Zobten und Strehlen stehengebliebenen Front blieb Landeshut wie auch Hirschberg vom Krieg verschont.
Hier in Landeshut wird der Zieder aufgenommen und bald darauf bei Ruhbank die aus dem Waldenburgischen kommende
Lässig. Die Gründung Landeshuts erfolgte in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Von 1939 13 550 Einwohnern wuchs die Bevölkerung auf 21 600 im Jahre 1975.
Der sich querlegende Landeshuter Kamm mit 945 Metern Höhe zwingt den Bober von seiner Nordrichtung etwas nach Osten
auszuholen. Bei Kupferberg und Jannowitz ist dann der Landeshuter Kamm umgangen und es geht zunächst nach Westen
weiter bis Hirschberg, wo der Bober dann in die Nordrichtung einschwenkt. Aber noch sind wir nicht so weit.
Nach den Eisenbahnknoten Ruhbank und Merzdorf wird die frühere kleine Bergbaustadt Rudelstadt vom Bober umarmt. In
vier Gruben wurde hier bis ins 18.Jahrhundert Kupfererz abgebaut. Auf einer Insel im Bober baute hier 1846 die Familie von Prittwitz ihr Herrenhaus. Im folgenden Jannowitz, über dem die Ruine
der Bolzenburg, auch Bolzenschloß genannt, auf steilem Felsen thront, ist man von der Katzbachquelle bei Ketschdorf nur 3 Kilometer entfernt. Vorbei an Rohrlach,
Boberstein, Schildau, Lomnitz und Hartau erreicht der Bober die vor 1281 nach deutschem Recht gegründete Kreisstadt
Hirschberg (313m) am Fuße des Riesengebirges. In Lomnitz fließt die muntere Lomnitz zu, die vom Hauptkamm, von
Krummhübel und Zillertal kommt. An ihr wurde ein Rückhaltebecken gebaut. Der Zacken mündet hier am Nordwestrand der
Stadt in den Bober. Der Kleine Zacken kommt vom Hohen Iserkamm, da wo auch der Queis entspringt, der Große Zacken
und der Kochen (oder die Kochel) vom Kamm oberhalb von Schreiberhau. Sie präsentieren den Zackel- und den
Kochelfall. Von Agnetendorf, Hermsdorf und Hain fließen dem Zacken weitere Bäche zu, so daß der Bober hier seine
Wasserführung annähernd verdoppelt. Hirschberg besitzt eine der sechs Gnadenkirchen, sie ist gut erhalten. Die Stadt
hatte 1939 35 000 Einwohner, jetzt 92 700. Man ist aber in Polen, wie schon an anderer Stelle bemerkt, sehr großzügig mit Eingemeindungen.
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Bei Boberröhrsdorf wurde 1924/25 ein kleines Staubecken mit 0,5 Mio cbm angelegt und sechs Kilometer weiter bei
Boberullersdorf beginnt die etwa 4 km lange Talsperre Mauer, die den Ablauf der Riesengebirgswasser regulieren kann,
wenn nötig. Sie wurde in den Jahren 1902/12 gebaut und faßt nach andern Angaben 50 Mio cbm, das Zuflußgebiet beträgt
1078 qkm. Bei Partsch wird das Niederschlagsgebiet mit 1210 qkm angegeben und die Bauzeit der Talsperre von 1904 bis
1911. Die Turbinen erzeugen 20 Mio kW/h im Jahr. Länge der Sperrmauer oben und Höhe: 280/ 60m. Baukosten 5.7 Mio Mark, Kraftwerk mit Leitungsnetz: 2 Mio Mark.
Interessante Angaben finden wir ebenfalls bei Partsch zu Hochwasserständen. So wurde 1897 am Pegel Hirschberg ein
Anstieg innerhalb von 12 Stunden von 2,o5 auf 7,73 m (!) gemessen. Bei Sagan stieg der Pegel von 0,90 auf 6 m. Die
sekundlichen Durchflußmengen betrugen bei Mauer 1750 cbm, für den Queis 1200. Zum Vergleich: Die mittlere Wassermenge der Oder bei Breslau beträgt 130, bei Hochwasser etwa 2400 cbm in der Sekunde.
