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Die Abenteuer von Mausbiber Gucky
Die neuen Hörspiele aus der Feder von H. G. Francis
- von Andreas Dempwolf -

Lange schon wurde auf sie gewartet, endlich sind sie da! Eine neue Generation von Perry Rhodan - Hörspielen hat das Licht der Welt erblickt. Doch sind sie auch das was man erwartet hat? Erfüllen sie die in sie gesetzten Erwartungen?

Nun, als erstes mal ist festzuhalten, daß diese neuen Hörspiele nicht an die 12 Folgen der ersten Hörspielreihe anschließen. Sie behandeln auch keinen anderen Zyklus aus der PR-Serie, sondern bilden eigenständige Geschichten in denen - wie schon aus dem Titel hervorgeht - der Mausbiber Gucky eine zentrale Rolle spielt.
Auch sind diese Geschichten keine Umsetzung von Einzelromanen (wie etwa damals bei den drei Perry Rhodan-Langspielplatten - diese schwarzen, großen Scheiben, die dem einen oder anderen noch bekannt sein dürften) in denen Gucky die Hauptrolle spielte, sondern eigens hierfür von H.G.Francis geschriebene Geschichten.
Auch die Zielgruppe ist dieses mal anders definiert. Guckys Abenteuer zielen eindeutig auf die jüngere Klientel der SF-Interessierten ab, was schon allein die Titelbilder der ersten drei Ausgaben deutlich zum Ausdruck bringen: Gucky und ein terranisches Mädchen; Gucky und eine Siganesin; Gucky im Raumanzug auf einem Mond (Titan). Hilfreich dabei ist natürlich der von Sven Papenbrock Kindgerecht gezeichnete Gucky, den er von einer Comicvorlage in dieser Art übernommen hat. (Und außerdem steht es auf der Rückseite der Höspiele: Für kleine & große Leute ab ca. 7 Jahren:))

Die ersten drei Hörspiele bilden eine Trilogie um die "mutigen Kinder der Unsterblichen", einer Gruppe von Waisenkindern deren sich die Unsterblichen, und hier im besonderen Gucky, angenommen haben. Immer mal wieder schauen Gucky & Co auf der Ranch in Amerika vorbei, auf der die Kinder leben. Und so beginnt auch die neue Hörspielreihe, als nämlich Gucky einen jungen Außerirdischen, den er in einem Raumschiffwrack aufgelesen hat, auf die Ranch zu den Waisenkindern bringt.

Als Sprecher betätigt sich Perry himself (gesprochen von Eberhard Haar).
Den Part von Gucky hat Christian Stark bekommen. Ansich ist die Stimme gar nicht schlecht, doch fehlt irgendwie das piepsige Element in der Stimme, daß ich bei Gucky eigentlich erwarte (nicht so krass wie in den ersten Hörspielen, aber ein bißchen davon darf es schon sein). Nun gut, die erste Generation spielte ja auch zu Beginn der Dritten Macht und inzwischen ist auch Gucky erwachsener geworden und aus dem Stimmbruch raus.
Besonders gelungen finde ich die Stimme der Siganesin, die übrigens von Tanja Schumann gesprochen wird. Der Stimmverstärkereffekt ist hervorragend - mann sieht Crash, so der Name der Siganesin, richtig Bildlich vor sich wenn sie spricht. Und für die Neulinge wird auch gleich eine kurze Erklärung mitgeliefert, was den Siganesen sind und wieso sie überhaupt so klein sind (eine adäquate Erklärung für Ertruser gibt es ebenso). (Netter Insider in der ersten Folge: Die Hauskatze, pardon, der Tiger, der Crash bedroht, hört den unscheinbaren Namen Gurrad :)

Die Sache mit den Robotstimmen ist auch gut gelöst. Kein blechernes Schnarren oder klicken von Relais sondern eine betont deutliche, mit bedacht sprechende Stimme macht klar, daß es sich hier nicht um ein Wesen aus Fleisch und Blut handelt das da spricht. Klar ist man von Syntrons Stimmen gewohnt, die sich kaum von einer normalen Stimme unterscheiden lassen, aber im Hörspiel muß ja irgendwie ein Robot erkennbar sein, und dies ist hier bravorös gemeistert.
Zur Hervorhebung bei Guckys Anwendung von Telekinese wurde ein an- und abschwellendes Summen gewählt, Teleportieren die Anwendung von Telepathie sind ebenfalls durch geräuscheffekte hervorgehoben. Alles Sachen mit denen sich leben läßt, schließlich müssen ja auch diese Handlungen akustisch mitverfolgt werden können.
Und wie steht es um Begriffe wie Syntronic usw.?
Nun, davon läßt sich ein/e SF-Begeistere/r Hörer/in doch wohl so leicht nicht abschrecken. Schließlich hat unsereins damals bei den ersten PR-und Commander Perkins-Cassetten auch nicht das Handtuch geworfen, nur weil da ein bißchen unverständliches Technobabble dabei war (hey, alle Welt guckt StarTrek und kaum einer versteht was die da im Maschinenraum fasseln, was solls).

Kleines Manko: Die Reihenfolge der Höspiele ist nur auf den CDs selber erkenntlich, in Form eines Aufdrucks FOLGE1, FOLGE2 etc. Dafür steht aber nicht bei, um welche beiden Folgen es sich handelt (denn es sind ja jeweils zwei pro CD/MC). Also besser nie gleich zwei CDs einlegen wenn man nicht sicher weiß, welche Folge welche Titel beinhaltet.
Erschienen sind die Hörspiele 1998 bei Karussell, erhältlich auf CD oder MC.

- ENDE -


Quelle: WORLD OF COSMOS Nr. 17


 

 

 

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