Dieser Artikel handelt im ersten Abschnitt davon, warum ich den heutigen Autowahn ablehne. Im zweiten Abschnitt geht es darum, wie es sich ohne Auto gut leben läßt. Im dritten Abschnitt beleuchte ich, wieso so viele Autofahrer trotzdem am Auto kleben. Im vierten Abschnitt beschreibe ich meinen persönlichen Umstieg.
Ein Auto macht frei, man kann jederzeit überall hin, man muß sich nicht um Fahrpläne kümmern. Eigentlich doch toll, oder? Nur auf den ersten Blick!
Das Auto macht nicht frei, sondern abhängig. Menschen, die ein eigenes Auto haben, gestalten nämlich nach und nach ihr Leben so, daß sie auf das Auto angewiesen sind. Das beginnt beim Verhältnis von Wohnort und Arbeitsplatz: Ohne ein Auto würde man sich gar nicht erst darauf einlassen, so zu wohnen, daß man ohne Auto seine Arbeit nicht in annehmbarer Zeit erreichen kann.
Man hört auch oftmals, daß man ja als Arbeitnehmer unglaublich mobil sein müsse. Mit anderen Worten, es wird also als selbstverständlich angesehen, daß man im Laufe seines Lebens eine sechsstellige Summe ausgibt, nur um zur Arbeit zu kommen. Und dann wundern die Leute sich, wenn sie sich kein eigenes Heim leisten können. Nein, es ist vielmehr so, daß der Autowahn derart normal ist, daß er geradezu erwartet wird! Das kommt daher, daß das Auto nicht etwa die Lösung für die Forderung nach Mobilität ist, sondern ganz im Gegenteil: Diese maßlosen Mobilitätsforderungen werden überhaupt erst durch den massenhaften Autowahn verursacht!
Tatsache ist, daß der Zeitaufwand für den Arbeitsweg ziemlich konstant bleibt, nämlich ungefähr eine Stunde pro einfachem Weg. Ein schnelleres Verkehrsmittel führt nur dazu, daß über die Jahre hinweg die Entfernung steigt und somit das Auto überhaupt erst das Mobilitätsbedürfnis erzeugt, das es zu lösen vorgibt. Ohne Auto würde man nämlich nicht in Hintertupfingen wohnen und in der 60km entfernten Großstadt arbeiten. Die hierdurch bewirkte Zersiedelung der Landschaft ist maßgeblich dem Auto zu verdanken.
Es geht weiter bei den Freizeitangeboten: Ohne Auto würde man sich nicht darauf einlassen, mehrmals die Woche in der Freizeit von Hintertupfingen nach Kleinposemuckel zum Fußballspielen zu fahren, oder zur Musikgruppe oder sonstwas. Das gilt übrigens gerade auch für Kinder, die dann keineswegs frei sind - sie sind voll aufs Mamataxi angewiesen. Mal eben eine Stunde länger bolzen, weil es gerade soviel Spaß macht - ist nicht, Mama wartet ja schon draußen. Freiheit? Nein, Zwang!
Überhaupt, die Kinder. Ohne mindestens ein Auto kann man ja gar keine Familie haben. Komischerweise ging das früher sogar sehr gut. Dann "brauchte" man wenigstens einen VW Käfer. Später mußte es dann schon wenigstens ein großer Kombi sein, und akuell geht ohne einen Kleinbus nichts mehr. Lächerlich!
Dann noch die Einbildung, mit dem Auto spare man ja ach soviel Zeit, weil man mit dem Bus ja länger brauche. Daß man aber einen erheblichen Teil seiner Arbeitszeit damit zubringt, das Geld fürs Auto zu verdienen, das wird übersehen. Der größte Kostenpunkt beim Auto ist nämlich nicht das Benzin, sondern die Anschaffung! Verzichtet man also auf das Auto, dann kann man entsprechend weniger arbeiten, bei entsprechend weniger Gehalt natürlich. Rechnet man das ein, so ist das Auto keineswegs so schnell, wie die Leute es glauben.
Dann hört man das Gemaule, daß ja die öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Lande so schlechte Verbindungen hätten, falls es überhaupt welche gibt. Ja natürlich! Wenn alle neben dem Bus (oder Zug) im eigenen Auto herfahren, dann ist der Bus eben leer, und die Busverbindung wird eingestellt. Wiederum ist das Auto nicht die Abhilfe gegen schlechte ÖPNV-Versorgung, sondern deren Ursache!
Es geht weiter: Jederzeit mobil? Das habe ich beim kurzzeitigen Pendeln durch den Elbtunnel aber nicht so erlebt. Es gibt zwar keinen Fahrplan, dafür muß man seine Reisen so planen, daß man nicht gerade in die allmorgendlichen und allabendlichen Staus gerät. Ach was, in die Staus gerät - auch so ein Unsinn! Man gerät nicht in einen Stau, sondern man formt ihn selber mit.
