Der GTI-Ölkühler im Passat...

Die Motivation
Die Alternativen
Einbau des Ölkühlers
Einbau des Filterdapter und die Story des Ölfilterflansch
Die Suche nach einen kürzerem Ölfilter
Erfahrungen

 
 

Die Motivation

Bei Turbomotoren wird das Öl viel mehr beantsprucht wie bei Saugmotoren. Mit demselben Hubraum wird die 1,3-1,5 fache Leistung erzeugt. Dabei wird das Öl eben heißer. Verstärkt wird das bei getunten Motoren mit mehr
Ladedruck.
VW hat keinen gesteigerten Wert auf richtige Öltemperatur gelegt und nur einen Wasserölkühler bei den Turbodiesel eingebaut. Das ist vom Prinzip her richtig, wenig Teile, billig und sehr wirksam. In der Kaltstartphase heizt das Kühlwasser das Motoröl. Die Motoröltemperatur hinkt ca. 10 °C hinter der Kühlwassertemperatur hinterher. Allerdings ist der Kühler etwas zu klein ausgefallen von der Baugröße. Bei normaler Belastung reicht der Wärmeaustausch aus. Aber in Extremsituationen wird das Öl nicht mehr genug gekühlt.


Hier ist der originale VW-Öl/Wasser-Wärmetauscher zu sehen.

Hierzu eigene Erfahrungen:
Ich bin mit dem Passat und einem 1t schweren Wohnwagen 1400 Km Autobahn im Hochsommer, ua. auch schwere Steigungen á la Elzer Berge, lang gefahren. Nach diesem Urlaub klappertem die Hydrostößel, das Motoröl wurde "gecrackt". Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch kein Ölthermometer eingebaut. Als bei den Elzer Bergen die Kühlwassertemperatur die 110° erreichte, habe ich ganz schnell die Heizung voll aufgedreht und so die Temperatur auf 100° gesenkt. 100° war die normale Temperatur im Hängerbetrieb. Der Verbrauch belief sich auf 10,5l/100Km, Pölmischung (97%)
Wenn das Kühlwasser schon 110° hatte, ist das Öl bestimmt bei 140° und mehr gewesen.

Andere (gelesene) Erfahrungen von VW-Bussen sind Legion: Zum Beispiel ist es kein Problem, beim 1,6er TD VW Bus bei "zügiger Autobahnfahrt" eine Öltemperatur von mehr als 140° dauerhaft hinzubekommen.
 

Die Alternativen

Also habe ich mich um den Einsatz eines zusätzlichen Ölkühlers bemüht. Natürlich sollte die Lösung preiswert sein und gut funktionieren. Ein normaler kaufbarer Ölkühler mit Adapter ist mir zu teuer gewesen.
Als Alternative könnte man zwei der serienmäßigen Wasser/Öl-Wärmetauscher hintereinander setzen. Außer dem  lösbaren Problem der Kühlwasserschläuche Y-Verzweigung hat man noch das Problem, daß man einen stark verkürztem Ölfilter verwenden muß (im Passat). Weil der Ölfilter sonst an den Querträger anschlägt. Weiterhin braucht man ein 3/4"-Gewinderohr als Ersatz der orginale Hülse. Diese Lösung funktioniert vielleicht im VW-BUS, aber nicht im Pkw :-(

Da bin ich durch einen Bulli-Schrauber auf eine Idee gestoßen worden: Bei den 1.6l Turbodieselmotoren paßt der Ölfilterflansch aus dem 1,8l Golf I GTI Motoren. Diese haben einen Luftölkühler ! Nähere Infos habe ich hier zusammen gefaßt.

Heureka dachte ich, die Lösung ist gefunden !

