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Der Dritte Golfkrieg

Irak 2003

- eine kurze Chronologie -

Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit, das zweite Opfer
jedes Krieges ist die Unschuld.
(Igar Man - Journalist)

Bereits seit langer Zeit bereiteten die USA einen Krieg gegen den Irak vor.
Bis September 2002 wurde das geplante militärische Vorgehen mit dem Argument begründet, der Irak verhindere die Prüfung seiner Waffenarsenale durch die UNO-Waffeninspektoren.
Nachdem der Irak gegenüber UNO-Generalsekretär Kofi Annan die bedingungslose Einwilligung zu UNO-Waffenkontrollen erklärte, änderte die US-Administration kurzerhand das Ziel: Nun sollte der irakische Präsident Saddam Hussein gestürzt werden.

Worum geht es wirklich?

Der US-Verteidigungsminister verteidigte am 15. September 2002 im US-Kongress den geplanten Präventivangriff der USA auf den Irak erneut: Es gelte `einen neuen 11. September zu verhindern` und `Mehr Beweise sind nicht erforderlich`: Der Irak müsse angegriffen werden.

Mitte Oktober 2002 disktuieren mehr als 60 Redner zwei Tage lang im UN-Sicherheitsrat über das weitere Vorgehen gegen den Irak. Darunter waren nur zwei, die die Position der Vereinigten Staaten unterstützten: die Botschafter Großbritanniens und Israels. Die anderen lehnten die kriegerischen Ambitionen der Bush-Regierung strikt ab, darunter auch Kuwait und Saudi-Arabien. So isoliert waren die USA noch nie.

Im Januar 2003 wird der Ton der Bush-Administration zunehmend härter. Mit scharfer Rhetorik attackiert US-Verteidigungsminister Rumsfeld das Anti-Kriegs-Bündnis der Deutschen und Franzosen: Sie repräsentierten das `alte Europa`, eine riesige Zahl anderer Länder dagegen würde einen Feldzug begrüßen. Rumsfeld: `Deutschland ist ein Problem, Frankreich ist ein Problem. Aber wenn Sie sich die riesige Zahl anderer Länder ansehen, so sind sie auf der Seite der USA und nicht Frankreichs und Deutschlands`. Welche Länder er damit meinte, sagte er allerdings nicht.

Ende Januar 2003 legen die Uno-Waffeninspekteure dem Uno-Sicherheitsrat einen umfassenden Bericht über ihre Waffenkontrollen in Irak vor. Der Bericht wirft zahlreiche Fragen nach dem Verbleib von Waffen auf, liefert aber keine Rechtfertigung für einen Militärschlag.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Baradei, erklärte, daß die UN-Inspekteure noch ein `paar Monate` brauchen, um sicher feststellen zu können, daß der Irak kein Atomwaffenprogramm mehr betreibt. Bisher seien dafür keine Anhaltspunkte gefunden worden.

Im Februar 2003 demonstrieren weltweit ca. 11 Millionen Menschen gegen die Kriegspläne der USA. In Berlin fand mit 500 000 Menschen die größte Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland statt. In den USA demonstrieren Hunderttausende, darunter allein in New York-City
500.000 und am Sonntag über 200.000 in San Francisco. In London demonstrierten über eine Million Menschen gegen einen Irak-Krieg. Es war die größte Demonstration der britischen Geschichte.

UN-Chefinspektor Hans Blix legt bei seinem Bericht im Weltsicherheitsrat im März 2003 dar, dass die Zusammenarbeit mit dem Irak Fortschritte macht. Die Arbeit im Irak sei nicht frei von Spannungen. Die Inspektoren könnten ihrer Arbeit inzwischen aber professionell im ganzen Land nachgehen.

Am 20. März 2003 beginnen die USA den Krieg gegen den Irak mit Bomben- und Cruise-Missile-Angriffen.