Die versprochene Mobilität erstickt sich selbst im Stau, das Automobil wird zum Autoimmobil. Das ist die logische Folge davon, daß soviele Leute in Ballungsräumen ein eigenes Auto haben wollen. Müßte sich jeder den Wagen fallweise mieten, würden die Leute vor jeder Anmietung erstmal nachdenken anstatt gedankenlos aus Gewohnheit den Zündschlüssel rumzudrehen, dafür gäbe es auch keine Staus mehr.
Und überall hinfahren? Auf dem Lande mag das angehen, aber bestimmt nicht in der Stadt. In Hamburg sehe ich mehrheitlich Autos mit HH-Kennzeichen herumfahren. Daß man bei sovielen Autos nicht genug Parkplätze haben kann, ist wohl klar. Oder sollen wir vielleicht ganze Häuserzüge abreißen, damit man überall parken kann? Tiefgaragen sind teuer, und parken will der Autofahrer umsonst. In vielen Wohngebieten Hamburgs ist es nahezu unmöglich, mal eben einen Parkplatz zu finden. Die Parkplatzsuche muß man ehrlicherweise auch der Fahrzeit zurechnen.
Aber wenigstens kann man mit dem Auto doch soviel transportieren. Eine Heimkino-Anlage etwa. Tja, mit einem LKW kann man noch viel mehr mitnehmen, einen ganzen Umzug etwa! Trotzdem kauft sich deswegen keiner einen eigenen LKW. Es ist eben recht selten, daß man einen Umzug zu bewältigen hat. Andererseits kenne ich niemanden, der täglich ein Heimkino, einen Kühlschrank oder ein Sofa kauft, mal ganz abgesehen davon, daß man das mit einer normalen Limousine auch nicht bewältigen kann. Mit einem Kombi schon eher, aber wenn der Transport doch so wichtig ist, wieso kaufen die Leute dann nicht nur Kombis?
Und wieso kaufen sich die Leute Autos, die über 200km/h fahren können, um dann mit einem Durchschnittstempo von unter 20km/h durch den städtischen Verkehr zu tuckern? Den hohen Verbrauch des unnötig starken Motors haben sie immer, aber Tempo 200 kann man doch nur nur auf ein paar Autobahnabschnitten fahren, wo eben keiner fährt.
Das hängt natürlich auch damit zusammen, daß das Auto immer noch ein Statussymbol und Balzinstrument ist. Man kann es freilich auch andersrum sehen: Ich bin so unabhängig, daß ich es mir leisten kann, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Außerdem kann ich es mir leisten, meine Arbeitszeit zu reduzieren - während die Autonarren noch für ihre Karre schuften, gehe ich schonmal nach Hause.
Einkaufen, dazu braucht man aber doch nun wirklich ein Auto. Nein, braucht man nicht, weil man nicht unbedingt im 20km entfernten Einkaufszentrum einkaufen muß! Das ist nämlich in Wahrheit sogar teurer als der kleine Supermarkt nebenan, weil man für das Einkaufszentrum am Stadtrand erstmal ein Auto kaufen muß, um dort einzukaufen. Eine ziemlich teure "Eintrittskarte" also.
Zu "Freiheit durchs Auto" muß man noch eine weitere Abhängigkeit bedenken: Die vom Öl. Öl ist ein endlicher Rohstoff, die Fördermenge stagniert derzeit trotz hoher Preise. Das tut sie, weil das Öl zur Hälfte gefördert ist, demnächst sinkt die Fördermenge, das nennt man auch "peakoil". Nicht wegen der OPEC, sondern weil man den Ölhahn nicht mehr weiter aufreißen kann, so gerne man das auch täte.
Es kann aber nicht mehr Öl verkauft werden als gefördert wird. Folglich muß der Preis solange steigen, bis genug Nachfrager verzichten, so daß die Nachfrage nicht mehr das Angebot übersteigt. Wenn aber die Leute glauben, Autofahren "zu müssen", dann lassen sie sich durch hohe Benzinpreise nicht davon abhalten. Deswegen muß der Ölpreis schon sehr heftig ansteigen, um überhaupt die Nachfrage auch nur ein wenig zu senken. Genau das erleben wir derzeit. Die heftigen Ölpreisbewegungen sind mitnichten der Spekulation geschuldet, welche es schon immer gab, sondern das ist das ganz normale Spiel von Angebot, Nachfrage und Preis. Das einzig Neue daran ist lediglich, daß früher mehr Angebot als Nachfrage da war, heute ist das umgedreht. Das wirkt sich natürlich sehr stark auf den Markt aus.
Das Vertrackte an dieser Sache ist, daß Öl nicht bloß ein Energieträger ist, sondern eine Energiequelle. Wenn das Öl zur Neige geht, dann läßt es sich nicht einfach durch eine andere Energieform ersetzen, weil Energie an sich teuer wird, ganz egal in welcher Form. Das Problem ist also nicht, daß das Auto sehr viel Öl verschluckt, sondern daß diese Lebensweise sehr energieaufwendig ist. Das wird sich auch mit anderem Treibstoff nicht ändern.
