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Die Nebenflüsse der Oder in Schlesien.
Vorwort
Bei unserer vorletzten Kurzreise[1] nach Schlesien Ende Oktober 1999 passierten wir auf der Fahrt von Breslau nach Obernigk die Weide. Bei wunderschönem Herbstwetter machte ich von der Brücke aus einige Aufnahmen von dem bescheidenen Flüßchen, das uns Obernigkern, von der Oder selbst einmal abgesehen, mit 20 Kilometern Entfernung am nächsten lag. Das Foto gefiel mir und da ich schon immer ein besonderes Verhältnis zu Flüssen habe, man kann auch sagen, daß ich mich schon lange für Flüsse interessiere, kam mir der Gedanke, doch einmal auf der Karte nachzusehen, woher sie denn kommt, die Weide und wieviele Kilometer sie denn hinter sich hat, bis sie hier kurz vor ihrer Mündung in die Oder angekommen ist. Ich besitze einige Generalstabs- oder 1 cm- Karten, aber auch darauf ist es nicht einfach, einen Flußlauf exakt zu verfolgen und seinen Ursprung zu entdecken, zumal der oft strittig ist. Der Flußname ist nur in großen Abständen vermerkt, die Linienstärke oft kaum von einem Feldweg zu unterscheiden. Das nächste Problem ist die Flußlänge. Mit einem Meßrädchen alle Windungen genau nachzufahren gelingt selten, man erhält jedesmal einen anderen Wert. Also werden Landeskunden und Lexika herangezogen, aber da kann man es sich aussuchen: Weitgehend voneinander abweichende Angaben, 10% und mehr keine Seltenheit. Im Laufe der Zeit veränderte sich aber auch manche Flußlänge durch Begradigungen und Durchstiche. Landeskundliche Werke für Schlesien sind rar und veraltet, wenn es einem überhaupt gelingt ein solches Buch in die Hand zu bekommen.
Schwierig auch die Berechnung des Gefälles, wenn man keine exakten Höhen- und Längenangaben dazu vorfindet. Mancher Leser wird sagen,
dass ihn das Gefälle nicht interessiere, gut. Mir erschien es aber wichtig. Oft ist weder die Höhe der Quelle, noch die der Mündung genau zu ermitteln. An eine wissenschaftliche Arbeit ist aber hier nicht
gedacht, wenn ich mich auch bemüht habe so sorgfältig, wie es mir möglich war, zu arbeiten. Der Heimatfreund und der interessierte Laie sollen angesprochen werden. Die einzelnen Aufsätze entstanden nach und nach
und wurden jetzt erst, im August 2000 zusammengefaßt.
Hellmut Seidel, im August 2000
[1] Freund W.Sanft und ich |