Nach Waltersdorf kommen wir zu dem Landstädtchen Lähn mit der Burgruine Lähnhaus. 1214 soll es von Heinrich I. und
seiner Gemahlin Hedwig gegründet worden sein. Die nächste Station nach Siebeneichen, der Bober fließt hier durch ein
offenes Tal, nur von der Bahn begleitet, ist Löwenberg, 206 m hoch gelegen, 1217 als deutsche Stadt ausgesetzt. Auch
hier der vielfach festzustellende Werdegang: Reformation, Gegenreformation, Zerstörung im 30jährigen Krieg und
Niedergang des Bergbaus und der Weberei, dann später Landwirtschaft und Sandsteingewinnung. Bemerkenswertes
Rathaus. Mehrere Dörfer in der Umgebung mit „Seiffen“ im Namen weisen darauf hin, daß hier einst Gold aus dem Sand der Bäche gewaschen und Bergbau betrieben wurde.
Auf der folgenden 20 km-Strecke bis Bunzlau säumen wieder zahlreiche Bauern- und Gutsdörfer die Ufer: Braunau,
Sirgwitz, Wenig Rackwitz, Groß Walditz, Kroischwitz, Uttig, Rothlach, Sand und das 5 Kilometer lange Tillendorf.
Der Fluß läßt Bunzlau, die „Stadt des guten Tons“ rechts liegen, die Eisenbahn überquert ihn auf imposantem Viadukt.
Stadterhebung 1251. In der Region, sogar bis Frei-waldau hinauf, findet sich reichlich Ton. Auch Bunzlau hatte unter dem
30jährigen Krieg und den Hussiten-einfällen zu leiden. Wirtschaftlich gesehen gibt natürlich die Keramikindustrie den Ton
an. 1939 22 000, jetzt 41 600 Einwohner. Die Bausubstanz der Innenstadt ist noch immer sehr mangelhaft.
Der Bober verläßt hier das Hügelland und durchquert nun auf 30 Kilometer Länge das ausgedehnte Waldgebiet der
Niederschlesischen Heide, aber noch beträgt das Gefälle bis Sagan fast 2 m. (Vergleiche Bartsch 0.36 m) Der Fluß, bzw.
die Menschen haben eine Schneise durch den Wald geschaffen, die sich erst 6 Kilometer vor Sprottau zu einem Delta
erweitert, sonst ist sie nur 1.5 bis 3 Kilometer breit. Mit diesem schmalen Streifen müssen die Dörfer Wiesau, Kromnitz,
Eichberg, Gollmisch, Urbanstreben, Kittlitztreben, Luisenthal, Wenigtreben, Alt- und Neuöls, Kosel, Strans, Buchwald,
Ober- und Nieder Leschen, Zirkau, Boberwitz, Küpper und Dittersdorf zurechtkommen und es ist schon erstaunlich, daß in
diesem kargen Landstrich auf 35 Kilometer 20 Dörfer ihr Auskommen finden. Holzwirtschaft und Eisenverhüttung, sowie
Glashütten boten hier Arbeitsplätze. Und in der nur durchschnittlich 15 Kilometer westlich verlaufenden „Queis-Schneise“
gibt es wieder eine ähnlich dichte Besiedlung. Der Bober muß hier streckenweise wegen der flachen Ufer zwischen
Dämmen fließen. Wer sich für die polnischen Namen der Dörfer interessiert, dem seien die Karten 1:200 000 aus dem Höfer-Verlag empfohlen, die beide Namen angeben.
In Sprottau fließt die Sprotte zu. Sie kommt aus der Gegend von Lüben und entspringt nahe dem Dorf Spröttchen. Auf
ihrem knapp 50 Kilometer langen Lauf berührt sie keine größeren Orte oder Städte, nur 11 Dörfer, erwähnt seien Parchau und Buchendamm. Die Sprotte ist nicht so vom Wald eingeengt wie Bober und
Queis, aber mehrere größere Feucht- und Torfflächen verhindern Ansiedlungen. Bei der Dorfjugend war die Sprotte als
sauberes Badeflüßchen sehr beliebt.
Sprottau wurde 1260 schon erwähnt, wahrscheinlich nach 1253 als deutsche Stadt mit deutschem Stadtrecht gegründet. Sie
hatte 1939 12 600 , 1975 11 300 Einwohner. Bekannt ist das zweitürmige Rathaus, und man zählt die Stadt zu den grundbesitzreichsten Städten im ehemaligen Preußen: 10 290 ha, wovon 7 500 ha Forst waren.
Auf dem nur 17 Kilometer langen Abschnitt zwischen Sprottau und Sagan wird bei Barge und Buschhäuser der Queis
aufgenommen. Eulau, Mallmitz mit schönem Herrenhaus der gräflichen Familie Dohna, leider nach 45 abgetragen, Silber und Machenau begleiten den Bober auf diesem kurzen Teilstück durch den Wald bis Sagan.
