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Josef, die Träume des Pharao |
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Josef: |
Mein Name ist Josef, Ich hab das schnell raus gehabt,
wie ich mit meinem alten Vater umzugehen habe. Meine Geschwister sind
alle älter als ich. Sie konnten alle gut zupacken. |
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Meistens waren sie mit unseren Schafen u. Ziegen
wochenlang weit weg von Zuhause unterwegs. |
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Ich hab mir´s zuhause immer gut gehen lassen. Schönes
Taschengeld, beste Verpflegung, beste Klamotten - kurz, man konnte es
auch ohne zu arbeiten ganz gut aushalten. Meine Brüder waren darum
nicht gerade gut auf mich zu sprechen. Eine gute Phantasie hatte ich
schon immer. Doch in einer Nacht hatte ich einen Traum: |
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"Wir waren auf dem Feld und banden das Getreide
in Garben zusammen. Da richtete meine sich auf und blieb aufrecht
stehen. Die meiner Brüder dagegen bildeten einen Kreis darum und
verbeugten sich tief vor meiner Garbe." Bald darauf hatte ich einen
zweiten Traum |
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"Ich sah, wie die Sonne, der Mond und elf Sterne
sich tief vor mir verbeugten" Klar: ich bin was besonderes. Als ich
dies meiner Familie erzählte waren die voll begeistert: Was willst
du? Dich als König über uns aufspielen? - Sie hassten mich
alle dafür. |
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Meine Brüder waren gerade mal wieder nicht
zuhause. Ist ja klar ganz von alleine läuft unser
Landwirtschaftlicher-Betrieb auch nicht. Da ruft mich mein Vater: Geh
und schau nach deinen Brüdern. Berichte mir wie es ihnen geht.
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Gut, ich hab mich auf den Weg gemacht. Irgendwann hab
ich sie dann auch gefunden. |
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Doch was war das! Kein freundlicher Empfang, wortlos
haben sie mich alle miteinander gepackt und in einen tiefen
ausgetrockneten Brunnen geworfen. Sie wollten mich los werden, lieber
tot als lebendig. An Flucht war nicht zu denken. |
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Am nächsten Tag haben sie mich an vorbeiziehende
Händler verkauft. Gefesselt u. geknebelt. |
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Halb tot bin ich in Ägypten angekommen. Ein Mann
namens Potifar hat mich für Geld gekauft. Nun war ich ein Sklave.
Er war ein Beamter des Pharao. |
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Ich musste für ihn arbeiten, bekam dafür
essen, Kleidung und ein Bett. Arbeiten - eigentlich ein Fremdwort für
mich. Es hat geklappt, wie von Geisterhand. Alles was ich zu erledigen
hatte ging fast ganz von alleine. Unglaublich. Ich war nicht mehr ich
selbst. Jeder hat´s gemerkt: |
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Auf Josef ist verlass, was man ihm aufträgt wird
zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Mein Chef konnte sich total auf
mich verlassen. Alles lief perfekt, so kannte ich mich selbst nicht. Das
muss Gott sein, Gott kümmert sich um mich. Jeder hat´s
gesehen. Die Auswirkungen waren unübersehbar. Auch die Auswirkung
auf meine Umgebung. Alles begann zu blühen und zu gedeihen. Ich war
beliebt. Ich machte richtig Kariere, obwohl ich ein Sklave bin. Ganz
alleine in einem fremden Land und doch nicht allein - Gott ist spürbar
gegenwärtig, er hat mir dies alles ermöglicht! |
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Und trotzdem ist es passiert. Eines Tages. Für
mich völlig unverständlich. Ich wurde wie ein Schwerverbrecher
behandelt und für X Jahre ins Gefängnis geworfen. So hat´s
angefangen |
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Sie wollte mich besitzen, mich beherrschen, - die Frau
meines Chefs. Warum nur? Schlaf mit mir, hat sie gesagt. Täglich
hat sie mich bedrängt. Ich konnte nicht, ich hab wiederstanden.