Nicht zuletzt werden in Deutschland etwa achtmal soviel Menschen im Straßenverkehr getötet wie durch Verbrechensdelikte. Das liegt v.a. an der großen Zahl von tonnenschweren Fahrzeugen, die mit atemberaubenden Geschwindigkeiten umherfahren. Wenn man aber diese Zustände als normal akzeptiert, könnte man im Grunde auch gleich sämtliche Mörder und Totschläger frei laufenlassen.
Besonders liebe ich ja die Leute, die aus der Stadt ins Grüne ziehen wegen der ganzen gefährlichen und nervigen Blechlawinen - und dann mit dem Auto in die Stadt zur Arbeit fahren. In dieselbe Kategorie fallen die Autofahrer, die mit ihrem Auto den Stau um 5m verlängern und sich ärgern, daß da soviele Deppen mit dem Auto rumfahren und einen Stau veranstalten. Toll sind auch die Mütter, die ihre lieben Kleinen per Auto zur Schule oder zum Kindergarten bringen, u.a. weil der Straßenverkehr für die Kinder ja so gefährlich ist - und wer wird vor Kindergärten und Schulen regelmäßig beim Rasen erwischt? Genau, eben diese Mütter, die wiedermal auf den letzten Drücker losgefahren sind und es deswegen eilig haben.
Ja und die vielen Arbeitsplätze? Die Leute könnten genausogut Eisenbahnschienen und Fahrradtrassen verlegen, Lokomotiven, Busse, Straßenbahnen und Fahrräder bauen sowie instandhalten. Und ist es wirklich erstrebenswert, die Unfallchirurgen und Bestattungsunternehmen so auszulasten? Mit dem Argument hätte man auch nach dem Krieg die KZs beibehalten können, immerhin waren das auch Arbeitsplätze. Der Vergleich ist zugegeben kraß, aber man muß sich doch wirklich fragen, um welchen Preis man welche Arbeitsplätze sichern will.
Wenige Leute brauchen wirklich ein Auto. Handwerker etwa, die müssen nunmal ihr umfangreiches Werkzeug mitnehmen. Manche Behinderte sicherlich auch - aber von denen brauchen eine Menge nur deshalb ein Auto, weil die Infrastruktur autogerecht gebaut ist und als Behinderter ohne Auto noch schlechter nutzbar ist als für Gesunde. Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Müllabfuhr usw. sind sicherlich auch Beispiele, wo ein Kraftfahrzeug sinnvoll ist.
Überhaupt, das Auto ist kein Verkehrsmittel für jeden. Kinder, Gebrechliche, Blinde, Arme - sie alle können mit dem Bus fahren, aber nicht mit dem Auto. Sei es, weil sie keinen Führerschein haben dürfen, weil sie körperlich nicht in der Lage zum Autofahren sind oder nicht das Geld für ein Auto haben. Bei der autogerechten Welt ist ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von vornherein von dieser vielgepriesenen Automobilität ausgeschlossen.
Ich selber konnte das mal erleben, als ich den rechten Fuß in Gips hatte. Radfahren ging sehr gut mit Krücken quer über dem Lenker (ich konnte halt nur mit links in die Pedale treten), Busfahren auch einigermaßen, aber mit dem Auto wäre das völlig unmöglich gewesen.
Kurzum: Das Auto ist nicht die Lösung - es ist das Problem!
Meckern ist ja ganz nett, aber was kann man denn alternativ tun? Eine ganze Menge!
Der wichtigste Schritt besteht darin, Verkehr zu vermeiden. Mobilität ist im Gegensatz zu Essen und Trinken kein Grundbedürfnis. Auf Ebene des Einzelnen bedeutet das, sein Leben so zu organisieren, daß eben nur noch sehr wenige Fälle anfallen, in denen man ohne Auto aufgeschmissen ist. Wenn man nicht mehr täglich von Hintertupfingen nach Metropolis pendelt, dann braucht man dafür auch kein Auto.
Es geht also um Verkürzung der Wege. Ich habe oben ja bereits geschrieben, daß ein schnelleres Verkehrsmittel nur dazu führt, daß die Wege im Laufe der Jahre länger werden, weil die Konstante nämlich das Zeitbudget ist und nicht der Weg. Auf dieselbe Weise bewirkt ein Ausbau von Straßen eine Zunahme des Verkehrs, die dann wiederum als "Beweis" dafür angeführt wird, daß der Ausbau "notwendig" war, und daß noch mehr ausgebaut werden "muß". Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten! Das funktioniert aber auch in die umgedrehte Richtung: Durch Verlangsamung der Verkehrsmittel verkürzen sich die Wege.
