Bildpräsentation - PDF-Dokument
 

Josef, die Träume des Pharao

01
 
Josef: Mein Name ist Josef, Ich hab das schnell raus gehabt, wie ich mit meinem alten Vater umzugehen habe. Meine Geschwister sind alle älter als ich. Sie konnten alle gut zupacken.
10
 
Meistens waren sie mit unseren Schafen u. Ziegen wochenlang weit weg von Zuhause unterwegs.
14
 
Ich hab mir´s zuhause immer gut gehen lassen. Schönes Taschengeld, beste Verpflegung, beste Klamotten - kurz, man konnte es auch ohne zu arbeiten ganz gut aushalten. Meine Brüder waren darum nicht gerade gut auf mich zu sprechen. Eine gute Phantasie hatte ich schon immer. Doch in einer Nacht hatte ich einen Traum:
16
 
"Wir waren auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Da richtete meine sich auf und blieb aufrecht stehen. Die meiner Brüder dagegen bildeten einen Kreis darum und verbeugten sich tief vor meiner Garbe." Bald darauf hatte ich einen zweiten Traum
18
 
"Ich sah, wie die Sonne, der Mond und elf Sterne sich tief vor mir verbeugten" Klar: ich bin was besonderes. Als ich dies meiner Familie erzählte waren die voll begeistert: Was willst du? Dich als König über uns aufspielen? - Sie hassten mich alle dafür.
20
 
Meine Brüder waren gerade mal wieder nicht zuhause. Ist ja klar ganz von alleine läuft unser Landwirtschaftlicher-Betrieb auch nicht. Da ruft mich mein Vater: Geh und schau nach deinen Brüdern. Berichte mir wie es ihnen geht.
24
 
Gut, ich hab mich auf den Weg gemacht. Irgendwann hab ich sie dann auch gefunden.
26
 
Doch was war das! Kein freundlicher Empfang, wortlos haben sie mich alle miteinander gepackt und in einen tiefen ausgetrockneten Brunnen geworfen. Sie wollten mich los werden, lieber tot als lebendig. An Flucht war nicht zu denken.
28
 
Am nächsten Tag haben sie mich an vorbeiziehende Händler verkauft. Gefesselt u. geknebelt.
30
 
Halb tot bin ich in Ägypten angekommen. Ein Mann namens Potifar hat mich für Geld gekauft. Nun war ich ein Sklave. Er war ein Beamter des Pharao.
32
 
Ich musste für ihn arbeiten, bekam dafür essen, Kleidung und ein Bett. Arbeiten - eigentlich ein Fremdwort für mich. Es hat geklappt, wie von Geisterhand. Alles was ich zu erledigen hatte ging fast ganz von alleine. Unglaublich. Ich war nicht mehr ich selbst. Jeder hat´s gemerkt:
34
 
Auf Josef ist verlass, was man ihm aufträgt wird zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Mein Chef konnte sich total auf mich verlassen. Alles lief perfekt, so kannte ich mich selbst nicht. Das muss Gott sein, Gott kümmert sich um mich. Jeder hat´s gesehen. Die Auswirkungen waren unübersehbar. Auch die Auswirkung auf meine Umgebung. Alles begann zu blühen und zu gedeihen. Ich war beliebt. Ich machte richtig Kariere, obwohl ich ein Sklave bin. Ganz alleine in einem fremden Land und doch nicht allein - Gott ist spürbar gegenwärtig, er hat mir dies alles ermöglicht!
36
 
Und trotzdem ist es passiert. Eines Tages. Für mich völlig unverständlich. Ich wurde wie ein Schwerverbrecher behandelt und für X Jahre ins Gefängnis geworfen. So hat´s angefangen
37
 
Sie wollte mich besitzen, mich beherrschen, - die Frau meines Chefs. Warum nur? Schlaf mit mir, hat sie gesagt. Täglich hat sie mich bedrängt. Ich konnte nicht, ich hab wiederstanden.
38
 
Eines Tages, wir waren ganz alleine im Haus, da hat sie mich am Mantel gefasst. Ich bin ausgerissen. Den Mantel habe ich zurückgelassen.
39
 