Pustekuchen !
Leider ist der Ölfilterflansch bei den 1.9l Dieselmotoren ANDERS als bei den 1.6er Motoren.
Das habe ich erst herausgefunden, nachdem ich mir einen Ölkühler mit Schläuchen, einen Ölfilteradapter, jede Menge Infos dazu besorgt hatte, UND DEN FLANSCH AUSGEBAUT HATTE ! Grmpfhpf !%$§&%&
 

Einbau des Ölkühlers

Zuerst habe ich den eigentlichen Ölkühler im Passat eingebaut.
Man muß ersteinmal einen Platz für den eigentlichen Ölkühler finden. Im Passat paßt er gerade noch so zwischen dem Kühler und dem rechten Scheinwerfer. Kaufbare Lökühler sind viel breiter und passen dann nur vor demKühler oder unters Auto. Die "dicke" Form des GTI-Kühler paßt  wunderbar.
Hier ist schon die Purflux, die Kraftstoffleitung und der Luftansaugschlauch entfernt.
Damit der Kühler genau paßt, muß man die angeschweißte Halterung etwas modifizieren. Den Halter oberhalb der Ölleitungen wird abgesägt. 
Der Kühler wird so eingebaut, daß die Anschlüsse der Ölleitungen nach oben zeigen. Damit ist sichergestellt, daß der Kühler immer mit Öl gefüllt ist und nicht etwa im kalten Betriebszustand herausläuft und so der Pegel in der Ölwanne über Maximum steigt. Natürlich hat man beim Ölwechsel ein Totvolumen von 0.5l. Aber einen Ölwechsel mache ich ja sowieso nur alle 150 TKM oder 2 Jahre. ;-)
Ich habe den Kühler mit einem Metallband einfach rechts und links an den Längsträger angeschraubt. Als Vibrationsschutz habe ich etwas temperaturbeständigen Schaumstoff als Polster benutzt.
Die Kühlrippen sind quer zur Luftströmung, es ist daher eine optimale Belüftung gegeben.
Die Ölleitungen habe ich erst nach dem endgültigen Einbau angeschlossen.
Die Unterseite des Halters habe ich auch etwas abgesägt. So paßt der Halter genau auf den vorderen Querträger hinter der Plastikverkleidung.  Dazu muß man die vordere untere Plastikverkleidung abnehmen.
(Ansicht von vorne unterhalb der Stoßstange)
Tja, als ich dann den Ansaugschlauch wieder montieren wollte, stellte ich fest, 
der paßt ja gar nicht mehr !
Dort wo vorher der untere Teil des Luftansaugschlauches verlief, sind jetzt die Anschlüsse der Ölleitungen.
Na ja, da habe ich eben den unteren Teil mit einer Säge begradigt und mit einem robustem Tape-Verband gekittet. Mir ist keine sinnvolle Möglichkeit eingefallen, wie ich sonst die unter Hälfte wieder verschliessen könnte. Dieses Manko ist der wohl unprofessionellste Teil des Umbaus :-(
 Zum Glück sieht man im fertig eingebauten Zustand fast nichts davon :-)
Um eine gute Belüftung zu forcieren, wird die Luftleit-Plastikverkleidung auf der rechten Seite modifiziert. Und zwar werden die drei angebenen Flächen zwischen den Stegen entfernt. Die obere Fläche wird nur angesägt und zurückgebogen, während die beiden unteren Flächen komplett entfernt werden. Da die Stege erhalten bleiben, ändert sich an der Stabilität der Leitverkleidung nichts.
(Ansicht von vorne wie es auch montiert wäre)
Und wenn es fertig ausgesägt ist, sieht es so aus.
(Ansicht von der rückwärtigen Seite)
Dann wird die Plastikverkleidung wieder eingeclipt. Fertig !

Na, wie sieht es aus ?
Von der Serie kaum zu unterscheiden, trotzdem mit guter Durchlüftung des Kühlers.
Ist leider eben nicht voll fett,echt geil oder ganz krass ;-)
Das überlasse ich lieber anderen Tieferlegungs-Tunern......