Das symbolische Ende einer Diktatur

Die US-Fernsehanstalten führen unterdessen einen Medienkrieg an der Heimatfront zur Unterstützung der Militärs. Die Zuschauer sind im Großen und Ganzen zufrieden. Die ersten Journalisten, die der Wahrheit zu nahe stehen, werden gefeuert. So entließ NBC den amerikanischen Kriegsreporter und Pulitzerpreisträger Peter Arnett, der aus Bagdad berichtet hatte, die US-Strategie sei wegen der überraschend starken Gegenwehr der Iraker fehlgeschlagen.

Auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln erklärt US-Präsident George W. Bush in der Nacht von Donnerstag (1. Mai) auf Freitag (2. Mai) den Irak-Krieg für beendet.

Am 3. Mai 2003 versammeln sich zum Internationalen Tag der Pressefreiheit 200 Mitglieder des Verbandes der UN-Journalisten in New York. Verbandsvorsitzender Toni Jankins kritisiert die Pressepolitik der US-Regierung während des Irak-Krieges. Eine freie Berichterstattung sei kaum möglich gewesen. Diejenigen, die als `embedded journalist` (zugelassene, geduldete Journalisten) mit den Truppen in den Irak eingedrungen waren, seien von den Militärs als Spielball benutzt worden. Aber auch die Journalisten in den USA bemühten sich zuwenig um die Wahrheitsfindung. Kritische Fragen bei Pressekonferenzen des US-Präsidenten oder seiner Minister seien sehr selten.

Die US-Regierung legt dem UN-Sicherheitsrat einen neuen Resolutionsentwurf vor.
Er räumt den Vereinten Nationen mehr Mitwirkungsrechte beim Wiederaufbau des Irak ein. Der Weltsicherheitsrat hebt daraufhin die Sanktionen gegen den Irak auf. Die Besatzungsmächte dürfen über die Rohstoffreserven des Irak verfügen. Die Vereinten Nationen erhalten ein Mitspracherecht beim Wiederaufbau des Landes.

Am 13. Juli 2003 wird der irakische Regierungsrat als ein vorübergehendes politisches Gremium vom amerikanischen Militärverwalter in Bagdad, Paul Bremer, eingesetzt und löste sich am 1. Juni 2004 durch Beschluss seiner Mitglieder vorzeitig auf. Anschließend wird am 28. Juni 2004 die Souveränität einer irakischen repräsentativen Übergangsregierung übertragen. Die Besatzungsmächte sollen aber vereinbarungsgemäß noch ein bis zwei Jahre im Irak stationiert bleiben.

Am 13. Dezember 2003 nahmen Streitkräfte der USA Saddam Hussein in einem Bauernhaus außerhalb der Stadt Tikrit gefangen.

Am 30. Januar 2005 wurden im Irak die ersten freien und allgemeinen Wahlen seit über 40 Jahren abgehalten. Nach der Wahl schlossen die beiden Wahlsieger, die Vereinigte Irakische Allianz und die Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans eine Regierungskoalition. Nach zähen Verhandlungen wurde die erste frei gewählte
irakische Regierung seit Saddam Hussein vereidigt.
Ministerpräsident ist der Schiit Ibrahim al-Dschafari, Präsidnet der Kurde Dschalal Talabani und Parlamentspräsident der Sunnit Hadschim al-Hasani.

Die beiden am häufigsten genannten Kriegsgründe gegen den Irak konnten bislang heute nicht belegt werden: der Besitz von Massenvernichtungswaffen durch den Irak und die Zusammenarbeit Saddam Husseins mit der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida .

Seit Ende des Krieges sind erheblich mehr US-Soldaten durch Terroranschläge von
Widerstandsgruppen umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor.

Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse 2002/2003. Wer mehr wissen will:

Auf der Seite
Der Irak und seine Geschichte
der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
erhaltet ihr ausführliche Informationen zum Thema!

 

Weitere Informationen und Hintergründe
in einem Buch von Norman Solomon und Reese Erlich,
mit denen Sean Penn seine Iran-Reise 2005 unternommen hat:

 

 

 

 

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