Ihrem Mann hat sie am Abend erzählt, ich wäre aufdringlich geworden.
40
 
Man hat mich ins Gefängnis geworfen. Ich war wieder ganz alleine. Doch nein. Gott ist da. Auch die Gefängnismauern können ihn nicht zurückhalten. Ich wurde versorgt, mir fehlte es an nichts. Schon komisch, bin im Gefängnis und mir geht's wirklich gut. Nach einer Weile hat mich der Gefängnis Oberaufseher persönlich kennengelernt. Er achtete mich, er respektierte mich - obwohl ich sein Gefangener bin. Kein Zufall Gott war am Werk. Der Aufseher hat mir nach und nach verschiedene Aufgaben anvertraut. Ich hatte freien Zugang zu allen Gefangenen. Die Stimmung im Gefängnis hat sich total positiv verändert. Die Menschen haben genau gemerkt, es ist etwas passiert. Gott hat hier angefangen zu wirken.
42
 
Eines Tages kamen zwei neue. Der Mundschenk und der Bäcker des Pharao. Zwei Beamte des mächtigsten Mannes in Ägypten. Ich hab sie versorgt. Eines Morgens, ich bin in ihre Zelle gekommen. Sie waren sehr niedergeschlagen. Beide hatten geträumt, sie waren sehr unruhig. Wenn Träume eine Bedeutung haben, nur Gott weiß sie.
44
 
Ich bat die beiden von ihren Träumen zu berichten. Ich wusste von Gott, was die Träume bedeuteten. Und konnte sie ihnen erklären. Tatsächlich alles kam genau so wie vorhergesagt. Der Pharao hatte Geburtstag. Er gab ein großes Fest für seine Hofbeamten und ließ den Mundschenk und den obersten Bäcker aus dem Gefängnis holen. Den Mundschenk setzte er wieder in sein Amt ein. Ihm ging es wieder gut, er war ja wieder frei. Er dachte nicht mehr ans Gefängnis. Mich hat er einfach vergessen.
46
 
Sprecher:  Und nach zwei Jahren hatte der Pharao einen Traum,
47
 
er stünde am Nil und sähe aus dem Wasser steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im Grase. Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser aufsteigen; die waren häßlich und mager und traten neben die Kühe am Ufer des Nils. Und die häßlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe.
49
 
Da erwachte der Pharao. Und er schlief wieder ein, und ihm träumte abermals,
51
 
und er sah, daß sieben Ähren aus einem Halm wuchsen, voll und dick. Danach sah er sieben dünne Ähren aufgehen, die waren vom Ostwind versengt. Und die sieben mageren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte der Pharao und merkte, daß es ein Traum war. Und als es Morgen wurde, war sein Geist bekümmert,
57
 
und er schickte aus und ließ rufen aalle Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und erzählte ihnen seine Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten konnte.
62
 
Da redete der oberste Schenk zum Pharao und sprach: Ich muß heute an meine Sünden denken: Als der Pharao zornig wurde über seine Knechte und mich mit dem obersten Bäcker ins Gefängnis legte in des Amtmanns Hause, da träumte uns beiden in einer Nacht einem jeden sein Traum, dessen Deutung ihn betraf. Da war bei uns ein hebräischer Jüngling, des Amtmanns Knecht, dem erzählten wir's. Und er deutete uns unsere Träume, einem jeden nach seinem Traum. Und wie er uns deutete, so ist's gekommen; denn ich bin wieder in mein Amt gesetzt, aber jener wurde aufgehängt. Da sandte der Pharao hin und ließ Josef rufen, und sie ließen ihn eilends aus dem Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere Kleider an
64
 
und kam hinein zum Pharao.
66
 
Pharao: Letzte Nacht hatte ich einen Traum! Und keiner kann ihn deuten. Aber ich habe erfahren, dass du Träume auslegen kannst, sofort nachdem du sie gehört hast!
Josef: Ich selbst kann das nicht, aber ich bin mir sicher, Gott wird dir etwas Gutes ankündigen!
72
 