 
 

Einbau des Filterdapter und die Story des Ölfilterflansch

Der erste Teil wäre erlidigt, nun kommt der 2. Streich, der Anschluß der Ölleitungen an den Motor.
Im ersten Anlauf habe ich natürlcih auch den GTI-Ölfilterflansch verwendet......
 
Hier sieht man, wie der fast demontierte  Flansch aussieht. 
Vorsicht ! Die obere Inbusschraube hat ein etwas verkürzten Kopf und war bei mir nach dem ersten Ansetzen eines guten Inbusschlüssel rund :-( 
2 h später hatte ich alle umliegenden Teile entfernt und konnte den Flansch durch hin- und herdrehen abnehmen. 
Und sogleich feststellen, daß der 1.6er Flansch nicht passte ! Grrrrr !
Der AAZ-Flansch hat eine zusätzliche Bohrung für Öl, wo der GTI-Flansch eine Befestigungsbohrung hat. 
Vom Ausbau der KW-Leitungen, Vakuumpumpe, Möl-Filter, Wasser/Ölkühler, Herumgepansche mit Öl, Kühwasser etc. erzähle ich nicht weiter.........

Dann habe ich erstmal wieder alles zusammen gebaut und erst im 2. Versuch den Flansch auf den Motorblock dicht bekommen. Aber was nicht tötet, härtet nur ab......
Billig ist eben nicht immer preiswert.

Da musste ich doch in den sauren Apfel beißen und einen Racimex-Adapter verwenden.
Ich habe bei Racimex angerufen und nach dem nächstliegenden Händler gefragt: Ich bestellte dann bei einem BMW-Vertragshändler den Racimex Ölfilteradapter mit eingebauten Thermostat, Anschlüsse VW, Art.-Nr 50120, kostete 146 DM inkl. Versand. (Meine erste positive Erfahrung mit einer Vertragswerkstatt !)

Der Racimex-Ölkühleradapter MIT Thermostat und Verlängerungshülse:

Es werden zwar auch Adapter OHNE Thermostat angeboten, die halte ich aber für Schwachsinn. Ohne Thermostat dauert es ewig, bis das Öl und der Motor auf Betriebstemperatur kommt. Der Ölthermostat öffnet ganz bei 79° C.
Trotzdem ist das Thermostat nie ganz geschlossen, so daß evt. Luft und Öl vorher schon in geringem Maße durch den Kühler fließen können.
Mechanisch und von der Verarbeitung ist der VW-Thermostat dem Racimex haushoch überlegen.
Der Einbau des Racimex-Adapter ist echt langweilig einfach, der Ölfilter wird abgenommen, Der Adapter aufgesteckt und dann die Hülse fest aufgeschraubt. 
Dann werden die Hydraulikschläuche aufgeschraubt. So 100% passen die Fittings nicht auf den Adapter. Der Racimex hat konischen Bohrungen, die Schläuche haben eine andere gerade Dichtung. Aber die Gewinde passen und mit vorsichtigem festen Anziehen ich habe die Verschraubung beim ersten Mal dicht bekommen.

Wie man hier sieht, verlängert sich das Gebilde um die Dicke des Racimex-Adapter. Dazu unten mehr.

Hier ist der eingebaute Ölkühler und der Schlauchverlauf zu sehen. Die orginalen GTI-Ölschläuche haben genau die richtige Länge, es muß nix geändert werden. Der Einbauort von Filterflansch und Ölkühler im GTI ist ja ziemlich dergleiche.

Jetzt ist Vorsicht angebracht !

Durch den Adapter verkürzt sich der Platz des Ölfilters zum Querträgers um ca. 3,5 cm.
Damit der Ölfilter NICHT AUF DEN QUERTRÄGER aufschlägt, muß man einen kürzeren Ölfilter verwenden.
 