Natürlich nicht von selber! Nur weil man sein Auto abschafft und ein Fahrrad kauft, nimmt die Entfernung von Hintertupfingen nach Metropolis nicht ab. Sondern man muß schon die Lebensumstände ändern. Das bedeutet also entweder, eine Arbeit in Hintertupfingen zu finden - die auch ruhig schlechter bezahlt sein kann, immerhin spart man ja die Ausgaben fürs Auto ein. Oder aber nach Metropolis zu ziehen.
Ohnehin muß man sagen, daß in der zersiedelten Landschaft mit Einfamilienhäusern kein effizienter öffentlicher Nahverkehr machbar ist, dafür ist die Einwohnerdichte zu klein. So eine Wohnstruktur ist absolut einseitig auf das Auto ausgerichtet. Hier rächt sich jahrzehntelange Fehlplanung im Städtebau. Diese Einfamilienhaus-Seuche hätte niemals zugelassen werden dürfen.
Sie führt im übrigen auch dazu, daß der Speckgürtel um Großstädte inzwischen auch schon kaum mehr bezahlbar ist. Klar, wenn auf einem Grundstück von 1000 Quadratmetern gerademal vier Leute wohnen, obwohl dort genausogut 40 oder mehr wohnen könnten, dann kann es nicht verwundern, wenn die Wohnkosten explodieren. Soviel zu dem Argument, daß die Mieten unbezahlbar wären, wenn die Leute näher an die Stadt zögen. Bei einer vernünftigen Siedlungsstruktur wären sowohl Wohnraum bezahlbar als auch guter ÖPNV machbar. Solange aber die autosüchtige Gesellschaft Regierungen wählt, die diesen Irrsinn auch noch mit Eigenheimzulage und Pendlerpauschale subventionierte, ist das Problem ganz klar hausgemacht.
Die Wegevermeidung setzt sich in der Freizeit fort: Man wählt dann eben nahegelegenere Möglichkeiten für Sport und Hobby, anstatt dafür 40km Anfahrtsweg hinzunehmen. Auf die Dauer wirkt sich das natürlich auch auf den Freundeskreis aus, der derzeit nur deswegen so verstreut ist, weil alle ein Auto haben. Ohne Auto hätte man andere Leute kennengelernt - es ist keineswegs so, daß man ohne Auto keine Freunde mehr hat, auch wenn viele Autosüchtige das zu glauben scheinen.
Beim Einkaufen ganz ähnlich - lieber dichter dran und etwas teurer als weit weg und scheinbar billiger. Mit einem Fahrradanhänger kann man eine ganze Menge einkaufen, und da sind auch noch Packtaschen und Rucksack. Bei geschickter Modellwahl kann man den Anhänger alternativ auch als Handkarren nutzen und damit direkt ins Geschäft reingehen. Das lästige Umpacken vom Einkaufswagen in den Kofferraum spart man sich damit auch gleich noch.
Bei der Fahrt zur Arbeit bietet sich entweder der Nahverkehr an, das Fahrrad, oder beides. Ich selber habe ein Brompton-Faltrad, das ich auch in Bus und Bahn mitnehme - als kostenloses Handgepäck, ohne Sperrzeiten! Weitere Distanzen oder Regengüsse überbrücke ich mit Öffis, für die letzte Meile oder bei schlechten Anschlüssen kommt das Fahrrad zum Einsatz. Das ergänzt sich perfekt. Außerdem kann man so ein Faltrad bequem auch in eine kleine Wohnung stellen und mit in die Arbeit reinnehmen, was das Risiko von Fahrraddiebstahl und Vandalismus extrem reduziert. Zwar ist ein Brompton nicht gerade billig - ab etwa 1000 Euro ist man dabei, meines hat noch eine Menge Extras und liegt bei etwa 2400 Euro, aber ein Auto würde mich auch 400 Euro im Monat kosten, alles eingerechnet. Rechne ich die 60 Euro fürs Jobticket ab, dann kommt mich das Brompton schon nach sieben Monaten billiger.
Überhaupt erstaunt es mich sehr, wie Autofahrer reagieren, wenn sie hören, was so ein Faltrad kosten kann. Waaaas, soviel für ein so kleines Fahrrad?? Andererseits finden sie es vollkommen normal, einige hundert Euro für eine Inspektion zu zahlen, bei der eigentlich bloß Routinearbeiten durchgeführt werden. Wenn dann auch noch etwas kaputt ist, wird die Summe auch gerne mal vierstellig. Turbolader, Zylinderkopfdichtung, Lenkgetriebe, Stoßdämpfer, Schalldämpfer - die Liste von ziemlich oft defekten Teilen ist lang. Und kostspielig. Das zahlen die Autofahrer aber, ohne mit der Wimper zu zucken.
Daß man z.B. Schalldämpfer problemlos so bauen könnte, daß sie 15 Jahre halten, ist den meisten nicht klar - man tut es deswegen nicht, weil die Autofahrer es ja auch akzeptieren, daß man ihnen für die schlechte Qualität das Geld abknöpft und ihnen alle paar Jahre den rostenden Murks erneut andreht. Ganz zu schweigen davon, daß heutige Autos immer noch rosten, obwohl vollverzinkte Karrosserien schon in den 80ern verfügbar waren, die selbst ganz ohne Lack nicht rosteten.