Pharao: "In meinem Traum stand ich am Nilufer. Da stiegen sieben schöne, dicke Kühe aus dem Fluß. Sie weideten im Ufergras. Nach ihnen kamen sieben häßliche Kühe aus dem Nil. Sie waren dürr und abgemagert - noch nie habe ich in Ägypten so häßliche Kühe gesehen! Die mageren fraßen die dicken auf, aber hinterher sahen sie noch genauso dünn aus! Ich wachte auf, dann schlief ich wieder ein
73
 
und träumte, daß an einem Halm sieben volle, reife Ähren wuchsen. Danach wuchsen sieben kümmerliche heran, vom heißen Wüstenwind verdorrt. Sie verschlangen die sieben vollen Ähren. Ich erzählte alles meinen Wahrsagern, aber keiner wußte eine Deutung."
74
 
Josef: "Beide Träume bedeuten dasselbe" "Gott sagt dir, was er vorhat: Sowohl die sieben dicken Kühe als auch die sieben vollen Ähren bedeuten sieben Jahre, in denen es eine überreiche Ernte gibt. Die sieben mageren Kühe und die sieben verdorrten Ähren bedeuten sieben Jahre Mißernte und Hunger. Gott läßt dich wissen, was er tun will: In den nächsten sieben Jahren wird es in ganz Ägypten mehr als genug zu essen geben. Aber danach kommen sieben Jahre Hungersnot. Dann ist der Überfluß schnell vergessen, der Hunger wird das Land auszehren. Daß du sogar zwei Träume hattest, zeigt dir: Gott hat dies fest beschlossen! Darum empfehle ich dir, einen klugen Mann zu suchen, der fähig ist, ganz Ägypten zu regieren. Setz noch weitere Verwalter ein, die in den fruchtbaren Jahren ein Fünftel der Ernte als Steuern erheben. Den Ertrag sollen sie in den Städten in Kornspeichern sammeln, damit er dir zur Verfügung steht. So haben wir genug Vorrat für die sieben dürren Jahre und müssen nicht verhungern."
Pharao: Das muss es sein, das ist wirklich die Bedeutung meines Traumes. Wir finden für diese Aufgabe keinen besseren Mann als Dich. Denn du kennst Gott und in Dir wohnt Gottes Geist!
76
 
"Gott hat dir dies gezeigt, darum bist du der Klügste und für diese Aufgabe am besten geeignet. Meine Hofbeamten und das ganze Volk sollen auf dein Wort hören, nur ich selbst stehe noch über dir.
77
 
Hiermit - Pharao steckt Josef den Siegelring an - ernenne ich dich zu meinem Stellvertreter, der über ganz Ägypten herrscht!" "Ich bin der König und ich bestimme, daß ohne deine Einwilligung niemand etwas unternehmen darf!"
78
 
Josef: Ab heute nennt mich der König: "Gott lebt, und er redet!" Und das was Gott redet stimmt und tritt ein. Das siebte Jahr in Folge haben wir nun eine Rekordernte nach der anderen. Wir haben die grössten Schwierigkeiten alle Lebensmittel unterzubringen. Wir haben Überfluss in jeder Hinsicht.Ich heiratete, und inzwischen habe ich eine richtige Familie, Gott hat mir 2 Söhne geschenkt. Obwohl ich hier eigentlich ein Ausländer bin fühle ich mich jetzt hier in Ägypten wie zuhause. Gott hat für mich gesorgt. Und tatsächlich nach den sieben überreichen Jahren blieb die Ernte aus. Es war nichts zu machen. Die Menschen fingen an zu klagen und zu jammern. Keine Besserung ist in Sicht. Die Existenz des ganzen Landes kam in Gefahr. Ich konnte beginnen unsere gesammelten Vorräte zu verkaufen. Wir haben Gottes Auftrag ausgeführt und müssen nun nicht elendig verhungern. Die Menschen strömten von überall herbei, aus aller Herren Länder und kauften bei mir Getreide. Noch immer nennt man mich: "Gott lebt, und er redet!"
80