Die Suche nach einen kürzerem Ölfilter

Ich habe dann eine Recherche über verschiedene Ölfilter gemacht und die mir bekanntesten Firmen untersucht:
 
Alle bis auf Mahle haben einen Online-Katalog, bei Wismet den Internet-Explorer benutzen, sonst geht die Preisabfrage nicht.
 
 


Vergleich der Kenndaten verschiedener passender Ölfilter (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Mahle
Mann
Hengst
Wismet
A
B
C
H
Öffnungsdruck
Umgehungsventil
Rücklauf
sperre
Fahrzeug
(Bsp.)
Bemerkung
OC 67
 W 940/25 
H17W02
DO 2255
 93 
 62 
 71 
 142
2,5 bar
ja
Passat 1.9 TD,75 PS
Originalfilter
OC262
W 830/1
H20W06
?
86
62
71
119
2,5 bar
ja
1,9 l TDI, 90 PS, 110PS
23mm kürzer
5mm Durchmesser dünner
?
W 712/53
H90W17
?
76
62
71
79
2,5 bar
nein
Golf III, 1.6l, 75 PS
63mm kürzer,
KEINE Rücklaufsperre
?
W 920/17
H10W05
?
93
62
71
95
keins vorhanden
nein
VW Bus 2.0l, 70 PS
47mm kürzer, KEIN Ventil, KEINE Sperre
?
 W1130/1 
H205W01
?
108
62
71
115
2,5 bar
ja
VW BUS T4, 1.9l D, 60 PS
27mm weniger, 15mm dicker
Bei allen angegebenen Filtern ist das Gewinde 3/4".

Der geeigneteste Filter scheint der OC 262 für die TDI's zu sein. Der TDI-Filter ist 23 mm kürzer und 11 mm dünner im Durchmesser, ansonsten ist er baugleich mit dem Original. Nur ist dieser Filter vom Volumen etwas kleiner.
Der W 1130/1 klingt auch interessant, ist aber wahrscheinlich etwas zu dick. Das müsste man nochmal genau nachmessen.
Ich habe mich für den TDI-Filter entschieden.
Man könnte jetzt darüber sinnieren, ob der kleinere Filter einen kleineres Ölwechselintervall hervorruft. Aber ich glaube der Unterschied geht im Vergleich verschiedener Fahrstile unter. (Für mich trifft das eh nicht zu, da ich den Feinstfilter eingebaut habe.) Komischerweise kostete der Originalfilter 8 DM, der TDI-Filter 18 DM ?!?
 
 

Erfahrungen

Nach dem Einbau des Ölthermometers kann ich die Öltemperatur jetzt genau beobachten:
Die Motoröltemperatur beträgt im Stadtverkehr 80 °, bei Überlandverkehr ziemlich genau 90°, Autobahn normal zwischen 95° und 100°C, Autobahn fast Vollgas 105° C. Gemessen bisher ohne Anhängerbetrieb. Die ultimative Belastungsprobe steht noch aus.
Auf einen Mailkontakt hin hatte sich auch jemand ein Ölthermometer eingebaut (eben jenes von Conrad). Er hatte im Winter bei Außentemperaturen um 0°C nach kurzer Autobahnstrecke mit Vollgas 110° gemessen. 110° dauerhaft ist natürlich nicht hoch, aber wenn es im Hochsommer mit Vollgas und einem 1t Wohnwagen lange Autobahnsteigungen bergauf geht mit einer KW-Temp von 105-110° ????

Ich habe festgestellt, daß mein Ölverbrauch fast auf null gesunken ist ! In 6 Monaten und 15000 km brauchte ich kein Öl nachfüllen, es steht auf der Mittemarkierung. Wahrscheinlich wird heißes Öl besser in den Brennraum gedrückt und verbrannt.
 

Der geneigte Leser mag sich selber eine Meinung bilden, ob ein zusätzlicher Ölkühler und das Thermometer sich lohnen.
 
 
 

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Letztes Update 24.02.2002         ( http://www.salatoel-kombi.tk )