Selbst Teile wie Glühbirnen kann man heutzutage oftmals nicht mehr selber wechseln, sondern muß dafür in die Werkstatt, die das halbe Auto zerlegt, nur um die Birne zu wechseln - zu Horrorpreisen selbstverständlich. Da murrt der Autofahrer nicht, sonst würde sich so ein Mist ja nicht verkaufen wie geschnitten Brot. Aber ein Fahrrad, das einmal 1000-2000 Euro kostet und nicht wie ein Auto bei jeder größeren Reparatur, das sprengt das Budget. Unglaublich.
Wirklich drollig wird es, wenn das Auto irgendwo außerhalb einer Werkstatt ausfällt. Ein Faltrad kann ich dann einfach zusammenfalten und in den Bus oder notfalls ein Taxi laden, ich werde nichtmal so extrem viel später zur Arbeit kommen. Bei einem Auto hat man dann den Spaß, das Ding erstmal in eine Werkstatt zu bekommen. Aber Autofahrer finden es ja normal, wenn eigens zu diesem Zweck eine gelbe Abschleppflotte in der Gegend herumfährt.
Freilich gibt es auch beim Fahrrad Problempunkte, die man aber heutzutage gut in den Griff bekommen hat. Die nervigsten Pannen sind Platten, die sich vor allem dann häufen, wenn man Radwege benutzt - welche übrigens nur dazu dienen, daß die Autofahrer auf der Fahrbahn frei rasen können, das steht in der Reichs-STVO von 1934 auch deutlich drin, als man die Radwege-Benutzungspflicht eingeführt hat. Wenigstens waren die Nazis darin ehrlich. Das Problem mit den Platten hat sich bei mir aber erledigt, seit Schwalbe den Marathon Plus entwickelt hat. Damit hatte ich noch nie einen Platten, selbst eine Reißzwecke konnte sich zwar komplett in den Reifen bohren, ohne aber einen Schaden zu verursachen. Die Einlegbänder (zwischen Schlauch und Mantel zu legen) hingegen haben mir alle halbe Jahre den Schlauch aufgeschlitzt, das fand ich nicht so praktisch.
Nächster Schwachpunkt ist die Lichtanlage. Licht am Rad ist wichtig, damit man überhaupt gesehen wird - scheint vielen Radfahrern nicht klar zu sein. Ich jedenfalls habe bei Dunkelheit und Nieselwetter große Probleme, Dunkelradler überhaupt zu erkennen. Deren Reflektoren kann ich nicht sehen, weil mein Fahrrad nunmal keine Flutlichtanlage wie ein Auto hat. Und selbst dann bringen die Reflektoren nichts, weil sie nicht im Lichtkegel sind, wenn man sie braucht, abgesehen vom roten Heckreflektor.
Mit doppelter Verkabelung (d.h. nicht den Rahmen als Rückleitung benutzen!) spart man sich bei wenig Kosten viel Ärger. LED-Scheinwerfer und Rücklichter brennen nicht mehr durch, und ein Nabendynamo läßt sich weder durch Regen noch durch Schnee aus der Ruhe bringen. Im Gegensatz zu Akkus liefert er auch immer Strom, wenn man ihn braucht. Neulich habe ich an einem brandneuen VW Passat gesehen, daß er je nach Helligkeit das Licht automatisch einschalten kann. Ist ja drollig, dachte ich mir, das habe ich am Fahrrad schon lange. Was soll ich mich darum kümmern, wann es dunkel wird, in jeder Unterführung das Licht anmachen.. das soll das Fahrrad doch selber erledigen, im 21. Jahrhundert kann man soviel Intelligenz von einem Fahrrad wohl erwarten.
Pro Jahr fahre ich (insgesamt) mit dem Faltrad etwa 2000km, dazu kommen (beruflich) nochmal etwa 4000km mit öffentlichem Nahverkehr. Das ist für Pendlermaßstäbe sehr wenig, allerdings habe ich es auch nur 10km zur Arbeit. Das ist kein Zufall, sondern das habe ich mir gezielt so ausgesucht. Man könnte das auch ausschließlich mit dem Rad bewältigen, nur finde ich es nicht so toll, schon durchgeschwitzt morgens anzukommen. Dafür kann ich je nach Lust bei halbwegs gutem Wetter die ganze Strecke nach Hause radeln, ohne aber bei Regen dazu gezwungen zu sein. Sicher, es gibt Regenkleidung, aber mir macht das dann trotzdem keinen Spaß - den meisten anderen Leuten wahrscheinlich auch nicht. Nur weil ich Radfahrer bin, heißt das nicht, daß ich auch Masochist bin. Für weitere Fahrten habe ich dann auch noch ein "großes" Fahrrad, damit lassen sich auch Entfernungen von 50km recht locker zurücklegen.