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Eines Tages, wir waren ganz alleine im Haus, da hat
sie mich am Mantel gefasst. Ich bin ausgerissen. Den Mantel habe ich zurückgelassen. |
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Ihrem Mann hat sie am Abend erzählt, ich wäre
aufdringlich geworden. |
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Man hat mich ins Gefängnis geworfen. Ich war
wieder ganz alleine. Doch nein. Gott ist da. Auch die Gefängnismauern
können ihn nicht zurückhalten. Ich wurde versorgt, mir fehlte
es an nichts. Schon komisch, bin im Gefängnis und mir geht's
wirklich gut. Nach einer Weile hat mich der Gefängnis Oberaufseher
persönlich kennengelernt. Er achtete mich, er respektierte mich -
obwohl ich sein Gefangener bin. Kein Zufall Gott war am Werk. Der
Aufseher hat mir nach und nach verschiedene Aufgaben anvertraut. Ich
hatte freien Zugang zu allen Gefangenen. Die Stimmung im Gefängnis
hat sich total positiv verändert. Die Menschen haben genau gemerkt,
es ist etwas passiert. Gott hat hier angefangen zu wirken. |
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Eines Tages kamen zwei neue. Der Mundschenk und der Bäcker
des Pharao. Zwei Beamte des mächtigsten Mannes in Ägypten. Ich
hab sie versorgt. Eines Morgens, ich bin in ihre Zelle gekommen. Sie
waren sehr niedergeschlagen. Beide hatten geträumt, sie waren sehr
unruhig. Wenn Träume eine Bedeutung haben, nur Gott weiß sie.
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Ich bat die beiden von ihren Träumen zu
berichten. Ich wusste von Gott, was die Träume bedeuteten. Und
konnte sie ihnen erklären. Tatsächlich alles kam genau so wie
vorhergesagt. Der Pharao hatte Geburtstag. Er gab ein großes Fest
für seine Hofbeamten und ließ den Mundschenk und den obersten
Bäcker aus dem Gefängnis holen. Den Mundschenk setzte er
wieder in sein Amt ein. Ihm ging es wieder gut, er war ja wieder frei.
Er dachte nicht mehr ans Gefängnis. Mich hat er einfach vergessen.
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Sprecher: |
Und nach zwei Jahren hatte der Pharao einen Traum, |
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er stünde am Nil und sähe aus dem Wasser
steigen sieben schöne, fette Kühe; die gingen auf der Weide im
Grase. Nach diesen sah er andere sieben Kühe aus dem Wasser
aufsteigen; die waren häßlich und mager und traten neben die
Kühe am Ufer des Nils. Und die häßlichen und mageren fraßen
die sieben schönen, fetten Kühe. |
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Da erwachte der Pharao. Und er schlief wieder ein, und
ihm träumte abermals, |
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und er sah, daß sieben Ähren aus einem Halm
wuchsen, voll und dick. Danach sah er sieben dünne Ähren
aufgehen, die waren vom Ostwind versengt. Und die sieben mageren Ähren
verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte der
Pharao und merkte, daß es ein Traum war. Und als es Morgen wurde,
war sein Geist bekümmert, |
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und er schickte aus und ließ rufen aalle
Wahrsager in Ägypten und alle Weisen und erzählte ihnen seine
Träume. Aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten konnte. |
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Da redete der oberste Schenk zum Pharao und sprach:
Ich muß heute an meine Sünden denken: Als der Pharao zornig
wurde über seine Knechte und mich mit dem obersten Bäcker ins
Gefängnis legte in des Amtmanns Hause, da träumte uns beiden
in einer Nacht einem jeden sein Traum, dessen Deutung ihn betraf. Da war
bei uns ein hebräischer Jüngling, des Amtmanns Knecht, dem erzählten
wir's. Und er deutete uns unsere Träume, einem jeden nach seinem
Traum. Und wie er uns deutete, so ist's gekommen; denn ich bin wieder in
mein Amt gesetzt, aber jener wurde aufgehängt. Da sandte der Pharao
hin und ließ Josef rufen, und sie ließen ihn eilends aus dem
Gefängnis. Und er ließ sich scheren und zog andere Kleider an
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und kam hinein zum Pharao. |
