|
|
| |
Die Frage: Schriftzüge und Logos mit Cinema4D erstellen |
 |
| |
Hi, ich mach es kurz, hab da nämlich eine große Bitte. Könntest du evtl. ein Tutorial erstellen, wie man eine 3D Schrift erstellt mit einem metallischen Orange als Material. Ich weiß, dass da nichts Schweres bei ist, mich interessiert es aber, wie man das Ganze so hinbekommt, dass die 3D Schrift nicht so Kantig aussieht.
Was auch noch wichtig ist, wie ich die Spiegelung ohne Boden und Himmel hinbekomme und das ganze Bild dann Transparent um die Schrift rum ist, so dass es ein Leichtes ist, das Ganze mit Photoshop nachzubearbeiten.
Habe schon etliche Seiten durchsucht, aber nichts gefunden, was das alles realisiert und da ich gelesen habe, dass du die Tutorials Online gestellt hast, da dich schon öfters jemand drum gebeten hat, ihm/ihr zu helfen...
Deniz... am 11.03.05 per Mail |
| |
Die Antwort: Schriften werden in Cinema4D mit extrude-Nurbs realisiert |
 |
| |
Im Grunde ist die Lösung des Text-Problems relativ einfach. Der Text wird in einen extrude-Nurbs-Container gelegt. Dessen Attribute lassen sich dann bequem im Attributemanager einstellen. Damit das ganze auch schön nach Chrome aussieht, benötigen wir eine Spiegelung. Die Spiegelungen jedoch lassen sich auf mehrere Arten lösen. Entweder verwenden wir ein Himmelobjekt oder über wir nutzen die Umgebungstextur im Materialmanager. Und genau das werden wir hier tun.
Fehlt nur noch das automatische freistellen, das wird bequem über einen Alpha-Kanal erledigt, den Cinema4D beim rendern in die Datei schreibt. |
| |
Schriftzüge und Logos mit Cinema4D - 1. Die Schrift |
 |
| |
Als erstes benötigen wir einen Text. Diesen platzieren wir mit dem Text-Tool auf der Arbeitsfläche von Cinema4D. Damit der Text nicht nur als Spline, bzw. nach dem Rendering gar nicht zu sehen ist, müssen wir dem Text Tiefe verleihen. Dazu wird das Text-Spline unterhalb des Nurbs-Containers abgelegt. Im Attribute-Managers des Extrude-Nurbs können wir dann die Tiefe festlegen. Dies ist die Ausdehnung in z-Richtung und somit
das dritte Eingabefeld unter dem Pukt "Objekt". Der Standartwert beträgt hier 20m. Nun verändern wir unter dem Punkt Deckflächen noch die Werte für Start und Ende. Die Pull-Downmenüs setzen wir auf "Deckflächen und Rundung". Runde flächen machen das Chrome etwas plastischer.
|
| |
Schriftzüge und Logos mit Cinema4D - 2. Das Material |
 |
| |
Als nächstes müssen wir uns klar werden, wie sich Chrome eigentlich zusammensetzt. Welche Farbe hat Chrome eigentlich? Um das rauszukriegen, ist es am besten, sich einen entsprechenden Gegenstand zu suchen und genauer anzusehen.
Nun hatte ich das Glück, neulich Fotos von einem Badezimmer gemacht zu haben. Sehen wir uns das Bild einmal genau an. Ist Chrome grau?
Genaugenommen ist Chrome farblos und wirkt wie ein Spiegel. Und genau dieses Material werden wir nun im Materialmanager einstellen. Dafür deaktiveren wir als erstes den Farbkanal. Da die Badarmaturen, die uns hier nun als Vorlage dienen, an den Kanten Glanzlichter haben (das sind die hellen, nahezu weißen Flächen), stellen wir hierfür ein schmales aber hohes Glanzlicht ein. Ich habe hierfür eine Breite von 17% gewählt und die Höhe auf 67% heraufgesetzt. Am besten ist natürlich ausprobieren. Wer mag, kann das Ergebnis nun schon einmal Proberendern,
wird aber sicherlich enttäuscht
werden, denn wir haben noch etwas wichtiges vergessen.
Unser Wunschmaterial spiegelt die Umgebung wieder! Aus diesem Grunde setzen wir die Spiegelung auf einen Prozentsatz von 90% - 100%. Mit dieser Einstellung wirkt das Objekt wie ein perfekter Spiegel und würde alle anderen Objekte, seine eigenen Buchstaben und auch den Himmel der Szene wiederspiegeln.
Da wir aber noch keinen Himmel oder irgendwelche anderen Objekte in der Szene haben, werden wir uns eines kleinen Tricks bedienen. Statt
eines Himmels werden wir den Umgebungskanal des Materials nutzen. |
| |
Schriftzüge und Logos mit Cinema4D - 3. Die Umgebung |
 |
| |
Da wir, wie schon erwähnt, keinen Himmel in der Szene haben, nutzen wir die Gelegenheit, die Spiegelungen mit dem Umgebungskanal des Materials zu simulieren. Hierfür wählen wir einfach die Rubrik "Umgebung" und laden in den Kanal ein Bild hinein. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich für Chrome-Materialien, oder auch Quecksilber, ganz besonders schwarz-weisse Bilder eignen. Hierfür habe
ich in Photoshop aus einem Farbfoto ein Graustufenbild erstellt. Das Motiv ist hierbei relativ egal. Zur Demonstration habe ich das linksstehende Bild verwendet, das in dieser Form als Umgebungskanal dient. Das Bild ist zwar sehr klein, genügt aber zur Demonstration.