Seltsam finde ich es übrigens, daß Autofahrer oftmals ziemlich aggressiv gegenüber Radfahrern auftreten, gerade so, als gehöre die Fahrbahn den Autofahrern. Daß beim Überholen überhaupt mal der Mindestabstand von 1.50m beachtet wird, ist eher die Ausnahme als die Regel, dichtes Auffahren und Anhupen (sprich: Nötigung) kommt auch oft vor. Dabei ist doch jeder Radfahrer ein Konkurrent weniger um die knappen Parkplätze, und Staus werden nicht durch Radfahrer, sondern durch Autos verursacht. Ansonsten dürfte es nämlich gerade auf Autobahnen keine Staus geben. Radfahrer behindern den Verkehr, hört man dann. Irrtum - Radfahrer sind Verkehr! Sie werden nicht erst dadurch zu Verkehr, daß sie sich in ein 5m langes Fahrzeug setzen und mithelfen, den Verkehr durch Stau zum Kollaps zu bringen.
Gelegentlich miete ich mir auch ein Auto - allerdings ist das dann eine bewußte Einzelentscheidung. Meistens bin ich zu faul dazu, die Bequemlichkeit wirkt bei mir gegen Autobenutzung: Ich muß erstmal zur Vermietung, anmieten, wieder nach Hause zum Packen und nach der Rückkehr das alles nochmal in umgedrehter Reihenfolge. Andererseits brauche ich in den Bus einfach nur einzusteigen, und das Jobticket gilt am Wochenende auch für die Regionalbahnen rund um Hamburg, so etwa 50km weit raus. Und nicht nur für mich, sondern auch noch für eine weitere erwachsene Person. Kinder könnte man auch noch mitnehmen.
Sowas wie Park & Ride und dann mit den Öffis in die Stadt lohnt sich nur sehr bedingt, weil man dann das Auto ja immer noch hat, und somit die Fixkosten nicht loswird - die Anschaffung als größter Posten, Steuern, Versicherung, TÜV und AU. Das führt ja auch dazu, daß viele Autofahrer nur noch die variablen Kosten rechnen und die Fixkosten unterschlagen, wenn sie Autobenutzung gegen ÖPNV rechnen. Gut, mit dem Argument kann man sich auch eine Monatskarte für den ÖPNV kaufen, dann hat man als variable Kosten nämlich gar nichts mehr, und in dieser Logik fahre ich dann kostenlos herum.
Die großen Einkäufe: Wie geht das mit Möbeln? Die lasse ich mir liefern, schon weil ich zu faul bin, die selber die Treppen hochzuschleppen. Außerdem kaufe ich ja nicht gerade wöchentlich eine neue Einrichtung. Zur Entsorgung habe ich mir auch schonmal einen Lieferwagen gemietet, das hat mich lächerliche 10 Euro gekostet, weil ich das geschickterweise außerhalb der Hauptverkehrszeiten gemacht habe und daher den Wagen nur eine Stunde brauchte. Einen neuen PC, eine Heimkino-Anlage? Kaufe ich mir auch nur alle Jubeljahre mal, und da habe ich einfach ein Taxi angehalten, die gibt es auch als Kombi. Für Mietwagen, Miet-LKW und Taxi habe ich vor allem deswegen locker genug Geld, weil ich kein eigenes Auto habe.
Überhaupt ist ein großes Problem der Autosüchtigen, daß sie über Alternativen einfach nicht bescheidwissen. Man kann sich aber über Fahrpläne, Tarife und Mietpreise ebenso einfach informieren wie über Automodelle und Winterreifen. Wer es geschafft hat, den Führerschein zu erwerben, für den sollte das ja wohl kein Problem darstellen.
Beispielsweise kriegt man gerne zu hören, daß die Bahn ja für Vielfahrer extrem teuer sei, falls man nicht immer auf derselben Strecke fährt und daher eine Monatskarte nehmen kann. Rechnen wir mal 60000km im Jahr, 7l/100km und 1.40 Euro pro Liter, dann macht das knapp 6000 Euro für Sprit im Jahr. Dazu kommen noch mindestens drei Inspektionen plus Verschleißteile, nochmal 2000 Euro. Wohlgemerkt, nur variable Kosten von 8000 Euro! Eine Jahresnetzkarte der Bahn dagegen kostet 3500 Euro (Bahncard 100), damit kann man im Bahnnetz fahren, wo und so oft man will. Inbegriffen ist dabei der Nahverkehr in den meisten Großstädten. Rechnet man auch nochmal 1500 Euro für Taxifahrten, spart man 3000 Euro, und dabei ist die Anschaffung, Steuer, Versicherung, TÜV und AU beim Auto nichtmal eingerechnet. Ach ja, wer es luxuriös mag, kann sich mit der Bahncard 100 für die erste Klasse anfreunden - für 5900 Euro.
Wenn es also soviele Nachteile hat, vom Auto abhängig zu sein, und man auch sehr gut ohne eigenes Auto leben kann, wieso behalten soviele dann ihr Auto?