Auch Sagan wurde in der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts als deutsche Stadt ausgesetzt. Schon bald wird es ein
unabhängiges Fürstentum und ist ab 1628 im Besitz Wallensteins, der gleich daran ging, ein neues Schloß zu bauen. Der
Bau ruhte auf Eichenpfählen, später mußte jedoch untermauert werden. Der baldige Tod Wallensteins 1634 führte zur
Einstellung des Baus, der erst 1674 wieder aufgenommen wurde. Später kam das großartige Schloß in den Besitz der Familie Biron von Kurland, durch Heirat dann an das französische Haus Talleyrand.
Textil- und Schuhindustrie, sowie Maschinenbau standen im Vordergrund wirtschaftlicher Tätigkeit. Sagan war ferner auch
eine bedeutende Garnisonstadt. 1939 hatte es 22 700 Einwohner, jetzt 24 000.
Bis zur Mündung in die Oder hart westlich Crossen hat der Bober noch 51 km (Luftlinie) zurückzulegen, davon 36 km auf
ehemalig schlesischem Gebiet. Bei Luthröthal fließt die (der) Tschirne/Hammerbach zu und bei Naumburg die von
Südosten kommende Briesnitz. Der Name Hammerbach kommt von den vielen Eisenhämmern, bei Mallmitz waren es
gleich vier, die vom Mittelalter an hier arbeiteten. Man verarbeitete in primitiven Verfahren den hier weit verbreiteten
Raseneisenstein. Ab Anfang des 19.Jahrhunderts etwa entstanden dann die Hochöfen, die eine bessere Eisenqualität
lieferten. In Halbau an der Tschirne sei das innen von den Fürstensteinern so reich ausgestattete Schloß erwähnt.
Johannes Renner schreibt in seinem Essay über Sagan, daß Rothwasser, Hammerbach und Goldbach der Tschirne
zuflossen, deren stilles, klares und warmes Wasser es ihm angetan hat. Und Kraniche und Schwarzstörche konnte man
dort sehen. Die Tschirne kommt aus der Gegend von Gersdorf und verläuft immer durch den Wald westlich des Queis in etwa 12 km Abstand.
Die kleine Stadt Naumburg am rechten Boberufer kam nicht viel über 1000 Einwohner hinaus, auch jetzt nicht. Sie
entstand offenbar aus einer Niederlassung der Augustiner Chorherren Anfang des 13. Jahrhunderts. Am linken Ufer die
Schwesterstadt Christianstadt. Zwischen Sagan und Naumburg werden die Dörfer Fischendorf, Bergisdorf, Brennstadt,
Greisitz, Nimbsch, Gorpe, und Boberau passiert, nördlich Naumburg Zeschau und Poydritz auf ehemals schlesischen
Boden, sowie Weißig, Tornow, Kuckädel, Guhlow, Briesnitz, Boberhöh und Neu – und Alt Rehfeld auf brandenburgischen
Gebiet. In diesem letzten Abschnitt wird der Bober westlich von einem Werkkanal begleitet, wodurch u.a. die große
Schleife bei Briesnitz vermieden wird. Mit Ausnahme des Teilstücks zwischen Sprottau und Sagan ist der Wald der ständige Begleiter des Bober-Unterlaufs.
Der Queis
Auch dadurch unterscheiden sich Queis und Bober von den andern Odernebenflüssen: Ihre Quellen, bzw. die ihrer
Quellbäche liegen in Höhen bis 1000 Meter und mehr. Der Queis kommt aus dem Isergebirge, vom Hohen Iserkamm, wo
auch die Iser, die sich dann allerdings der Elbe zuwendet, und der Kleine Zacken ihren Ursprung haben Der Queis übertrifft
mit seinen 136 Kilometern Länge mit Ausnahme der Lausitzer – und der Glatzer Neiße (und des Bobers natürlich) alle
mittel- und niederschlesischen Nebenflüsse. Bober und Queis sammeln alles Wasser, das von Riesen- und Isergebirge
nach Osten abläuft, auch vom Waldenburger Bergland kommt noch etwas dazu. Das ist eine ganze Menge, und man
entschloß sich deshalb Ende des 19. Jahrhunderts bald Talsperren anzulegen. Bad Flinsberg, Friedeberg und Greiffenberg
sind die ersten größeren Orte die der Queis, den die Polen Kwisa nennen, passiert. Das Gefälle ist natürlich beachtlich, was
ihm den Namen „der Zischende“ eintrug. Krobsdorf, Egelsdorf, Birkicht, Wiese, dann ist Greiffenberg mit seiner
Textilindustrie erreicht. Das Städtchen mit 1939 4 400 Einwohnern beschäftigte allein in der Bekleidungsfabrik Greiffwerke 7 000 Menschen.
