Das Konzept
Muß ich wirklich umbauen ?
Die meist gestellten Fragen lauten:Wieviel Pflanzenöl verträgt mein Diesel ?
Kann ich auch mit Pflanzenöl fahren ?
Wieviel muß ich umbauen ?Grundsätzliche Meinung des Autors:
Hier ist dann aber auch Ende der Fahnenstange für ein ruhiges Gewissen.
- Das Auto sollte eine ESP von BOSCH haben. Wenn eine von Delphi/Lucas/Roto vorhanden ist, Finger weg !
- 30% verträgt jeder Vorkammer/Wirbelkammer-Diesel mit Bosch ESP ohne Umbau.
Teilweise auch noch die TDI. Hier aber sehr aufpassen, bzw. ist das nur was für Leute, die wissen, was sie tun.- 50% vertragen zumindest die meisten VW-Diesel ohne Umrüstung.
- Bei Pump-Düse und Common-Rail liegen noch keine größeren Erfarungen der Hobby-Umbauer vor. Hier gilt erst recht: Finger weg, sonst seeehr teuer !!!
Bei höheren Prozenten sollte man umbauen. Ersten wird die ESP geschont und zweitens geht schon eine 75% Pöl/Diesel-Mischung nur sehr schwer durch die serienmäßigen Leitungen. Man hat daher spürbaren Leistungsverlust, den man dann auf das Pöl schiebt. In Wirklichkeit ist es "nur" die Schwergängigkeit des Pöls durch die Leitungen.Eine schöne Checkliste zum Verfahren von Pöl im Auto hat Norbert auf seiner homepage zusammengestellt.
Es sei hier wiederholt:
Ich möchte aber die Sache etwas perfektionieren. Man mag darüber streiten, ob es sich lohnt....
Mein Ziel ist es, möglichst viel Diesel durch Pflanzenöl zu ersetzen. Das Auto wird also dem Kraftstoff angepaßt, nicht umgekehrt !(Entschuldigung für den vielen trockenen Text, es gibt auf dieser Seite nur 2 kleine Bild)
Die Anforderungen:
Ich habe folgende Anforderungen an einen Umbau:
- Die Benutzung muß idiotensicher sein: reinsetzen, starten, losfahren und vergessen, welche Mischung man im Tank hat oder überhaupt Pöl fährt.
(Frei nach dem Motto: "Das Fahren ist schon kompliziert genug. Fahren Sie, wir kümmern uns um die Details" :-) )- Ich brauche mein Reserverad und meinen Kofferraum (Variant).
- Auch 100% Dieselbetrieb muß gewährleistet sein.
- Der Umbau sollte in weiten Grenzen TÜV-tauglich sein.
- Ich möchte immer noch mind. 1000 Km mit einer Tankfüllung weit kommen.
- Der Umbau soll möglichst preisgünstig sein.
- Ich möchte trotzdem keine kalte Füße im Winter bekommen, d.h. die Heizung muß immer noch funktionieren.
- Der Einbau einer Standheizung oder eines elektr. Motorvorwärmgerät scheiden aus Kostengründen aus. Außerdem ist man beim Motorstart an die Vorwärmzeit gebunden, also zu unflexibel.
- Ein paar Meßgeräte möchte ich auch gerne zur Funktionsanzeige haben (Temperatur und Unterdruck an der ESP)
- Die Batterie/Lichtmaschine sollte nicht dauerhaft mit hohen Stromstärken belastet werden.
Das Konzept:
Ich habe lange überlegt, Informationen zusammengetragen, das Forum studiert, habe mir eine Purflux bestellt, Messungen gemacht etc.(Hiermit möchte ich allen Teilnehmern des Forums meinen ganz großen Dank aussprechen, fast alle Ideen sind nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern von anderen abgeguckt. Man glaubt ja gar nicht, was für Ideen herauskommen, wenn ein paar "Verrückte" sich zusammentun, siehe auch das Fiesta-Fiasko aus dem Forum)
(Anmerk. 13.08.01: Die Fiesta-Seite ist inzwischen aus Zeitgründen eingestellt. Aber der tapfere kleine fährt immer noch, bzw. ist z.Zeit bei den TÜV-Vorbereitungen.)
Nun gut, nach wochenlangen Überlegungen ist dabei heraus gekommen:
- Ich wende die Ein-Tank-Methode an.
- Ich fahre immer Pöl/Diesel-Mischung, geplant sind 75-80% Pölanteil, vielleicht im Sommer mehr.