Die Einwände von Autoisten zielen großteils darauf ab, daß es ohne Auto nicht möglich sei, ihr Leben ansonsten unverändert weiterzuführen. Damit haben sie sogar Recht.
Das kommt daher, daß der Umstieg schwierig ist. Wenn man nämlich sein Leben erstmal autogerecht gestaltet hat, dann bedeutet der Verzicht aufs Auto eine weitgehende Umgestaltung des Alltags. Man wird so ziemlich alles überdenken müssen: Wohnort, Arbeitsplatz, Freizeit, Freundeskreis. Wenn man all das nur dank Auto verbinden kann, dann kann man nicht mal eben den Wagen verkaufen und weitermachen wie bisher.
Man wird höchstwahrscheinlich zunächst einmal die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz verringern müssen, also umziehen oder eine neue Arbeit finden - vielleicht sogar beides. Ist man umgezogen, dann wird man kaum mehr zu den bisherigen Freizeitorten gelangen, erst recht nicht ohne Auto. Folglich gilt es, neue Orte zu finden, an denen man seine Freizeit verbringt. Das wiederum führt dazu, daß man Freunde und Bekannte seltener sehen wird, und praktisch wird man sich mit der Zeit ein neues soziales Umfeld aufbauen müssen. Hat man auch noch Kinder, dann bedeutet das einen Schulwechsel und Freundeskreiswechsel auch für sie. Zusammengenommen also eine ganze Menge an Streß, und es ist kein Wunder, daß das abschreckt.
Das Auto wirkt an dieser Stelle wie eine Droge: Der Einstieg ist leicht und wird zunächst als Bereicherung erlebt, dann folgt die Abhängigkeit, und der Entzug geht mit Entzugserscheinungen einher. Deswegen jammern die Autoisten über ach so hohe Spritpreise, sparen tun sie dann aber an anderer Stelle, um sich weiterhin ihre Droge leisten zu können. Ein Vergleich mit verwahrlosten Drogensüchtigen drängt sich auf, die ihr Geld auch lieber für ihre Droge als für Kleidung ausgeben. Ein wichtiger Unterschied besteht aber darin, daß Drogensucht gesellschaftlich nicht akzeptiert ist, Autosucht schon. Unsere Gesellschaft ist kollektiv autosüchtig.
Es geht mir übrigens nicht darum, Kraftfahrzeuge an sich zu verdammen in dem Sinne, daß Autofahren "böse" wäre. Genau wie ja nichts dagegen zu sagen ist, wenn man dann und wann mal ein Glas Wein zu sich nimmt oder sich auch mal richtig vollaufen läßt. Daher finde ich es auch nicht schlimm, wenn man dann und wann ein Auto benutzt oder auch mal Spaß am Autofahren hat. Es ist aber ein Unterschied, ob jemand ab und zu einen Wein genießt oder jeden Tag gleich morgens schon zur Flasche greift.
Es ist leicht festzustellen, ob jemand autosüchtig ist oder nicht: Wer in Panik gerät und sich existentiell bedroht sieht bei der Vorstellung, man würde ihm sein privates Kraftfahrzeug wegnehmen, der ist autosüchtig.
Genau wie einzelne Alkoholiker aber keine Alkoholgesellschaft hervorbringen, wären selbst einzelne Autobegeisterte kein Problem. Der Knackpunkt ist also die Massenmotorisierung, und die gewohnheitsmäßige Gedankenlosigkeit, mit der das Auto massenhaft benutzt wird. Das erst bringt nämlich die Autogesellschaft hervor, mit all ihren Nachteilen auch für diejenigen, die sich dieser Gewohnheits-Motorisierung verweigern.
Ich habe ja kein Problem damit, wenn ab und an ein Auto an meiner Wohnung vorbeifährt und hier und da ein Auto parkt. Ein Problem habe ich mit der unaufhörlichen Blechlawine, die durch die Straßen lärmt und jede Menge öffentlichen Raum beschlagnahmt, die durch ihre große Zahl die Straße vom Aufenthaltsort zum Gefahrenbereich gemacht hat. Um davor zu fliehen, ziehen die Leute ins Grüne, und um dann mobil zu sein, schaffen sie sich - ein Auto an. Wie gesagt ist das Auto als Massenphänomen das Problem und nicht die Lösung.
Wie oben angedeutet werden wir als Gesellschaft insgesamt aber künftig nicht mehr so weiterleben können wie bislang. Die Droge Auto hängt an der Nadel des Erdöls, und das Ende des Ölzeitalters bedeutet auch das Ende der Massenmotorisierung. Die Energiepreise werden drastisch steigen, und davor kann man die Augen nicht verschließen. Wir können darauf reagieren, indem wir weiterhin Kriege um die letzten ergiebigen Quellen billigen (!) Erdöls führen, das geschieht derzeit. Aber auf Dauer nützt das nichts.