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Der Queis wendet sich in Greiffenberg spitzwinklig nach Westen und schon beginnt der Stau der Talsperre Golden-traum,
bis zur Staumauer sind es aber noch mehr als sechs Kilometer. Zwischen 1919 und 1924 wurde die Anlage erbaut, sie
erfaßt 12 Mio cbm, die Staulänge beträgt 8,2 Kilometer, die Staumauer ist beachtliche 36 m hoch. Ein schmales
Landsträßchen führt über Goldbach, Goldentraum, daß bis 1815 Stadtrechte besaß, die Burg Tzschocha und Hagendorf
nach Marklissa. Die Burg Tzschocha, heute ein Hotel, war im Besitze schlesischer Adliger, angefangen von Dohna über
Nostiz bis Uechtritz. Der letzte deutsche Besitzer aber war der Dresdener Zigarettenfabrikant F. Gütschow.
Marklissa, der Marktort mit 1969 4 900 Einwohnern war bis zum Bau der Talsperre Marklissa häufig von
Hochwasserkatastrophen bedroht. Von 1901 bis 1907 wurde die Talsperre gebaut, deren Sperrmauer 60m hoch und oben
145 lang ist. Das Fassungsvermögen beträgt 15 Mio cbm, die mittlere Kraftwerksleistung laut Partsch 1500 PS. 6 Mio kWh werden durchschnittlich pro Jahr erzeugt.
An Schadewalde, Ortmannsdorf, Steinkirch, Holzkirch und Kerzdorf vorbei erreicht der Queis die Kreis- und Industriestadt
Lauban. 1939 16 500, 1975 20 800 Einwohner. Die Stadt gehörte im Mittelalter dem Sechsstädtebund an. Stark
vorherrschend die Textilindustrie. Garnisonsstadt. Der Autor dieser Zeilen war 1941 für ein paar Monate in der
Coubière-Kaserne gut aufgehoben und am dienstfreien Sonntag ging man gern in die Ausflugslokale in den Queiswiesen flußabwärts.
Bittere Zeiten mußte die
Stadt 1945 durchstehen: Ende Februar drangen die Sowjets in Lauban ein, konnten aber in einer letzten Kraftanstrengung in der Nacht vom 1. zum 2. März noch einmal vertrieben werden. Die Stadt wurde durch die
Kampfhandlungen zu 45% zerstört.
Unser nächstes Etappenziel ist Naumburg, ein kleines Landstädtchen, 1233 gegründet, mit 1939 1 300 Einwohnern. Davor
liegen die Dörfer Wünschendorf, Logau, Schlesisch- und Sächsisch Haugsdorf und Ullersdorf. Gleich nördlich Siegersdorf
mit seinen Tonlagern tritt der Queis in die Waldgebiete der Heide ein. Die Schneise ist noch schmaler als die des Bober,
aber ebenfalls von vielen Ansiedlungen besetzt, 25 Dörfer auf 39 Flußkilometer. Hinsichtlich der Arbeitsplätze gilt
dasselbe wie für das Bobertal: Forst- und Holzwirtschaft, Eisengewinnung, Hüttenwerke und Glashütten. Von den
passierten Dörfern seien nur die größten erwähnt: Thommendorf, Wehrau, Klitschdorf, Lorenzdorf, Schöndorf, Lipschau,
Dober und Eisenberg. Unweit Silber gibt der Queis seine Selbständigkeit auf und mündet in den Bober.
Hellmut Seidel, im März 2000.
Quellen:
Karte Schlesien 1:800000 Paul List Verlag KG
Hantschke, Unser Liegnitz und sein Landkreis K. Ullmann, Schlesien-Lexikon H. Sieber, Schlösser und Herrensitze in Schlesien H. Hupka (Herausgeber) Schlesisches Panorama
Josef von Golitschek, Schlesien – Land der Schlösser W.E. Peuckert, Schlesien Birke, Niederschlesien in 144 Bildern, Riesengebirge in 144 Bildern Kraft/Niekrawietz, Schlesien
Dr.Josef Partsch, Schlesien (Landeskunde) K. Hausdorff, Herausgeber, Unser Schlesien Denkschrift über die Ströme Memel bis Rhein, Berlin 1888 Eigenes Foto: Queis b. Naumburg
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