(bis 98% Sommer 2001)- Direkt nach dem Starten wird das Pöl mit einem oder zwei elektrischen Vorwärmern aufgeheizt bis der Motor (und das Kühlwasser) Betriebstemperatur erreicht hat. Die elektrischen Vorwärmer sind per Schalter ausschaltbar für reinen Dieselbetrieb. Ansonsten schalten sie sich bei Erreichen von 60°C Pöl Temperatur selbsttätig aus. Im betriebswarmen Zustand übernimmt ein Kühlwasser/Pöl-Wärmetauscher die Aufheizung des Pöls auf 70° C. Der Kühlwasserkreislauf zum WT ist manuell im Motorraum durch ein Ventil (Muffenschieber) zu schließen.
- Der Rücklauf wird nicht kurzgeschlossen.
- Als Funktionskontrolle nehme ich ein Doppelthermometer von Lidl.
Begründung:
Ich habe keinen Platz für einen zusätzlichen Diesel- oder Pöl-Tank. Zudem müsste ich einen 10L-Tank oft nachfüllen, hätte keine funktionierende Tankanzeige -> höherer Wartungsaufwand. Ein zusätzlicher Diesel-Tank im Innenraum ist schwer dem TÜV beizubringen. Riecht auch immer. Ein 10L-Tank Pöl ist viel zu klein, da muß ich jeden Tag tanken.
Bei einer Zwei-Tank-Lösung muß ich (teure) Umschalt-Ventile verwendet, die teilweise sehr schwer zu bekommen sind (mit der richtigen Nennweite von 12 mm). Es ist auch ein zweiter Pölfilter notwendig, damit die Spülstrecke nachdem Ventilumschalten möglichst gering bleibt.
Wenn ich mit Diesel starte und dann auf heißes Pöl umschalte, muß ich den Temperaturschock von kalten Diesel und heißen Pöl vermeiden. D.h. ich muß auch den Diesel aufheizen => doppelter Aufwand für Aufheizung.
Ich darf den richtigen Zeitpunkt vom Umschalten von Diesel auf Pöl und zurück nicht verpassen => nicht Bedienerfreundlich genug.
Je nach Spülstrecke von Diesel auf Pöl und Anteil an Kurzstreckenfahrten komme ich auch nur auf 90% Pölanteil am Gesamtkraftstoffverbrauch. Von diesem Gedanken her gibt es fast keinen Unterschied zum Mischung fahren.
Der kurzgeschlossen Rücklauf bringt beim VW folgende Probleme mit sich. Ich habe den "beheizten Dieselfilter" durch ein Bimetall in der Rücklaufleitung. Solange der Kraftstoff kälter als 30°C ist, wird er zurück in den Dieselfilter geführt. Wenn ich jetzt den Rücklauf vor dem Dieselfilter kurzschliesse, dann habe ich keinen beheizten Dieselfilter mehr, mit all den Problemen von undurchlässigen Filtern durch dickflüssiges kaltes Pöl etc. Weitere Info zum VW-Rücklaufventil befinden sich hier.
Weiterhin wird der Tank nicht mehr durch den Rücklauf durchmischt. Laut einigen Versuchen soll sich ein Pöl/Diesel-Gemisch wieder Entmischen. (Richtig glauben kann ich zwar nicht, ist aber evt. doch richtig). Aber wenn ich jetzt Pöl und Diesel getrennt tanke, wie mischt sich das Gemisch im Tank ? Nur durch Hin- und Herschwappen?
Bei nicht kurzgeschlossenem Rücklauf entstehen keine Probleme durch "Luftziehen". Das System ist immer noch selbstentlüftend.
(Schon mal nachts um halb eins und um 0°C bei strömenden Regen im Motorraum rumgefummelt ?
Ist schon passiert! Beim leergefahren Benziner!)Auf folgende Problematik sei hingewiesen:
Es wird ein echter Kaltstart mit Pöl/Dieselgemisch durchgeführt. Das kann schlecht für die ESP sein. Aber ich frage mich, was die ganzen Profi-Umbauer und Elsbett & Co machen. Dort wird immer mit reinem Pöl bis minus 8°C gestartet !
Laut einigen Erfahrungsberichten ändern die Umrüster nichts an der Einspritzpumpe!
Änderungen an dem Einspritzsystem sind eintragungspflichtig !
Also gehe ich ein Risiko ein und bin ein bißchen hochnäsig: Was die können, kann ich schon lange.
Die Realisierung:
Ich möchte hier die Zwischenschritte überspringen und gleich den Komplettausbau erläutern:
Nach einigen Suchen ist mir durch Zufall ein Wärmetauscher aus einer Vaillant-Gastherme in die Hände gefallen. Der sollte es sein.