Letztlich müssen wir unseren Lebensstil umstellen und wegkommen von der autosüchtigen Gesellschaft. Das Leben wird dadurch nicht schlechter - nur anders. Panikstimmung ist also nicht angebracht. Der Drogensüchtige stirbt auch nicht an seinen Entzugserscheinungen, auch wenn sie schmerzhaft sind.
Nur: Warum damit warten, bis man selber aus schierer Not dazu gezwungen wird? Warum nicht vorher bereits den Schritt in die Freiheit tun? Das hat den Vorteil, daß man sich einen eigenen Zeitplan aufstellen kann und nicht unter Druck handeln muß. Solange man noch eine recht sichere Grundlage hat (Wohnung und Arbeit), kann man sich aus dieser Sicherheit heraus in Ruhe nach anderen Möglichkeiten umtun und muß nicht das Erstbeste nehmen, was sich einem bietet.
Das ist wie beim Schwimmen, der Sprung ins kalte Wasser nimmt einem die Luft weg - hat man sich aber vorher schon mit kaltem Wasser geduscht, dann kann das Schwimmvergnügen losgehen.
Am einfachsten ist es natürlich, wenn man sich schon als junger Mensch darüber klar wird und sein Leben von vornherein so plant, daß man nicht vom Auto abhängig wird.
Ich wurde mir als Student beim Durchsehen der Finanzen bewußt, daß ich neben dem Studium eigentlich nur für das Auto arbeiten ging. Das war erstmal ein ziemlicher Schock, aber ich begann mich recht bald zu fragen, ob mir der private Autobesitz wirklich soviel wert war. Zur Uni konnte ich auch mit der Bahn pendeln, die Monatskarte war erheblich billiger, wenn ich die Gesamtkosten rechnete. Da habe ich mich dann auf ein Motorrad verkleinert. Ein älteres Motorrad hat geringe Fixkosten und hohe variable Kosten: Man kann den Spritpreis dabei locker nochmal verdoppeln, wenn man Inspektionen, Reifen, Kettensatz usw. einrechnet. Deswegen hielt ich es auf dem Land für gelegentlichen Gebrauch vor, aber die täglichen 2x50km riß ich lieber mit der Bahn ab, da wäre das Motorrad zu teuer gewesen. Außerdem konnte ich in der Bahn die Fahrzeit noch zum Arbeiten nutzen, was mir mehr Freizeit einbrachte.
Nach dem Studium pendelte ich drei Monate 2x70km, das ging aus Zeitgründen nur mit dem Motorrad (ja ja - die übliche Autoisten-Argumentation, genau!), und dann hatte ich die Schnauze so gestrichen voll vom alltäglichen Wahnsinn vor dem Elbtunnel, daß ich in die Großstadt zog, dichter zur Arbeit. Daß mir auf dem Arbeitsweg das Motorrad dann auch noch mit einem Kolbenfresser verreckt ist, tat ein Übriges.
Ein Motorrad habe ich auch heute noch, das allerdings nur ziemlich selten ausgefahren wird. Im Alltag wäre es mir zu aufwendig, auch nur die Motorradkleidung jedesmal an- und auszuziehen. Ich bin eben faul, deswegen fahre ich Fahrrad.
Außerdem will ich nicht abhängig vom Motorrad sein. Im Grunde könnte ich das Gerät auch verkaufen, aber angesichts des Alters ist der Wertverfall eh minimal, Versicherung und Steuern auch. Wirklich teuer sind ja beim Motorrad die variablen Kosten, siehe oben - solange man es aber kaum benutzt, fallen auch kaum Kosten an. Das ist also nur etwas für schönes Wetter am Wochenende, und selbst das nutze ich eher für Radtouren.
Somit habe ich seit mittlerweile 12 Jahren kein Auto mehr, für mich ist das eine echte Erleichterung gewesen. Dadurch, daß ich ganz bewußt kein Auto mehr haben wollte, habe ich mir nach dem Umzug das Leben natürlich entsprechend eingerichtet. Wenn ich Leute besuche, die weit weg wohnen, dann am liebsten per ICE. Es ist einfach das Bequemste. Außerdem, so durchkommerzialisiert die heutige Bahn auch ist, ich finde Bahnfahren immer noch irgendwie romantisch. Sicher ärgere ich mich über Verspätungen oder Zugausfälle, aber über Staus würde ich mich ja genauso ärgern.
Im Urlaub miete ich mir dann ein Auto, was ich mir privat allein schon aus Parkplatznot nie vorhalten würde: einen großen Kombi, wo man alles reinbekommt und auch drin schlafen kann. Ich muß mich nicht um Inspektionen, Reparaturen und all sowas kümmern, sondern ich bekomme ein gepflegtes und ziemlich neues Auto. Sollte ich mir das eines Tages nicht mehr leisten können, ja gut, dann verzichte ich halt drauf, ich bin schließlich nicht darauf angewiesen. Wäre schade, aber nicht wirklich schlimm.
| Daelach, 23.08. 2k8 | zum Textanfang |