Der Einbau der Elektrik

Planung und Schaltplan:

Die Elektrik gliedert sich bei mir in drei Teile:

Der erste (Starkstrom-) Teil befindet sich im Motorraum und verbindet Batterie, Kfz-Relais, Sicherungen und die elektrischen Heizer miteinander.
Der zweite Teil befindet sich im Innenraum und enthält Schalter, Leuchtdiode, Reed-Relais und die Anschlüsse für den Thermostat und Lichtmaschinen-Kontrolleuchte.
Der dritte Teil ist das Thermometer. Ist zwar auch elektrisch, es geht aber nur um die Montage. Ich finde, hier paßt es am besten hin.

An die elektrische Funktion hatte ich folgende Anforderungen:

  1. Ich muß die elektrische Vorwärmung jederzeit ausschalten können, auch im Betrieb.
  2. Mit einem Thermostat sollen die Vorwärmer ausgeschaltet werden, wenn die Kraftstofftemperatur ca. 60 Grad beträgt.
  3. Ich möchte mit einer Kontrollleuchte sehen, wenn die Vorwärmer arbeiten.
  4. Die Vorwärmer sollen erst funktionieren, wenn der Motor läuft. Die Batterie wird im Winter schon genug durch das lange Vorglühen (bis 3x) und den Anlasser "gequält".

  5. Und den Kaltstart verbessert das auch nicht.
Herausgekommen ist folgendes (Ganz einfach, nix kompliziertes):

Im Innenraum in der Mittelkonsole kommt ein Schalter und eine Leuchtdiode. Dieser Schalter wird über die Klemme D+ mit Spannung versorgt. Hinter dem Schalter wird ein Thermostat angeschlossen, welcher bei Kraftstoff-Temperaturen >60°C vor der ESP ausschaltet. Wenn nun der Schalter und der Thermostat geschlossen sind, wird ein Reed-Relais geschaltet. Das Reed-Relais versorgt dann die Leuchtdiode in der Mittelkonsole und das Kfz-Relais im Motorraum mit Strom. Die LED geht also immer an, wenn auch die Vorwärmer eingeschaltet werden.
Für ein besseres Verständnis habe ich hier einen Schaltplan.
D+ ist ein blaues Kabel (0,5qmm) , welches zum Stecker A2 (Kontakt 1) in der Zentralelektrik im Fahrerfußraum geht. Von dort am besten abnehmen.
Die Dauer +12V habe ich vom Zigarettenanzünder geholt.

Anmerkung:
Ein 30A-Kfz-Relais verbraucht über die Relaisspule ca. 200 mA. Dieser muß über die Kohlenbürsten der Lichtmaschine  abgegeben werden. Daher habe ich zur Entlastung ein Reed-Relais (ca. 15mA) zum Einschalten des Kfz-Relais benutzt. Ist evt. aber Luxus.

Zu den Sicherungen:
Normalerweise würde ich eine Sicherung vor dem Kfz-Relais setzen und nicht jeweils eine vor jedem Vorwärmer. Ich hatte aber keine 30/40A Sicherungen, geschweige denn Halterungen dafür. Daher habe ich die beiliegenden Sicherungen aus der Purflux und der Stanadyne genommen.

Für die Temperaturabschaltung haben ich den Thermoschalter "PEPI C" von Pollin für 0,95 DM benutzt.

Genau öffnet der Schalter bei 57°C und schließt wieder bei 41 °C.
 
 

Realisierung:

Selbst in der GL-Ausstattung sollte noch eine Schalterblende in der Mittelkonsole frei sein. In diese Blende habe ich einen Schalter und eine LED gesetzt. Die Elektrik ist auf einer kleinen Lochrasterplatine hinter der Blende mit Heißkleber eingeklebt.
Weil doch viele Kabel vom Innenraum und Batterie zu den elektrischenVorwärmer gehen, habe ich ein Leerrohr von der Batterie bis zur Purflux entlang des Kühlers gelegt. (So ein geriffeltes Unterputz-Rohr aus dem Baumarkt)
Das Kfz-Relais habe ich ganz links am Kotflügel unterhalb vom Luftfiltergehäuse angebracht.
Um an die Kabeldurchführung von innen zur Spritzwand zu kommen, muß man die Fahrerfußraumabdeckung abschrauben.

So, jetzt ein paar Fotos, wie das bei mir aussieht....


