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Vogelspinnengifte
Wenn jemand sich mit mir über mein Hobby Vogelspinnen unterhält, kommt eigentlich bei jeder
Person irgendwann einmal die Frage auf: "Ist das Gift von Vogelspinnen eigentlich für einen
Menschen gefährlich?" Ich kann diese Frage nur mit einem klaren "NEIN" beantworten. Natürlich
nur, solange man kein Allergiker ist, aber in diesem Fall könnte selbst ein Bienenstich, der
mit einem Biss einer Vogelspinne zu vergleichen ist, für einen Allergiker lebensbedrohlich sein.
Das Gift einer Vogelspinne ist gerade einmal stark genug um ein größeres Beuteier, wie z.B.
eine Maus, zu töten. Doch es gibt auch für Menschen sehr unangenehme Folgen mitsichbringende
Vogelspinnengifte. Solch ein Gift besitzen z.B. Tiere der Gattung Poecilotheria. So kann das
Gift, bei der gebissenen Person, eine Blutvergiftung, Schwindelgefühle, Fieber und Schüttelfrost
zur Folge haben.

Eine Aphonopelma seemani in Abwehrstellung.
Verteidigung mit "Bombardieren"
Die meisten amerkanischen, bodenbewohnenden Vogelspinnen verteidigen sich in der Natur, wie auch
im Terrarium mit dem Bombardieren. Dafür streifen sie mit ihrem letzten Beinpaar spezielle
Brennhaare ab und schleudern diese dann mit schnellen Bewegungen der hintersten Beine dem
Angreifer, oder in unserem Falle dem Vogelspinnenhalter, entgegen. Die Brennhaare lösen auf
die Haut getroffen einen verschieden starken Juckreiz aus. Teilweise kann durch die Brennhaare
ein starker, tagelang anhaltender Ausschlag hervorgerufen werden. Eingeatmet führen die Brennhaare
von einer A. geniculata z.B zu einem starken Hustenreiz, der jedoch nicht allzu lange andauert.

Die Chelizerenklauen einer T. blondi können eine Länge von bis zu 2,5 cm ereichen.
Verteidigung mit Giftbiss
Viele bodenbewohnende Vogelspinnen verteidigen sich auch durch den Giftbiss. Bei einer Störung
oder bei einer Bedrohung stellen sich diese Vogelspinnen meist zuerst in eine deutlich erkennbare
Angriffs- bzw. Abwehrstellung. Dabei stellen sie sich auf die zwei hinteren Beinpaare, strecken
die Taster und die vorderen Beinpaare in die Luft und spreizen ihre Chelizerenklauen ab. Teilweise
verteidigen sich auch solche Vogelspinnen mit dem Giftbiss, die eigentlich zur Gattung der
bombardierenden Spinnen gehören. Ein Beispiel dafür ist die Aphonopelma seemani, die bei geringer
Störung schon agressivst reagiert und gleich in Abwehrstellung geht.

Eine weibliche Theraphosa blondi in Abwehrstellung.
Verteidigung mit Spritzen von Kot
Einige baumbewohnende Vogelspinnenarten haben noch eine andere Art der Verteidigung auf Lager.
Wenn sie sich bedroht fühlen spritzen sie ihrem Angreifer mit aufgerichtetem Hinterleib einen
flüssigen Strahl Kot entgegen. Dieser Strahl Kot wird dem Angreifer (oder dem Besitzer der
Vogelspinne) immer möglichst in das Gesicht und in die Augen gespritzt. In den Augen kann dieser
Kot ein Brennen, Jucken und im schlimmsten Fall eine Augenentzündung hervorrufen. Jedoch sind
diese Baumbewohnenden Vogelspinnen meist sehr friedlich und verteidigen sich so nur in Ausnahmefällen.
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