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Bosselfreunde betreiben seit vier Jahren ihren Sport: Der Handwagendarf nicht fehlen
UMSCHAU 7. Februar 2001
Es ist bitterkalt beim vorletzten Zusammentreffen der Boßelfreunde auf dem Möller-Hof an der Schmalfelder Straße 23. Da geht der eine oder andere noch einmal los, um sich einen zusätzlichen Pullover
oder eine wärmere Jacke anzuziehen. Auch die "Aufwärmer" nützen nicht viel beim Warten auf die noch ausstehenden Bosselfreunde. Elf Männer kommen schließlich zusammen, die mehrere Stunden
lang durch die Feldmark ziehen wollen, um ihrem Lieblingssport nachzugehen - just for fun, wie Initiator Bernd Heeren der UMSCHAU erzählte. Auf der rund fünf Kilometer langen Strecke werden die
Sportfreunde von Bea, einem Berner Sennehund und Nico, einer ballfreudigen Dackelmischung begleitet. Fehlen darf natürlich auch nicht der eigens für dieses Wintervergnügen - das bekanntlich an der
Küste zuhause ist - der Handwagen. Auf ihm werden nicht nur die drei hölzernen Bosselkugeln in den Farben rot, gelb und weiß mitgeführt, sondern auch die Marschverpflegung: bestehend aus Brötchen,
Wurst,
Frikadellen und Getränken aller Art. In dieser Saison obliegt Georg Schättiger und Thomas Jarck die Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Man trifft sich
einmal monatlich von Oktober bis März. Während das normale Boßeln reine Männersache ist, stellt sich das Anbosseln im Herbst als Familienbosseln dar, an dem auch Frauen und Kinder
teilnehmen. Trafen im Herbst 1997 erstmals acht Männer zum Boßeln zusammen, so stieg die Anzahl der Teilnehmer im Laufe der Jahre auf 18 Sportsfreunde an.
Das Boßeln ist eine Mannschaftssportart, bei der es darum gehe, eine bestimmte Strecke mit möglichst wenig Würfen der Kugel zurückzulegen, erfuhr die UMSCHAU von
Georg Schältiger. Die Strecke führe über Feld- und Wirtschaftswege. Pro Kilometer sei mit einer Bosselstrecke von zirka einer Stunde zu rechnen. Jede Mannschaft muß vor dem Start einen Kapitän
benennen, der sich bei Unklarheiten an den Schiedsrichter zu wenden hat. Die Boßelkugel ist nach genau
festgelegten Regeln zu werfen. Dabei wird sie immer von dem Punkt aus weitergespielt, wo sie beim letzten
Wurf liegen geblieben ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie im Gebüsch, in einem mit Wasser gefüllten
Straßengraben oder sogar in einem Kuhfladen gelandet ist. Schließlich gebe es für derartige Fälle ja
Handschuhe, so Schättiger schmunzelnd. Weil die Boßelkugel zu derartigen "Ausreißern" neigt, wird diese
Sportart nur im Winterhalbjahr betrieben; denn im tiefen Gras und bei dichtem Laubbewuchs wäre sie nur
schwerlich wiederzufinden. Im Anschluß an einen Bosselnachmittag kehren die Sportsfreunde meist noch
irgendwo ein. Diesmal soll es wieder einmal Schümanns Gasthof sein. Hier wird der Schiedsrichter dann auch die Siegermannschaft bekannt geben: |
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Winterliches
Boßelturnier
(ging) Nordexpress 12.2
Der Verein „Alte Säcke" hat beim Boßelturnier in Lentföhrden nur den dritten Rang und damit den letzten Platz erreicht, aber es war ohne Zweifel die fröhlichste Mannschaft unter den
Kugelsportlern.
Sie traten in ihren Ehrenkleid, dem alten, handgenähten Sack an,
wozu der Zylinder oder der chapeau claque natürlich bestens passten. Aber vielleicht führte der oftmalige Aufenthalt an den mitgeführten Bollerwagen zu den beeinträchtigten sportlichen
Leistungen. Den hier wurden Tee mit Schuss, Glühwein, Bier und diverse Schnäpse mitgeführt. Im Alter über Sechzig können diese hochprozentigen Genüsse die Fitness mindern.
Sieger der Vier-Kilometer-Tour bei Frost und Schnee wurde die achtköpfige blaue Gruppe, die die Roten um einen einzigen Punkt
knapp geschlagen hat. Mit Politik hat diese Farbgebung jedoch nichts zu tun. Hier war die Farbe der Kugel ausschlaggebend.
Die „alten Säcke" Holger und Alfred, Rio und Jürgen, Hans, Norman, Günther, Erwin, Ewald und wie sie sonst
noch hießen, haben hart gekämpft, wurden nicht von Frauen in ihrem sportlichen Drang beeinflusst und haben auch keinen Flurschaden angerichtet.
Die Auswertung der winterlichen Aktion war schwierig und hat in Schümanns Bierlokal ziemlich lange gedauert. Alle beteiligten Sportler nahmen das mit gelassener Ruhe hin. |
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