So sieht das Bedienelement aus, wenn es fertig montiert ist. (Das Radio habe ich herausgenommen, um besser an den Kabelbaum dran zu kommen.)
 


Das ist die Platine mit der "Klein-Kram-Elektrik".
Für die Vereinfachung des Kabelbaums habe ich eine alte Radio-Steckverbindung verwendet. Die hatte leider aber nur 4 Anschlüsse, daher noch zwei einzelne Leitungen.
 
 


Hier geht`s nach draußen in den Motorraum. Um kein extra Loch für die Kabelführung zu bohren habe ich ein serienmäßiges Loch  gesucht und gefunden.
Hinter dem Kühlwasserausgleichsbehälter ist ein Blindstopfen, den man hervorragend durchstechen kann. Als Schutz die Gummimuffe nur durchstechen und drin lassen.
 
 


Hier fängt das Leerrohr für die elektrischen Leitungen an und geht weiter oben am linken Scheinwerfer, unterhalb der Kühlerabdeckung in einer Spalte zwischen Kühler und oberes Frontabschlußblech entlang ....


... bis hinter die Purflux und endet hier.
Nicht zu sehen:
Im Kotflügelträger versteckt ist das Relais mit allen angeschlossen Leitungen.
Zu sehen ist aber der kombinierte Thermofühler/Schalter im T-Stück und die angeschlossene Stanadyne und Purflux Vorwärmung.
 
 
 
 

Das Thermometer

ist das Doppelthermometer von Lidl (9,95 DM). Man kann zwei Temperaturen gleichzeitig ablesen. Ein geringerer Nachteil sei nicht verschwiegen. Es kann nur bis 70°C messen, darüber zeigt es "---" an. Sollte aber nix machen. Ich weiß dann, Pöltemperatur ist hoch genug :-)
Den internen Temperaturfühler des Thermometers habe ich ausgelötet und einfach mit 4 m Litzenleitung verlängert. Jetzt habe ich zwei Außenfühler.


Direkt im Sichtfeld des Fahres und gerade so befestigt, daß man noch die restlichen Kontrolleuchten sehen kann:
Angezeigt werden bei mir:
Links:        Kraftstofftemperatur direkt am WT
Rechts:     Temperatur im T-Stück vor der ESP
 


Der Temperaturfühler ist mit Heißkleber direkt auf das (aufgeraute) Kupferrohr geklebt (Hier ohne Isolation für das Foto). Danach habe ich ihn mit Polierwatte umwickelt und dann ein paarmal Haushalts-Alufolie drum gewickelt.
Ein T-Stück (wie unten)habe ich nicht benutzt, weil der Wärmekontakt direkt an dem Kupferrohr sehr gut ist.
Der WT ist mit 18KW !! völlig überdimensioniert und der Kraftstoff besitzt mit sehr guter Näherung am Ausgang Kühlwassertemperatur.
Ich habe so eigentlich ein genaueres Kühlwasserthermometer (<70°C, aber bei Temperraturen >70°C sehe ich dann am serienmäßigen Thermometer)


Hier ist der kombinierte Temperaturfühler/Schalter für den Kraftstoff. Der Fühler für das Thermometer ist mit Epoxyd-Harz in das T-Stück so eingeklebt, daß er direkt im Kraftstoffstrom liegt. Man kann beim Kleben sehr gut den Fühler durch das Rohr sehen und richtig justieren. (Achtung! Nachdem Kleben mind. 1 Tag liegen lassen zum richtigen aushärten)
(Die Idee stammt nicht von mir, ist auch aus dem Forum abgeguckt :-) Danke Salatbotzo !
Mit PE-T-Stücken und Heißkleber hält die ganze Sache nur 1-2 Wochen luftdicht, und Epoyd-Harz klebt auf PE-Teilen schlecht, daher mit Cu !!!
Einfach aber genial).

Auf das T-Stück habe ich mit Heißkleber den Thermostaten für die Vorwärmer befestigt.
 
 

Fertig !

Jetzt sollte alles so aussehen:

 

So, jetzt noch Bier und sich freuen.
Oder kein Bier und eine Probefahrt, aber nicht in Begleitung. Falls doch eine Kleinigkeit übersehen wurde, blamiert Mann! sich. :-)
 

Keep Pöling

(Es hat sich herausgestellt, daß diese Freude zu früh war, ich musste auch die Kraftstoffleitungen zum Tank vergrößern. Mehr dazu hier)
 

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Letztes Update 06.01.2002  ( http://www.salatoel-kombi.tk )