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Pharao: |
Letzte Nacht hatte ich einen Traum! Und keiner kann
ihn deuten. Aber ich habe erfahren, dass du Träume auslegen kannst,
sofort nachdem du sie gehört hast! |
| Josef: |
Ich selbst kann das nicht, aber ich bin mir sicher,
Gott wird dir etwas Gutes ankündigen! |
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Pharao: |
"In meinem Traum stand ich am Nilufer. Da stiegen
sieben schöne, dicke Kühe aus dem Fluß. Sie weideten im
Ufergras. Nach ihnen kamen sieben häßliche Kühe aus dem
Nil. Sie waren dürr und abgemagert - noch nie habe ich in Ägypten
so häßliche Kühe gesehen! Die mageren fraßen die
dicken auf, aber hinterher sahen sie noch genauso dünn aus! Ich
wachte auf, dann schlief ich wieder ein |
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und träumte, daß an einem Halm sieben
volle, reife Ähren wuchsen. Danach wuchsen sieben kümmerliche
heran, vom heißen Wüstenwind verdorrt. Sie verschlangen die
sieben vollen Ähren. Ich erzählte alles meinen Wahrsagern,
aber keiner wußte eine Deutung." |
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Josef: |
"Beide Träume bedeuten dasselbe" "Gott
sagt dir, was er vorhat: Sowohl die sieben dicken Kühe als auch die
sieben vollen Ähren bedeuten sieben Jahre, in denen es eine überreiche
Ernte gibt. Die sieben mageren Kühe und die sieben verdorrten Ähren
bedeuten sieben Jahre Mißernte und Hunger. Gott läßt
dich wissen, was er tun will: In den nächsten sieben Jahren wird es
in ganz Ägypten mehr als genug zu essen geben. Aber danach kommen
sieben Jahre Hungersnot. Dann ist der Überfluß schnell
vergessen, der Hunger wird das Land auszehren. Daß du sogar zwei
Träume hattest, zeigt dir: Gott hat dies fest beschlossen! Darum
empfehle ich dir, einen klugen Mann zu suchen, der fähig ist, ganz Ägypten
zu regieren. Setz noch weitere Verwalter ein, die in den fruchtbaren
Jahren ein Fünftel der Ernte als Steuern erheben. Den Ertrag sollen
sie in den Städten in Kornspeichern sammeln, damit er dir zur Verfügung
steht. So haben wir genug Vorrat für die sieben dürren Jahre
und müssen nicht verhungern." |
| Pharao: |
Das muss es sein, das ist wirklich die Bedeutung
meines Traumes. Wir finden für diese Aufgabe keinen besseren Mann
als Dich. Denn du kennst Gott und in Dir wohnt Gottes Geist! |
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"Gott hat dir dies gezeigt, darum bist du der Klügste
und für diese Aufgabe am besten geeignet. Meine Hofbeamten und das
ganze Volk sollen auf dein Wort hören, nur ich selbst stehe noch über
dir. |
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Hiermit - Pharao steckt Josef den Siegelring an -
ernenne ich dich zu meinem Stellvertreter, der über ganz Ägypten
herrscht!" "Ich bin der König und ich bestimme, daß
ohne deine Einwilligung niemand etwas unternehmen darf!" |
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Josef: |
Ab heute nennt mich der König: "Gott lebt,
und er redet!" Und das was Gott redet stimmt und tritt ein. Das
siebte Jahr in Folge haben wir nun eine Rekordernte nach der anderen.
Wir haben die grössten Schwierigkeiten alle Lebensmittel
unterzubringen. Wir haben Überfluss in jeder Hinsicht.Ich
heiratete, und inzwischen habe ich eine richtige Familie, Gott hat mir 2
Söhne geschenkt. Obwohl ich hier eigentlich ein Ausländer bin
fühle ich mich jetzt hier in Ägypten wie zuhause. Gott hat für
mich gesorgt. Und tatsächlich nach den sieben überreichen
Jahren blieb die Ernte aus. Es war nichts zu machen. Die Menschen fingen
an zu klagen und zu jammern. Keine Besserung ist in Sicht. Die Existenz
des ganzen Landes kam in Gefahr. Ich konnte beginnen unsere gesammelten
Vorräte zu verkaufen. Wir haben Gottes Auftrag ausgeführt und
müssen nun nicht elendig verhungern. Die Menschen strömten von
überall herbei, aus aller Herren Länder und kauften bei mir
Getreide. Noch immer nennt man mich: "Gott lebt, und er redet!" |
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