Seit Dez. 2000 habe ich die Purflux und durch meine Hompage einen Run auf diesen Vorwärmer ausgelöst, speziell bei dieser Firma in Marktheidenfeld . Mit der Folge, daß der Preis auf 99 DM anstieg. Es stellte sich heraus, daß ohne Rücklaufkurzschluß die Temperaturerhöhung mit 150 W nur 10°C beträgt. Das ist mir zu wenig. Eine weitere Purflux war mir zu teuer. Daher habe ich einen Stanadyneheizer genommen. Jetzt liegt die Temperaturerhöhung bei 20°C. Ein Hinweis sei gestattet. Die 300W belasten die Lichtmaschine mit ca. 22A !!
Für den Rest an "Kleinzeug" habe ich auch ca. 6 Wochen gebraucht. O.k., es war auch noch in der Konzeptionierungsphase.
Trotzdem, man sollte die aufzuwendende Zeit für die Material und Informationsbeschaffung nicht unterschätzen.Die Reihenfolge des Kraftstoffverlauf ist nun folgende:
Tank -> 8 mm Schlauch (Serie) ->durchsichtiger Benzinfilter -> 8 mm Schlauch -> Dieselfilter (Serie) -> 8 mm Schlauch -> Reduzierstück auf 10 mm Schlauch -> 10 mm Schlauch -> Gastherme-WT -> 10 mm Schlauch (teilweise isoliert) -> Stanadyne-Heizer (isoliert) -> 10 mm Schlauch -> Purflux-Heizer -> 8 mm Schlauch -> 8 mm Kupfer-T-Stück für Temperaturfühler -> 8 mm Schlauch -> durchsichtiger Dieselvorfilter-> 8 mm Schlauch -> ESP (endlich!) -> 6 mm Schlauch (Serie) -> Bimetall-Filterheizung -> 6 mm Schlauch (Serie) -> Tank Eine Skizze habe ich noch nicht gemacht :-( . Dieser Text muß ersteinmal als Anschauung reichen.
An dem durchsichtigen Benzinfilter vor dem richtigem Dieselfilter kann ich sehen, ob da große oder viele Verunreinigungen im Tank sind. Durch die hohe Viskosität von Pöl kann es sein, daß einmal aufgewirbelter Dreck sich nicht so schnell auf dem Tankboden absetzt. Ein neuer Orginaldieselfilter (ca. 50 DM) ist um Vielfaches teuerer als der Benzinfilter (2,50 DM).
Der durchsichtige Dieselfilter soll Verunreinigungen durch die vielen Einbauten nach dem eigentlichen Dieselfilter zurückhalten (z.Bsp. durch zerbröselnden Temp-Fühler, Kupferentgratungsreste etc.)
Der 8 mm Schlauch geht mit einiger Mühe und etwas Heißluft auch auf die Purflux. Es ist sonst zuwenig Platz für noch ein Reduzierstück.
Im Prinzip wird der Gastherme-WT und die beiden elektrischen Vorwärmer nur zwischen Dieselfilter und ESP eingeschleift.
Später wird noch ein 8 mm-Cu-T-Stück für den Anschluß eines Manometers (-1 Bar..+0.6 Bar) vor dem Temperaturfühler eingefügt. Dies dient dazu, damit ich mal abschätzen kann, ob ich vielleicht eine zusätzliche Pumpe im Tank anbringen muß, weil die ESP das dickflüssige Pöl nicht durch die Leitung bekommt.Der WT wird parallel zum Heizungswärmetauscher in den Kühlwasserkreislauf geschaltet. So bekommen beide WT die max. Kühlwassertemperatur und der Druck im Kühlwasserkreislauf wird nicht zu groß.
(Eventuelles Platzen von Kühlwasserschläuchen oder vorzeitiger Ausfall der Wasserpumpe kann somit vorgebeugt werden.).
Die zusätzliche Wassermenge beträgt ca. 1L.So sieht der Heizungs-Wärmetauscher aus:
Im eingebauten Zustand sieht man nur die beiden Rohre aus der Spritzwand herausgucken.
Ergebnis:
Ich greife hier etwas auf die Meßergebnisse und Erfahrungen vor:
Es werden nach kurzer Zeit > = 65 °C an der ESP erreicht, egal welcher Fahrzustand. Ob Stau, Autobahn Vollgas, Stadtverkehr, Landstraße.
Man kann sich beruhigt zurücklehnen und Autofahren. Keine Angst mehr um die evt. nicht ausreichende Temperatur des Kraftstoffes.Schließlich soll mein Passat zum
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werden.Ob das alles so klappt ??
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Letztes Update 20.03.2001 ( http://www.salatoel-kombi.tk
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