Außerdem ist das Bild in der Download-Datei enthalten und da das Bild nur der Veranschauung dienen soll, und natürlich in euren Projekten durch andere ausgetauscht werden wird, liegt mein Hauptaugemerk auf einem schnellen Download. Das erfreut sicherlich gerade die ISDN-Nutzer. Das Wasserzeichen ist in dem Bild, da ich bereits Bilder von mir ohne vorherige Genehmigung bei eBay wiedergefunden habe und dies natrülich unterbinden möchte. Wer möchte darf meine Bilder nutzen, aber bitte nicht kommerziell und nur nach vorheriger (schriftlicher) Absprache/Genehmigung.
Doch zurück zum Projekt. Auf der rechten Seite seht Ihr die Einstellungen, die ich für die Vervollständigung des Chrome-Effektes verwendet habe. Die Helligkeit der Spiegelung lässt sich über den Schieber auf dem schwarz-weiss-Verlauf regulieren. Unter Intrepolation habe ich auf "Anti1" statt "Mip"(-mapping) gestellt. Dadurch wirkt die simulierte Umgebung etwas härter, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Sollten in der Szene mehrere Objekte vorhanden sein, bietet es sich an, die Spiegelung über das Himmelobjekt zu realisieren. Da wir aber nur einen Schriftzug rendern wollen, lässt sich der Umgebungskanal sehr gut nutzen.
Wer möchte kann nun Proberendern.
Mit diesen Einstellungen erhalten wir eine nahezu perfekte Spiegelung. Da dies in der Realität allerdings eher selten Auftritt, können mit dem Relief-Kanal noch Störungen und Unreinheiten in der Materialoberfläche erzeugt werden. Dies bietet sich aber nur an, wenn das zu rendernde Objekt nicht zu klein ist. Das macht das Vorhaben für unseren Text also überflüssig und würde nur unnötige Rechen- und Arbeitszeit vertrödeln. |
| |
Schriftzüge und Logos mit Cinema4D - 4. Das Rendering |
 |
| |
Nun wird es Zeit, den Schriftzug zu rendern, damit wir ihn zum Beispiel auf einer Webseite nutzen können. Da wir den Schriftzug nach dem Rendering nicht von Hand freistellen wollen, rendern wir das Bild mit einem integrierten Alpha-Kanal. Was das ist, wird gleich erklärt.
Für das Rendering öffnen wir die Rendereinstellungen und nehmen uns dort den Punkt "Speichern" vor. Dort setzen wir bei "Alpha-Kanal" ein Häkchen. Mit dem Menüpunkt "separater" Alpha-Kanal wird der Alpha-Kanl in eine separate Datei ausgelagert, was bei Videobearbeitung hilfreich sein kann, uns momentan aber nicht interessiert oder hilft. Jetzt noch einen Dateinamen eingeben. Wie zum Beispiel "Chrome-Schrift" und ein passendes Format wählen. Da das "Tif"- und "PSD"-Format (PSD=Photoshop) Alpha-Kanäle
unterstützen
und sehr gängig sind, wählen wir
eines der beiden Formate. Danach wählen wir die Auflösung. Für diesen Test begnüge ich mich mit einer Auflösung von 800x600 Pixeln bei 72DPI.
Unter "Allgemein" können nun noch die Einstellungen angepasst werden. Das Anti-Aliasing stellen wir für ein finales Rendering eigentlich immer auf "Bestes". Die Spiegelung ist auf Grund unserer Umgebungstextur nicht notwendig, wenn sich allerdings die einzelnen Buchstaben untereinander wiederspiegeln sollen, können wir die Einstellung auf "alle Objekte" belassen.
Jetzt wird gerendert. Das Ergebnis öffnen wir dann mit unserer favorisierten Bildbearbeitung. Ich für meine Fall nutze meist Photoshop.
|
| |
Schriftzüge und Logos mit Cinema4D - 5. Die Schrift freistellen |
 |
| |
Nach dem wir das Renderergebnis, in zum Beispiel Photoshop, geöffnet haben, können wir in der Palette "Kanäle" den Alpha-Kanal erkennen. (Die Kanalpalette lässt sich über "Fenster" > "Kanäle" einblenden).
Der Alpha-Kanal speichert in einem Pixel-Bild die Transparenzinformation zusätzlich
zu den Farbinformationen. Wir können uns das zunutze machen, in dem wir mit gedrückter "STRG"-Taste einfach auf den Alpha-Kanal klicken. Unser Schriftzug wird nun von einer Maske umgeben. Mit ausgewähltem Maskenwerkzeug (Taste "M") und einem rechten Mausklick innerhalb der Maske öffnen wir ein Kontextmenü. Dort wählen wir den Punkt "Ebene durch Kopie". Nun sind wir beinahe fertig!
Unser Schriftzug liegt nun einmal frei auf einer eigenen Ebene und ist einmal mit dem Hintergrund verbunden. Im letzte Schritt löschen wir die Ebene, die den Schriftzug und den Text enthält und erhalten einen freigestellten Schriftzug, den wir zum Beispiel auf einer Webseite einbinden können. Das ganze sieht dann ungefähr so aus:
Ich muss zugeben, ich habe hier mit nachschärfen ein wenig übertrieben und so lieblos auf eine Webseite platziert wirkt der Schriftzug natürlich nicht, aber das war ja auch nicht das Ziel dieses kleinen Workshops.
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig helfen, und bedanke mich für euer Interesse.
Das könnte euch noch interessieren:
Erstellung einer Laminat-Textur mit SLA sowie einer Silberkugel »
Die Cinema4D-Projekt-Datei herunterladen (36kB) »
|
|