Nele auf der Spur der kanadischen Regenwürmer
ANNWEILER/PLEISWEILER-OBERHOFEN:
16-jährige TGA-Schülerin für fünf Monate am College
in Montreal - Tolles Zeugnis
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Austauschprogramme
für Schüler und Studenten sind heutzutage gang und gäbe.
Die meisten jungen Menschen nutzen die Gelegenheit, - ein anderes Land
kennen zu lernen und Spaß zu haben. Das hat auch Nele Müller
gemacht. Allerdings hat die Zehntklässlerin auch mit außerordentlichen
schulischen Leistungen geglänzt. Die Schülerin des Trifels-Gymnasiums
Annweiler (TGA) verließ im Sommer vergangenen Jahres die Südpfalz,
um für ein halbes Jahr das John-Abbott-College in Montreal, in der kanadischen
Provinz Quebec zu besuchen. Nun ist ihr Zeugnis per Post eingetroffen.
Und siehe da: Sie war nicht nur die Beste aller ausländischen Schüler,
sondern gehört mit ihren Leistung zu den oberen-fünf Prozent
- aller College-Besucher - insgesamt sind das an die 6000, erzählt
die 16-jährige Nele, die in Pleisweiler- Oberhofen wohnt. Das Schulsystem
in Kanada ist völlig anders als in Deutschland. Während bei
uns selbst in der Oberstufe die freie Fächerwahl bestimmten Beschränkungen
unterliegt und nur gewisse Fächer unterrichtet werden, ist das
Spektrum in Kanada breiter. So belegte Nele neben Mathematik, Französisch
und Englisch auch Kurse in Zaubern, Computer-Nutzung und "Lifestyle"
- eine Mischung aus Sport, Ernährung und Bewegungslehre.
Auch
außerhalb des eigentlichen Unterrichts bieten die nordamerikanischen
Oberschulen ganz andere Möglichkeiten als hierzulande: Die so genannten
Clubs - vergleichbar mit unseren Arbeitsgemeinschaften.
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Doch
Forderungen
an die UN
Besonders
"spannend" fand sie aber die UN-Arbeitsgemeinschaft. UN steht für
United Nations (Vereinte Nationen). Überall in Nordamerika gibt es
sie an Schulen. Sie befassen sich mit allen vielerlei Themen wie Politik,
Menschenrechte oder eben mit den Be- langen der Jugendlichen. Es werden
Vorschläge und Programme ausgearbeitet, man trifft sich mit AGs anderer
Schulen in großen Konferenzen, verabschiedet Resolutionen, stellt
Forderungen und leitet sie dann an die Vereinten Nationen in New York weiter.
Beeindruckt war Nele von der Mentalität der Kanadier: "Die
sind wahnsinnig offen und fremdenfreundlich", berichtete sie. Ständig
wurde sie - und nicht nur von Mitschülern - gelöchert, wo sie
herkommt, was sie nach Kanada verschlagen hat und was sie hier macht. Auch
ihre Gastfamilie sei »sehr nett" gewesen. Wenn Nele mit irgendetwas
nicht zurecht kam oder Hilfe brauchte, war sie zur Stelle. Toll fand die
16-Jährige auch die Küche ihrer Gastmutter. Kein Fast Food, sondern
durchweg ausgewogene Ernährung und sehr international. International
wie die gesamte Region um Montreal.
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Zweisprachigkeit
mit Tücken
Lustig
fand Nele, dass sie im französisch sprechenden Quebec mit ihren Sprachkenntnissen
nicht besonders weit kam. Während am College ausschließlich
Englisch gesprochen wurde, hat es Nele zunächst in einigen Geschäften
mit Französisch versucht. "Aber die haben mich überhaupt nicht
verstanden", erzählt sie lachend. In Quebec werde ein so eigener Dialekt
gesprochen, dass sie mit ihrem europäischen Französisch nicht
viel anfangen konnte. "Dann habe ich es halt gelassen. Aus Bequemlichkeit
schaltet man dann schnell auf Englisch um." Die Zweisprachigkeit war einer
der Gründe, weshalb das Trifels-Gymnasium vor anderthalb Jahren zum
ersten Mal Schüler nach Kanada schickte, klärt Helmut Schlieger
auf. Der Lehrer ist Ansprechpartner für das Projekt, das auf einer
Privatinitiative basiert. Die Idee dazu hatte sein kanadische Kollege Dr. Alan Weiss, der regelmäßig nach Deutschland reist, erzählt Schlieger.
Schade findet er nur, dass sich die Aufnahmebedingungen auf kanadischer Seite geändert
hätten. Damals gingen noch 17 junge Leute auf die Reise. Dieses Mal
waren es nur noch fünf. Und Nele war die einzige aus Annweiler, der
Rest kam aus Landau.
Neue
Altersgrenze für Austausch Der Grund ist eine neue Altersbeschränkung. Um aufs College gehen zu dürfen, müssen die deutschen Schüler mittlerweile 16 Jahre alt sein. Und das sind eben nicht alle, die hier in die zehnte Klasse gehen. So falle schon einmal ein großer Teil an Interessenten weg. Wer jünger als 16 ist, könne auf
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die
High
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mit ihren Leistungen die meisten ihrer kanadischen Mitstudenten in den
Schatten gestellt:
Nele Müller. -
FOTO: SCHMECKENBECHER
INFO - Interessenten für einen fünfmonatigen Aufenthalt am John Abbott College in Montreal können sich per eMail an Helmut Schlieger wenden. Weitere Informationen Jeder Zehntklässler kann sich melden. Die nächste
Gruppe soll im Sommer starten. |